Kristina Schröders alberne Extremismusklausel

CDU und CSU muss man wohl noch erk­lären, was an der Extrem­is­musklausel so albern ist: Sie ist nichts weit­er als ein Erpres­sungsmit­tel. Wenn ich jeman­dem nicht abnehme, dass er die Demokratie für gut hält, ändert das auch nichts durch eine Erk­lärung. Wenn eine Erk­lärung inhaltich obso­let ist, wie es Gröhe unten darstellt, dann ist sie es auch als solche. Wenn nicht, macht man einen Ver­dacht, dass diese Erk­lärung notwendig sei, sprich: einen Gen­er­alver­dacht.

Des weit­eren kön­nte Kristi­na Schröder so langsam mal zurück­treten: Mit so einem Mit­tel Recht­sex­trem­is­mus bekämpfende Organ­i­sa­tio­nen zu belästi­gen und sich dann im Bun­destag der Aussprache ver­weigern, obwohl man twit­ternd Stel­lung nimmt, das hat kein Rück­rat.

Und es ist schlicht naiv bis albern, so etwas zu sagen

http://twitter.com/#!/schroeder_k/status/137561603313893376

um dann zu fordern, man solle das Aufrech­nen sein lassen.

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Wie Kristina Schröder mit ihren Vorurteilen hausieren geht

Es ist so abgrundtief pein­lich, was Kristi­na Schröder sich da wieder geleis­tet hat: Groß­maulig hat sie raus­ge­hauen, Religiösität führe bei mus­lim­is­chen Jugendlichen zu Gewalt­bere­itschaft. Dabei ver­wies sie auf Stu­di­en, die sie heute veröf­fentlichen werde. Heute gibt es die Pressekon­ferenz zu diesen Behaup­tun­gen. Die Jour­nal­is­ten fra­gen nach den Zahlen, die diese Behaup­tung stützen sollen und was muss da eingeräumt wer­den?

Es gibt keine.

Frau Schröder ist nur mit ihren Vorurteilen hausieren gegan­gen. Bra­vo!

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Hilflose Profilierungsversuche von Kristina Schröder

schroederstudie

Von irgen­deinem Staatssekretär oder so hat Bun­des­fam­i­lien­min­is­terin Kristi­na Schröder wohl ihr Deutschfeindlichkeit­s­the­ma über­ar­beit­en lassen und der hat ihr dann wohl gesagt: Schätzelein, das Wort Deutschfeindlichkeit, das stre­ichen wir mal, das ist ver­bran­nt. Stattdessen greift man auf einen wohlbekan­nten, schw­er­er zu kri­tisieren­den Begriff zurück:

Wir dür­fen hier keine falschen Tabus auf­bauen: Es gibt eine gewaltver­her­rlichende Machokul­tur bei eini­gen jun­gen Mus­li­men, die auch kul­turelle Wurzeln hat.

Gewaltver­her­rlichung. Ja, da muss der Staat mal drin­gend was gegen tun. So wie in den 90ern, als auf den Schul­tern von Neil Post­man gegen das gewaltver­her­rlichende Geballer in der Flim­merk­iste gän­zlch ver­puffend ange­gan­gen wor­den ist. Warum man was dage­gen tun muss?

Es gibt einen Zusam­men­hang zwis­chen Reli­giosität, Machonor­men und Gewalt­geneigth­eit.

Welchen? Bei den Evan­ge­len denkt man, wer inten­siv­er evan­ge­lisch-religiös ist, der ist weniger gewalt­bere­it.

Schröder muss hier­mit ja ein Kausalzusam­men­hang meinen und nicht irgen­deinen ander­ern. Anson­sten wäre es eine ähn­lich sin­n­freie Behaup­tung wie: Es gibt einen Zusam­men­hang zwis­chen Kinder­pornogra­phie und der Sesam­straße: Bei­des kam schon mal im Fernse­hen vor.

Also meint Kristi­na Schröder allen Ern­stes, es gäbe einen kausalen Zusam­men­hang zwis­chen Religiösität und Gewalt­geneigtkeit? Und für diese unsin­nige Behaup­tung glaubt sie, Stu­di­en anführen zu kön­nen? Wird hier nicht pauschal fehlende Sen­si­bil­isierung mit Religiösität in einen Topf geschmis­sen?

