Guten Morgen

morgenkaffee

Es gibt doch noch sinn­vol­le Nach­trä­ge zur re:publica: Kiki beschreibt ihren zwei­ten Tag [ hier den drit­ten ] und man ist als Leser schon sehr froh, end­lich mal einen kri­ti­schen Text vor­ge­legt zu bekom­men, der nicht ledig­lich den rei­nen Ablauf eines Tagungs­ta­ges wie­der­gibt. Auch sprach­lich hebt die­ser sich her­aus.

Nes­sy hat etwas gekramt und schö­ne alte Fotos ihrer Island-Reise gefun­den.

Ste­fan Nig­ge­mei­er hält fest, wie der Kampf von Sil­va­na Koch-Mehrin gegen die Tagesschau-iPhone-Applikation klä­gich geschei­tert ist und wie die­ser für deut­sche Medi­en auf ein­mal völ­lig unin­ter­es­sant ist.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um sind Blogger-Tagungen eigent­lich nur so lan­ge sie lau­fen inter­es­sant? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Guten Morgen

morgenkaffee

Nicht nur in Deutsch­land wird offen­bar gera­de ein Zei­tungs­ar­ti­kel­er­fin­der ent­larvt, auch bei The New Yor­ker stellt Judith Thur­man fest, dass es in Ita­li­en jeman­den gibt, der Pro­mi­nen­ten das Beant­wor­ten von Inter­views unge­mein erleich­tert hat.

Das poli­ti­sche Maga­zin Cice­ro ver­öf­fent­licht einen sehr inter­es­san­ten bio­gra­phi­schen Arti­kel über den aktu­el­len NRW-Ministerpräsidenten Jür­gen Rütt­gers.

Anne Roth berich­tet über die Fest­nah­me von auto­no­men Links­ex­tre­men in Ber­lin, die ver­däch­tigt wer­den, eine Straf­tat bege­hen zu wol­len und sucht im Text ver­geb­lich die auto­no­men Links­ex­tre­men und die Straf­tat.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Zählt es eigent­lich auch zur Auf­ga­be der Pres­se, für prä­sen­te Kli­schees zu sor­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Guten Morgen

morgenkaffee

Heu­te sind eini­ge Leu­te pikiert. Die Chi­ne­sen schäu­men vor Wut über Goog­le, weil die doch nicht kom­plett ihre Such­ma­schi­ne für Chi­na abschal­ten, son­dern nur ihre Zen­sur­fil­ter.

Die Tele­fon­fir­ma Pri­me­call ist so pikiert über Spree­blick, dass sie aus­pro­bie­ren, wie gut der Streisand-Effekt bei Unter­neh­men wirkt.

Ste­fan Nig­ge­mei­er ist pikiert unter die Twit­krit­ter gegan­gen und meint, dass man kei­ne Wit­ze über Fern­seh­be­rühmt­hei­ten machen darf, wenn die in Unter­su­chungs­haft sit­zen, vor allem, wenn die­se Wit­ze nicht lus­tig sind.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Darf man nur dann Wit­ze über Per­so­nen machen, wenn sie nicht im Knast sit­zen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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The best view

So this was Dai­sy, and what have we done? Well in Ger­ma­ny many igno­red the warnings what cau­sed germany’s most known wea­ther man to cri­ti­ci­ze the DWD, a ger­man wea­ther ser­vice. Its warnings were accord­ing to him way too impre­cise to the peop­le so that peop­le could be get­ting used to igno­re tho­se warnings in the future.

In Eng­land peop­le bought food in an all-you-can-eat man­ner and stay­ed at home, not going to work. And this alt­hought the­re was even less snow fal­ling down than in Ger­ma­ny. For ger­mans in Eng­land it was even stran­ge that the English didn’t try to get the snow off the stre­ets.

