sueddeutsche.de US-Präsident – Das wurde aus Trumps vielen Kontroversen https://t.co/J6YcVqiE1w

Artikel-Schlagworte: „Spreeblick“

Guten Morgen

Morgenkaffee

Zeit­gle­ich starteten hier vor mehr als 3 Jahren die Guten-Mor­gen-Kolum­ne und die Leseze­ichen. Die Guten-Mor­gen-Kolum­ne war angelehnt an die — dann doch sehr kur­zlebige –Kolum­ne eines nieder­ländis­chen Blogs und die Leseze­ichen sicher­lich auch an die links bei Felix Schwen­zel. Es sind halt deli­cious-book­marks, die ein­fach in Word­Press gespe­ichert wer­den. Das macht Felix Schwen­zel seit 10 Jahren — inzwis­chen nicht mehr bei deli­cious, wobei höch­stin­ter­es­sant ist, wen er heutzu­tage im Gegen­satz zu früher nicht mehr linkt -, das macht John­ny Haeusler seit weni­gen Tagen und witziger­weise sieht es dort genau­so dahinge­book­markt aus wie bei Felix Schwen­zel vor 10 Jahren. Der Bild­blog macht eine der­ar­tige kom­men­tierte Linksamm­lung auch schon seit 7 Jahren, wo ich mich ger­ade fra­gen woll­te, ob dort die Linksamm­lung nicht die nor­malen Tex­te inzwis­chen begräbt.

Gün­ter Jauch hat bei der Frau der Woche eine Gegen­darstel­lung zu ein­er Frage auf dem Cov­er erre­icht. Beim Topfvoll­Go­ld zweifelt man, dass das grund­sät­zlich etwas geän­dert hät­te — mit ein­er entsprechend rhetorisch fra­gen­den Über­schrift.

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Wieso fil­tern die Blog­ger so sel­ten Region­allinks? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Lesezeichen

Lesezeichen von heute

  • Red Bull: Ich war eine Dose | Wirtschaft | ZEIT ONLINE Das Sys­tem Red Bull: Wie die Fir­ma mith­il­fe wage­mutiger Sportler ein Ereignis- und Medi­en­im­peri­um auf­baut.
  • Great pho­to­re­al­is­tic paint­ing | kottke.org
  • wenn jemand seine men­schen­ver­ach­tung mit face­bookkri­tik mis­cht – wirres.net was ich auch gar nicht an falk lükes beitrag mag, ist seine susan­ne-gaschke-mäs­sige ver­ach­tung von beiläu­figer, triv­ialer kom­mu­nika­tion.
  • 2013: Das Web zurücker­obern « Spree­blick “Ich werde jedoch ver­stärkt darauf acht­en, dass die Inhal­te, die mir am Herzen liegen, in erster Lin­ie auf Spree­blick passieren. ” Soso.
  • Wahlkampf für bessere Kan­zler-Besol­dung | Post von Horn Bei der Bun­destagswahl 2009 lan­de­te die SPD bei mick­ri­gen 23 Prozent. Der SPD-Kan­zlerkan­di­dat Stein­brück will offen­bar nach­weisen, dass es noch Luft nach unten gibt. Er set­zt alle Hebel in Bewe­gung, um bei der Wahl 2013 zu scheit­ern. Er schreckt nicht ein­mal davor zurück, aus sein­er Bewer­bung für das Kan­zler­amt eine Lach­num­mer zu machen.
  • Anoth­er great Bill Mur­ray sto­ry Kel­ly Lynch: “speak­ing of Bill Mur­ray, every time Road House is on and he or one of his idiot broth­ers are watch­ing TV — and they’re always watch­ing TV — one of them calls my hus­band and says [In a rea­son­able approx­i­ma­tion of Carl Spack­ler], “Kelly’s hav­ing sex with Patrick Swayze right now. They’re doing it. He’s throw­ing her again­st the rocks.” [Away from the receiver.] What? Oh, my God. Mitch was just walk­ing out the door to the set, and he said that Bill once called him from Rus­sia.”

