Mrgn.

Artikel-Schlagworte: „Spreeblick“

Guten Morgen

Morgenkaffee

Zeitgleich starteten hier vor mehr als 3 Jahren die Guten-Morgen-Kolumne und die Lesezeichen. Die Guten-Morgen-Kolumne war angelehnt an die - dann doch sehr kurzlebige -Kolumne eines niederländischen Blogs und die Lesezeichen sicherlich auch an die links bei Felix Schwenzel. Es sind halt delicious-bookmarks, die einfach in WordPress gespeichert werden. Das macht Felix Schwenzel seit 10 Jahren - inzwischen nicht mehr bei delicious, wobei höchstinteressant ist, wen er heutzutage im Gegensatz zu früher nicht mehr linkt -, das macht Johnny Haeusler seit wenigen Tagen und witzigerweise sieht es dort genauso dahingebookmarkt aus wie bei Felix Schwenzel vor 10 Jahren. Der Bildblog macht eine derartige kommentierte Linksammlung auch schon seit 7 Jahren, wo ich mich gerade fragen wollte, ob dort die Linksammlung nicht die normalen Texte inzwischen begräbt.

Günter Jauch hat bei der Frau der Woche eine Gegendarstellung zu einer Frage auf dem Cover erreicht. Beim TopfvollGold zweifelt man, dass das grundsätzlich etwas geändert hätte - mit einer entsprechend rhetorisch fragenden Überschrift.

Und wäh­rend ich mir die Frage stel­le: Wieso filtern die Blogger so selten Regionallinks? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Lesezeichen

Lesezeichen von heute

  • Red Bull: Ich war eine Dose | Wirtschaft | ZEIT ONLINE Das System Red Bull: Wie die Firma mithilfe wagemutiger Sportler ein Ereignis- und Medienimperium aufbaut.
  • Great photorealistic painting | kottke.org
  • wenn jemand seine menschenverachtung mit facebookkritik mischt – wirres.net was ich auch gar nicht an falk lükes beitrag mag, ist seine susanne-gaschke-mässige verachtung von beiläufiger, trivialer kommunikation.
  • 2013: Das Web zurückerobern « Spreeblick "Ich werde jedoch verstärkt darauf achten, dass die Inhalte, die mir am Herzen liegen, in erster Linie auf Spreeblick passieren. " Soso.
  • Wahlkampf für bessere Kanzler-Besoldung | Post von Horn Bei der Bundestagswahl 2009 landete die SPD bei mickrigen 23 Prozent. Der SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück will offenbar nachweisen, dass es noch Luft nach unten gibt. Er setzt alle Hebel in Bewegung, um bei der Wahl 2013 zu scheitern. Er schreckt nicht einmal davor zurück, aus seiner Bewerbung für das Kanzleramt eine Lachnummer zu machen.
  • Another great Bill Murray story Kelly Lynch: "speaking of Bill Murray, every time Road House is on and he or one of his idiot brothers are watching TV — and they're always watching TV — one of them calls my husband and says [In a reasonable approximation of Carl Spackler], "Kelly's having sex with Patrick Swayze right now. They're doing it. He's throwing her against the rocks." [Away from the receiver.] What? Oh, my God. Mitch was just walking out the door to the set, and he said that Bill once called him from Russia."

Haeusler, Tanja & Johnny – Netzgemüse

Weihnachten steht vor der Tür und vielerorts werden nun die Buchläden durchstöbert, um interessante literarische Sachen ausfindig zu machen. Ich habe mir mal Netzgemüse von Tanja und Johnny Haeusler, der auch unter spreeblick.de bloggt, angeschaut. In diesem Fall ist es vielleicht hilfreich, die beiden erst selbst zu Wort kommen zu lassen:

Jetzt kann man zunächst einmal feststellen, dass es hier eine dicke Marktlücke gibt. Das Internet ist in vielen Facetten nicht leicht zu verstehen. Das macht besonders dann Probleme, wenn Eltern darüber nachdenken, wie sie ihre Kinder im Internet begleiten. Und das tut Not, denn im Internet lauern rechtliche und persönliche Gefahren. Andererseits bewegen sich Internetnutzer ziemlich frei und ungebunden durch das Netz. Worauf sollen sich Eltern daher einstellen?

Das ist in etwa die Frage, der das Ehepaar Haeusler nachgeht. Sicherlich ist das Buch so geschrieben und wird so präsentiert, dass es sich irgendwie rentiert. Insofern ist dieser Eintrag auch schon wieder eine Form von Werbung. Aber andererseits bin ich davon überzeugt, dass das Buch die Aufgabe, Eltern für ihre Aufgabe, Kinder im Umgang mit dem Internet verantwortungsvoll zu begleiten, gut erfüllt.