Wenn jemand die über­pro­por­tionale Gewalt­bere­itschaft bei jun­gen Mus­li­men zum The­ma macht, heißt es immer gle­ich, dies sei ein Pauschalurteil. Das ist es aber nicht.

Hier ver­steckt sich Schröder mal hin­ter einem jemand. Natür­lich ist die Art, wie Schröder hier ein ange­blich­es The­ma ange­ht, pauschal, weil sie den ange­blichen Zusam­men­hang zwis­chen Religiösität, “Machonor­men” und Gewalt­bere­itschaft schlicht nur behauptet, aber keineswegs zu erk­lären ver­mag.

Wer wirk­lich Jugendliche für einen offeneren Umgang mit ander­skul­turellen jun­gen Men­schen sen­si­bil­isieren möchte, der muss Pro­jek­te fördern, die interkul­turell sind. Der muss helfen, dass sich Migranten in Deutsch­land so fremd fühlen. Dass sie einen nicht deutsch klin­gen­den Namen als großes Hin­der­nis bei der Erla­nung eines Arbeit­splatzes anse­hen müssen. Wie man Fremd­heit offen akzep­tiert ist das aktuelle Prob­lem, nicht, wie sich der Islam west­lich-kon­form ummod­eln lässt.

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DIE ZEIT: Kristi­na Schröder — Reden nicht han­deln.

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Die drei Asse im Ärmel von Kristina Schröder

In den Medi­en wird Fam­i­lien­min­is­terin Schröder gerne als das naive Dumm­chen genom­men. Nachzule­sen ger­ade im Inter­view, das der SPIEGEL mit der Min­is­terin geführt hat. Ein Inter­view mit der­art niveaulosen Fra­gen habe ich schon lange nicht mehr gele­sen. Aber was will man auch von der BUNTEN unter den Medi­en, die sich Qual­ität­sjour­nal­is­mus nen­nen, erwarten?

Kristi­na Schröder zeigt in diesem Inter­view vor allem Schlagfer­tigkeit. Und diese zählt auch zu den drei Assen, die sie derzeit im Ärmel hat. Die drei Asse sind: 1. Ihr poli­tis­ches Geschick 2. Ihre Posi­tion als Vertreterin ein­er neuen Gen­er­a­tion 3. Die  derzeit­ige Konkur­ren­zlosigkeit ihres Typs

1. Ihr poli­tis­ches Geschick

Wie man im Inter­view sehr schön sehen kann, hat Kristi­na Schröder dur­chaus rhetorisch etwas auf dem Kas­ten. Die Retourkutsche auf die per­sön­liche Frage nach Kinder­wun­sch ist mehr als gelun­gen und darf als Watschn für die SPIEGEL-Redak­teure betra­chtet wer­den. SPIEGEL-Jour­nal­is­ten über­rascht man wohl am besten damit, dass man zeigt, nicht so zu sein, wie die Medi­en einen darstellt.

2. Vertreterin ein­er neuen Gen­er­a­tion

Schröder shat selb­st schon darauf ver­wiesen, Vertreterin ein­er anderen Gen­er­a­tion zu sein. Und dies stimmt bezüglich ihrer Vorgän­gerin von der Leyen als auch in bezug auf Alice Schwarz­er, mit der sie eine Fem­i­nis­mus-Diskus­sion am Laufen hat. Hier­bei kommt es auch darauf an, zu sehen, dass Schröder auch den Draht zu ihrer Gen­er­a­tion hat, was hier und da in ihren Äußerun­gen deut­lich wird. Dies ist bei von der Leyen, Schwarz­er, sowie der CDU ins­ge­samt ein großes Manko.