Haeusler, Tanja & Johnny – Netzgemüse

Wei­h­nacht­en ste­ht vor der Tür und vielerorts wer­den nun die Buch­lä­den durch­stöbert, um inter­es­san­te lit­er­arische Sachen aus­find­ig zu machen. Ich habe mir mal Net­zgemüse von Tan­ja und John­ny Haeusler, der auch unter spreeblick.de blog­gt, angeschaut. In diesem Fall ist es vielle­icht hil­fre­ich, die bei­den erst selb­st zu Wort kom­men zu lassen:

Jet­zt kann man zunäch­st ein­mal fest­stel­len, dass es hier eine dicke Mark­tlücke gibt. Das Inter­net ist in vie­len Facetten nicht leicht zu ver­ste­hen. Das macht beson­ders dann Prob­le­me, wenn Eltern darüber nach­denken, wie sie ihre Kinder im Inter­net begleit­en. Und das tut Not, denn im Inter­net lauern rechtliche und per­sön­liche Gefahren. Ander­er­seits bewe­gen sich Inter­net­nutzer ziem­lich frei und unge­bun­den durch das Netz. Worauf sol­len sich Eltern daher ein­stel­len?

Das ist in etwa die Frage, der das Ehep­aar Haeusler nachge­ht. Sicher­lich ist das Buch so geschrieben und wird so präsen­tiert, dass es sich irgend­wie ren­tiert. Insofern ist dieser Ein­trag auch schon wieder eine Form von Wer­bung. Aber ander­er­seits bin ich davon überzeugt, dass das Buch die Auf­gabe, Eltern für ihre Auf­gabe, Kinder im Umgang mit dem Inter­net ver­ant­wor­tungsvoll zu begleit­en, gut erfüllt.

Jet­zt kön­nte ich auch am Buch rum­mosern über manchen gram­ma­tis­ch nicht ganz so per­fek­ten Satzbau, verkürzte und somit falsch wirk­ende Darstel­lun­gen oder den Begriff Net­zgemüse, der mich das ganze Buch gestört hat. Da mein Fokus aber darauf gerichtet ist, her­auszufind­en, ob dieses Buch Eltern eine Hil­fe sein kann, schiebe ich das mal ganz bei­seite.

Und wenn das erst­mal bei­seite geschoben ist fällt zunäch­st die große Band­bre­ite auf, die das Buch umfasst: Es han­delt den Umgang mit Com­put­er­spie­len, ille­gale Down­loads, Inter­net­di­en­sten, Blogs, Mob­bing, Pseu­do­ny­men, sozialen Kom­pe­ten­zen, Taschen­geld, Smart­phones und und und ab. Ich habe auf Anhieb nichts gefun­den, was ich ver­mis­se. Alle The­men wer­den zwar nur angeris­sen und Beispiele und Lösungsan­sätze von wirk­lich schwieri­gen Prob­le­men kom­men nicht vor. Das ist aber für ein Eis­ntiegs­buch in die Materie nicht weit­er schlimm. Die Frage wäre eh, ob man ein solch­es Buch nicht über­frachtete, wenn man zu viele Lösun­gen anbi­eten woll­te.

Was ich sehr überzeu­gend finde, ist, dass die Autoren heik­le The­men wie Pornografie im Inter­net, die von Jugendlichen kon­sum­iert wer­den kann, nicht umschif­f­en.

Das Buch braucht zwar etwa 100 Seit­en um richtig in Schwung zu kom­men, trifft aber dann den richti­gen Ton. Wer also Eltern ken­nt oder sel­ber erze­hungs­berechtigt ist, dem lege ich dieses Buch wärm­stens ans Herz.

Guten Morgen

Morgenkaffee So, kurz vor der Mit­tagszeit noch einen kurzen Anriss: Drüben empfehle ich das Buch Net­zgemüse von Tan­ja und John­ny Haeusler aka Spree­blick für alle, die mit Jugendlichen zu tun haben.

Leo Gutsch empört sich über das massen­hafte Tatort-Gegucke.