Jetzt könnte ich auch am Buch rummosern über manchen grammatisch nicht ganz so perfekten Satzbau, verkürzte und somit falsch wirkende Darstellungen oder den Begriff Netzgemüse, der mich das ganze Buch gestört hat. Da mein Fokus aber darauf gerichtet ist, herauszufinden, ob dieses Buch Eltern eine Hilfe sein kann, schiebe ich das mal ganz beiseite.

Und wenn das erstmal beiseite geschoben ist fällt zunächst die große Bandbreite auf, die das Buch umfasst: Es handelt den Umgang mit Computerspielen, illegale Downloads, Internetdiensten, Blogs, Mobbing, Pseudonymen, sozialen Kompetenzen, Taschengeld, Smartphones und und und ab. Ich habe auf Anhieb nichts gefunden, was ich vermisse. Alle Themen werden zwar nur angerissen und Beispiele und Lösungsansätze von wirklich schwierigen Problemen kommen nicht vor. Das ist aber für ein Eisntiegsbuch in die Materie nicht weiter schlimm. Die Frage wäre eh, ob man ein solches Buch nicht überfrachtete, wenn man zu viele Lösungen anbieten wollte.

Was ich sehr überzeugend finde, ist, dass die Autoren heikle Themen wie Pornografie im Internet, die von Jugendlichen konsumiert werden kann, nicht umschiffen.

Das Buch braucht zwar etwa 100 Seiten um richtig in Schwung zu kommen, trifft aber dann den richtigen Ton. Wer also Eltern kennt oder selber erzehungsberechtigt ist, dem lege ich dieses Buch wärmstens ans Herz.

Guten Morgen

Morgenkaffee So, kurz vor der Mittagszeit noch einen kurzen Anriss: Drüben empfehle ich das Buch Netzgemüse von Tanja und Johnny Haeusler aka Spreeblick für alle, die mit Jugendlichen zu tun haben.

Leo Gutsch empört sich über das massenhafte Tatort-Gegucke.

Friedrich Küppersbusch interessiert sich für die Herkulesaufgabe:

Und während ich mir die Frage stelle: Beschwert sich niemand bei der CDU, dass Seehofer der CDU-Titulierung “Kanzlerwahlverein” unter Beibelassung der negativen Konnotation etwas Positives abgewinnen will? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 15. April 2012

Die Nachtgeschichten von heute

  • Weltwoche gegen Schriftstellerin - "Neuer Stürmer" - sueddeutsche.de - Der Chef von Weltwoche.ch, roger Köppel, verklagt Sibylle Berg wegen des Tweets "titelblatt auf dem neuen stürmer. weltwoche.ch". Wohl nicht mehr als ein PR-Klamauk.
  • Jung-Diktator überrascht mit Rede: Kim Jong Un – neuer Führungsstil für Nordkorea? - FOCUS Online -
  • Gegenreformation | Post von Horn - Die Piraten haben die Altparteien schwer erschreckt. Es schein so, als fürchteten sie, auch ihre Mitglieder könnten auf den Gedanken kommen, mitreden zu wollen. Um solche Tendenzen im Keim zu ersticken, hat sich im Bundestag eine Reformbewegung gebildet. Sie will die Plenardebatten modernisieren. Das Rederecht für Abweichler soll eingeschränkt werden. So, wie wir den Bundestag kennen, kann das nur der Anfang sein. Hat sich der Schritt bewährt, dürfte rasch der nächste folgen: Abweichler werden gar nicht mehr reden dürfen.
  • Antisemitismus unter Piraten - Relativ rechts | FAZ | Harald Staun meint, dass die Befürwortung der Piraten durch die Wähler ohne politische Argumente auskommt: "Um als Alternative empfunden zu werden, reicht es, keine zu haben."
  • Ich heb dann mal ur | Spreeblick - lasst mich um Johnny Cashs Willen in Ruhe mit eurer lächerlichen Kulturpanik auf der einen und der Zensur- und Wissenszugang-Paranoia auf der anderen Seite. Es gibt so viele Themen, über die es sich zu reden lohnt. Dass vielleicht unterschiedliche Schöpfungsbereiche auch unterschiedliche Urheberrechte brauchen; dass wir Lösungen für den privaten Produktions- und Konsumbereich nötig haben; dass Komponieren eben doch etwas anderes ist als Programmieren; dass es ohne Urheberrecht auch kein Creative Commons geben kann; und noch so vieles mehr.
  • http://textfromdog.tumblr.com/ - My dog sends me texts. I post them here. Yeah. Its weird.