3. Die derzeit­ige Konkur­ren­zlosigkeit ihres Typs

Ich kenne einige intel­li­gente Frauen, die der Poli­tik gut tun wür­den, denen Poli­tik aber nicht zusagt. Insofern ist Schröder sicher­lich einen nicht alltäglichen Weg gegan­gen. Daneben hat sie sich eine einiger­maßen eigen­ständi­ge, mod­ern wirk­ende Posi­tion erhal­ten, die in ein­er kon­ser­v­a­tiv­en Partei ihres Gle­ichen sucht. Neben ihr sieht sog­ar die als oppo­si­tionelle Fam­i­lien­min­is­terin gehan­delte Manuela Schwe­sig alt­back­en aus. Das­selbe gilt für Alice Schwarz­er, gegen die Schröder überzeu­gend hält, dass Fem­i­nis­mus nur unter Berück­sich­ti­gung  Män­ner betr­e­f­fend­er Prob­lem­felder erfol­gre­ich sein sollte. So ist sie inzwis­chen inner­halb der CDU her­aus­ge­hoben und bedi­ent als Wäh­lerin­neniden­ti­fika­tion eine CDU-Lücke.

Die Frage ist, durch welche Strate­gie man mit diesen drei Assen das Spiel gewin­nt. Ich weiß noch nicht ein­mal genau, wieviel man als Fam­i­lien­min­is­terin über­haupt gewin­nen kann, schließlich hat von der Leyen ja in der Inter­net­zen­sur-Debat­te nur gezeigt, wie man den Kar­ren laut polternd gegen die Wand fährt. Erschw­erend kommt hinzu, dass Schröder mit ein paar schwarzen Petern zurecht kom­men muss: Sie ist nicht intellek­tuell und noch etwas naiv.

1. Nicht intellek­tuell

Diese Ein­schätzung klingt belei­di­gend. Als würde man sagen wollen, sie sei dumm oder geist­los, was bei­des nicht zutrifft. Aber Schröder ist eben nicht so intellek­tuell, wie sie sich sel­ber gern sähe. Das wurde deut­lich bei ihrem aber­ma­li­gen Ver­such, das The­ma Deutschen­feindlichkeit auf den Tisch zu brin­gen, der wohl als gescheit­ert ange­se­hen wer­den darf. Hier­bei hat­te sie ver­sucht, Deutschen­feindlichkeit als Ras­sis­mus zu tit­ulieren. Dies ist ein­fach­er Unsinn. Es gibt keine um sich greifende Ströh­mung in Deutsch­land, die bes­timmten Per­so­n­en­grup­pen genetis­che Fehlen­twick­lun­gen qua Deutsch­sein unter­stellt. Was Schröder meint ist Frem­den­feindlichkeit. Man muss ja nicht deutsch sein, um frem­den­feindlich zu sein. Durch ihre unglück­liche Begriff­sir­ri­ta­tion hat es Schröder nicht geschafft, das The­ma auf bre­it­er Ebene disku­tier­bar zu machen.

2. Etwas naiv

Die Medi­en­mei­n­ung, Schröder als kleines Dumm­chen abzustem­peln, wird von Schröder durch miss­lun­gene Ver­suche der Begriffs­bes­tim­mung (“Deutschfeindlichkeit”) begün­stigt, aber auch ungün­stige Fernse­hin­ter­views z.B. mit dem ZDF. Es war etwas naiv zu lauben, das ZDF würde Inter­view-Out­takes nicht ver­wen­den. Und dass ihr Ehe­mann sich vor laufend­er Kam­era als Souf­fleur betätigt, ist schon sehr albern. Das darf ihr in der Rolle, die sie gerne verkör­pern möchte, nicht unter­laufen.

Zum Glück sind diese schwarzen Peter nicht auss­chlaggebend über poli­tis­chen Erfolg. Man muss nur das Richtige damit anz­u­fan­gen wis­sen. Und ich bin mir sich­er, wir wer­den schon bald wieder von Kristi­na Schröder hören.

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Guten Morgen

morgenkaffee

Mehrere Per­so­n­en haben Klage gegen den Polizeiein­satz am 30. Sep­tem­ber in Stuttgart ein­gere­icht — und fühlen sich nun durch die Polizei bedro­ht. Der­weil dro­hen die Schlich­tungs­ge­spräche zu scheit­ern, da neue Beton­teile geliefert wer­den. CDU und FDP haben sich zudem gegen einen Volk­sentscheid entsch­ieden. Die wis­sen wohl, dass sie keine Mehrheit für ihre Poli­tik mehr bekom­men.

