Guten Morgen, liebe Folglinge! ☕

Artikel-Schlagworte: „Spreeblick“

Guten Morgen

Morgenkaffee

Zeit­gleich star­te­ten hier vor mehr als 3 Jah­ren die Guten-Morgen-Kolumne und die Lese­zei­chen. Die Guten-Morgen-Kolumne war ange­lehnt an die — dann doch sehr kurz­le­bi­ge -Kolum­ne eines nie­der­län­di­schen Blogs und die Lese­zei­chen sicher­lich auch an die links bei Felix Schwen­zel. Es sind halt delicious-bookmarks, die ein­fach in Wor­d­Press gespei­chert wer­den. Das macht Felix Schwen­zel seit 10 Jah­ren — inzwi­schen nicht mehr bei deli­cious, wobei höchst­in­ter­es­sant ist, wen er heut­zu­ta­ge im Gegen­satz zu frü­her nicht mehr linkt -, das macht John­ny Haeus­ler seit weni­gen Tagen und wit­zi­ger­wei­se sieht es dort genau­so dahin­ge­book­markt aus wie bei Felix Schwen­zel vor 10 Jah­ren. Der Bild­blog macht eine der­ar­ti­ge kom­men­tier­te Link­samm­lung auch schon seit 7 Jah­ren, wo ich mich gera­de fra­gen woll­te, ob dort die Link­samm­lung nicht die nor­ma­len Tex­te inzwi­schen begräbt.

Gün­ter Jauch hat bei der Frau der Woche eine Gegen­dar­stel­lung zu einer Fra­ge auf dem Cover erreicht. Beim Topf­voll­Gold zwei­felt man, dass das grund­sätz­lich etwas geän­dert hät­te — mit einer ent­spre­chend rhe­to­risch fra­gen­den Überschrift.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie­so fil­tern die Blog­ger so sel­ten Regio­nal­links? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen

Lesezeichen von heute

Haeusler, Tanja & Johnny – Netzgemüse

Weih­nach­ten steht vor der Tür und vie­ler­orts wer­den nun die Buch­lä­den durch­stö­bert, um inter­es­san­te lite­ra­ri­sche Sachen aus­fin­dig zu machen. Ich habe mir mal Netz­ge­mü­se von Tan­ja und John­ny Haeus­ler, der auch unter spreeblick.de bloggt, ange­schaut. In die­sem Fall ist es viel­leicht hilf­reich, die bei­den erst selbst zu Wort kom­men zu lassen:

Jetzt kann man zunächst ein­mal fest­stel­len, dass es hier eine dicke Markt­lü­cke gibt. Das Inter­net ist in vie­len Facet­ten nicht leicht zu ver­ste­hen. Das macht beson­ders dann Pro­ble­me, wenn Eltern dar­über nach­den­ken, wie sie ihre Kin­der im Inter­net beglei­ten. Und das tut Not, denn im Inter­net lau­ern recht­li­che und per­sön­li­che Gefah­ren. Ande­rer­seits bewe­gen sich Inter­net­nut­zer ziem­lich frei und unge­bun­den durch das Netz. Wor­auf sol­len sich Eltern daher einstellen?

Das ist in etwa die Fra­ge, der das Ehe­paar Haeus­ler nach­geht. Sicher­lich ist das Buch so geschrie­ben und wird so prä­sen­tiert, dass es sich irgend­wie ren­tiert. Inso­fern ist die­ser Ein­trag auch schon wie­der eine Form von Wer­bung. Aber ande­rer­seits bin ich davon über­zeugt, dass das Buch die Auf­ga­be, Eltern für ihre Auf­ga­be, Kin­der im Umgang mit dem Inter­net ver­ant­wor­tungs­voll zu beglei­ten, gut erfüllt.

Jetzt könn­te ich auch am Buch rum­mo­sern über man­chen gram­ma­tisch nicht ganz so per­fek­ten Satz­bau, ver­kürz­te und somit falsch wir­ken­de Dar­stel­lun­gen oder den Begriff Netz­ge­mü­se, der mich das gan­ze Buch gestört hat. Da mein Fokus aber dar­auf gerich­tet ist, her­aus­zu­fin­den, ob die­ses Buch Eltern eine Hil­fe sein kann, schie­be ich das mal ganz beiseite.