Wel­ding, Malte — Ver­siebt, ver­kackt, ver­hei­ra­tet | Das Liebesleben der anderen

Malte Welding, Versiebt, verkackt, verheiratet: Vom Leben nach dem Happy End, 204 Seiten, Piper Taschenbuch (9,99€) und eBook (8,49€), 2012

Der Flieger startet morgen früh nach Berlin. Wir kommen zum Frühstück an, das ist wichtig. Dann arbeitet der gemeine Berliner und die Touristen sind noch nicht ausgeschwärmt. Aber es ist echt früh, der Flieger geht um Sechsuhrirgendwas. Ich beende den Tag vorm Laptop am Schreibtisch, da kommt mir Malte Weldings neues Buch zu. Das letzte war nicht ganz mein Fall. Aber vielleicht das. Vielleicht sollte man es in Berlin lesen. Vielleicht hilft das. Abgemacht. Weldinglesen in Berlin. Der Authentizität wegen. (Vielleicht meint nun der andere oder eine, dass das nicht fair ist: Sein eigenes Empfinden und das Besprechen eines Buches zu vermischen. Wer das auseinanderhalten möchte, lese im Folgenden einfach nur den eingerückten Text.)

Um zunächst etwas zum Autor verlieren: Malte Welding ist Kolumnist der Berliner Zeitung und in Internetkreisen als Blogger bekannt geworden. Er hat schöne Artikel zu Spreeblick beigetragen, solche die man jetzt dem Blog wieder wünscht. Daneben hat er für die Blogs Fooligan, Neue Bodenständigkeit und Deus ex machina geschrieben. 2010 erschien sein erstes Buch Frauen und Männer passen nicht zusammen - auch nicht in der Mitte.

Der Flieger erhebt sich am folgenden Tag pünktlich um 6.40 Uhr in die Lüfte. Die Stewardessen setzen zu ihrer Morgengymnastik an und ich schlage die ersten Seiten auf.

Das Buch handelt von den drei Brüdern Roman, Ben, Paul sowie Pauls Freund Jimo, deren Bekanntschaft Welding hat und die es nach dem Abitur von Aachen nach Berlin verzieht. Allesamt stecken sie in Beziehungen, die ins Stocken geraten. Welding scheint sie privat zu kennen. Wird das jetzt eine Freundesanalyse? Oder ein Roman und mehr als man meint ist fiktiv? Alles bleibt etwas dunkel für den Leser, der ins kalte Wasser geworfen wird. Warum sind die Geschichten der vier so interessant? Ich fühle mich an Marcel Reich-Ranicki erinnert, der mal meinte, er wolle nur noch Problemschilderungen von Intellektuellen lesen. Ich kann das gut verstehen, auch wenn ich selber einfache Literatur zu schätzen weiß. Es muss nicht immer Kaviar sein. Aber weil ich eben Liebesproblematisierungen in der Popkultur von David Baddiel bis Verrückt nach dir inhaltlich durchwaten habe, fragt sich doch: Was bietet dieses Buch neues? Außer dass es ein Friends aus Berlin zu sein scheint? Der Blick in Beziehungen "nach dem Happy End"? Vielleicht ist das Buch eher für Leute, die nur Liebesfilme kennen.

Als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben, bemerke ich, dass in Berlin ja noch Winter ist. Mindestens 7 Grad weniger als in Düsseldorf. Es herrscht interkontinentales Klima, wie ich mich aus dem Sachunterricht zu erinnern glaube. Der war aber auch vor der Wende. Ich habe Durst und ziehe mir was am Automaten. Meine Freundin fängt lauthals an zu lachen, als sie die Büchse sieht und berlinert:

Ditt kennwa im Westen ja schon janich mehr: Dosen ohne Pfand!

Die S-Bahn verspätet sich, ich krame meine Lektüre raus:

Welding stellt jedem Kapitel Zitate voran. Sowas mag ich ja gar nicht. Die Zitate sind nicht sonderlich vomhockerhauend, haben mit dem was folgt auch nicht direkt zu tun. Ich überlese sie konsequent. Die drei Brüder stecken in Beziehungen: Roman hat Mia geheiratet, Mia trennt sich gerade von Paul und Ben ist mit Juila Mia zusammen. Was sind das nun also für Leute?

