Guten Morgen

Morgenkaffee

Ulrich Horn schüt­telt den Kopf über Jacob Aug­steins Faz­it der Bild­berichter­stat­tung zur Kred­itaffäre des Bun­de­spräsi­den­ten, ver­mutet bei dieser eine gerichtete Berichter­stat­tung und kon­sta­tiert:

Man mag nicht glauben, dass ser­iöse Organe nicht bemerken, wie sie von Diek­mann einges­pan­nt wer­den. Die Bürg­er bemerken das schon. Das erstaunlich­ste Ergeb­nis dieser Affäre ist wohl, dass die Mehrheit der Men­schen ganz andere Schlussfol­gerun­gen zieht als die Medi­en.

Der­weil zieht die kri­tis­che Beleuch­tung der Kred­itaffäre weit­er munter ihre Kreise.

Fefe ver­weist auf einen Bericht über Prak­tiken der GEMA.

Und während ich mir die Frage stelle: Wer ist denn ger­ade ein Bild-gerechter Bun­de­spräsi­dent? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Giovanni di Lorenzos Altherrengespräche

Erst hat er ein Inter­view-Buch mit Hel­mut Schmidt veröf­fentlicht, nun kommt eins mit Ex-Bun­desvertei­di­gungsmin­is­ter Gut­ten­berg: Gio­van­ni di Loren­zo etabliert sich als erste Adresse für Poli­tik­erge­spräche auf Home­sto­ry-Niveau. Man weiß gar nicht, ob man das gut oder schlecht find­en sollte.

In der aktuellen Aus­gabe der ZEIT find­et sich ein dur­chaus imposantes mehr­seit­iges Inter­view di Loren­zos mit Gut­ten­berg [Zusam­men­fas­sung]. Es soll den Ex-Min­is­ter reha­bil­i­tieren, so lange noch etwas von seinem ein­sti­gen medi­alen Schein auf ihn fall­en kann. Das kann man zumin­d­est dem Inter­viewten ankrei­den. Beim Inter­view­er sieht das allerd­ings anders aus: Schon bei seinen Anmerkun­gen zu den Schmidt-Inter­views hob er immer wieder her­aus, was für ein Stil der ganzen Laberei innewohnte: Wie Hel­mut Schmidt durchs Haus kommt, wie er raucht, wie er Pausen macht. Di Loren­zos Auf­gabe bei diesen Inter­views ist nur eine: Die Rede unter­stützen­des Rezip­ieren. Es ist kein Stre­it­ge­spräch, kein Diskurs auf gle­ich­er Höhe, son­dern immer nur ein Ver­such auf die ver­meintliche Höhe zu sprin­gen. Es ist das Cof­fee & Cig­a­rettes des Feuil­leton, ein Alther­renge­spräch, dessen einzige Ambi­tion das Reflek­tier­twer­den ist. Irgend­wie ver­wun­der­lich, dass sich noch nie­mand bei der BUNTE beschw­ert hat, dass ihr Konzept so plump abgekupfert wird.

Das­selbe Strick­muster wen­det di Loren­zo bei Gut­ten­berg an: Den Pla­gia­tor reden lassen, ein paar Ein­wände, aber nicht zu viele, es soll ja kein Stre­it­ge­spräch wer­den. Di Loren­zo entwick­elt keine eigene Posi­tion, spielt zumin­d­est nicht den intellek­tuellen Gesprächs­ge­gen­part, und da stellt sich eigentlich schon die Frage: Was soll das Ganze? Kann die Loren­zo nicht anders? Hat er nur sein Blatt im Auge, das nun erste Adresse für Poli­tik­er­home­sto­ries von rechts wie links ist? Das wäre ohne Frage schon ein gewiss­es Pfund für die ZEIT.

Aber wenn man nun ein­mal das Inter­view mit Gut­ten­berg kri­tisch beäugt, kann man eben auch fest­stellen: Gut­ten­berg alleine kann das Gespräch nicht son­der­lich inter­es­sant gestal­ten: Plumpe Behaup­tun­gen, aber auch keine ern­sthaft bemerkenswerten Pro­voka­tio­nen. Keine rheotrische Finesse, nur ein Kon­tern-ins-Off auf Zwis­chenbe­merkun­gen von di Loren­zo. Keine Größe, keine poli­tis­che Stel­lung­nahme, die erhel­lend ist. Lang­weilig ist das Gerede.