Friedrich Küp­pers­busch inter­essiert sich für die Herkule­sauf­gabe:

Und während ich mir die Frage stelle: Beschw­ert sich nie­mand bei der CDU, dass See­hofer der CDU-Tit­ulierung “Kan­zler­wahlvere­in” unter Beibelas­sung der neg­a­tiven Kon­no­ta­tion etwas Pos­i­tives abgewin­nen will? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Lesezeichen vom 15. April 2012

Die Nachtgeschichten von heute

  • Welt­woche gegen Schrift­stel­ler­in — “Neuer Stürmer” — sueddeutsche.de — Der Chef von Weltwoche.ch, roger Köp­pel, verk­lagt Sibylle Berg wegen des Tweets “titel­blatt auf dem neuen stürmer. weltwoche.ch”. Wohl nicht mehr als ein PR-Kla­mauk.
  • Jung-Dik­ta­tor über­rascht mit Rede: Kim Jong Un – neuer Führungsstil für Nord­ko­rea? — FOCUS Online
  • Gegen­re­for­ma­tion | Post von Horn — Die Piraten haben die Alt­parteien schw­er erschreckt. Es schein so, als fürchteten sie, auch ihre Mit­glieder kön­nten auf den Gedanken kom­men, mitre­den zu wol­len. Um solche Ten­den­zen im Keim zu erstick­en, hat sich im Bun­destag eine Reform­be­we­gung gebildet. Sie will die Ple­narde­bat­ten mod­ernisieren. Das Red­erecht für Abwe­ich­ler soll eingeschränkt wer­den. So, wie wir den Bun­destag ken­nen, kann das nur der Anfang sein. Hat sich der Schritt bewährt, dürfte rasch der näch­ste fol­gen: Abwe­ich­ler wer­den gar nicht mehr reden dür­fen.
  • Anti­semitismus unter Piraten — Rel­a­tiv rechts | FAZ | Har­ald Staun meint, dass die Befür­wor­tung der Piraten durch die Wäh­ler ohne poli­tis­che Argu­mente auskommt: “Um als Alter­na­tive emp­fun­den zu wer­den, reicht es, keine zu haben.”
  • Ich heb dann mal ur | Spree­blick — lasst mich um John­ny Cashs Wil­len in Ruhe mit eur­er lächer­lichen Kul­tur­panik auf der einen und der Zen­sur- und Wis­senszu­gang-Para­noia auf der anderen Seite. Es gibt so viele The­men, über die es sich zu reden lohnt. Dass vielle­icht unter­schiedliche Schöp­fungs­bere­iche auch unter­schiedliche Urhe­ber­rechte brauchen; dass wir Lösun­gen für den pri­vaten Pro­duk­tions- und Kon­sum­bere­ich nötig haben; dass Kom­ponieren eben doch etwas anderes ist als Pro­gram­mieren; dass es ohne Urhe­ber­recht auch kein Cre­ative Com­mons geben kann; und noch so vieles mehr.
  • http://textfromdog.tumblr.com/ — My dog sends me texts. I post them here. Yeah. Its weird.

Wel­ding, Malte — Ver­siebt, ver­kackt, ver­hei­ra­tet | Das Liebesleben der anderen

Malte Welding, Versiebt, verkackt, verheiratet: Vom Leben nach dem Happy End, 204 Seiten, Piper Taschenbuch (9,99€) und eBook (8,49€), 2012

Der Flieger startet morgen früh nach Berlin. Wir kommen zum Frühstück an, das ist wichtig. Dann arbeitet der gemeine Berliner und die Touristen sind noch nicht ausgeschwärmt. Aber es ist echt früh, der Flieger geht um Sechsuhrirgendwas. Ich beende den Tag vorm Laptop am Schreibtisch, da kommt mir Malte Weldings neues Buch zu. Das letzte war nicht ganz mein Fall. Aber vielleicht das. Vielleicht sollte man es in Berlin lesen. Vielleicht hilft das. Abgemacht. Weldinglesen in Berlin. Der Authentizität wegen. (Vielleicht meint nun der andere oder eine, dass das nicht fair ist: Sein eigenes Empfinden und das Besprechen eines Buches zu vermischen. Wer das auseinanderhalten möchte, lese im Folgenden einfach nur den eingerückten Text.)