Wir checken bei meinem Freund am Ostkreuz ein und lernen Maren kennen, die auch dort wohnt. Sie hat Medizin studiert, aber nicht zu ende, ist Mitte 30 und sattelt nun zur Immobilienmaklerin um. Die letzte Prüfung hat sie in Berlin verpasst, kann sie aber, was sie heute erfahren hat, in Rostock ablegen. Und hinterher vielleicht noch etwas studieren - was man in Berlin eben so macht. Über die Brücke am Ostkreuz verschlägt es uns in das Datscha. Es gibt schweres russisches Frühstück...

... und Zeit zum lesen:

Zunächst lernen wir Roman und Paul kennen, nachdem Greta Paul, der sich gerade auf einem LSD-Trip befindet, den Laufpass gegeben hat. Von Roman und Greta erfahren wir, dass beide ein Kind bekommen wollen, aber etwas kontraproduktiverweise das mit dem Sex gerade so gar nicht läuft. Von Ben wissen wir, dass er Architektur studiert oder studiert hat und Paul ist ehrgeizloser Rechtsanwalt. Die Berufe spielen aber im Folgenden keine sonderliche Rolle. Mia hängt an Roman, vielleicht etwas leidenschaftlicher als umgekehrt, Greta scheint eine gutaussehende, willensstarke Frau zu sein. Generell bleibt es aber bei Typisierungen der Charaktere, ein eigenes Bild will sich kaum einstellen. Die Kerle kommen mir vor wie phantasielose, unlustige Tunichtguts. Wenig inspirierend - weder zum Interesse an den Charakteren, noch zum Weiterlesen.

Als wir nachmittags so durch den Osten schlendern, fallen mir die traditionellen Berlinerisms auf. In der Straßenbahn hat gefühlt jeder Zweite eine Bierflasche dabei, im Osten flanieren Hundeköttel die Gehwege, es herrscht distanzierte Humorlosigkeit, hektisches Gehen, Gedrängel, und man sieht, was Frauen in Berlin für Mode halten: Knallenge Leggins zu dunkelwattierten Rettungswesten. Oder wie meine Freundin sich ausdrückt:

Hier laufen selbst die ganz hübschen Mädchen auf hässlich getrimmt rum.

Als irgendwo waschechte Düsseldorferin zieht es sie in eine der 111 Sehenswürdigkeiten des Sehenswürdigkeitenbuches, das in Berlin die Touristen erkennbar macht: Das ganzjährige Verkleidungsgeschäft.

Während sie den Laden auseinandernimmt und sich schließlich für eine überdimensionierte Geburtstagsbrille, sowie 30er Absperrband und Warnschilder für ihren Geburtstag entscheidet, lese ich...

... einen Witz. Tatsächlich. Ich lache auf Seite 130. So, dass einige mich schon komisch anschauen. Öffentliches, spontanes Lachen in Berlin ist so eine Sache. Ich werde aber quasi mit dieser Stelle etwas wärmer mit dem Buch. Ich denke nicht mehr ans Weglegen. Immerhin so gut muss die Lektüre sein. Man kann sie weiterlesen. Ich habe die Hoffnung aufgegeben, dass man sich, vielleicht wie in einem Roman, mit irgendeiner Figur derart anfreundet, dass man mitfiebert. Pustekuchen. Dafür gibt es Namedropping: Dawkins, Pinker und die Internetaussteckanekdote von Franzen. Jaja.

Am nächsten Morgen hole ich Brötchen, Saft und Milch. Die B.Z. titelt "ENDLICH! Sauf Verbot in der BVG". Kritik wird hier ja schnell umgesetzt, denke ich. Ubringens: Die schmierigen Graffiti sind auch scheiße! Ich gelange zur Brötchentheke, an der ich mich nicht entsinnen kann, wie Berliner noch mal in Berlin heißen, lerne dagegen: "Good Cookies go to heaven, bad cookies go to..."

Als ich mit den Frühstückssachen wieder in die Wohnung komme, erzählt Maren, dass sie nun eine Wohnung in Rostock hat. Dafür die Prüfung aber nicht machen kann. Ist nicht immer alles Einbahnstraße. Zum Mittagessen zieht es meine Freundin und mich wieder in den Osten. Hinter den Hackeschen Höfen ist Sushi angesagt. Das Sushi kann es mit den Düsseldorfern aufnehmen. Da ich weniger Teller verputze als meine Begleitung...