So you’re a litt­le bit left in the dark when it comes to the ques­ti­on how to react on tho­se wea­ther warnings. To be too frigh­te­ned seems to be as less a good reac­tion as to igno­re tho­se warnings com­ple­te­ly.

So what about focus­sing on dif­fe­rent methods to find out what kind of wea­ther the­re is to expect. For that I’m in favor of Bran­di Forte’s offer.

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Wie geht es eigentlich Herrn Wüst von der CDU?

Man macht sich doch so lang­sam Sor­gen um Hen­drik Wüst. Da ist es gar nicht so lan­ge her, dass er in das Visier der NRWSPD gera­ten ist, nun sieht er sei­ne Stun­de gekom­men, doch ein­mal zurück zu schla­gen. Die Bild­zei­tung meint unter Beru­fung auf Gerüch­te, dass links­ex­tre­mis­ti­sche Taten ins­ge­samt in Deutsch­land zuge­nom­men haben, und Herr Wüst meint: Die SPD ist schuld, genau­er die NRWSPD. Denn die­se habe eine Zusam­men­ar­beit mit der Links­par­tei in Nordrhein-Westfalen bis­her künf­tig nicht aus­ge­schlos­sen.

Und bei einer so unkla­ren poli­ti­schen Lage in der Oppo­si­ti­on in Nordrhein-Westfalen, da ras­tet der Links­ex­tre­me in Sachsen-Anhalt ja gleich aus und haut irgend­wem auf die Müt­ze.

Gerüch­te der Bild­zei­tung zum Poli­ti­kum hoch­sti­li­sie­ren: Noch alles klar, Herr Wüst?

mehr:
Wir in NRW: Affä­re Wüst: Das Bau­ern­op­fer — Güte­ter­min geschei­tert / Erneu­te Kün­di­gung bei der CDU

Ste­fan Nig­ge­mei­er: Malen nach Zah­len

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Wenn Blogger streiten…

Ach, Gott­chen. Schöns­tes Wet­ter­chen da drau­ßen, aber man strei­tet sich in der Blog­go­sphä­re. Na, komm, kei­ne Angrif­fe an die­sen Punkt schon. Ich nen­ne mal mit “Blo­go­sphä­re” all die­je­ni­gen, die in Deutsch­land aus wel­chen Grün­den auch immer, einen Blog betrei­ben. Ohne irgend ein wei­te­res Kenn­zei­chen.

Als eine Art Dach­ver­band gab sich da die Re:publica aus, und das stößt eini­gen Blog­gern zutiefst unan­ge­nehm auf. Denn Blogs sind für vie­le Dar­stel­lung der eige­nen Sicht­wei­se. Etwas Pri­va­tes, etwas Sub­jek­ti­ves. Das gilt für das Blog des­je­ni­gen, der kei­ne Leser hat, bis zu gro­ßen Blogs wie dem von Ste­fan Nig­ge­mei­er. Sehr inter­es­sant an die­ser Stel­le ist es, das selbst eini­ge Jour­na­lis­ten die­se Eigen­art von Pri­vat­blogs nicht bemer­ken. Auch was Ste­fan Nig­ge­mei­er bloggt ist sub­jek­tiv. Es muss nicht objek­ti­ven Maß­stä­ben ange­passt sein, es muss nicht ein­mal son­der­lich aus­ge­wo­gen sein. In einer Zei­tung ist das die Leit­li­nie, selbst in Kom­men­ta­ren stört über­zo­ge­ne Sub­jek­ti­vi­tät. Aber Blog­ger sind in ihren Blogs frei, frei nach Schnaut­ze zu reden. Inso­fern ist ein Blog ein Refu­gi­um Ein­zel­ner. Und das ist auch völ­lig okay so.

