Guten Morgen

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Wolf­gang Michal zieht heu­te mal Par­al­le­len zwi­schen Thi­lo Sar­ra­zin und Peter Slo­ter­di­jk als Debat­ten­pro­vo­ka­teu­re der Repu­blik.

Wo wir gera­de bei pola­ri­sie­ren­den Lai­en sind: Sascha Lobo plä­diert für ein mora­li­sches Bewusst­sein für die Ent­loh­nung von Musik, und macht deut­lich, dass er kei­ne Ahnung hat, was Moral bedeu­tet.

Bei …Kaf­fee bei mir ? hat man ges­tern hier gele­sen, wie Macho Rome von sei­nen 30jährigen Erobe­run­gen spricht und ant­wor­tet mit einer Elo­ge auf das Dasein der Frau mit 50.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wenn das Niveau öffent­li­cher Debat­ten so unter­ir­disch ist, wo fin­det man die anspruchs­vol­le­ren? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Die Ber­li­ner Zei­tung doku­men­tiert ein zwar geführ­tes, aber nicht ver­öf­fent­lich­tes Inter­view zwi­schen Michel Fried­man und Thi­lo Sar­ra­zin. Allein die ange­führ­ten Fra­gen sind das Lesen wert.

Rome erklärt, wie das mit Bezie­hun­gen zu Frau­en über 30 so ist:

Ein­fach tief in die Augen gucken, biss­chen an- und aus­la­chen und sie fra­gen, ob sie noch alle Tas­sen im Schrank hat. Dann muss man ihr nur noch sagen, dass sie mit dem Scheiß auf­hö­ren und auf der Stel­le zu dir kom­men soll. Dann kom­men die ange­da­ckelt, du nimmst sie in den Arm und fer­tig. Nor­ma­ler­wei­se reicht das schon.

…Kaf­fee bei mir befasst sich mit dem poli­ti­schen Trei­ben von Frau zu Gut­ten­berg, das vom Lich­te der Par­tei ihres Man­nes beleuch­tet von­stat­ten geht.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um glau­ben eini­ge Men­schen, sie sei­en bedeu­tend, nur weil sie wen gehei­ra­tet haben, der das mög­li­cher­wei­se ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Carta.info befasst sich mit der Bild­zei­tung, die die Sarrazin-Debatte zur Scha­blo­ne ihrer Sprech­be­rech­ti­gungs­kam­pa­gne macht. Dabei igno­riert man bei der Bild natür­lich die sar­ra­zin­schen Aus­füh­rung, die den Rechts­aus­le­ger für die Dis­kus­si­on dis­qua­li­fi­zie­ren:

“Das Mus­ter des gene­ra­ti­ven Ver­hal­tens in Deutsch­land seit Mit­te der sech­zi­ger Jah­re ist nicht nur kei­ne Dar­win­sche natür­li­che Zucht­wahl im Sin­ne von “sur­vi­val of the fit­test”, son­dern eine kul­tu­rell beding­te, von Men­schen selbst gesteu­er­te nega­ti­ve Selek­ti­on, die den ein­zi­gen nach­wach­sen­den Roh­stoff, den Deutsch­land hat, näm­lich Intel­li­genz, rela­tiv und abso­lut in hohem Tem­po ver­min­dert.” (Sei­te 353)

Als ob der Mann irgend­ei­ne Ahnung hät­te, wovon er da redet. Auch Ex-Bild-am-Sonntag-Chefredaktuer Micha­el Spreng spricht der Bild­zei­tung ab, dass es in Punk­to Sar­ra­zin der­zeit um die Ver­tei­di­gung der Mei­nungs­frei­heit geht:

Das Gegen­teil ist der Fall: Kaum einer durf­te in den letz­ten Jah­ren den Mund so weit auf­rei­ßen wie Thi­lo Sar­ra­zin. Die Vor­ab­drucke sei­nes Buches in BILD und “Spie­gel” erreich­ten 18 Mil­lio­nen Leser, er war schon Gast in zwei Talk­shows mit sechs Mil­lio­nen Zuschau­ern, zu sei­ner Pres­se­kon­fe­renz kamen 250 Jour­na­lis­ten und 30 Fern­seh­teams, er war Schlag­zei­le in jeder deut­schen Zei­tung, Auf­ma­cher in allen TV-Nachrichten. Sein Buch wur­de schon 250.000 mal bestellt. Mehr Mei­nungs­frei­heit geht nicht.

Das pro­vinz­kind zeigt sich irri­tiert über die Mel­dung, dass über­durch­schnitt­lich vie­le Ber­li­ner an den Fol­gen des Alko­hol­ge­nus­ses ster­ben und dar­über wie akzep­tiert doch die­ser Dro­gen­kon­sum ist.

Ste­phen Haw­king hat in Groß­brittani­en eine Reli­gi­ons­de­bat­te ent­facht. Für die natur­wis­sen­schafl­ti­che Erklä­rung der Ent­ste­hung der Welt könn­ten so vie­le Erklä­run­gen ange­führt wer­den, dass ein Rück­griff auf Gott als Erklä­rung nicht not­wen­dig sei. Dies wird von Richard Daw­kins gefei­ert. Der bri­ti­sche Groß­rab­bi­ner Jona­than Sacks hält dage­gen:

„Wis­sen­schaft nimmt die Din­ge aus­ein­an­der, um zu sehen, wie sie funk­tio­nie­ren. Reli­gi­on setzt sie zusam­men, um zu ver­ste­hen, was sie bedeu­ten.“ Wis­sen­schaft, die sich als Reli­gi­on auf­spie­le, sei eben­so unsin­nig wie Reli­gi­on, die sich als Wis­sen­schaft gebe. Haw­king erklä­re, „wie“, nicht „war­um“ die Welt geschaf­fen wor­den sei. Die Bibel fra­ge: „Wer sind wir, war­um sind wir hier, wie sol­len wir leben?“, argu­men­tier­te Sacks.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um geht den Natur­wis­sen­schaft­lern im Kampf gegen Reli­giö­se eigent­lich immer noch so einer ab? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Die DJK Wat­ten­scheid hat den NPD-NRW-Landesverbandschef Claus Cre­mer als Betreu­er der 2. Minikicker-Mannschaft raus­ge­wor­fen. Das aller­dings erst nach viel Thea­ter.

