Lesezeichen vom 4. Juni 2014

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Lesezeichen vom 25. April 2014

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Lesezeichen vom 16. März 2014

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Mich wun­dert, dass es da drau­ßen Men­schen gibt, die kei­ne Pro­ble­me haben, sich ihre Ansich­ten über die Welt von Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern wie Dirk Mül­ler oder Ken Jeb­sen zusam­men­stel­len zu las­sen. Wenn man dann mal auf Details hin­weist, die falsch sind, kriegt man nur zu hören, ja, das mag im Detail falsch sein, aber die Grund­ten­denz ist rich­tig und immer noch bes­ser als West­pro­pa­gan­da. Da wird die eine Ver­schwö­rungs­theo­rie her­an­ge­zo­gen, um die ande­re zu bestä­ti­gen.

Sebas­ti­an Hei­ser hat Raub­ko­pie­rer bei der SPD ver­klagt und möch­te Ihnen zei­gen, was an einem sol­chen Rechts­weg Zäh­ne­knir­schen her­vor­bringt.

Gleich gibt’s das Urteil zu Hoe­neß, das so oder so für Auf­schreie sor­gen wird und, wie ich mal vor­aus­sa­ge, für eine umge­hen­de Anfech­tung des Urteils. Dazu die Stel­lung­nah­me Mer­kels zur Krim-Krise.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wor­in besteht die Zufrie­den­heit, sich via Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­kern die Welt noch chao­ti­scher zu machen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Der rus­sisch­stäm­mi­ge Schrift­stel­ler Andrej Kur­kow regt sich im Guar­di­an dar­über auf, dass er sich als Faschist bezeich­nen las­sen muss, nur weil er für die Frei­heit sei­nes Lan­des ein­tritt:

[My grad­fa­ther] died fighting against fascism and now I hear the word fascist used about me becau­se I am against the occupa­ti­on of my coun­try by Putin’s army, becau­se I am against the sta­te of total cor­rup­ti­on crea­ted by Yanu­ko­vich and his clan, becau­se I want the coun­try whe­re I live to be gui­ded by the rule of law.

Fefe des Tages: Das rus­si­sche Außen­mi­nis­te­ri­um trollt, dass die USA die aktu­el­le Regie­rung der Ukrai­ne nicht unter­stüt­zen dürf­te, weil ein ame­ri­ka­ni­sches Gesetz aus dem Jahr 1961 eine der­ar­ti­ge Unter­stüt­zung einer durch Putsch ent­stan­de­nen Regie­rung ver­bie­te.

Kon­stan­tin Wecker for­dert Frei­heit für Uli Hoe­neß, weil er ihn nicht für schuld­fä­hig hält.

Die De:Bug ver­ab­schie­det sich.

Bei 11Freunde fragt man sich, wie es bei Bay­ern Mün­chen ohne Uli Hoe­neß wei­ter­geht.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Hat Uli Hoe­neß das Herz von Bay­ern Mün­chen nicht schon längst ver­kauft? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Der ehe­ma­li­ge ukrai­ni­sche Minis­ter­prä­si­dent Janu­ko­witsch möch­te nach Kiew zurück und sei­ne Amts­ge­schäf­te wie­der auf­neh­men.

Uli Hoe­neß gibt an, 18,5 Mio. € Steu­ern nicht bezahlt zu haben, und das ist dann auch wohl nur die straf­re­le­van­te Zahl, wobei man dazu über 280 Mio. € zum Zocken haben muss. Und das war nur Hoe­ness’ drit­tes Stand­bein. Frank Lüb­ber­ding möch­te dazu Fra­gen stel­len.

Erhard Epp­ler meint in der Süd­deut­schen, man sol­le sich nicht wun­dern, dass ein rus­si­scher Staats­chef nicht taten­los dabei zusieht, wie die Ukrai­ne der Nato bei­tritt. Das Völ­ker­recht bedenkt auch er nicht.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um das Völ­ker­recht für so vie­le Poli­ti­ker eigent­lich an- und aus­knips­bar? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Telefonat auf die Krim

Heu­te ist ein Tele­fo­nat mit dem Vater mei­ner Freun­din auf der Krim zustan­de gekom­men. Vor zwei Wochen war er noch opti­mis­tisch, dass sich die Tumul­te auf der Krim bis zum Som­mer legen, so dass wir ihn pro­blem­los besu­chen könn­ten.

Das Blatt hat sich gewen­det. Inzwi­schen fürch­tet er um sei­ne Exis­tenz­grund­la­ge. Er und sei­ne heu­ti­ge Frau arbei­ten für Unter­neh­men, die mit dem ukrai­ni­schen Staat in Ver­bin­dung ste­hen. Sie gehen davon aus, dass sie umge­hend Ihre Anstel­lun­gen ver­lie­ren, soll­te die Krim an Russ­land fal­len. Russ­land wür­de sämt­li­che Auf­ga­ben auf der Krim an rus­si­sche Fir­men ver­ge­ben.

