Guten Morgen, liebe Folglinge! ☕

Artikel-Schlagworte: „Volker Pispers“

Kritischer Journalismus am Beispiel der Münchener Abendzeitung

Die Mün­che­ner Abend­zei­tung legt das Niveau sei­ner unpar­tei­ischen Poli­ti­kana­ly­se wie­der sehr tief:

Fast 550000 Men­schen haben sich inzwi­schen dar­an betei­ligt – stell­ver­tre­tend für die Mil­lio­nen Deut­schen, die sich auch in Umfra­gen Gut­ten­berg zurückwünschten.

Mal abge­se­hen, dass man den Facebook-Gefällt-mir-Knopf zum unge­woll­ten Kli­cken über­all ein­bau­en kann, dass die­se Grup­pen stark mit Fake-Accounts bestückt wer­den und kei­nes­wegs Mil­lio­nen befragt wur­den, stimmt der Satz.

Oder um es mal mit Vol­ker Pis­pers zu sagen:

Das Ein­zi­ge, was an die­sem Jour­na­lis­mus noch kri­tisch ist, ist sein Geisteszustand.

Volker Pispers — Was kann der Guttenberg dafür?

Guten Morgen

morgenkaffee

Auch heu­te fällt der Nach­rich­ten­ein­heits­brei mal wie­der ins Auge: Alles stürzt sich auf die Kli­schees in den Wikileaks-Dokumenten. Der 1. FC Köln hat sei­nen Mana­ger Mei­er raus­ge­wor­fen. Das Jugend­wort des Jah­res ist Niveau­lim­bo, auch wenn unser­ei­nem das Wort seit 10 Jah­ren geläu­fig ist. Dass die Grü­nen in NRW umge­kippt sind, kommt wohl erst mor­gen. Deren kurz­fris­ti­ge Zustim­mung zum JMStV in Ham­burg knapp vor Ende der dor­ti­gen schwarz-grünen Koali­ti­on — auch noch kei­ne Meldung.

Neben Deutsch­land ist laut Mana­ger Maga­zin Schwe­den gro­ßer Gewin­ner der Fri­nanz­kri­se.

Und wo wir schon mal da sind: Köni­gin Sil­via von Schwe­den sitzt eben­da in der Bre­douil­le, weil sie des­sen Nazi-Vergangenheit bis­her nicht sach­ge­recht ein­ge­räumt hat.

Die Rhei­ni­sche Post macht heu­te mal wie­der Pres­se­ar­beit für FDP und CDU: Kul­tur­mi­nis­te­rin kaum prä­sent. Um es mal mit Pis­pers zu hal­ten: Das Ein­zi­ge, was an die­sem Jour­na­lis­mus noch kri­tisch ist, ist sein Geisteszustand.

Wer heu­te Zeit hat und Lust auf Pod­cast, dem emp­feh­le ich mal Alter­na­tiv­los 09 mit Gast Monoxyd:
[audio:http://alternativlos.cdn.as250.net/alternativlos-9.mp3]

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wozu gibt es eigent­lich Jah­res­zei­ten­an­fangs­da­ten, wenn der Schnee jetzt schon da ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

Volker Pispers — Rechtsstaat

[audio:http://medien.wdr.de/m/1288705819/radio/wdr2kabarett/wdr2kabarett_pispers_20101102_1324.mp3]

Volker Pispers – Multikulturelle Kampftruppe

Was ich noch sagen wollte zu… den Schwarzmalereien der F.A.Z

Bei der F.A.Z. scheint man ein bestän­di­ges Inter­es­se an Schwarz­ma­le­rei­en zu haben. Das zeig­te sich vor Tagen an die­sem Arti­kel über Lite­ra­tur und Inter­net, dann an die­sem Arti­kel über Blog­ger und in die­sel­be Ker­be wie letz­te­rer schlägt dann heu­te die­ser Arti­kel von Harald Staun.

Was ist der Grund­te­nor die­ser Arti­kel? Es gibt einen Bereich, den ein paar Leu­te für inno­va­tiv hal­ten, man iden­ti­fi­ziert dann die­se Leu­te als Irr­läu­fer und den Bereich als unter einer Käse­glo­cke seiend.

So liest sich dann auch der Text von Staun. Die­ser endet mit den Worten

Wer sol­che Uto­pi­en hat, der ist natür­lich wirk­lich gegen jede Kri­tik immun.

Damit bezieht sich Staun auf Sascha Pal­len­berg, den Staun so ver­stan­den haben will, als habe er gesagt, man kön­ne ganz ein­fach dadurch mit Blogs Geld ver­die­nen, dass man täg­lich 72 Stun­den arbeitet.

Lie­ber Herr Staun: Das war ein Witz. EIN WITZ!