Und wenn das erst­mal bei­sei­te gescho­ben ist fällt zunächst die gro­ße Band­brei­te auf, die das Buch umfasst: Es han­delt den Umgang mit Com­pu­ter­spie­len, ille­ga­le Down­loads, Inter­net­diens­ten, Blogs, Mob­bing, Pseud­ony­men, sozia­len Kom­pe­ten­zen, Taschen­geld, Smart­pho­nes und und und ab. Ich habe auf Anhieb nichts gefun­den, was ich ver­mis­se. Alle The­men wer­den zwar nur ange­ris­sen und Bei­spie­le und Lösungs­an­sät­ze von wirk­lich schwie­ri­gen Pro­ble­men kom­men nicht vor. Das ist aber für ein Eisn­tiegs­buch in die Mate­rie nicht wei­ter schlimm. Die Fra­ge wäre eh, ob man ein sol­ches Buch nicht über­frach­te­te, wenn man zu vie­le Lösun­gen anbie­ten wollte.

Was ich sehr über­zeu­gend fin­de, ist, dass die Auto­ren heik­le The­men wie Por­no­gra­fie im Inter­net, die von Jugend­li­chen kon­su­miert wer­den kann, nicht umschiffen.

Das Buch braucht zwar etwa 100 Sei­ten um rich­tig in Schwung zu kom­men, trifft aber dann den rich­ti­gen Ton. Wer also Eltern kennt oder sel­ber erze­hungs­be­rech­tigt ist, dem lege ich die­ses Buch wärms­tens ans Herz.

Guten Morgen

Morgenkaffee

So, kurz vor der Mit­tags­zeit noch einen kur­zen Anriss: Drü­ben emp­feh­le ich das Buch Netz­ge­mü­se von Tan­ja und John­ny Haeus­ler aka Spree­blick für alle, die mit Jugend­li­chen zu tun haben.

Leo Gutsch empört sich über das mas­sen­haf­te Tatort-Gegucke.

Fried­rich Küp­pers­busch inter­es­siert sich für die Herkulesaufgabe:

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Beschwert sich nie­mand bei der CDU, dass See­ho­fer der CDU-Titulierung “Kanz­ler­wahl­ver­ein” unter Bei­be­las­sung der nega­ti­ven Kon­no­ta­ti­on etwas Posi­ti­ves abge­win­nen will? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 15. April 2012

Die Nachtgeschichten von heute

  • Welt­wo­che gegen Schrift­stel­le­rin — “Neu­er Stür­mer” — sueddeutsche.de — Der Chef von Weltwoche.ch, roger Köp­pel, ver­klagt Sibyl­le Berg wegen des Tweets “titel­blatt auf dem neu­en stür­mer. weltwoche.ch”. Wohl nicht mehr als ein PR-Klamauk.
  • Jung-Diktator über­rascht mit Rede: Kim Jong Un – neu­er Füh­rungs­stil für Nord­ko­rea? — FOCUS Online
  • Gegen­re­for­ma­ti­on | Post von Horn — Die Pira­ten haben die Alt­par­tei­en schwer erschreckt. Es schein so, als fürch­te­ten sie, auch ihre Mit­glie­der könn­ten auf den Gedan­ken kom­men, mit­re­den zu wol­len. Um sol­che Ten­den­zen im Keim zu ersti­cken, hat sich im Bun­des­tag eine Reform­be­we­gung gebil­det. Sie will die Ple­nar­de­bat­ten moder­ni­sie­ren. Das Rede­recht für Abweich­ler soll ein­ge­schränkt wer­den. So, wie wir den Bun­des­tag ken­nen, kann das nur der Anfang sein. Hat sich der Schritt bewährt, dürf­te rasch der nächs­te fol­gen: Abweich­ler wer­den gar nicht mehr reden dürfen.
  • Anti­se­mi­tis­mus unter Pira­ten — Rela­tiv rechts | FAZ | Harald Staun meint, dass die Befür­wor­tung der Pira­ten durch die Wäh­ler ohne poli­ti­sche Argu­men­te aus­kommt: “Um als Alter­na­ti­ve emp­fun­den zu wer­den, reicht es, kei­ne zu haben.”
  • Ich heb dann mal ur | Spree­blick — lasst mich um John­ny Cashs Wil­len in Ruhe mit eurer lächer­li­chen Kul­tur­pa­nik auf der einen und der Zensur- und Wissenszugang-Paranoia auf der ande­ren Sei­te. Es gibt so vie­le The­men, über die es sich zu reden lohnt. Dass viel­leicht unter­schied­li­che Schöp­fungs­be­rei­che auch unter­schied­li­che Urhe­ber­rech­te brau­chen; dass wir Lösun­gen für den pri­va­ten Produktions- und Kon­sum­be­reich nötig haben; dass Kom­po­nie­ren eben doch etwas ande­res ist als Pro­gram­mie­ren; dass es ohne Urhe­ber­recht auch kein Crea­ti­ve Com­mons geben kann; und noch so vie­les mehr.
  • http://textfromdog.tumblr.com/ — My dog sends me texts. I post them here. Yeah. Its weird.