... und mir die dortigen Kleidungsfachgeschäfte nicht so zusagen wie meiner Freundin, blättere ich etwas.

Die handelnden Personen im Buch lassen sich offenbar immer von irgendwelchen Gefühlen treiben. Man erfährt eigentlich zu wenig über wirkliche Gründe. Alles bleibt Spekulation, alle Veränderung wirkt wie Einbahnstraße. Das Buch verleitet, selbst über Pärchen nachzudenken. Ich habe nach meiner Abizeit selbst gerne Pärchen analysiert, nach Zielen gefragt, über das Wohlbefinden der einzelnen Partner nachgedacht. Einmal habe ich das einem Bekannten vorgelegt, worauf dieser meinte: "Japp, das klingt alles schlüssig. Und ich glaube auch nicht, dass Beziehungen immer sonderlich glücklich sind unterm Strich. Aber vielleicht sind die damit zufrieden." Da habe ich mich angefangen, mich in Zurückhaltung zu üben, was andere Pärchen angeht.

Als wir den Rückweg antreten - Rotfront tritt abends für lau im So36 auf-, kommt uns in Form dreier Personen Mia. entgegen. Sagt zumindest meine Freundin. Ich habe nur Augen für die schulterbepolsterten Lilaanzüge, die mir einen Tick zu metrosexuell vorkommen. Die blonde Begleitung ist zu klein, um mir aufzufallen. Kann sein, dass das Mietze war. Oder auch nicht.

Auf dem Rückweg kommen wir am St. Oberholz vorbei, uns verschlägt es aber in Unser Haus am Meer. Meine Freundin klagt seit 2 Tagen über Seitenstechen. Blinddarm, eventuell. Kann sein, meinte Maren. Ich lasse mir das Wlan-Passwort geben und google die 5 typischen Kennzeichen einer Blinddarmentzündung. Ihre Wehwehchen qualifizieren nicht für was mit Blinddarm.

"Wanderschmerz", lese ich vor. "Ja, jetzt, wo du's sagst: im Rücken zieht was!" - "Nee, das soll heißen, der Schmerz wandert zum Blinddarm hin, nicht quer durch den Körper." - "Ach, so."

Ihr geht es schlagartig besser. Und während sie herauszufinden versucht, wer die überbotoxte Frau im roten Kleid auf der anderen Seite ist, und ob sie ihren Begleiter aus dem Fernsehen kennt, lese ich das Buch zu ende.

Das Buch ist zu ende gelesen und verhandelt. Das Ende wird nicht verraten. Wir erfahren mehr über Bens Dreiererfahrung, Jimos Familienplanung und die Eltern der drei Brüder. Soviel sei gesagt.

Was rate ich nun einem potentiellen Leser? Vielleicht das, was man einem zu Berlin auch empfehlen würde: Man sollte es selbst erkunden. Ich halte mich nicht für sonderlich repräsentativ, um dieses Buch geschmacklich genau einzuordnen. Dazu hat man, gerade was Liebe als Thema angeht, doch viel Gepäck immer mit dabei.

Ob dieses Buch was für Sie ist, mein geneigter Leser, müssen sie selbst herauskriegen. Vielleicht haben Sie durch die vorangegangen Zeilen etwas Appetit bekommen.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Die Regelung über die Weiterleitung von Nutzerdaten innerhalb der Telekommunikation, was das Internet mit einschließt, ist teilweise verfassungswidrig.

Don Alphonso beschwert sich über das Niveaulimbo bei der Kritik an Fefe.

Max343 und MSPRO reden im Podcast Tacheles über das Beiträgezurückschrauben auf spreeblick.com. (Etwas vorspulen, der Rest ist blabla).

Und während ich mir die Frage stelle: Wie oft wurde in letzter Zeit der CDU schon um die Ohren gehauen, dass ihre Gesetze mit der Verfassung auf Kriegsfuß stehen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Bosch besucht die Provinz, namentlich Itzehoe, wobei etwas untergeht, dass jede Stadt irgendwo trist wirkt, wenn man sozial nicht eingebunden ist.

Philip Banse redet mit Wolfgang Michal (Carta.info) und Johnny Häusler (Spreeblick.com) über das aktuelle Verhältnis von Bloggosphäre und Printmedien. Etwas langatmig, wobei ich Häusler gefühlt darin zustimme, dass Blogs sich auf bestimmte Themen konzentrieren sollten, wenn die Printmedien immer flacher werden und da alles abgrasen.

