Guten Morgen

morgenkaffee
Simon Colum­bus war auf der 10. Net­zw­erk­er-Tagung der SPD und durfte sich da von Huber­tus Heil anhören, dass die SPD damals im Bun­destag “aus Feigheit” dem Zugangser­schwerungs­ge­setz zuges­timmt habe. Das klingt ja schon beina­he nach ein­er Entschuldigung.
Herr Paulsen nimmt sich die Zeit, etwas zu seinen Kind­heit­serin­nerun­gen über den Grüno­fan­ten zu schreiben und dessen Revival einzu­fordern.
Ari­ane Brey­er disst die Oliv­er-Pocher-Show bezüglich deren Vorhabens, den Zweit­platzierten von Deutsch­land sucht den Super­star in die Sendung zu holen, was ein wenig an die Ein­ladung des Cal­gon-Mannes von Ste­fan Raab erin­nert, aber scheit­ern wird.
Und während ich mir die Frage stelle: Warum schreibt man eigentlich über eine Sendung, die lang­weilig ist, mit einem Mod­er­ar­tor, der anödet, bei der ein Sänger ein­laden wer­den soll, den man nicht hören möchte? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.
[Foto: Luc van Gent]

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Guten Morgen

morgenkaffee

Heute sind einige Leute pikiert. Die Chi­ne­sen schäu­men vor Wut über Google, weil die doch nicht kom­plett ihre Such­mas­chine für Chi­na abschal­ten, son­dern nur ihre Zen­sur­fil­ter.

Die Tele­fon­fir­ma Prime­call ist so pikiert über Spree­blick, dass sie aus­pro­bieren, wie gut der Streisand-Effekt bei Unternehmen wirkt.

Ste­fan Nigge­meier ist pikiert unter die Twitkrit­ter gegan­gen und meint, dass man keine Witze über Fernse­hberühmtheit­en machen darf, wenn die in Unter­suchung­shaft sitzen, vor allem, wenn diese Witze nicht lustig sind.

Und während ich mir die Frage stelle: Darf man nur dann Witze über Per­so­n­en machen, wenn sie nicht im Knast sitzen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Mediale Unabhängigkeit