Lesenswert: Das gestrige Alt­pa­pi­er von Ste­fan Nigge­meier.

Män­ner sind häu­figer depres­siv als Frauen.

Rome kon­sta­tiert mal kurz, dass die Leute in seinem Umfeld ein Leben führen: In den Hof gekackt.

Und während ich mir die Frage stelle: Und nu? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Kristina Schröders Deutschfeindlichkeit

Manch­mal fragt man sich schon, was unser Fam­i­lien­min­is­terin­nchen da so umtreibt. Das The­ma Deutschfeindlichkeit zählt allerd­ings schon seit langem zu ihren Steck­enpfer­den. Wann immer es ange­sprochen wird, springt sie von ihrem Stühlchen auf, mit­tler­weile unter­stützt von der Blödzeitung, macht ein Berlin­er Schul­prob­lem zur Bun­de­sprob­lematik und lässt jede Dif­feren­zierung ver­mis­sen.

Damit ist sie schon ein­mal als Naivchen bloß gestellt wor­den:

Aber man muss wohl schnell­st­möglichst auf Pfer­d­chen wieder rauf.

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Was ich noch sagen wollte zur… Debattenanregungsausrede

Als die Fam­i­lien­min­is­terin Kristi­na Schröder vor kurzem zwitscherte, wie könne man es denn als gerecht anse­hen, wenn Hartz-4-Empfänger soviel Geld vom Staat erhal­ten wie andere in unter­bezahlten Bil­ligjobs, da meinte sie nach­her recht­fer­ti­gend, sie habe immer­hin mit ihrer Äußerung eine Debat­te ein­geleit­et.

Jet­zt durfte sich der Spiegel Mitchefredak­teur Math­ias Müller von Blu­men­cron die Frage gefall­en lassen, wie das Lifestylemagazin SPIEGEL denn dazu komme, einem Recht­sausleger wie Thi­lo Sar­razin ein der­ar­tiges Podi­um für seine abstrusen The­sen zu bieten. Und auch Müller von Blu­men­cron zog in dieser Bedräng­nis die Debat­te­nan­re­gungskarte:

taz: Herr Müller von Blu­men­cron, warum gibt sich der Spiegel für den Vor­ab­druck des neuen Buchs von Thi­lo Sar­razin her?

Math­ias Müller von Blu­men­cron: Das war keine leichte Entschei­dung, wir haben darüber inten­siv in der Redak­tion debat­tiert. Auch ich habe lange mit mir gerun­gen. Sie kön­nen sich denken, dass ich den Text wed­er inhaltlich noch im Ton teile. Er wider­spricht meinen Vorstel­lun­gen von ein­er offe­nen Gesellschaft und der Zukun­ft dieses Lan­des diame­tral. Aber so ist das bei Mei­n­ung­s­tex­ten: Um Debat­ten einzuleit­en, müssen wir auch Beiträge druck­en, mit deren Aus­sagen wir nicht ein­ver­standen sind.

Als ob ger­ade pro­duk­tiv über Chan­cen­verbesserung für Immi­granten disku­tiert würde und nicht über durch ange­blich kri­tis­che Medi­en hin­aus­posaunte Frem­den­feindlichkeit. Da kann man mal sehen, wie hirn­ris­sig es ist, sich bei der Recht­fer­ti­gung der ver­ant­wortlichen Veröf­fentlichung von Tex­ten nur darauf zu beziehen, dass man eine Debat­te angeregt habe. Denn mit diesem Argu­ment müsste der SPIEGEL Leuten wie Claus Cre­mer von der NPD ger­adezu eine Kolumne anbi­eten. Unqual­i­fizierte, recht­slastige Debat­ten wären dadurch genau­so garantiert wie bei Thi­lo Sar­razin.

Und was das ver­ant­wortliche Pub­lizieren von Tex­ten ange­ht, das soll man sich beim Lesen des SPIEGELs inzwis­chen sel­ber dazu denken. Das schreiben die nicht mehr expliz­it rein. Offen­bar hat Müller zu Blu­men­cron nicht mal die Frage der taz in ihrer Trag­weite ver­standen. So wenig wie der Pro­tag­o­nist in Des Kaisers neue Klei­der gemerkt hat, dass er nackt war.