Um zunächst etwas zum Autor verlieren: Malte Welding ist Kolumnist der Berliner Zeitung und in Internetkreisen als Blogger bekannt geworden. Er hat schöne Artikel zu Spreeblick beigetragen, solche die man jetzt dem Blog wieder wünscht. Daneben hat er für die Blogs Fooligan, Neue Bodenständigkeit und Deus ex machina geschrieben. 2010 erschien sein erstes Buch Frauen und Männer passen nicht zusammen - auch nicht in der Mitte.

Der Flieger erhebt sich am folgenden Tag pünktlich um 6.40 Uhr in die Lüfte. Die Stewardessen setzen zu ihrer Morgengymnastik an und ich schlage die ersten Seiten auf.

Das Buch handelt von den drei Brüdern Roman, Ben, Paul sowie Pauls Freund Jimo, deren Bekanntschaft Welding hat und die es nach dem Abitur von Aachen nach Berlin verzieht. Allesamt stecken sie in Beziehungen, die ins Stocken geraten. Welding scheint sie privat zu kennen. Wird das jetzt eine Freundesanalyse? Oder ein Roman und mehr als man meint ist fiktiv? Alles bleibt etwas dunkel für den Leser, der ins kalte Wasser geworfen wird. Warum sind die Geschichten der vier so interessant? Ich fühle mich an Marcel Reich-Ranicki erinnert, der mal meinte, er wolle nur noch Problemschilderungen von Intellektuellen lesen. Ich kann das gut verstehen, auch wenn ich selber einfache Literatur zu schätzen weiß. Es muss nicht immer Kaviar sein. Aber weil ich eben Liebesproblematisierungen in der Popkultur von David Baddiel bis Verrückt nach dir inhaltlich durchwaten habe, fragt sich doch: Was bietet dieses Buch neues? Außer dass es ein Friends aus Berlin zu sein scheint? Der Blick in Beziehungen "nach dem Happy End"? Vielleicht ist das Buch eher für Leute, die nur Liebesfilme kennen.

Als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, bemerke ich, dass in Berlin ja noch Winter ist. Mindestens 7 Grad weniger als in Düsseldorf. Es herrscht interkontinentales Klima, wie ich mich aus dem Sachunterricht zu erinnern glaube. Der war aber auch vor der Wende. Ich habe Durst und ziehe mir was am Automaten. Meine Freundin fängt lauthals an zu lachen, als sie die Büchse sieht und berlinert:

Ditt kennwa im Westen ja schon janich mehr: Dosen ohne Pfand!

Die S-Bahn verspätet sich, ich krame meine Lektüre raus:

Welding stellt jedem Kapitel Zitate voran. Sowas mag ich ja gar nicht. Die Zitate sind nicht sonderlich vomhockerhauend, haben mit dem was folgt auch nicht direkt zu tun. Ich überlese sie konsequent. Die drei Brüder stecken in Beziehungen: Roman hat Mia geheiratet, Mia trennt sich gerade von Paul und Ben ist mit Juila Mia zusammen. Was sind das nun also für Leute?

Wir checken bei meinem Freund am Ostkreuz ein und lernen Maren kennen, die auch dort wohnt. Sie hat Medizin studiert, aber nicht zu ende, ist Mitte 30 und sattelt nun zur Immobilienmaklerin um. Die letzte Prüfung hat sie in Berlin verpasst, kann sie aber, was sie heute erfahren hat, in Rostock ablegen. Und hinterher vielleicht noch etwas studieren - was man in Berlin eben so macht. Über die Brücke am Ostkreuz verschlägt es uns in das Datscha. Es gibt schweres russisches Frühstück...

... und Zeit zum lesen:

Zunächst lernen wir Roman und Paul kennen, nachdem Greta Paul, der sich gerade auf einem LSD-Trip befindet, den Laufpass gegeben hat. Von Roman und Greta erfahren wir, dass beide ein Kind bekommen wollen, aber etwas kontraproduktiverweise das mit dem Sex gerade so gar nicht läuft. Von Ben wissen wir, dass er Architektur studiert oder studiert hat und Paul ist ehrgeizloser Rechtsanwalt. Die Berufe spielen aber im Folgenden keine sonderliche Rolle. Mia hängt an Roman, vielleicht etwas leidenschaftlicher als umgekehrt, Greta scheint eine gutaussehende, willensstarke Frau zu sein. Generell bleibt es aber bei Typisierungen der Charaktere, ein eigenes Bild will sich kaum einstellen. Die Kerle kommen mir vor wie phantasielose, unlustige Tunichtguts. Wenig inspirierend - weder zum Interesse an den Charakteren, noch zum Weiterlesen.

