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Artikel-Schlagworte: „Womke“

Lesezeichen vom 27. Januar 2015

Guten Morgen

Morgenkaffee

Mats Schönauer findet die hinterlistige Art, wie ein „Blödzeitungs“(Paul Stoever)- Reporter an das letzte Interview mit Erich Honecker kam und sich immer noch dafür feiern lassen will, ekelhaft.

Bei den Krautreportern ist die Abonennteneinsammlung auf der Zielgeraden. Man hat noch nicht die 15.000 des niederländischen Vorbilds, was sicherlich an den Köpfen hängt, aber mit der Zeit wird das schon werden. Das Projekt sollte also funktionieren.

Die WM fängt heute an, wer noch für’n Spaß mittippen will, kann bei Womke einsteigen.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie viele krautreporternde Aboprojekte verträgt Deutschland? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

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Lifestyle

kannitverstan

In Bielefeld ist SocialMedia für mich so angekommen: Der eine und der andere begannen vor knapp 10 Jahren, Blogs zu schreiben. Dadurch entsprangen die ersten Kontakte. Es kristallisierte sich eine hübsche Bloggerszene heraus. Die Blogger kannten sich untereinander und fühlten sich wohl in dieser Internetwelt. Mir ging es da noch gar nicht darum, mit anderen in Kontakt zu treten, wieso auch?
Was mich deutlich später aus den Puschen jagte, war Twitter. Dieses neue Sozialirgendwasding, das ich so wenig verstand. Ich habe Tage lang Bielefelder Twitterer gelesen, um von außerhalb zu verstehen, was die da wie machen. Ich habe es kaum verstanden. Irgendwelche Kurzsätze in die Welt posaunen? An wen gerichtet? Mit welchem Inhalt? Ich musste da rein. Learning by doing.
Dann kam es irgendwann dazu, dass die Bielefelder Twitterer ein Nachmittagskaffeekränzchen machen wollten, wieso nicht? Ich kannte eigentlich niemanden. Und ich kenne auch heute noch niemanden in meinem Nichtsozialnetzwerkigen Umfeld, dass auf derartiges anspringt. Aber, wenn man schon mal dabei ist, nichts wie hin. Learning by doing.
So lernte man interessante Menschen kennen. Den Rouven, den Denis, den Dirk, den Holger, den Michael, den Sacha, Miss James, den Sven, den Marcel, Airsign. Alles Originale. Alles aber auch so Leute, die den Kitzel kennen, jemanden Interessantes kennenzulernen, ohne einen rechtfertigenden Alltagsbezug vorweisen zu können. Als ob sowas nötig wäre.

Wie bei allen anregenden Internetgeschichten, vergrößerte sich der Kreis dieser Gruppe, die sich regelmäßig zum Bielefelder-Blog-und-Twitter-Stammtisch, kurz Biblostati, traf. Er vergrößerte sich meist aber nicht um Leute, die den gleichen Anreiz zu sowas hatten wie ihre Vorgänger. Der Anreiz war nun eher, über das Soziale Netzwerk zu einer Gruppe zu gehören. Das ist auch gar nichts Verkehrtes, jede Gruppe lebt irgendwie von neuen Einflüssen. Und den Biblostati gibt es bis heute.
Ich weiß aber noch, dass damals beim Kaffeekränzchen sich alle mit dieser komischen Gruppe beschäftigten. Das wurde auch durch die Anwesenheit von Silbereisen befeuert, einem Macho in Jesus-Latschen, der deutlich jüngere Damen vom Nachbartisch einfach durch Aura bezirzen wollte.
Jedenfalls, der Biblostati wurde auch stark zu einem Gadgetstati, dauernd zückte jemand sein als Telefon getarnten Kleincomputer, um was nach zuschauen oder zu tippen. Während die Vorgänger die Online- und die Offline-Welt noch getrennt hatten, vermischte sich das nun zusehends. Ich fand und finde das komisch. Ich brauche keine Computerkrücke, um mit anderen Kontakt aufzunehmen. Ich muss mir nicht von Firmen aufdrängen lassen, dass ich was und was genau ich im Internet mache. Und welches teure Gerät ich mir am Besten dazu kaufen sollte. Ab und an rechne ich mir durch, wie lange ich ein so teures Gerät täglich benutzen müsste, damit es sich rentiert. Ich weiß ja noch nicht einmal, was das heißen soll, dass sich so ein Gerät rentiert. Es klaut mir ja doch nur meine Zeit für Unterhaltung.