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Was ich noch sagen wollte zum… Rückgrat von Kristina Schröder


Ach ja, irgend­wann gewöh­nt man sich auch an die Blog­ger­aufre­gun­gen im Inter­net. Auf starke Medi­en­sym­pa­thie ein­er Per­son wird immer mit Ver­schwörungs­the­o­rien geant­wortet und auf ange­bliche poli­tis­che Ungerechtigkeit­en immer mit kri­tiku­nan­tast­bar­er Empörung. Solange sich nur ein Zus­tim­mungsmob find­et, geht das alles klar.
Kristi­na Köh­ler hat sich den Zorn einiger Blog­ger und Twit­ter­er dadurch her­beige­holt, dass sie die Kürzun­gen für Hartz-4-Fam­i­lien durch den Begriff der Gerechtigkeit gerecht­fer­tigt hat. Dazu nahm sie das Extrem­beispiel ein­er Fam­i­lie, die 1885€ über Hartz-IV und wahrschein­lich diverse Extrazuschläge bekommt.
Das ist eine andere Recht­fer­ti­gung als die, die sie der Süd­deutschen Zeitung gegeben hat. Dort meint sie, das bish­er gezahlte Eltern­geld für Hartz-IV-Empfänger sei sys­temwidrig. Von dieser Dar­legung war sie im Video so begeis­tert wie jemand ist, der eine Logik ver­standen hat, die ein ander­er ihm gesteckt hat. Es klingt wirk­lich nicht wie ein eigen­ständi­ger Gedanke, den man sach­lich dar­legt.
Dieser Gedanke ist auch in der Tat logisch kor­rekt. Eltern­geld wird für Leute gezahlt, die eigentlich arbeit­en, aber zu Gun­sten ihrer Kinder auf das Arbeit­en verzicht­en. Rein logisch verzicht­en Hartz-IV-Empfänger gar nicht auf Arbeit. Eine Art Entschädi­gungszahlung für einen Fall, in dem es keinen Schaden gibt, ist somit in der Tat unsin­nig, oder eben salopp gesagt sys­temwidrig.
Ander­er­seits ist diese Frage fast untrennbar mit der Geset­zeswidrigkeit der Hartz-IV-Sätze an sich ver­bun­den. Man hätte also zunächst für eine akzept­able Hartz-IV-Regel­satzberech­nung sor­gen sollen, bevor man Hartz-IV-Empfängern ander­swo stark was wegkürzt. Genau das wäre gerecht gewe­sen.

Und genau dafür hätte sich eine Fam­i­lien­min­is­terin stark machen müssen. Das hat Kristi­na Schröder nicht getan. Aber wer immer in Kristi­na Schröder ein Püp­pchen der CDU gese­hen hat, das keinen Wider­stand zu den Entschlüssen der führen­den Köpfe leis­ten wird, der kann nun auch nicht über­rascht oder verärg­ert tun: Sie hat eben das Rück­rat nicht, das ihr nie unter­stellt wurde.

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Ein Trümmerhaufen namens CDU

Wenn es das Ziel der CDU derzeit wäre, all das, was sie sich selb­st als Kernkom­pe­ten­zen zuschreibt, nach­haltig zu beschädi­gen, sie kön­nte derzeit wohl nicht erfol­gre­ich­er sein:
Die Wirtschaft­skom­pe­tenz, als deren größtes Beispiel Bay­ern immer herange­zo­gen wurde, ist eben dort als Dil­letan­tismus geoutet wor­den, für den der bayrische Steuerzahler noch Jahre schmer­zlich büßen wird.
Bei der Beset­zung der Min­is­ter­posten zeigte Merkel zunächst bei Schäu­ble auf erschreck­end erbärm­liche Weise, dass das Ver­fahren zur Beset­zung dieses Postens, rein­er eigen­er Parteilob­by­is­mus gewe­sen ist…
10jahrespendenaffaere
… nur um es bei der Beset­zung des Fam­i­lien­min­is­teri­ums erneut zu wieder­holen.
Kurz nach der Bun­destagswahl gab Wolf­gang Schäu­ble zu, dass die Härte, die man im Zuge der Durch­set­zung des Inter­netsper­rver­fahrens an den Tag legte, auch nur der Pro­fil­ierung der eige­nen Partei diente, nicht dem The­ma.
Und schließlich ist es das Vertei­di­gungsmin­is­teri­um, bei dem sich so langsam die Frage auf­drängt, ob der Parteilob­by­is­mus der CDU auf Kosten von Men­schen­leben geht. Die Süd­deutsche Zeitung schreibt hierüber unter der Über­schrift In diesem ehren­werten Haus, die den ver­fehlten Anspruch kennze­ich­net, vorgestern in ein­er Weise, die fast schon zynisch ist:

