Guten Morgen

morgenkaffee

Die Berlin­er Zeitung doku­men­tiert ein zwar geführtes, aber nicht veröf­fentlicht­es Inter­view zwis­chen Michel Fried­man und Thi­lo Sar­razin. Allein die ange­führten Fra­gen sind das Lesen wert.

Rome erk­lärt, wie das mit Beziehun­gen zu Frauen über 30 so ist:

Ein­fach tief in die Augen guck­en, biss­chen an- und aus­lachen und sie fra­gen, ob sie noch alle Tassen im Schrank hat. Dann muss man ihr nur noch sagen, dass sie mit dem Scheiß aufhören und auf der Stelle zu dir kom­men soll. Dann kom­men die angedack­elt, du nimmst sie in den Arm und fer­tig. Nor­maler­weise reicht das schon.

…Kaf­fee bei mir befasst sich mit dem poli­tis­chen Treiben von Frau zu Gut­ten­berg, das vom Lichte der Partei ihres Mannes beleuchtet von­stat­ten geht.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum glauben einige Men­schen, sie seien bedeu­tend, nur weil sie wen geheiratet haben, der das möglicher­weise ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

Weiterlesen

Guten Morgen

morgenkaffee

Carta.info befasst sich mit der Bildzeitung, die die Sar­razin-Debat­te zur Sch­ablone ihrer Sprech­berech­ti­gungskam­pagne macht. Dabei ignori­ert man bei der Bild natür­lich die sar­razin­schen Aus­führung, die den Recht­sausleger für die Diskus­sion dis­qual­i­fizieren:

“Das Muster des gen­er­a­tiv­en Ver­hal­tens in Deutsch­land seit Mitte der sechziger Jahre ist nicht nur keine Dar­win­sche natür­liche Zucht­wahl im Sinne von “sur­vival of the fittest”, son­dern eine kul­turell bed­ingte, von Men­schen selb­st ges­teuerte neg­a­tive Selek­tion, die den einzi­gen nachwach­senden Rohstoff, den Deutsch­land hat, näm­lich Intel­li­genz, rel­a­tiv und abso­lut in hohem Tem­po ver­min­dert.” (Seite 353)

Als ob der Mann irgen­deine Ahnung hätte, wovon er da redet. Auch Ex-Bild-am-Son­ntag-Chefredak­tuer Michael Spreng spricht der Bildzeitung ab, dass es in Punk­to Sar­razin derzeit um die Vertei­di­gung der Mei­n­ungs­frei­heit geht:

Das Gegen­teil ist der Fall: Kaum ein­er durfte in den let­zten Jahren den Mund so weit aufreißen wie Thi­lo Sar­razin. Die Vor­ab­drucke seines Buch­es in BILD und “Spiegel” erre­icht­en 18 Mil­lio­nen Leser, er war schon Gast in zwei Talk­shows mit sechs Mil­lio­nen Zuschauern, zu sein­er Pressekon­ferenz kamen 250 Jour­nal­is­ten und 30 Fernse­hteams, er war Schlagzeile in jed­er deutschen Zeitung, Auf­mach­er in allen TV-Nachricht­en. Sein Buch wurde schon 250.000 mal bestellt. Mehr Mei­n­ungs­frei­heit geht nicht.

Das prov­inzkind zeigt sich irri­tiert über die Mel­dung, dass über­durch­schnit­tlich viele Berlin­er an den Fol­gen des Alko­hol­genuss­es ster­ben und darüber wie akzep­tiert doch dieser Dro­genkon­sum ist.

Stephen Hawk­ing hat in Großbrit­tanien eine Reli­gions­de­bat­te ent­facht. Für die natur­wis­senschafltiche Erk­lärung der Entste­hung der Welt kön­nten so viele Erk­lärun­gen ange­führt wer­den, dass ein Rück­griff auf Gott als Erk­lärung nicht notwendig sei. Dies wird von Richard Dawkins gefeiert. Der britis­che Großrab­bin­er Jonathan Sacks hält dage­gen:

„Wis­senschaft nimmt die Dinge auseinan­der, um zu sehen, wie sie funk­tion­ieren. Reli­gion set­zt sie zusam­men, um zu ver­ste­hen, was sie bedeuten.“ Wis­senschaft, die sich als Reli­gion auf­spiele, sei eben­so unsin­nig wie Reli­gion, die sich als Wis­senschaft gebe. Hawk­ing erk­läre, „wie“, nicht „warum“ die Welt geschaf­fen wor­den sei. Die Bibel frage: „Wer sind wir, warum sind wir hier, wie sollen wir leben?“, argu­men­tierte Sacks.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum geht den Natur­wis­senschaftlern im Kampf gegen Religiöse eigentlich immer noch so ein­er ab? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

Weiterlesen

Guten Morgen

morgenkaffee

Die DJK Wat­ten­scheid hat den NPD-NRW-Lan­desver­band­schef Claus Cre­mer als Betreuer der 2. Mini­kick­er-Mannschaft raus­ge­wor­fen. Das allerd­ings erst nach viel The­ater.