Als wir nachmittags so durch den Osten schlendern, fallen mir die traditionellen Berlinerisms auf. In der Straßenbahn hat gefühlt jeder Zweite eine Bierflasche dabei, im Osten flanieren Hundeköttel die Gehwege, es herrscht distanzierte Humorlosigkeit, hektisches Gehen, Gedrängel, und man sieht, was Frauen in Berlin für Mode halten: Knallenge Leggins zu dunkelwattierten Rettungswesten. Oder wie meine Freundin sich ausdrückt:

Hier laufen selbst die ganz hübschen Mädchen auf hässlich getrimmt rum.

Als irgendwo waschechte Düsseldorferin zieht es sie in eine der 111 Sehenswürdigkeiten des Sehenswürdigkeitenbuches, das in Berlin die Touristen erkennbar macht: Das ganzjährige Verkleidungsgeschäft.

Während sie den Laden auseinandernimmt und sich schließlich für eine überdimensionierte Geburtstagsbrille, sowie 30er Absperrband und Warnschilder für ihren Geburtstag entscheidet, lese ich...

... einen Witz. Tatsächlich. Ich lache auf Seite 130. So, dass einige mich schon komisch anschauen. Öffentliches, spontanes Lachen in Berlin ist so eine Sache. Ich werde aber quasi mit dieser Stelle etwas wärmer mit dem Buch. Ich denke nicht mehr ans Weglegen. Immerhin so gut muss die Lektüre sein. Man kann sie weiterlesen. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass man sich, vielleicht wie in einem Roman, mit irgendeiner Figur derart anfreundet, dass man mitfiebert. Pustekuchen. Dafür gibt es Namedropping: Dawkins, Pinker und die Internetaussteckanekdote von Franzen. Jaja.

Am nächsten Morgen hole ich Brötchen, Saft und Milch. Die B.Z. titelt "ENDLICH! Sauf Verbot in der BVG". Kritik wird hier ja schnell umgesetzt, denke ich. Ubringens: Die schmierigen Graffiti sind auch scheiße! Ich gelange zur Brötchentheke, an der ich mich nicht entsinnen kann, wie Berliner noch mal in Berlin heißen, lerne dagegen: "Good Cookies go to heaven, bad cookies go to..."

Als ich mit den Frühstückssachen wieder in die Wohnung komme, erzählt Maren, dass sie nun eine Wohnung in Rostock hat. Dafür die Prüfung aber nicht machen kann. Ist nicht immer alles Einbahnstraße. Zum Mittagessen zieht es meine Freundin und mich wieder in den Osten. Hinter den Hackeschen Höfen ist Sushi angesagt. Das Sushi kann es mit den Düsseldorfern aufnehmen. Da ich weniger Teller verputze als meine Begleitung...

... und mir die dortigen Kleidungsfachgeschäfte nicht so zusagen wie meiner Freundin, blättere ich etwas.

Die handelnden Personen im Buch lassen sich offenbar immer von irgendwelchen Gefühlen treiben. Man erfährt eigentlich zu wenig über wirkliche Gründe. Alles bleibt Spekulation, alle Veränderung wirkt wie Einbahnstraße. Das Buch verleitet, selbst über Pärchen nachzudenken. Ich habe nach meiner Abizeit selbst gerne Pärchen analysiert, nach Zielen gefragt, über das Wohlbefinden der einzelnen Partner nachgedacht. Einmal habe ich das einem Bekannten vorgelegt, worauf dieser meinte: "Japp, das klingt alles schlüssig. Und ich glaube auch nicht, dass Beziehungen immer sonderlich glücklich sind unterm Strich. Aber vielleicht sind die damit zufrieden." Da habe ich mich angefangen, mich in Zurückhaltung zu üben, was andere Pärchen angeht.