Als “Lot­ter­haufen” werde das Min­is­teri­um beschrieben, sagt ein­er aus der Mitte dieses Haufens, was ein­er­seits nicht gerecht sei, ander­er­seits aber habe es schon mas­sive Ver­w­er­fun­gen gegeben unter der Nicht-Führung des Min­is­ters Franz Josef Jung. “In einem des­o­lat­en Zus­tand sei das Haus”, sagt ein ander­er, voller Fürsten­tümer und Kön­i­gre­iche, vom Mis­strauen zer­set­zt, mil­itärisch verun­sichert. Als Grund dafür wird die Regentschaft von Jung angegeben, “den man am lieb­sten gar nicht ein­be­zo­gen hat aus Angst, dass er wieder alles versem­melt”.

Im Artikel Die Höhe kommt Jungs Nach­fol­ger Gut­ten­berg nicht viel bess­er weg:

Als Gut­ten­berg ein paar Wochen im Wirtschaftsmin­is­teri­um gewirkt hat­te, sagte ein Hochrangiger dort, man wisse zwar nicht genau, was er mache, aber alle fän­den ihn net­ter als den Glos. Gut­ten­berg wird Erfolg zugeschrieben, bevor er noch Erfolg nach­weisen kann. Man nimmt ein­fach an, dass der Erfolg in der Nähe von Män­nern — gibt es diesen Typ eigentlich auch bei Frauen? — wie Karl-Theodor zu Gut­ten­berg wohnen muss.

Nun ist Gut­ten­berg aber gar nicht selb­st­tätig so hoch gestiegen, son­dern er ist der Fall jenes Berg­touris­ten, der von Führern auf alle möglichen Gipfel gebracht wird. Als Horst See­hofer in ein­er per­son­ell wie poli­tisch bemerkenswert mar­o­den CSU nach neuen Leuten, einem Gen­er­alsekretär, suchte, fand er Gut­ten­berg. Als Michael Glos aus dem Wirtschaftsmin­is­teri­um floh, fan­den See­hofer und damit auch Angela Merkel wiederum: Gut­ten­berg. Und als Merkel sehr schnell einen Nach­fol­ger für Jung brauchte, den sie auch in ihrer zweit­en Kan­zler­schaft wider besseres Wis­sen im Amt hal­ten wollte, da stand schon wieder bere­it: der mit­tler­weile pro­fes­sionelle Nach­fol­ger Gut­ten­berg. Es mag sein, dass er im kurzfristi­gen Übernehmen von Ämtern viel bess­er ist als im langfristi­gen Führen dieser Ämter. Beim Übernehmen näm­lich zählt der äußere Ein­druck.

Über­haupt zählt bei der CDU ja nur noch der Ein­druck: Christliche Werte und demokratis­che Prozesse sind so weit an den Rand gedrückt, wie sel­ten zuvor und eigentlich nur noch schmück­endes Bei­w­erk. Aber die Blöße, dass Parteilob­by­is­mus die ersten bei­den Buch­staben der Partei längst über­flügelt hat, will und kann sich bei der CDU sicher­lich nie­mand geben. PU macht jet­zt auch als Begriff nicht so einen schick­en Ein­druck.
Passend zum idee­len Ausverkauf der Partei unter­sucht nun nach der Süd­deutschen Zeitung (“Ohne ihr Net­zw­erk aus Uni, Poli­tik und pri­vatem Umfeld wäre die Min­is­terin nicht Frau Dok­tor. ”) auch der Deutsch­land­funk die Dok­torar­beit von Kristi­na Köh­ler und meint:

Um es gle­ich vor­weg zu sagen: Nie­mand sollte 39,95 Euro für dieses Buch aus­geben.