Wel­ding, Malte — Ver­siebt, ver­kackt, ver­hei­ra­tet | Das Liebesleben der anderen

Mal­te Wel­ding, Ver­siebt, ver­kackt, ver­hei­ra­tet: Vom Leben nach dem Hap­py End, 204 Sei­ten, Piper Taschen­buch (9,99€) und eBook (8,49€), 2012

Der Flie­ger star­tet mor­gen früh nach Ber­lin. Wir kom­men zum Früh­stück an, das ist wich­tig. Dann arbei­tet der gemei­ne Ber­li­ner und die Tou­ris­ten sind noch nicht aus­ge­schwärmt. Aber es ist echt früh, der Flie­ger geht um Sechsuhr­ir­gend­was. Ich been­de den Tag vorm Lap­top am Schreib­tisch, da kommt mir Mal­te Wel­dings neu­es Buch zu. Das letz­te war nicht ganz mein Fall. Aber viel­leicht das. Viel­leicht soll­te man es in Ber­lin lesen. Viel­leicht hilft das. Abge­macht. Wel­ding­le­sen in Ber­lin. Der Authen­ti­zi­tät wegen. (Viel­leicht meint nun der ande­re oder eine, dass das nicht fair ist: Sein eige­nes Emp­fin­den und das Bespre­chen eines Buches zu ver­mi­schen. Wer das aus­ein­an­der­hal­ten möch­te, lese im Fol­gen­den ein­fach nur den ein­ge­rück­ten Text.)

Um zunächst etwas zum Autor ver­lie­ren: Mal­te Wel­ding ist Kolum­nist der Ber­li­ner Zei­tung und in Inter­net­krei­sen als Blog­ger bekannt gewor­den. Er hat schö­ne Arti­kel zu Spree­blick bei­ge­tra­gen, sol­che die man jetzt dem Blog wie­der wünscht. Dane­ben hat er für die Blogs Foo­li­gan, Neue Boden­stän­dig­keit und Deus ex machi­na geschrie­ben. 2010 erschien sein ers­tes Buch Frau­en und Män­ner pas­sen nicht zusam­men — auch nicht in der Mit­te.

Der Flie­ger erhebt sich am fol­gen­den Tag pünkt­lich um 6.40 Uhr in die Lüf­te. Die Ste­war­des­sen set­zen zu ihrer Mor­gen­gym­nas­tik an und ich schla­ge die ers­ten Sei­ten auf.

Das Buch han­delt von den drei Brü­dern Roman, Ben, Paul sowie Pauls Freund Jimo, deren Bekannt­schaft Wel­ding hat und die es nach dem Abitur von Aachen nach Ber­lin ver­zieht. Alle­samt ste­cken sie in Bezie­hun­gen, die ins Sto­cken gera­ten. Wel­ding scheint sie pri­vat zu ken­nen. Wird das jetzt eine Freun­des­ana­ly­se? Oder ein Roman und mehr als man meint ist fik­tiv? Alles bleibt etwas dun­kel für den Leser, der ins kal­te Was­ser gewor­fen wird. War­um sind die Geschich­ten der vier so inter­es­sant? Ich füh­le mich an Mar­cel Reich-Ranicki erin­nert, der mal mein­te, er wol­le nur noch Pro­blem­schil­de­run­gen von Intel­lek­tu­el­len lesen. Ich kann das gut ver­ste­hen, auch wenn ich sel­ber ein­fa­che Lite­ra­tur zu schät­zen weiß. Es muss nicht immer Kavi­ar sein. Aber weil ich eben Lie­bes­pro­ble­ma­ti­sie­run­gen in der Pop­kul­tur von David Bad­diel bis Ver­rückt nach dir inhalt­lich durch­wa­ten habe, fragt sich doch: Was bie­tet die­ses Buch neu­es? Außer dass es ein Fri­ends aus Ber­lin zu sein scheint? Der Blick in Bezie­hun­gen “nach dem Hap­py End”? Viel­leicht ist das Buch eher für Leu­te, die nur Lie­bes­fil­me kennen.