Der Neue der Ex von Rome liegt im Kran­ken­haus. Das macht ihm fast Sor­gen.

Joa­chim Huber betrach­tet beim Tages­spie­gel klug die gest­ri­ge Dis­kus­si­ons­show hart aber fair mit Thi­lo Sar­ra­zin nach und fin­det, dass die Sen­dung mehr geleis­tet habe als ande­re.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Betreu­er bei der zwei­ten Mini­ki­cker­mann­schaft der DJK Wat­ten­scheid. Haben die bei der NPD nur sol­che Kar­rie­ris­ten dabei? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Was ich noch sagen wollte zur… Debattenanregungsausrede

Als die Fami­li­en­mi­nis­te­rin Kris­ti­na Schrö­der vor kur­zem zwit­scher­te, wie kön­ne man es denn als gerecht anse­hen, wenn Hartz-4-Empfänger soviel Geld vom Staat erhal­ten wie ande­re in unter­be­zahl­ten Bil­lig­jobs, da mein­te sie nach­her recht­fer­ti­gend, sie habe immer­hin mit ihrer Äuße­rung eine Debat­te ein­ge­lei­tet.

Jetzt durf­te sich der Spie­gel Mit­chef­re­dak­teur Mathi­as Mül­ler von Blu­men­cron die Fra­ge gefal­len las­sen, wie das Life­sty­l­ema­ga­zin SPIEGEL denn dazu kom­me, einem Rechts­aus­le­ger wie Thi­lo Sar­ra­zin ein der­ar­ti­ges Podi­um für sei­ne abstru­sen The­sen zu bie­ten. Und auch Mül­ler von Blu­men­cron zog in die­ser Bedräng­nis die Debat­ten­an­re­gungs­kar­te:

taz: Herr Mül­ler von Blu­men­cron, war­um gibt sich der Spie­gel für den Vor­ab­druck des neu­en Buchs von Thi­lo Sar­ra­zin her?

Mathi­as Mül­ler von Blu­men­cron: Das war kei­ne leich­te Ent­schei­dung, wir haben dar­über inten­siv in der Redak­ti­on debat­tiert. Auch ich habe lan­ge mit mir gerun­gen. Sie kön­nen sich den­ken, dass ich den Text weder inhalt­lich noch im Ton tei­le. Er wider­spricht mei­nen Vor­stel­lun­gen von einer offe­nen Gesell­schaft und der Zukunft die­ses Lan­des dia­me­tral. Aber so ist das bei Mei­nungs­tex­ten: Um Debat­ten ein­zu­lei­ten, müs­sen wir auch Bei­trä­ge dru­cken, mit deren Aus­sa­gen wir nicht ein­ver­stan­den sind.

Als ob gera­de pro­duk­tiv über Chan­cen­ver­bes­se­rung für Immi­gran­ten dis­ku­tiert wür­de und nicht über durch angeb­lich kri­ti­sche Medi­en hin­aus­po­saun­te Frem­den­feind­lich­keit. Da kann man mal sehen, wie hirn­ris­sig es ist, sich bei der Recht­fer­ti­gung der ver­ant­wort­li­chen Ver­öf­fent­li­chung von Tex­ten nur dar­auf zu bezie­hen, dass man eine Debat­te ange­regt habe. Denn mit die­sem Argu­ment müss­te der SPIEGEL Leu­ten wie Claus Cre­mer von der NPD gera­de­zu eine Kolum­ne anbie­ten. Unqua­li­fi­zier­te, rechts­las­ti­ge Debat­ten wären dadurch genau­so garan­tiert wie bei Thi­lo Sar­ra­zin.

Und was das ver­ant­wort­li­che Publi­zie­ren von Tex­ten angeht, das soll man sich beim Lesen des SPIE­GELs inzwi­schen sel­ber dazu den­ken. Das schrei­ben die nicht mehr expli­zit rein. Offen­bar hat Mül­ler zu Blu­men­cron nicht mal die Fra­ge der taz in ihrer Trag­wei­te ver­stan­den. So wenig wie der Prot­ago­nist in Des Kai­sers neue Klei­der gemerkt hat, dass er nackt war.

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Thi­lo Sar­ra­zin bekennt sich nun offen zu ras­sis­ti­schem Gedan­ken­gut: Alle Juden teil­ten ein bestimm­tes Gen. Und sowas prä­sen­tie­ren uns die deut­schen Medi­en auf dem Prä­sen­tier­tel­ler.

In Zscho­pau ist der Kri­mi­nal­po­li­zei ein schwe­rer Schlag gegen die Raub­ko­pier­sze­ne gelun­gen — in 12 Kin­der­zim­mern.

Beis­sen­de Real­sa­ti­re in den Nie­der­lan­den: Die Uni­ver­si­tät Lei­den hat in einer Ein­füh­rung­bro­schü­re Wer­bung für Webcamsex-Nebenjobs für Stu­den­ten gemacht.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wird es irgend­ei­ne selbst­kri­ti­sche Reak­ti­on der Qua­li­täts­me­di­en geben, dass man einem Ras­sis­ten ein der­ar­ti­ges Forum gibt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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