Man kann nun Blogs auch offe­ner gestal­ten. Als Tech­nik­blogs oder The­men­blogs. Je weni­ger in der­ar­ti­gen Blogs stark sub­jek­ti­ve Dar­stel­lun­gen ohne son­der­li­ches Kenn­zei­chen vor­kom­men, des­to objek­ti­ver sind sie. Des­to sach­ge­nau­er muss aber auch gear­bei­tet wer­den. Und es sind sol­che Blogs, die tat­säch­lich der eta­blier­ten Pres­se in Kon­kur­renz tre­ten. Sicher­lich in äußerst gerin­gem Maße, viel gerin­ge­rer als vie­le das möch­ten, aber immer­hin.

Die Macher der Re:publica haben mei­nes Erach­tes den Feh­ler gemacht, die­ses nicht so her­aus­zu­stel­len. Der Slo­gan, dass jeder Pres­se sei, ist über­zo­gen, unge­nau. Es will ja auch gar nicht jeder Blog­ger ein Pres­se­or­gan sein. Vie­le sind eben nicht scharf dar­auf, eine Kon­kur­renz zur Pres­se dar­zu­stel­len, es ist ihnen schlicht egal. Dass sich in die­sem Fall die eta­blier­te Pres­se pro­vo­ziert fühlt, ist nicht ver­wun­der­lich.

Das macht die Re:publica aber noch längst nicht zu einer Anma­ßung, der­art, wie pikiert der eine oder ande­re auf die­se Kon­fe­renz reagiert. Grund­sätz­lich fin­de ich es toll, wenn jemand so eine Ver­an­stal­tung auf die Bei­ne bekommt. Die­se spe­zi­el­le ist sicher­lich für alle geeig­net, die sich für über das rein Sub­jek­ti­ve hin­aus­ge­hen­den Blogs inter­es­sie­ren und infor­mie­ren wol­len. Und sicher­lich gibt es da aus­tausch­ba­re Erfah­run­gen und mög­li­che Trends. Oft­mals trifft man auf unaus­ge­reif­te Gedan­ken, die ver­wor­den wer­den, aber genau das ist ja auch Sinn einer sol­chen Ver­an­stal­tung. Es geht nicht allein um vor­zeig­ba­re Erfol­ge. Dass die Ver­an­stal­tung natür­lich inhalt­lich kri­ti­siert wer­den soll­te, steht auf einem ande­ren Blatt.

Und daher: Drau­ßen ist Son­ne, holt euch alle mal wie­der ein Eis!

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Lycos Europe: Das Bertelsmann-Debakel

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Es wur­de immer­hin heu­te mehr über Lycos gere­det als in den ver­gan­ge­nen Jah­ren. Lycos Euro­pe wird in die Inter­net­ge­schich­te ein­ge­hen als ein Witz der Dot-Com-Boom-Phase. Und um es gleich zu sagen, es ist heu­te sehr schlimm für die Mit­ar­bei­ter. Von denen habe ich gehört, dass man inten­siv am und im Unter­neh­men arbei­te und es wur­de wie­der und wie­der das gute Kli­ma im Unter­neh­men gelobt. Es gibt gute Grün­de, den Unter­gang von Lycos als scha­de zu bezeich­nen. Auf Chris­toph Mohn möch­te ich nicht rum­hau­en, das wer­den ande­re zur Genü­ge tun.
Was aber zum Ende von Lycos Euro­pe auch fest­ge­hal­ten wer­den kann, ist, und dafür ist Mohn sicher irgend­wie ver­ant­wort­lich, wenn auch nicht allein, dass die alt­her­ge­brach­te Bertelsmann-Strategie gefloppt ist: Der Gedan­ke, Kun­den vor­zu­set­zen, was die kau­fen sol­len (was in den 90ern im Inter­net noch klapp­te), anstel­le den Kun­den aufs Maul zu schau­en, und deren Inter­es­sen mit ade­qua­ten (Internet-)Diensten zu unter­stüt­zen. Sowas mag im Buch­club funk­tio­nie­ren, im Inter­net eben nicht. Ber­tels­mann hat im Inter­net, soweit ich weiß, nie Erfolg gehabt. Lycos ist da wohl nur der­zeit die Spit­ze des Eis­bergs. Mag ich mit der Ein­schät­zung auch voll dane­ben lie­gen, wir haben es hier mit einem der­ben Image­scha­den für Ber­tels­mann und die Mar­ke Lycos zu tun.