Die Krim selbst, die vom Fest­land abhän­gig ist, wür­de um den wirt­schaft­li­chen Fort­schritt der letz­ten 20 Jah­re gebracht wer­den. Eine trost­lo­se Zukunft gera­de für die jün­ge­ren Bewoh­ner der Krim, von denen es jetzt schon auf Grund der wirt­schaft­li­chen Lage nicht all­zu vie­le gibt.

Bild aus glücklicheren Zeiten: Vater meiner Freundin (2.v.l.), meiner einer (4.v.l.)
Bild aus glück­li­che­ren Zei­ten: Freun­din mei­nes Vaters (2.v.l.), mei­ner einer (4.v.l.) im August 2013

Und den­noch miss­traut er den Umwäl­zun­gen in Kiew, zu vie­le Natio­na­lis­ten sei­en dort am Werk. Woher kommt die­ses tie­fe Miss­trau­en? Einer­seits wird Ukrai­nisch oft­mals als Bau­ern­spra­che ange­se­hen, die es mit dem Rus­sisch eines Pusch­kins, eines Dos­to­jew­skijs nicht auf­neh­men kann. Über­haupt wird nur an vier Schu­len auf der gan­zen Krim in ukrai­nisch unter­rich­tet. Zudem ist die rus­si­sche und frü­he­re sowje­ti­sche Pro­pa­gan­da ein unge­mein gereif­tes Mit­tel.

Wir erfah­ren am heu­ti­gen Mann der Mut­ter mei­ner Freun­din, der frü­her in der Sowjet­uni­on leb­te und nun schon 25 Jah­re in den Ver­ei­nig­ten Staa­ten lebt, dass die­se Pro­pa­gan­da immer noch nach­hallt. Er wer­de nie­mals etwas Schlech­tes über die Sowjet­uni­on sagen, er habe es damals gut gehabt. Kein Gedan­ke dar­an, wie es ande­ren erging. Kein Gedan­ke dar­an, dass es ihm so gut ging, weil sein Vater eine bedeu­ten­de Posi­ti­on inne­hat­te. Da kann man ruhig ein­wen­den, es war kein Rechts­staat, die­ser Ein­wand ist sinn­los: Die Rede von einem Rechts­staat sagt ihm nichts. Ein Umzug von der Sowjet­uni­on in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten war für ihn in staat­li­cher Hin­sicht ledig­lich ein Wech­sel der Fah­nen.

Die Krim ist nie in der Ukrai­ne ange­kom­men, hat sich immer als auto­nom betrach­tet, man fühlt sich eher Russ­land als der Ukrai­ne zuge­hö­rig. Der­zeit fühlt man sich eh schon ein­ge­nom­men mit den über­mäch­tig wir­ken­den rus­si­schen Sol­da­ten vor Ort, fühlt sich im Krieg, fühlt sich über­rum­pelt und aus­ge­lie­fert, sofern man nicht Freu­de über die schein­ba­re Zuge­hö­rig­keit zu Russ­land emp­fin­det.

Wie es wei­ter­geht, steht in den Ster­nen. Mög­li­cher­wei­se sieht mei­ne Freun­din ihren Vater für lan­ge Zeit nicht wie­der, mög­li­cher­wei­se ihre Groß­el­tern nie. Mög­li­cher­wei­se wird sie monat­lich knap­sen, um ihren Vater vor Ort über die Run­den kom­men zu las­sen.

Wir wer­den über­le­gen, falls Russ­land die Über­hand behält, ob die Fami­lie ihre Stief­schwes­ter nach Deutsch­land kom­men kann. Eine Zukunft, und das ist allen klar, wer­den ihre klei­nen Kin­der unter rus­si­scher Herr­schaft auf der Krim nicht haben.

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Beckmann: Der Kampf um die Krim

Die­ser Tage ist der Kon­flikt auf der Krim Gegen­stand diver­ser Talk-Shows. Lei­der tau­chen als Gäs­te vie­le Leu­te auf, die rus­si­sche Pro­pa­gan­da nach­be­ten, sich, nur weil sie in Kiew gebo­ren wur­den, als Ukraine-Experten aus­ge­ben oder anders­wie sinn­los Rede­zeit ver­schwen­den. Eine Aus­nah­me bil­det die gest­ri­ge Aus­ga­be von Beck­mann. Wer mal was sinn­vol­les zum The­ma sehen möch­te, bit­te:

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