Ich habe einen der 2. Generation mal darauf angesprochen und der beschwichtigte, nein, so schlimm sähe er das nicht, für ihn sei seine Computerkrücke eben Lifestyle.

JA, EBEN! Nicht mal deine Sprache haben sie dir gelassen.

[ Foto: Rachel PaschWhat part of… | CC BY-NC 2.0 ]

Uwe

Sacha Brohm hat mir mal erzählt, er hätte früher unheimlich gerne in etwas abgehalfterten Bielefelder Kneipen abgehangen. Irgendwann wäre man dann dort bekannt, „das ist der Sacha da“, und, wenn man aushält, würde man auf Typen treffen, die einem die merkwürdigsten Geschichten erzählen.
Sowas in der Art war das beim letzten Bielefelder Internetgemeindetreff, kurz Biblostati, der Fall: Nachdem der erste Bulk an Leuten die Heimreise angetreten hatte, und noch der harte Kern im düsteren Hinterstübchen übrig blieb, kam ein erschütterter Womke vom stillen Örtchen zurück an den Stammtisch:

Also, das glaubste ja nicht. Da steht unsereins pullernd am Pissior, lehnt sich einer in meinen Bereich rüber und meint: „Ey, ich bin der Uwe. Ich hab, morgen Geburtstag. Kommsse vorbei, weiße schon mal bescheid. Bringste Wodka und 2 Cola mit, dann geht das klar. Also tschö dann.“ und lehnt sich wieder weg.

Wir schütteln alle verwundert die Köpfe, machen nochmal kurz aus volle Gläser leere Gläser, da geht ne gute Stunde später die Tür auf: Uwe!

Hey, Jungs! Na, wie schaut’s? Ich bin Uwe. Nur mit das klar ist. Ich mach morgen ne Party, seid ihr alle dabei, Ernst-Wiemann-Straße, gegenüber vom Krankenhaus-Mitte, bringt ihr Wodka mit und 2 Cola, ich hab da auch noch ein Fahrrad draußen stehen, super Angebot, kostet auffer Liste 500, ihr kriegt das für 150, braucht noch jemand ein Fahrrad? Hab ich beim Poker gewonnen, lag ein Tausender aufm Tisch. Spitzenteil, kostet eigentlich 500, ihr kriegt das für 150, ich hab auch noch ein Damenfahrrad zuhause, Kettler, könnt ihr angucken, kommt ihr mit, ich muss nochmal nach vorne, bis dann.

Ist ja super, denke ich. Eine Stunde später und er hat immer noch denselben Getränkewunsch. Und wieso hat er nicht den Tausender genommen, wenn er gewonnen hat? Naja, wir lachen etwas, machen nochmal kurz aus volle Gläser leere Gläser und tendieren dann ab zur Theke. Am Ende der Theke höre ich schon Uwe, der eine halbvolle Becksflasche schief haltend seinem Nebenmann hinhält:

… is noch frisch. Verkauf ich dir für 1,50.

Ich begleiche meinen Deckel und dann sehe ich, dass Uwe tatsächlich ein Fahrrad neben sich in der Kneipe stehen hat und er haut seinen Nebenmann noch mal kurz an:

… kostet auf der Liste 500, für dich 250!

bis der aus der Kneipe flüchtet. So schnell steigen die Fahrradpreise in der Tangente.

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Guten Morgen

morgenkaffee

An der Uni Bielefeld soll nun erstmals aus Studienbeiträgen eine Professur bezahlt werden. Dass das Rektorat Studiengebühren abschaffen wollte, wenn Studiengebühren Landesleistungen ersetzen, scheint man über die Jahre komplett verdrängt zu haben. Und dass die NRW-SPD die Abschaffung der Studnegebühren als wesentliche Forderung in den Koalitionsverhandlungen benennt, scheint die Uni auch nicht zu kümmern.

Womke beschäftigt die Frage, warum Twitter trotz Auslagerung des ganz normalen Alltagsblödsinns nicht zu einer qualitativen Verbesserung der Blogs geführt hat.

Daniel Fiene berichtet über einen bizarren Radio-Logo-Streit, der einfach durch hohe finanzielle Forderungen beendet wird: wie radio waf, radio gütersloh, radio bielefeld und co. auf den nachwuchs pfeifen.

Und während ich mir die Frage stelle: Gibt es Kritiken, die nur noch in Blogs ausgesprochen werden können? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

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