Dabei hat­ten sie durch­aus Chan­cen. Der Lycos-Chat hat vor eini­gen Jah­ren genau die Nut­zer ange­spült, die so heiß umkämpft gewe­sen sind: Jun­ge, dyna­mi­sche Leu­te, die mit­ein­an­der in Kon­takt tre­ten woll­ten, auf durch­aus anspruchs­vol­le Wei­se. Der Lycos-Chat unter­schied sich von allen ande­ren durch Din­ge, die Diens­te wie Twit­ter auch ver­wen­den, und die damals neu waren: Ein direk­tes Mit­tei­lungs­sys­tem, eine eige­ne Dar­stel­lungs­sei­te, Sta­tis­ti­ken über Benut­zer, die die eige­ne Sei­te anschau­ten. All das, was für vie­le StudiVZ-Nutzer Neu­land bedeu­te­te.

Und was mach­te Lycos? Man ver­such­te den Chat zu mone­ta­ri­sie­ren. Nut­zer soll­ten Geld bezah­len für die Sta­tis­ti­ken und ande­re Eigen­schaf­ten des Sys­tems. Und was mach­ten die Nut­zer? Sie sag­ten in Scha­ren Lycos Lebe­wohl. Sie lie­ßen sich nicht das andre­hen, was schein­bar auch kos­ten­los zu krie­gen sein kann. Lycos hat eine erfolg­ver­spre­chen­de Idee leicht­fer­tig zum Ver­such des Mone­ta­ri­sie­rens aus der Hand gege­ben. Ein Ver­such, der schon zuvor oft genug geschei­tert war. Das müss­te das sein, was Mohn ver­ste­hen müss­te, wenn er sagt Lycos habe es nicht geschafft, sei­ne Diens­te zu mone­ta­ri­sie­ren. Weil nie­mand dar­auf geschaut hat, wer die Groß­zahl poten­ti­el­ler Kun­den ist und was die wohl inter­es­siert, wenn klar ist, dass man denen nicht irgend­was zum Bezah­len aufs Auge drü­cken kann. Mohn hat im letz­ten Jahr aus­ge­ru­fen, man wol­le nun auf web2.0-Strategien bau­en. Davon ist nichts geblie­ben. Statt­des­sen trat zeit­gleich Twit­ter sei­nen Sie­ges­zug an — mit Stra­te­gi­en, die bei Lycos nach 12 Jah­ren im Inter­net­ge­schäft längst bekannt sein hät­ten müs­sen.

Müs­sen. Aber auf die­se und diver­se ande­re Manage­ment­feh­ler ist wohl zurück zufüh­ren, dass von den 672 Mil­lio­nen Euro aus der Dot-Com-Boom-Phase noch etwa 140 übrig geblie­ben sind. Das ist ein Minus von 500 Mil­lio­nen €. Und auch wenn es aus Grün­den der Umrech­nung nicht mehr nötig ist, so las­sen sie sich die Zahl doch noch ein­mal auf der Zun­ge zer­ge­hen: Eine Mil­li­ar­de DM.

Und damit Schluss für’s Ers­te. Auf zu neu­en Ufern, lie­be Lyco­sia­ner. Jedem neu­en Anfang wohnt ein Zau­ber inne.

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edit: Mohn sagt in einem ers­ten State­ment, man habe nicht mit Goog­le mit­hal­ten kön­nen. Das stimmt sicher­lich, aber war das denn der Geg­ner? Oder war man nicht viel­mehr selbst sein größ­ter Geg­ner?

Und wo ich “rum­ha­cken” schrei­be, für sowas fin­det sich immer jemand.

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