Ver­e­na Friederike Hasel hat im Tagesspiegel einen Patch­work-Artikel über Blogs veröf­fentlicht. Inter­es­san­ter­weise wurde sich auf den Artikel in der Blo­gosphäre kaum bezo­gen. Nur Spree­blick und Coffee&TV rümpften etwas ihr pekiertes Näschen.
Dabei ist der Artikel, wie ich finde, schön geschrieben. Und man sollte ihn auch als Patch­work-Artikel lesen. Sie ver­sucht zwar auch einen generellen Aus­blick über die Blogs und was sie noch ler­nen müssen zu geben, aber das klappt irgend­wie nicht. Kann man auch ignori­eren. Sie wirft einen sach­lichen Blick auf Blogs, durch die Augen ein­er Leserin, die nun nicht über alle Maßen blo­gaf­fin ist. Dazu passt es nicht, die Posi­tion im Artikel zu wech­seln und irgendwelche Wer­tigkeit­en ins Spiel zu brin­gen. Hätte man auch nicht müssen. Aber egal.
Hasel kratzt aber an zwei Din­gen, die ich ganz inter­es­sant finde. Ein­er­seits, die von ihr abgelehnte “Bühne der Frei­heit”, die Blogs darstellen — wer immer das auch behaupten mag. Ander­er­seits die Frage, weswe­gen Blogs in Deutsch­land sich nicht so durchge­set­zt haben.
Über Frei­heit hat­te ich es ja schon ein­mal. Hasel lässt ihren Gedanken aber verküm­mern. Blogs seien keine “Bühne der Frei­heit”, weil der Blog von Pax erst durch den Guardian gehypt wer­den musste. Und eine weitre­ichende Ver­bre­itung von Blogs stünde ent­ge­gen, dass sie zuviel Infor­ma­tion böten, als dass eine größere Anzahl von Lesern die Muße hät­ten, sie zu durch­stöbern.
Es ist völ­lig unklar, weswe­gen Blogs nun keine “Bühne der Frei­heit”, was immer damit gemeint sein soll, sind und ob bei­de nach­fol­gen­den Gedanken dage­gen sprächen. Damit meint man doch eine pub­lizis­tis­che Unab­hängigkeit. Gewährt im aller­grundle­gen­sten Fall durch kosten­lose Blo­gan­bi­eter. Zeitun­gen dür­fen sich ja viel eher die Frage stellen, ob sie eher eine “Bühne der Frei­heit” sind, wenn es sich heutzu­tage keine einzige Tageszeitung leis­ten kann, nicht über das Dschun­gel­camp zu bericht­en. Blogs kön­nen das. Ohne Prob­leme. Und ohne zu befürcht­en, dass man deswe­gen out wer­den würde. Die Blogs leis­ten sich genau die jour­nal­is­tis­che Frei­heit, mit denen Zeitun­gen einst ange­fan­gen sind. Vielle­icht sind Zeitungs­mach­er weniger über Blogs, son­dern über den Ver­lust des eige­nen früheren Sta­tus’ so sauer.
Der zweite inter­es­sante Gedanke Hasels dreht sich um die the­ma­tis­che Bedeu­tungslosigkeit deutsch­er Blogs. Diese Diskus­sion gibt es in anderen Län­dern eben so. Immer wird der Ver­gle­ich mit Ameri­ka angestrebt, dort seien Blogs viel tiefer ver­ankert. Dort spie­len aber auch Radiosendun­gen poli­tisch eine bedeut­samere Rolle als in Deutsch­land. Nie­mand beschw­ert sich um die Bedeu­tungslosigkeit von WDR 4.
In der Tat sind die bekan­ntesten deutschen Blogs erschreck­end seicht. Hasel unkt, dass kön­na damit zusam­men hän­gen, dass bish­er kein spek­takulär­er Coup gelandet wor­den sei, was damit zusam­men­hän­gen kön­nte, dass Deutsche wenig blo­gaf­fin seien. Auch kein son­der­lich überzeu­gen­der Schluss. Blöd für die Zeitun­gen bleibt weit­er­hin, dass in Blogs die Gefahr lauert, dass sie an Niveau deut­lich zule­gen.
Ich denke eher, dass deutsche Zeitun­gen doch ziem­lich gut sind. Was wirk­lich poli­tisch rel­e­vant ist, wird von denen aufge­grif­f­en und durch kluge Köpfe wiedergegeben. Die gegen­seit­ige Konkur­renz spornt da auch an. Das ist doch gut. Deutsch­land­in­terne The­men sind also qua­si vergeben an Zeitun­gen, wenn die schon nicht ein­mal mehr ihre Pfoten von Pop­kul­turscheiss wie dem Dschun­gel­camp lassen kön­nen.
Derzeit wären deutsch­landex­terne aber deutsch­landrel­e­vante The­men ein Freiplatz. Es gibt viele Krisen­ge­bi­ete, die in deutschen Zeitun­gen nicht unterkom­men, weil die zuständi­gen Redak­teuere meinen, sie hät­ten keinen Platz dafür.
Es ist schon son­der­bar, dass deutsche Zeitungsleser derzeit bess­er über die Lage im Dschun­gel­camp informiert sind als über die Lage der Hutus und Tut­sis. Und komme mir nun nie­mand mit, das eine sei doch nun Feuil­leton und das andere der Poli­tik­teil. Wie zynisch möcht­en Sie wer­den? Statt Leuten bei der Zivil­i­sa­tion zu helfen, entzivil­isiert man lieber zur Unter­hal­tung abge­halfterte Ex-Stars. Und die Zeitun­gen müssen darüber schreiben. Sie müssen es. Ver­ste­hen Sie? Sie müssen es:
TAZ, FAZ, Süd­deutsche, Tagesspiegel, Welt, NOZ, Die ZEIT, Frank­furter Rund­schau, Berlin­er Mor­gen­post, Rheinis­che Post, Ham­burg­er Abend­blatt, Gen­er­al Anzeiger Bonn, Neuß-Greven­broich­er Zeitung, Berlin­er Zeitung, Augs­burg­er All­ge­meine, Wet­ter­auer Zeitung, tz, Mit­teldeutsche Zeitung, Köl­ner Express und und und.
Dies scheint aber nur ein Virus zu sein, das deutsche Zeitun­gen anheim­fällt. Die Neue Zürich­er Zeitung kann auch seit 3 Jahren ganz gut ohne.
Damit fällt aber auch das Argu­ment der Unüber­sichtlichkeit von diversen Blogs, aus denen der User mühevoll seine Infor­ma­tio­nen her­aus­suchen muss. In Zeitun­gen muss er mit­tler­weile genau­so fil­tern, um neben Dschun­gel­camp-arti­gen Bericht­en und Wer­bung das Inter­es­sante zu find­en.