Als wir wie­der fes­ten Boden unter den Füßen haben, bemer­ke ich, dass in Ber­lin ja noch Win­ter ist. Min­des­tens 7 Grad weni­ger als in Düs­sel­dorf. Es herrscht inter­kon­ti­nen­ta­les Kli­ma, wie ich mich aus dem Sach­un­ter­richt zu erin­nern glau­be. Der war aber auch vor der Wen­de. Ich habe Durst und zie­he mir was am Auto­ma­ten. Mei­ne Freun­din fängt laut­hals an zu lachen, als sie die Büch­se sieht und berlinert:

Ditt kenn­wa im Wes­ten ja schon janich mehr: Dosen ohne Pfand!

Die S-Bahn ver­spä­tet sich, ich kra­me mei­ne Lek­tü­re raus:

Wel­ding stellt jedem Kapi­tel Zita­te vor­an. Sowas mag ich ja gar nicht. Die Zita­te sind nicht son­der­lich vom­ho­ckerhau­end, haben mit dem was folgt auch nicht direkt zu tun. Ich über­le­se sie kon­se­quent. Die drei Brü­der ste­cken in Bezie­hun­gen: Roman hat Mia gehei­ra­tet, Mia trennt sich gera­de von Paul und Ben ist mit Jui­la Mia zusam­men. Was sind das nun also für Leute?

Wir che­cken bei mei­nem Freund am Ost­kreuz ein und ler­nen Maren ken­nen, die auch dort wohnt. Sie hat Medi­zin stu­diert, aber nicht zu ende, ist Mit­te 30 und sat­telt nun zur Immo­bi­li­en­mak­le­rin um. Die letz­te Prü­fung hat sie in Ber­lin ver­passt, kann sie aber, was sie heu­te erfah­ren hat, in Ros­tock able­gen. Und hin­ter­her viel­leicht noch etwas stu­die­ren — was man in Ber­lin eben so macht. Über die Brü­cke am Ost­kreuz ver­schlägt es uns in das Dat­scha. Es gibt schwe­res rus­si­sches Frühstück…

… und Zeit zum lesen:

Zunächst ler­nen wir Roman und Paul ken­nen, nach­dem Gre­ta Paul, der sich gera­de auf einem LSD-Trip befin­det, den Lauf­pass gege­ben hat. Von Roman und Gre­ta erfah­ren wir, dass bei­de ein Kind bekom­men wol­len, aber etwas kon­tra­pro­duk­ti­ver­wei­se das mit dem Sex gera­de so gar nicht läuft. Von Ben wis­sen wir, dass er Archi­tek­tur stu­diert oder stu­diert hat und Paul ist ehr­geiz­lo­ser Rechts­an­walt. Die Beru­fe spie­len aber im Fol­gen­den kei­ne son­der­li­che Rol­le. Mia hängt an Roman, viel­leicht etwas lei­den­schaft­li­cher als umge­kehrt, Gre­ta scheint eine gut­aus­se­hen­de, wil­lens­star­ke Frau zu sein. Gene­rell bleibt es aber bei Typi­sie­run­gen der Cha­rak­te­re, ein eige­nes Bild will sich kaum ein­stel­len. Die Ker­le kom­men mir vor wie phan­ta­sie­lo­se, unlus­ti­ge Tunicht­guts. Wenig inspi­rie­rend — weder zum Inter­es­se an den Cha­rak­te­ren, noch zum Weiterlesen.

Als wir nach­mit­tags so durch den Osten schlen­dern, fal­len mir die tra­di­tio­nel­len Ber­li­ne­risms auf. In der Stra­ßen­bahn hat gefühlt jeder Zwei­te eine Bier­fla­sche dabei, im Osten fla­nie­ren Hun­de­köt­tel die Geh­we­ge, es herrscht distan­zier­te Humor­lo­sig­keit, hek­ti­sches Gehen, Gedrän­gel, und man sieht, was Frau­en in Ber­lin für Mode hal­ten: Knal­len­ge Legg­ins zu dun­kel­wat­tier­ten Ret­tungs­wes­ten. Oder wie mei­ne Freun­din sich ausdrückt:

Hier lau­fen selbst die ganz hüb­schen Mäd­chen auf häss­lich getrimmt rum.