Der Neue der Ex von Rome liegt im Kranken­haus. Das macht ihm fast Sor­gen.

Joachim Huber betra­chtet beim Tagesspiegel klug die gestrige Diskus­sion­sshow hart aber fair mit Thi­lo Sar­razin nach und find­et, dass die Sendung mehr geleis­tet habe als andere.

Und während ich mir die Frage stelle: Betreuer bei der zweit­en Mini­kick­er­mannschaft der DJK Wat­ten­scheid. Haben die bei der NPD nur solche Kar­ri­eris­ten dabei? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

Weiterlesen

Lesezeichen

Weiterlesen

Was ich noch sagen wollte zur… Debattenanregungsausrede

Als die Fam­i­lien­min­is­terin Kristi­na Schröder vor kurzem zwitscherte, wie könne man es denn als gerecht anse­hen, wenn Hartz-4-Empfänger soviel Geld vom Staat erhal­ten wie andere in unter­bezahlten Bil­ligjobs, da meinte sie nach­her recht­fer­ti­gend, sie habe immer­hin mit ihrer Äußerung eine Debat­te ein­geleit­et.

Jet­zt durfte sich der Spiegel Mitchefredak­teur Math­ias Müller von Blu­men­cron die Frage gefall­en lassen, wie das Lifestylemagazin SPIEGEL denn dazu komme, einem Recht­sausleger wie Thi­lo Sar­razin ein der­ar­tiges Podi­um für seine abstrusen The­sen zu bieten. Und auch Müller von Blu­men­cron zog in dieser Bedräng­nis die Debat­te­nan­re­gungskarte:

taz: Herr Müller von Blu­men­cron, warum gibt sich der Spiegel für den Vor­ab­druck des neuen Buchs von Thi­lo Sar­razin her?

Math­ias Müller von Blu­men­cron: Das war keine leichte Entschei­dung, wir haben darüber inten­siv in der Redak­tion debat­tiert. Auch ich habe lange mit mir gerun­gen. Sie kön­nen sich denken, dass ich den Text wed­er inhaltlich noch im Ton teile. Er wider­spricht meinen Vorstel­lun­gen von ein­er offe­nen Gesellschaft und der Zukun­ft dieses Lan­des diame­tral. Aber so ist das bei Mei­n­ung­s­tex­ten: Um Debat­ten einzuleit­en, müssen wir auch Beiträge druck­en, mit deren Aus­sagen wir nicht ein­ver­standen sind.

Als ob ger­ade pro­duk­tiv über Chan­cen­verbesserung für Immi­granten disku­tiert würde und nicht über durch ange­blich kri­tis­che Medi­en hin­aus­posaunte Frem­den­feindlichkeit. Da kann man mal sehen, wie hirn­ris­sig es ist, sich bei der Recht­fer­ti­gung der ver­ant­wortlichen Veröf­fentlichung von Tex­ten nur darauf zu beziehen, dass man eine Debat­te angeregt habe. Denn mit diesem Argu­ment müsste der SPIEGEL Leuten wie Claus Cre­mer von der NPD ger­adezu eine Kolumne anbi­eten. Unqual­i­fizierte, recht­slastige Debat­ten wären dadurch genau­so garantiert wie bei Thi­lo Sar­razin.

Und was das ver­ant­wortliche Pub­lizieren von Tex­ten ange­ht, das soll man sich beim Lesen des SPIEGELs inzwis­chen sel­ber dazu denken. Das schreiben die nicht mehr expliz­it rein. Offen­bar hat Müller zu Blu­men­cron nicht mal die Frage der taz in ihrer Trag­weite ver­standen. So wenig wie der Pro­tag­o­nist in Des Kaisers neue Klei­der gemerkt hat, dass er nackt war.

Weiterlesen

Lesezeichen

Weiterlesen

Guten Morgen

morgenkaffee

Thi­lo Sar­razin beken­nt sich nun offen zu ras­sis­tis­chem Gedankengut: Alle Juden teil­ten ein bes­timmtes Gen. Und sowas präsen­tieren uns die deutschen Medi­en auf dem Präsen­tierteller.

In Zschopau ist der Krim­i­nalpolizei ein schw­er­er Schlag gegen die Raubkopier­szene gelun­gen — in 12 Kinderz­im­mern.

Beis­sende Real­satire in den Nieder­lan­den: Die Uni­ver­sität Lei­den hat in ein­er Ein­führung­broschüre Wer­bung für Web­cam­sex-Neben­jobs für Stu­den­ten gemacht.

Und während ich mir die Frage stelle: Wird es irgen­deine selb­stkri­tis­che Reak­tion der Qual­itätsme­di­en geben, dass man einem Ras­sis­ten ein der­ar­tiges Forum gibt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

Weiterlesen