Als wir den Rückweg antreten - Rotfront tritt abends für lau im So36 auf-, kommt uns in Form dreier Personen Mia. entgegen. Sagt zumindest meine Freundin. Ich habe nur Augen für die schulterbepolsterten Lilaanzüge, die mir einen Tick zu metrosexuell vorkommen. Die blonde Begleitung ist zu klein, um mir aufzufallen. Kann sein, dass das Mietze war. Oder auch nicht.

Auf dem Rückweg kommen wir am St. Oberholz vorbei, uns verschlägt es aber in Unser Haus am Meer. Meine Freundin klagt seit 2 Tagen über Seitenstechen. Blinddarm, eventuell. Kann sein, meinte Maren. Ich lasse mir das Wlan-Passwort geben und google die 5 typischen Kennzeichen einer Blinddarmentzündung. Ihre Wehwehchen qualifizieren nicht für was mit Blinddarm.

"Wanderschmerz", lese ich vor. "Ja, jetzt, wo du's sagst: im Rücken zieht was!" - "Nee, das soll heißen, der Schmerz wandert zum Blinddarm hin, nicht quer durch den Körper." - "Ach, so."

Ihr geht es schlagartig besser. Und während sie herauszufinden versucht, wer die überbotoxte Frau im roten Kleid auf der anderen Seite ist, und ob sie ihren Begleiter aus dem Fernsehen kennt, lese ich das Buch zu ende.

Das Buch ist zu ende gelesen und verhandelt. Das Ende wird nicht verraten. Wir erfahren mehr über Bens Dreiererfahrung, Jimos Familienplanung und die Eltern der drei Brüder. Soviel sei gesagt.

Was rate ich nun einem potentiellen Leser? Vielleicht das, was man einem zu Berlin auch empfehlen würde: Man sollte es selbst erkunden. Ich halte mich nicht für sonderlich repräsentativ, um dieses Buch geschmacklich genau einzuordnen. Dazu hat man, gerade was Liebe als Thema angeht, doch viel Gepäck immer mit dabei.

Ob dieses Buch was für Sie ist, mein geneigter Leser, müssen sie selbst herauskriegen. Vielleicht haben Sie durch die vorangegangen Zeilen etwas Appetit bekommen.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Die Regelung über die Weit­er­leitung von Nutzer­daten inner­halb der Telekom­mu­nika­tion, was das Inter­net mit ein­schließt, ist teil­weise ver­fas­sungswidrig.

Don Alphon­so beschw­ert sich über das Niveaulim­bo bei der Kri­tik an Fefe.

Max343 und MSPRO reden im Pod­cast Tacheles über das Beiträgezurückschrauben auf spreeblick.com. (Etwas vor­spu­len, der Rest ist blabla).

Und während ich mir die Frage stelle: Wie oft wur­de in let­zter Zeit der CDU schon um die Ohren gehauen, dass ihre Geset­ze mit der Ver­fas­sung auf Kriegs­fuß ste­hen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Bosch besucht die Prov­inz, namentlich Itze­hoe, wobei etwas unterge­ht, dass jede Stadt irgend­wo trist wirkt, wenn man sozial nicht einge­bun­den ist.

Philip Banse redet mit Wolf­gang Michal (Carta.info) und John­ny Häusler (Spreeblick.com) über das aktuelle Ver­hält­nis von Blog­gosphäre und Print­me­di­en. Etwas lan­gat­mig, wobei ich Häusler gefühlt dar­in zus­tim­me, dass Blogs sich auf bes­timmte The­men konzen­tri­eren soll­ten, wenn die Print­me­di­en immer flacher wer­den und da alles abgrasen.

Julia Smirnova erk­lärt, wieso rus­sis­che Kün­stler wie Anna Netre­bko die Kan­di­datur Putins unter­stützen.