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Mediale Unabhängigkeit

Ver­e­na Friederike Hasel hat im Tagesspiegel einen Patch­work-Artikel über Blogs veröf­fentlicht. Inter­es­san­ter­weise wurde sich auf den Artikel in der Blo­gosphäre kaum bezo­gen. Nur Spree­blick und Coffee&TV rümpften etwas ihr pekiertes Näschen.
Dabei ist der Artikel, wie ich finde, schön geschrieben. Und man sollte ihn auch als Patch­work-Artikel lesen. Sie ver­sucht zwar auch einen generellen Aus­blick über die Blogs und was sie noch ler­nen müssen zu geben, aber das klappt irgend­wie nicht. Kann man auch ignori­eren. Sie wirft einen sach­lichen Blick auf Blogs, durch die Augen ein­er Leserin, die nun nicht über alle Maßen blo­gaf­fin ist. Dazu passt es nicht, die Posi­tion im Artikel zu wech­seln und irgendwelche Wer­tigkeit­en ins Spiel zu brin­gen. Hätte man auch nicht müssen. Aber egal.
Hasel kratzt aber an zwei Din­gen, die ich ganz inter­es­sant finde. Ein­er­seits, die von ihr abgelehnte “Bühne der Frei­heit”, die Blogs darstellen — wer immer das auch behaupten mag. Ander­er­seits die Frage, weswe­gen Blogs in Deutsch­land sich nicht so durchge­set­zt haben.
Über Frei­heit hat­te ich es ja schon ein­mal. Hasel lässt ihren Gedanken aber verküm­mern. Blogs seien keine “Bühne der Frei­heit”, weil der Blog von Pax erst durch den Guardian gehypt wer­den musste. Und eine weitre­ichende Ver­bre­itung von Blogs stünde ent­ge­gen, dass sie zuviel Infor­ma­tion böten, als dass eine größere Anzahl von Lesern die Muße hät­ten, sie zu durch­stöbern.
Es ist völ­lig unklar, weswe­gen Blogs nun keine “Bühne der Frei­heit”, was immer damit gemeint sein soll, sind und ob bei­de nach­fol­gen­den Gedanken dage­gen sprächen. Damit meint man doch eine pub­lizis­tis­che Unab­hängigkeit. Gewährt im aller­grundle­gen­sten Fall durch kosten­lose Blo­gan­bi­eter. Zeitun­gen dür­fen sich ja viel eher die Frage stellen, ob sie eher eine “Bühne der Frei­heit” sind, wenn es sich heutzu­tage keine einzige Tageszeitung leis­ten kann, nicht über das Dschun­gel­camp zu bericht­en. Blogs kön­nen das. Ohne Prob­leme. Und ohne zu befürcht­en, dass man deswe­gen out wer­den würde. Die Blogs leis­ten sich genau die jour­nal­is­tis­che Frei­heit, mit denen Zeitun­gen einst ange­fan­gen sind. Vielle­icht sind Zeitungs­mach­er weniger über Blogs, son­dern über den Ver­lust des eige­nen früheren Sta­tus’ so sauer.
Der zweite inter­es­sante Gedanke Hasels dreht sich um die the­ma­tis­che Bedeu­tungslosigkeit deutsch­er Blogs. Diese Diskus­sion gibt es in anderen Län­dern eben so. Immer wird der Ver­gle­ich mit Ameri­ka angestrebt, dort seien Blogs viel tiefer ver­ankert. Dort spie­len aber auch Radiosendun­gen poli­tisch eine bedeut­samere Rolle als in Deutsch­land. Nie­mand beschw­ert sich um die Bedeu­tungslosigkeit von WDR 4.