Als irgend­wo wasch­ech­te Düs­sel­dor­fe­rin zieht es sie in eine der 111 Sehens­wür­dig­kei­ten des Sehens­wür­dig­kei­ten­bu­ches, das in Ber­lin die Tou­ris­ten erkenn­bar macht: Das ganz­jäh­ri­ge Verkleidungsgeschäft.

Wäh­rend sie den Laden aus­ein­an­der­nimmt und sich schließ­lich für eine über­di­men­sio­nier­te Geburts­tags­bril­le, sowie 30er Absperr­band und Warn­schil­der für ihren Geburts­tag ent­schei­det, lese ich…

… einen Witz. Tat­säch­lich. Ich lache auf Sei­te 130. So, dass eini­ge mich schon komisch anschau­en. Öffent­li­ches, spon­ta­nes Lachen in Ber­lin ist so eine Sache. Ich wer­de aber qua­si mit die­ser Stel­le etwas wär­mer mit dem Buch. Ich den­ke nicht mehr ans Weg­le­gen. Immer­hin so gut muss die Lek­tü­re sein. Man kann sie wei­ter­le­sen. Ich habe die Hoff­nung auf­ge­ge­ben, dass man sich, viel­leicht wie in einem Roman, mit irgend­ei­ner Figur der­art anfreun­det, dass man mit­fie­bert. Pus­te­ku­chen. Dafür gibt es Name­drop­ping: Daw­kins, Pin­ker und die Inter­net­aus­steck­anek­do­te von Fran­zen. Jaja.

Am nächs­ten Mor­gen hole ich Bröt­chen, Saft und Milch. Die B.Z. titelt “ENDLICH! Sauf Ver­bot in der BVG”. Kri­tik wird hier ja schnell umge­setzt, den­ke ich. Ubrin­gens: Die schmie­ri­gen Graf­fi­ti sind auch schei­ße! Ich gelan­ge zur Bröt­chen­the­ke, an der ich mich nicht ent­sin­nen kann, wie Ber­li­ner noch mal in Ber­lin hei­ßen, ler­ne dage­gen: “Good Coo­kies go to hea­ven, bad coo­kies go to…”

Als ich mit den Früh­stücks­sa­chen wie­der in die Woh­nung kom­me, erzählt Maren, dass sie nun eine Woh­nung in Ros­tock hat. Dafür die Prü­fung aber nicht machen kann. Ist nicht immer alles Ein­bahn­stra­ße. Zum Mit­tag­essen zieht es mei­ne Freun­din und mich wie­der in den Osten. Hin­ter den Hacke­schen Höfen ist Sushi ange­sagt. Das Sushi kann es mit den Düs­sel­dor­fern auf­neh­men. Da ich weni­ger Tel­ler ver­put­ze als mei­ne Begleitung…

… und mir die dor­ti­gen Klei­dungs­fach­ge­schäf­te nicht so zusa­gen wie mei­ner Freun­din, blät­te­re ich etwas.

Die han­deln­den Per­so­nen im Buch las­sen sich offen­bar immer von irgend­wel­chen Gefüh­len trei­ben. Man erfährt eigent­lich zu wenig über wirk­li­che Grün­de. Alles bleibt Spe­ku­la­ti­on, alle Ver­än­de­rung wirkt wie Ein­bahn­stra­ße. Das Buch ver­lei­tet, selbst über Pär­chen nach­zu­den­ken. Ich habe nach mei­ner Abi­zeit selbst ger­ne Pär­chen ana­ly­siert, nach Zie­len gefragt, über das Wohl­be­fin­den der ein­zel­nen Part­ner nach­ge­dacht. Ein­mal habe ich das einem Bekann­ten vor­ge­legt, wor­auf die­ser mein­te: “Japp, das klingt alles schlüs­sig. Und ich glau­be auch nicht, dass Bezie­hun­gen immer son­der­lich glück­lich sind unterm Strich. Aber viel­leicht sind die damit zufrie­den.” Da habe ich mich ange­fan­gen, mich in Zurück­hal­tung zu üben, was ande­re Pär­chen angeht.