Das Inter­view zeigt: Gut­ten­berg strahlt nicht. Zumin­d­est nicht ohne die Schein­wer­fer der Medi­en. Und vielle­icht sollte man di Loren­zo für diese Darstel­lung schon wieder dankbar sein.
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Eine Inter­viewan­frage des Deutsch­landra­dios über die Rolle der ZEIT beim Relaunch Gut­ten­bergs lehnte di Loren­zo nach Angaben des Deutsch­landra­dios ab. || Ulrich Horn sieht die Sache ähn­lich.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Man darf es schon ver­wun­der­lich nen­nen, wie schnell die FDP gestern Gui­do West­er­welle abgesägt hat, auch wenn sie es selb­st als bei der näch­sten Wahl zum Vor­sitzen­den nicht wieder antreten inter­pretiert haben möchte — als ob man eine durch­dachte Strate­gie ohne West­er­welle in der Schublade hätte. Ulrich Horn meint hierzu, dass ein abge­segter Parte­ichef als Außen­min­is­ter nicht trag­bar ist. Heute un mor­gen berät man in der FDP-Führung, welche Stüh­le wie hin und her gerückt wer­den und ob West­er­welle Vize-Kan­zler bleiben darf.

In NRW suchen sie ger­ade 2285 strahlende Bren­nele­mente, die in Jülich ver­schütt gegan­gen sind. Über­sieht man aber auch leicht, so Atom­müll.

Jeff Jarvis wun­dert sich, dass sich die New York Times ger­ade auf Ari­an­na Huff­in­g­ton einzuschießen scheint. Huff­in­g­ton hat­te den Blog Huff­in­g­ton Post gegrün­det, der vor kurzem für 315 Mio. $ von AOL über­nom­men wurde.

Und während ich mir die Frage stelle: Ver­wech­selt die FDP bei ihrer Neuge­burt nicht mal wieder Inhalte mit Per­so­n­en? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Das Bis­tum Regens­burg der Katholis­che Kirche hat einen Gerichtsstre­it gegen einen Blog­ger wegen der Beze­ich­nung ein­er Schweigev­ere­in­bahrung als Zahlung von Schweigegeld gewon­nen. In Ham­burg klagt man tra­di­tionell , wenn man gegen die Mei­n­ungs­frei­heit im Inter­net ange­hen möchte.

Miss James erläutert, was ihr Erwach­sen­sein bedeutet.

Ulrich Horn sieht in der derzeit­i­gen poli­tis­chen Darstel­lung des Lan­des seit­ens der Lan­desregierung und Oppo­si­tion schon so etwas wie Ruf­schädi­gung gegeben.

Und während ich mir die Frage stelle: Gibt es eigentlich katholis­che Leitregeln für Schweigev­ere­in­bahrun­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Gestern wurde gesucht, heute ist Ascher­mittwoch, da wird aufgeräumt, und das nicht zu knapp:

Ulrich Horn nimmt sich ener­gisch den Skan­dal um Gut­ten­berg sowie CDU und CSU im beson­deren zur Brust:

Der Gut­ten­berg-Skan­dal ver­langt nach Kon­se­quen­zen. Er hat dem Anse­hen der Poli­tik geschadet. Das Show-Geschäft ver­suchte, sich der Poli­tik zu bemächti­gen. Ob sich die repräsen­ta­tive Demokratie gegen diesen Angriff dauer­haft behaupten kann, ist noch nicht aus­gemacht. Gestützt auf seine Pop­u­lar­ität wollte Gut­ten­berg Maßstäbe ver­schieben und Regeln außer Kraft set­zen, um seine Ver­fehlun­gen zu kaschieren. Solche Attack­en dür­fen nicht gelin­gen. Damit sie scheit­ern, sind Poli­tik­er mit Rück­grat nötig. Der Fall Gut­ten­berg zeigt: Die Parteien müssen die Auswahl ihrer Man­dat­sträger verbessern, wenn sie Glaub­würdigkeit zurück­gewin­nen und ihren Gestal­tungsanspruch aufrechter­hal­ten wollen.

Rou­ven räumt mit dem Vorurteil auf, er könne gut mit Kindern umge­hen in Frühkindliche Autorerotik.

Denis räumt mit wichtigem Zeugs aus sein­er Schulzeit auf.

Und während ich mir die Frage stelle: Was oder wom­it kön­nte ich denn heute mal aufräu­men? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Mit Fefe und Netzpolitik.org rufen zwei der meist­ge­le­sen­sten Blogs Deutsch­land zu ein­er Schuh-Aktion gegen den Verbleib Gut­ten­bergs im Amt auf. Tre­ff­punkt 12.30 Uhr Pots­damer Platz, an der his­torischen Ampel in Berlin.

Ulrich Horn find­et klare Worte für den aktuellen Zus­tand der CDU: Parteirä­son und eine viel zu dünne Per­son­aldecke über­lagern dort Recht und Anstand.