Die Arbeit ver­gle­icht Hal­tun­gen von CDU-Mit­gliedern, die im Bun­destag sitzen, mit solchen CDU-Mit­gliedern, die nicht im Bun­destag sitzen. Die Grun­dan­nahme ist also, es verän­dert sich in der Hal­tung etwas, wenn sie im Bun­destag sitzen. Und aus diesem Unter­schiedsver­hält­nis will Köh­ler Schlüsse ziehen, was rein wis­senschaftlich betra­chtet, vol­lkom­men boden­los ist. Aus Umfragezetteln kön­nen Sie nur sin­nvoller­weise das dort Angekreuzte wiedergeben, alle weit­eren Rückschlüsse sind willkür­liche Speku­la­tio­nen, die eher das wiedergeben, was der Speku­lant daraus erschliessen will.

Im Kern soll­ten die Befragten sagen, was ihnen wichtiger ist: Frei­heit oder Gle­ich­heit. Das Ergeb­nis war vorherse­hbar: Natür­lich ist Gle­ich­heit für Mit­glieder und Bun­destagsab­ge­ord­nete der CDU weniger wichtig als Frei­heit. Wobei Frei­heit im Sinne von Kristi­na Köh­lers Unter­suchung vor allem die Frei­heit des Wirtschaftens und des Strebens nach materiellem Wohl­stand ist. Von Frei­heit im Sinne von Bürg­er­recht­en und Pri­vat­sphäre ist nicht die Rede, kann auch nicht die Rede sein bei Kristi­na Köh­ler.

Das ist dann wohl grund­sät­zlich wie die Hal­tung der FDP: Man nen­nt immer nur das frei, was man ger­ade gut find­et.

Wer sich bis zum Ende durchgekämpft hat, der begreift, dass die ganzen 303 Seit­en der Dis­ser­ta­tion von Frau Dr. Köh­ler eigentlich nichts weit­er sind als eine Auf­forderung an die CDU, ihre neolib­erale Pro­gram­matik von 2005 zu rea­n­imieren. Der Fir­nis der Wis­senschaft kann diese Botschaft kaum überdeck­en.

Au, weia.
Ander­er­seits ist diese Analyse auch nur fol­gerichtig: Wenn eine Partei ihre Ide­ale verkauft, macht sie Platz für grob­schläch­terige Ideen wie den Neolib­er­al­is­mus.

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Frau Köhler ihr seine Doktorarbeit

… hat die Süd­deutsche ger­ade mal etwas inten­siv­er betra­chtet.

Köh­ler hat unter­sucht, ob und inwieweit die Wertevorstel­lun­gen von Bun­destagsab­ge­ord­neten der CDU mit denen der CDU-Mit­glieder übere­in­stim­men.
Im Wis­senschaft­s­jar­gon ist das eine klas­sis­che Typ-II-Arbeit. Typ I wären Arbeit­en, die inhaltlich wirk­lich etwas Neues zutage befördern und damit dem Autoren eine wis­senschaftliche Kar­riere eröff­nen. Zum Typ II zählen solche Arbeit­en, bei denen das erste Ziel der Titel ist.
Köh­lers Arbeit ist ver­gle­ich­sweise ein­fach gestrickt: Sie befragte CDU-Bun­destagsab­ge­ord­nete und CDU-Mit­glieder und erk­lärt am Ende Unter­schiede und Gemein­samkeit­en.

Ja, von solchen Arbeit­en brauchen wir unbe­d­ingt noch mehr von.
Ich hat­te ja kurz den Ein­druck, Kim sei etwas rabi­at gewe­sen, aber inzwis­chen hoffe ich inständig, dass Frau Köh­ler gute Staatssekretäre zur Seite ste­hen.

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