Als wir den Rück­weg antre­ten — Rot­front tritt abends für lau im So36 auf-, kommt uns in Form drei­er Per­so­nen Mia. ent­ge­gen. Sagt zumin­dest mei­ne Freun­din. Ich habe nur Augen für die schul­ter­be­pols­ter­ten Lila­an­zü­ge, die mir einen Tick zu metro­se­xu­ell vor­kom­men. Die blon­de Beglei­tung ist zu klein, um mir auf­zu­fal­len. Kann sein, dass das Miet­ze war. Oder auch nicht.

Auf dem Rück­weg kom­men wir am St. Ober­holz vor­bei, uns ver­schlägt es aber in Unser Haus am Meer. Mei­ne Freun­din klagt seit 2 Tagen über Sei­ten­ste­chen. Blind­darm, even­tu­ell. Kann sein, mein­te Maren. Ich las­se mir das Wlan-Passwort geben und goog­le die 5 typi­schen Kenn­zei­chen einer Blind­darm­ent­zün­dung. Ihre Weh­weh­chen qua­li­fi­zie­ren nicht für was mit Blinddarm.

“Wan­der­schmerz”, lese ich vor. “Ja, jetzt, wo du’s sagst: im Rücken zieht was!” — “Nee, das soll hei­ßen, der Schmerz wan­dert zum Blind­darm hin, nicht quer durch den Kör­per.” — “Ach, so.”

Ihr geht es schlag­ar­tig bes­ser. Und wäh­rend sie her­aus­zu­fin­den ver­sucht, wer die über­bo­tox­te Frau im roten Kleid auf der ande­ren Sei­te ist, und ob sie ihren Beglei­ter aus dem Fern­se­hen kennt, lese ich das Buch zu ende.

Das Buch ist zu ende gele­sen und ver­han­delt. Das Ende wird nicht ver­ra­ten. Wir erfah­ren mehr über Bens Dreier­er­fah­rung, Jimos Fami­li­en­pla­nung und die Eltern der drei Brü­der. Soviel sei gesagt.

Was rate ich nun einem poten­ti­el­len Leser? Viel­leicht das, was man einem zu Ber­lin auch emp­feh­len wür­de: Man soll­te es selbst erkun­den. Ich hal­te mich nicht für son­der­lich reprä­sen­ta­tiv, um die­ses Buch geschmack­lich genau ein­zu­ord­nen. Dazu hat man, gera­de was Lie­be als The­ma angeht, doch viel Gepäck immer mit dabei.

Ob die­ses Buch was für Sie ist, mein geneig­ter Leser, müs­sen sie selbst her­aus­krie­gen. Viel­leicht haben Sie durch die vor­an­ge­gan­gen Zei­len etwas Appe­tit bekommen.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Die Rege­lung über die Wei­ter­lei­tung von Nut­zer­da­ten inner­halb der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on, was das Inter­net mit ein­schließt, ist teil­wei­se ver­fas­sungs­wid­rig.

Don Alphon­so beschwert sich über das Niveau­lim­bo bei der Kri­tik an Fefe.

Max343 und MSPRO reden im Pod­cast Tache­les über das Bei­trä­ge­zu­rück­schrau­ben auf spreeblick.com. (Etwas vor­spu­len, der Rest ist blabla).

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie oft wur­de in letz­ter Zeit der CDU schon um die Ohren gehau­en, dass ihre Geset­ze mit der Ver­fas­sung auf Kriegs­fuß ste­hen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Bosch besucht die Pro­vinz, nament­lich Itze­hoe, wobei etwas unter­geht, dass jede Stadt irgend­wo trist wirkt, wenn man sozi­al nicht ein­ge­bun­den ist.

Phi­lip Ban­se redet mit Wolf­gang Michal (Carta.info) und John­ny Häus­ler (Spreeblick.com) über das aktu­el­le Ver­hält­nis von Blog­go­sphä­re und Print­me­di­en. Etwas lang­at­mig, wobei ich Häus­ler gefühlt dar­in zustim­me, dass Blogs sich auf bestimm­te The­men kon­zen­trie­ren soll­ten, wenn die Print­me­di­en immer fla­cher wer­den und da alles abgrasen.