Und während ich mir die Frage stelle: Wird es angesichts wenig Nachk­om­mender wohl mal ein Blo­gre­vival geben? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Lesezeichen vom 17. Februar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Blogakzeptanz

Es rap­pelt wieder im Kar­ton: Derzeit ist es en vogue, sich auf die Kun­st des Bloggens zu besin­nen. Damit hat Cem mit der Trend.meiner–Rei­he en mal ange­fan­gen, wobei er statt auf Blogs auf soziale Net­zw­erke kom­merzieller Natur bauen woll­te, während Ben die genau ent­ge­gen geset­zte Rich­tung befür­wortet. Derzeit ist John­ny bei Spree­blick auf dieser Welle unter­wegs, sein Blog soll konzen­tri­ert­er, d.h. weniger Mehrautoren­blog wer­den. Felix Schwen­zel sieht dar­in den Kon­flikt zwis­chen Mehrautoren­blog und rein pri­vatem Blog, wobei Schwen­zel selb­st ger­ade sein Blog optis­ch für die heutige Zeit fit zu machen ver­sucht. Und damit sind wir bei schwup­ps von der inhaltlichen bei der optis­chen Blo­gakzep­tanz gelandet.

Es ist ganz nett zu sehen, dass auch ges­tandene Blog­ger ab und an durcheinan­der kom­men bei der Frage, wie ihr Blog eigentlich funk­tion­ieren soll. Wenn man das erst ein­mal auf dem Schirm hat, stolpert man eigentlich nicht mehr darüber. Ich für meinen Teil blogge qua­si ein­er­seits pri­vat in meinem Log­buch, und ander­er­seits hier auf der Seite, wenn nicht bloß mein spezielles Erleben ein­er Sit­u­a­tion im Mit­telpunkt eines Tex­tes ste­hen soll. Da stellt sich dann noch die Frage, wieso man bei­de nicht zusam­men­schmeißt, aber ich sehe da noch einen feinen Unter­schied. Daneben kön­nten wegen mir hier andere Leute bloggen — was derzeit gar nicht geschieht — ohne dass der Sinn dieses Blogs damit kon­terkari­ert würde. Mit dem einen Blog hal­te ich Kon­takt zur Blog­gosphäre, mit dem anderen pfeif­fe ich drauf — es gibt genü­gend Leute im Inter­net, die eh nichts mit der Blog­gosphäre anfan­gen kön­nen.

Bei Spree­blick kriesel­te es meines Eracht­ens nicht deswe­gen, weil es ein Mehrautoren­blog war, son­dern weil es the­ma­tis­ch gar keine Ord­nung mehr gab. Da gab es ein­er bes­timmten Musik­lieb­haberei verord­nete Artikel neben Gedicht­en, Gewinn­spie­len, Inter­net­the­mendiskus­sio­nen und Fuss­ball­berichter­stat­tung. Das war irgend­wann für den Leser nicht mehr über­schaubar oder vielle­icht besser: einord­bar. Zwangsläu­fig dämmt man das Prob­lem ein, wenn man for­t­an nur noch alleine blog­gt — es gin­ge bei besser­er Leitlin­ienge­bung sicher aber auch mit diversen Autoren.

Was die optis­che Blo­gakzep­tanz ange­ht: Soweit ich weiß ist meine Seite auf allen Geräten les­bar, auf einem iPhone vielle­icht nur mit Hil­fe des Hin-und-Her­schub­ssens der Seite. Wenn ich Felix Schwen­zel recht ver­standen habe, wurmte es ihn im Speziel­len, dass seine Seite auf dem iPhone gar nicht angezeigt wer­den kon­nte. Da ich nur ein wenig einge­set­ztes Smart­phone habe und dies kein iPhone ist, fuch­st mich die Darstel­lung dieses Blogs auf Smart­pho­nen wenig. Mich wurmt eher die Les­barkeit an Com­put­er­bild­schir­men, wofür mein Blog im ersten Sin­ne konzip­iert war. Hier­bei beson­ders Schrif­tarten und die Worte-pro-Zeile-Ein­schätzung, die sich bei mir ger­ade auf eine bes­timmte Fre­quenz eingepen­delt hat. Auf Felix Schwen­zels Blog scheint mir das ger­ade Gedanken unnötig oft zu unter­brechen — sieht aber auf dem iPhone gut aus ;-).

Februar 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Jan    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728  
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
Seite 1 von 41234