Apro­pos klare Worte: Die Band Wir sind Helden ist von der Wer­beagen­tur Jung & Matt Jung von Matt ange­fragt wor­den, ob sie nicht bei der kom­menden Promi­nente-wer­ben-für-die-Bildzeitung-Kam­pagne für einen guten Zweck mit­machen wollen und die Antwort von Sän­gerin Judith Holofernes lässt wohl nichts zu wün­schen übrig:

Liebe Wer­be­agen­tur Jung von Matt,

bzgl. Eur­er An­fra­ge, ob wir bei der ak­tu­el­len Bild -Kam­pa­gne mit­ma­chen wol­len:

Ich glaub, es hackt.

Die Bild­zei­tung ist ein ge­fähr­li­ches po­li­ti­sches In­stru­ment – nicht nur ein stark ver­grö­ßern­des Fern­rohr in den Ab­grund, son­dern ein bös­ar­ti­ges Wesen, das Deutsch­land nicht be­schreibt, son­dern macht. Mit ein­er Agen­da.

Die Flip­pers hören auf. Grund genug für die Besuch­er von Steff­is Bistro, ein­mal gründlich durchzud­isku­tieren, was auf die Jubiläums-CD 42 Jahre Flip­pers drauf muss:

[audio:http://media.ndr.de/download/podcasts/podcast2956/AU-20110223–1855-1801.mp3]

Und während ich mir die Frage stelle: Fall­en mir eigentlich auf Anhieb fünf Titel der Flip­pers ein? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Guten Morgen

morgenkaffee

Warum ist Leak­en nicht Wort des Jahres 2010 gewor­den? Und was ist es eigentlich gewor­den? Die Tätigkeit, die dieses Wort beschreibt, ist jeden­falls groß im Trend: Al Jazeera macht das nun auch und in Rus­s­land wer­den ger­ade ange­bliche Fotos von Putins Palast geleakt.

Reichtümer ver­heim­licht man bess­er auch in Deutsch­land: SPD-Wirtschaft­sex­perte Karl Lauter­bach ist sich wohl im Klaren, dass es in der Öffentlichkeit nicht sooo gut ankommt, was er wofür so alles bekommt.

Ulrich Horn wirft schon wieder einen inter­es­san­ten Blick auf die NRW-Poli­tik, dieses Mal auf die Uneinigkeit in der CDU.

Offen­sichtlich wei­den sich die deutschen Qual­itätsme­di­en immer noch an der Ekel- und Folter Show von RTL. Beim Stern übern­immt das heute Ingo Scheel. Da ist der Name schon Pro­gramm.

Und während ich mir die Frage stelle: Wodurch hält sich eigentlich der Glaube, dass uner­ar­beit­eter Reich­tum eine Schande ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Guten Morgen

morgenkaffee

Ulrich Horn blog­gte passend zum Land­tagswahlkampf 2010 inter­es­sante Analy­sen und Anek­doten aus der Sicht eines Politjour­nal­is­ten. Dann wurde es still in seinem Blog, was wohl krankheits­be­d­ingt war. Das hat sich gott­sei­dank geän­dert und er wartet nun mit einem erfrischen­den Blick auf die Neuwahl-Spielchen der Grü­nen in NRW auf.

Stephan-Andreas Cas­torff find­et es skan­dalös, dass mehr auf Ver­brauch­er­schutzmin­is­terin Aign­er rumge­hackt wird als auf den Ver­ant­wortlichen in Nieder­sach­sen.

Der türkische Min­is­ter­präsi­dent Erdo­gan hat sich in Newsweek zu Wort gemeldet, und gemeint, dass Europa mit der Türkei wirtschaftlich stärk­er, gemein­schaftlich fes­ter und sicher­er sei. Warum sagt er nicht.

Und während ich mir noch die Frage stelle: Wie soll ich mir das jet­zt vorstellen, dass die Türkei nicht aus wirtschaftlichen Grün­den in die EU will? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Guten Morgen

morgenkaffee

Ulrich Horn kann kein Ver­ständ­nis dafür auf­brin­gen, dass ein­er Partei wie der CDU, die an Spenden­skan­dalen nun wirk­lich nicht uner­fahren ist, erneut passieren kann, dass man selb­stver­schuldet ins Kiel­wass­er ein­er Spende­naf­färe gerät.

Johannes Boie hat Infor­ma­tio­nen der Polizei zu dem Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Polizist in vollem Lauf einem Demon­stran­ten am 1. Mai gegen den Kopf tritt.

Herr Paulsen ver­weist auf schöne Reg­gae-Musik von Ger­maican und Frank Délle und ver­rät vor allen Din­gen, was man dazu essen sollte.

Und während ich mir die Frage stelle: Wann habe ich eigentlich das let­zte Mal Aben­dessen und Musik aus­ge­sucht aufeinan­der abges­timmt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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