Julia Smir­no­va erklärt, wie­so rus­si­sche Künst­ler wie Anna Netreb­ko die Kan­di­da­tur Putins unter­stüt­zen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wird es ange­sichts wenig Nach­kom­men­der wohl mal ein Blog­re­vi­val geben? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 17. Februar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Blogakzeptanz

Es rap­pelt wie­der im Kar­ton: Der­zeit ist es en vogue, sich auf die Kunst des Blog­gens zu besin­nen. Damit hat Cem mit der Trend.meiner-Rei­he en mal ange­fan­gen, wobei er statt auf Blogs auf sozia­le Netz­wer­ke kom­mer­zi­el­ler Natur bau­en woll­te, wäh­rend Ben die genau ent­ge­gen gesetz­te Rich­tung befür­wor­tet. Der­zeit ist John­ny bei Spree­blick auf die­ser Wel­le unter­wegs, sein Blog soll kon­zen­trier­ter, d.h. weni­ger Mehr­au­to­ren­blog wer­den. Felix Schwen­zel sieht dar­in den Kon­flikt zwi­schen Mehr­au­to­ren­blog und rein pri­va­tem Blog, wobei Schwen­zel selbst gera­de sein Blog optisch für die heu­ti­ge Zeit fit zu machen ver­sucht. Und damit sind wir bei schwupps von der inhalt­li­chen bei der opti­schen Blo­g­ak­zep­tanz gelandet.

Es ist ganz nett zu sehen, dass auch gestan­de­ne Blog­ger ab und an durch­ein­an­der kom­men bei der Fra­ge, wie ihr Blog eigent­lich funk­tio­nie­ren soll. Wenn man das erst ein­mal auf dem Schirm hat, stol­pert man eigent­lich nicht mehr dar­über. Ich für mei­nen Teil blog­ge qua­si einer­seits pri­vat in mei­nem Log­buch, und ande­rer­seits hier auf der Sei­te, wenn nicht bloß mein spe­zi­el­les Erle­ben einer Situa­ti­on im Mit­tel­punkt eines Tex­tes ste­hen soll. Da stellt sich dann noch die Fra­ge, wie­so man bei­de nicht zusam­men­schmeißt, aber ich sehe da noch einen fei­nen Unter­schied. Dane­ben könn­ten wegen mir hier ande­re Leu­te blog­gen — was der­zeit gar nicht geschieht — ohne dass der Sinn die­ses Blogs damit kon­ter­ka­riert wür­de. Mit dem einen Blog hal­te ich Kon­takt zur Blog­go­sphä­re, mit dem ande­ren pfeif­fe ich drauf — es gibt genü­gend Leu­te im Inter­net, die eh nichts mit der Blog­go­sphä­re anfan­gen können.

Bei Spree­blick krie­sel­te es mei­nes Erach­tens nicht des­we­gen, weil es ein Mehr­au­to­ren­blog war, son­dern weil es the­ma­tisch gar kei­ne Ord­nung mehr gab. Da gab es einer bestimm­ten Musik­lieb­ha­be­rei ver­ord­ne­te Arti­kel neben Gedich­ten, Gewinn­spie­len, Inter­netthe­men­dis­kus­sio­nen und Fuss­ball­be­richt­erstat­tung. Das war irgend­wann für den Leser nicht mehr über­schau­bar oder viel­leicht bes­ser: einord­bar. Zwangs­läu­fig dämmt man das Pro­blem ein, wenn man fort­an nur noch allei­ne bloggt — es gin­ge bei bes­se­rer Leit­li­ni­en­ge­bung sicher aber auch mit diver­sen Autoren.

Was die opti­sche Blo­g­ak­zep­tanz angeht: Soweit ich weiß ist mei­ne Sei­te auf allen Gerä­ten les­bar, auf einem iPho­ne viel­leicht nur mit Hil­fe des Hin-und-Herschubssens der Sei­te. Wenn ich Felix Schwen­zel recht ver­stan­den habe, wurm­te es ihn im Spe­zi­el­len, dass sei­ne Sei­te auf dem iPho­ne gar nicht ange­zeigt wer­den konn­te. Da ich nur ein wenig ein­ge­setz­tes Smart­pho­ne habe und dies kein iPho­ne ist, fuchst mich die Dar­stel­lung die­ses Blogs auf Smart­pho­nen wenig. Mich wurmt eher die Les­bar­keit an Com­pu­ter­bild­schir­men, wofür mein Blog im ers­ten Sin­ne kon­zi­piert war. Hier­bei beson­ders Schrift­ar­ten und die Worte-pro-Zeile-Einschätzung, die sich bei mir gera­de auf eine bestimm­te Fre­quenz ein­ge­pen­delt hat. Auf Felix Schwen­zels Blog scheint mir das gera­de Gedan­ken unnö­tig oft zu unter­bre­chen — sieht aber auf dem iPho­ne gut aus ;-).

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