Julia Smirnova erklärt, wieso russische Künstler wie Anna Netrebko die Kandidatur Putins unterstützen.

Und während ich mir die Frage stelle: Wird es angesichts wenig Nachkommender wohl mal ein Blogrevival geben? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 17. Februar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Blogakzeptanz

Es rap­pelt wieder im Kar­ton: Derzeit ist es en vogue, sich auf die Kun­st des Bloggens zu besin­nen. Damit hat Cem mit der Trend.meiner-Rei­he en mal ange­fan­gen, wobei er statt auf Blogs auf soziale Net­zw­erke kom­merzieller Natur bauen woll­te, während Ben die genau ent­ge­gen geset­zte Rich­tung befür­wortet. Derzeit ist John­ny bei Spree­blick auf dieser Welle unter­wegs, sein Blog soll konzen­tri­ert­er, d.h. weniger Mehrautoren­blog wer­den. Felix Schwen­zel sieht dar­in den Kon­flikt zwis­chen Mehrautoren­blog und rein pri­vatem Blog, wobei Schwen­zel selb­st ger­ade sein Blog optis­ch für die heutige Zeit fit zu machen ver­sucht. Und damit sind wir bei schwup­ps von der inhaltlichen bei der optis­chen Blo­gakzep­tanz gelandet.

Es ist ganz nett zu sehen, dass auch ges­tandene Blog­ger ab und an durcheinan­der kom­men bei der Frage, wie ihr Blog eigentlich funk­tion­ieren soll. Wenn man das erst ein­mal auf dem Schirm hat, stolpert man eigentlich nicht mehr darüber. Ich für meinen Teil blogge qua­si ein­er­seits pri­vat in meinem Log­buch, und ander­er­seits hier auf der Seite, wenn nicht bloß mein spezielles Erleben ein­er Sit­u­a­tion im Mit­telpunkt eines Tex­tes ste­hen soll. Da stellt sich dann noch die Frage, wieso man bei­de nicht zusam­men­schmeißt, aber ich sehe da noch einen feinen Unter­schied. Daneben kön­nten wegen mir hier andere Leute bloggen — was derzeit gar nicht geschieht — ohne dass der Sinn dieses Blogs damit kon­terkari­ert würde. Mit dem einen Blog hal­te ich Kon­takt zur Blog­gosphäre, mit dem anderen pfeif­fe ich drauf — es gibt genü­gend Leute im Inter­net, die eh nichts mit der Blog­gosphäre anfan­gen kön­nen.

Bei Spree­blick kriesel­te es meines Eracht­ens nicht deswe­gen, weil es ein Mehrautoren­blog war, son­dern weil es the­ma­tis­ch gar keine Ord­nung mehr gab. Da gab es ein­er bes­timmten Musik­lieb­haberei verord­nete Artikel neben Gedicht­en, Gewinn­spie­len, Inter­net­the­mendiskus­sio­nen und Fuss­ball­berichter­stat­tung. Das war irgend­wann für den Leser nicht mehr über­schaubar oder vielle­icht besser: einord­bar. Zwangsläu­fig dämmt man das Prob­lem ein, wenn man for­t­an nur noch alleine blog­gt — es gin­ge bei besser­er Leitlin­ienge­bung sicher aber auch mit diversen Autoren.

Was die optis­che Blo­gakzep­tanz ange­ht: Soweit ich weiß ist meine Seite auf allen Geräten les­bar, auf einem iPhone vielle­icht nur mit Hil­fe des Hin-und-Her­schub­ssens der Seite. Wenn ich Felix Schwen­zel recht ver­standen habe, wurmte es ihn im Speziel­len, dass seine Seite auf dem iPhone gar nicht angezeigt wer­den kon­nte. Da ich nur ein wenig einge­set­ztes Smart­phone habe und dies kein iPhone ist, fuch­st mich die Darstel­lung dieses Blogs auf Smart­pho­nen wenig. Mich wurmt eher die Les­barkeit an Com­put­er­bild­schir­men, wofür mein Blog im ersten Sin­ne konzip­iert war. Hier­bei beson­ders Schrif­tarten und die Worte-pro-Zeile-Ein­schätzung, die sich bei mir ger­ade auf eine bes­timmte Fre­quenz eingepen­delt hat. Auf Felix Schwen­zels Blog scheint mir das ger­ade Gedanken unnötig oft zu unter­brechen — sieht aber auf dem iPhone gut aus ;-).

April 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Mrz    
 12
3456789
10111213141516
17181920212223
24252627282930
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
    • none
Seite 1 von 41234