Es ist natür­lich anzu­neh­men, dass Staun den Witz ver­stan­den hat, auch wenn offen­bar die­se aktu­el­le Stel­lung­nah­me von Pal­len­berg völ­lig an ihm vor­bei­ge­gan­gen sein muss. An die­ser Stel­le soll­te man nur die selt­sa­me Metho­de fest­hal­ten, mit der da ein Jour­na­list ver­sucht denen, die er da als Blog­ger aus­ge­macht hat, den Hals umzudrehen:

Man neh­me eine wit­zig gemein­te Bemer­kung, rei­ße sie aus dem Zusam­men­hang und mache dann an ihr fest, dass der­ar­ti­ge Per­so­nen (“Wer sol­che Uto­pi­en hat”, d.i. “die Blog­ger”) die nöti­ge Ernst­haf­tig­keit für eine rea­lis­ti­sche Wahr­neh­mung feh­le. Fer­tig ist die Lau­be. (Wobei Staun für die Rich­tung sei­nes Arti­kels mit Sascha Pal­len­berg aller­dings auch kein untaug­li­che­res Bei­spiel hät­te her­an­zie­hen können.)

Ein mut­wil­lig miss­ver­stan­de­ner Witz ist der Schluss­punkt des Tex­tes von Staun, man kann sich also unge­fähr vor­stel­len, wel­che inhalt­li­che Tie­fe der Text bis­lang erreicht hat. Denn es ist auch völ­lig unklar, was unter der Kri­tik gemeint ist, von der Staun im letz­ten Satz redet. Und wer ist der Kritiker?

Einen wich­ti­gen Erkennt­nis­schritt sieht Staun zumin­dest hierin:

Mit der Hin­fäl­lig­keit der Dicho­to­mie von online und off­line erle­digt sich aber auch der Ant­ago­nis­mus zwi­schen der tech­nik­ver­lieb­ten Blo­go­sphä­re und jenen, die moder­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­ni­ken ein­fach nur mit einer gewis­sen Selbst­ver­ständ­lich­keit benut­zen, ohne gleich einen Lebens­ent­wurf dar­aus abzu­lei­ten. Wenn der Ein­druck nicht täuscht, haben das auch die Blog­ger so lang­sam begriffen.

Wer sind jetzt wohl die Blog­ger? Wer ist die tech­nik­ver­lieb­te Blo­go­sphä­re, die ihre Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­ni­ken als Lebens­ent­wurf sehen? Und wer hat wohl eher ver­stan­den als die Blog­ger, die ja nur lang­sam begreifen?

Nein, für Staun und offen­sicht­lich auch die F.A.Z. sind Blog­ger eben nur das, was für die katho­li­sche Kir­che die Athe­is­ten sind: Geist­lo­se Wirr­köp­fe, die ein sta­bi­les Sys­tem kaputt machen.

Des­we­gen sym­pa­thi­siert Staun dann auch mit Netz­kri­ti­ker Lovink und kan­zelt Peter Kru­se ab, bevor er inhalt­lich was zu die­sem gesagt hat, und eben­so Felix Schwen­zel und Sascha Pal­len­berg. Man tei­le die Men­schen ein­fach in zwei Grup­pen ein und cha­rak­te­ri­sie­re die Grup­pen dann an Ein­zel­be­trach­tun­gen von ein paar ein­ge­ord­ne­ten Per­so­nen. So ein­fach ist das:

Im Gro­ßen und Gan­zen aber schei­nen selbst all jene, die sich lan­ge für digi­ta­le Auto­chtho­ne gehal­ten haben, für die India­ner des Inter­nets gewis­ser­ma­ßen, begrif­fen zu haben, dass sich der Zugang zum “Ach­ten Kon­ti­nent” (Peter Gla­ser) nicht so ein­fach regeln lässt wie zur “re:publica”, mit der Ver­ga­be von All-inclusive Bänd­chen also.

Ein­deu­tig zu wenig Meta­phern in die­sem Satz, wenn Sie mich fra­gen. Aber gut, jemand, der den Witz von Pal­len­berg nicht schnallt, dem traue ich auch zu, dass er jeman­den für voll nimmt, der ihm erzählt, er wol­le sein gan­zes Leben mit einem ein­zi­gen All-inclusive-Bändchen bestrei­ten. Offen­sicht­lich hat Staun ja sol­che Leu­te auf der re:publica getrof­fen. Wenn er denn da war.

Die F.A.Z. soll­te mal drin­gend zuse­hen, dass sie die Geis­ter mal wie­der los wird, die sie da so geru­fen hat, denn eine Ziel­grup­pe für solch schwarz­ma­len­de Journalismus-Durchhalteparolen-Artikel ist mir — abge­se­hen von Jour­na­lis­ten sel­ber — ziem­lich unbekannt.

Aktualisierung:

Tho­mas Knüwer hat Sascha Pal­len­berg auf die Bemer­kung mit den 72 Stun­den ange­spro­chen, wor­auf die­ser erwidert:

Ich habe in mei­nem Vor­trag zur Blog-Monetarisierung pro­vo­zie­rend gesagt: “Mein Tag hat 48h und ich brau­che 72″. Das war auch ein Sli­de. Dann bin ich aus­fuehr­lich dar­auf ein­ge­gan­gen, dass ich zwi­schen 12 und 16h am Tag arbei­te und woll­te damit Blog­gern die Illu­si­on neh­men, dass man im Inter­net in 5 Minu­ten reich wer­den kann.

Wie sag­te Pis­pers mal so treffend:

Das Ein­zi­ge, was an die­sem Jour­na­lis­mus noch kri­tisch ist, ist sein Geisteszustand.

Volker Pispers — Augenwischen

Volker Pispers – Die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche

Volker Pispers — Bewährte Konzepte

Volker Pispers — Barberei

September 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Aug    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930  
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
Seite 3 von 41234