In der Tat sind die bekan­ntesten deutschen Blogs erschreck­end seicht. Hasel unkt, dass kön­na damit zusam­men hän­gen, dass bish­er kein spek­takulär­er Coup gelandet wor­den sei, was damit zusam­men­hän­gen kön­nte, dass Deutsche wenig blo­gaf­fin seien. Auch kein son­der­lich überzeu­gen­der Schluss. Blöd für die Zeitun­gen bleibt weit­er­hin, dass in Blogs die Gefahr lauert, dass sie an Niveau deut­lich zule­gen.
Ich denke eher, dass deutsche Zeitun­gen doch ziem­lich gut sind. Was wirk­lich poli­tisch rel­e­vant ist, wird von denen aufge­grif­f­en und durch kluge Köpfe wiedergegeben. Die gegen­seit­ige Konkur­renz spornt da auch an. Das ist doch gut. Deutsch­land­in­terne The­men sind also qua­si vergeben an Zeitun­gen, wenn die schon nicht ein­mal mehr ihre Pfoten von Pop­kul­turscheiss wie dem Dschun­gel­camp lassen kön­nen.
Derzeit wären deutsch­landex­terne aber deutsch­landrel­e­vante The­men ein Freiplatz. Es gibt viele Krisen­ge­bi­ete, die in deutschen Zeitun­gen nicht unterkom­men, weil die zuständi­gen Redak­teuere meinen, sie hät­ten keinen Platz dafür.
Es ist schon son­der­bar, dass deutsche Zeitungsleser derzeit bess­er über die Lage im Dschun­gel­camp informiert sind als über die Lage der Hutus und Tut­sis. Und komme mir nun nie­mand mit, das eine sei doch nun Feuil­leton und das andere der Poli­tik­teil. Wie zynisch möcht­en Sie wer­den? Statt Leuten bei der Zivil­i­sa­tion zu helfen, entzivil­isiert man lieber zur Unter­hal­tung abge­halfterte Ex-Stars. Und die Zeitun­gen müssen darüber schreiben. Sie müssen es. Ver­ste­hen Sie? Sie müssen es:
TAZ, FAZ, Süd­deutsche, Tagesspiegel, Welt, NOZ, Die ZEIT, Frank­furter Rund­schau, Berlin­er Mor­gen­post, Rheinis­che Post, Ham­burg­er Abend­blatt, Gen­er­al Anzeiger Bonn, Neuß-Greven­broich­er Zeitung, Berlin­er Zeitung, Augs­burg­er All­ge­meine, Wet­ter­auer Zeitung, tz, Mit­teldeutsche Zeitung, Köl­ner Express und und und.
Dies scheint aber nur ein Virus zu sein, das deutsche Zeitun­gen anheim­fällt. Die Neue Zürich­er Zeitung kann auch seit 3 Jahren ganz gut ohne.
Damit fällt aber auch das Argu­ment der Unüber­sichtlichkeit von diversen Blogs, aus denen der User mühevoll seine Infor­ma­tio­nen her­aus­suchen muss. In Zeitun­gen muss er mit­tler­weile genau­so fil­tern, um neben Dschun­gel­camp-arti­gen Bericht­en und Wer­bung das Inter­es­sante zu find­en.

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