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Artikel-Schlagworte: „Sacha Brohm“

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Lifestyle

kannitverstan

In Bie­le­feld ist Soci­al­Me­dia für mich so ange­kom­men: Der eine und der ande­re began­nen vor knapp 10 Jah­ren, Blogs zu schrei­ben. Dadurch ent­spran­gen die ers­ten Kon­tak­te. Es kris­tal­li­sier­te sich eine hüb­sche Blog­ger­sze­ne her­aus. Die Blog­ger kann­ten sich unter­ein­an­der und fühl­ten sich wohl in die­ser Inter­net­welt. Mir ging es da noch gar nicht dar­um, mit ande­ren in Kon­takt zu tre­ten, wie­so auch?
Was mich deut­lich spä­ter aus den Puschen jag­te, war Twit­ter. Die­ses neue Sozia­lir­gend­was­ding, das ich so wenig ver­stand. Ich habe Tage lang Bie­le­fel­der Twit­te­rer gele­sen, um von außer­halb zu ver­ste­hen, was die da wie machen. Ich habe es kaum ver­stan­den. Irgend­wel­che Kurz­sät­ze in die Welt posau­nen? An wen gerich­tet? Mit wel­chem Inhalt? Ich muss­te da rein. Learning by doing.
Dann kam es irgend­wann dazu, dass die Bie­le­fel­der Twit­te­rer ein Nach­mit­tags­kaf­fee­kränz­chen machen woll­ten, wie­so nicht? Ich kann­te eigent­lich nie­man­den. Und ich ken­ne auch heu­te noch nie­man­den in mei­nem Nicht­so­zi­al­netz­werki­gen Umfeld, dass auf der­ar­ti­ges anspringt. Aber, wenn man schon mal dabei ist, nichts wie hin. Learning by doing.
So lern­te man inter­es­san­te Men­schen ken­nen. Den Rou­ven, den Denis, den Dirk, den Hol­ger, den Micha­el, den Sacha, Miss James, den Sven, den Mar­cel, Air­sign. Alles Ori­gi­na­le. Alles aber auch so Leu­te, die den Kit­zel ken­nen, jeman­den Inter­es­san­tes ken­nen­zu­ler­nen, ohne einen recht­fer­ti­gen­den All­tags­be­zug vor­wei­sen zu kön­nen. Als ob sowas nötig wäre.

Wie bei allen anre­gen­den Inter­net­ge­schich­ten, ver­grö­ßer­te sich der Kreis die­ser Grup­pe, die sich regel­mä­ßig zum Bielefelder-Blog-und-Twitter-Stammtisch, kurz Bib­lo­sta­ti, traf. Er ver­grö­ßer­te sich meist aber nicht um Leu­te, die den glei­chen Anreiz zu sowas hat­ten wie ihre Vor­gän­ger. Der Anreiz war nun eher, über das Sozia­le Netz­werk zu einer Grup­pe zu gehö­ren. Das ist auch gar nichts Ver­kehr­tes, jede Grup­pe lebt irgend­wie von neu­en Ein­flüs­sen. Und den Bib­lo­sta­ti gibt es bis heute.
Ich weiß aber noch, dass damals beim Kaf­fee­kränz­chen sich alle mit die­ser komi­schen Grup­pe beschäf­tig­ten. Das wur­de auch durch die Anwe­sen­heit von Sil­be­rei­sen befeu­ert, einem Macho in Jesus-Latschen, der deut­lich jün­ge­re Damen vom Nach­bar­tisch ein­fach durch Aura bezir­zen wollte.
Jeden­falls, der Bib­lo­sta­ti wur­de auch stark zu einem Gad­get­sta­ti, dau­ernd zück­te jemand sein als Tele­fon getarn­ten Klein­com­pu­ter, um was nach zuschau­en oder zu tip­pen. Wäh­rend die Vor­gän­ger die Online- und die Offline-Welt noch getrennt hat­ten, ver­misch­te sich das nun zuse­hends. Ich fand und fin­de das komisch. Ich brau­che kei­ne Com­pu­ter­krü­cke, um mit ande­ren Kon­takt auf­zu­neh­men. Ich muss mir nicht von Fir­men auf­drän­gen las­sen, dass ich was und was genau ich im Inter­net mache. Und wel­ches teu­re Gerät ich mir am Bes­ten dazu kau­fen soll­te. Ab und an rech­ne ich mir durch, wie lan­ge ich ein so teu­res Gerät täg­lich benut­zen müss­te, damit es sich ren­tiert. Ich weiß ja noch nicht ein­mal, was das hei­ßen soll, dass sich so ein Gerät ren­tiert. Es klaut mir ja doch nur mei­ne Zeit für Unterhaltung.

Ich habe einen der 2. Gene­ra­ti­on mal dar­auf ange­spro­chen und der beschwich­tig­te, nein, so schlimm sähe er das nicht, für ihn sei sei­ne Com­pu­ter­krü­cke eben Life­style.

JA, EBEN! Nicht mal dei­ne Spra­che haben sie dir gelassen.

[ Foto: Rachel PaschWhat part of… | CC BY-NC 2.0 ]

Uwe

Sacha Brohm hat mir mal erzählt, er hät­te frü­her unheim­lich ger­ne in etwas abge­half­ter­ten Bie­le­fel­der Knei­pen abge­han­gen. Irgend­wann wäre man dann dort bekannt, “das ist der Sacha da”, und, wenn man aus­hält, wür­de man auf Typen tref­fen, die einem die merk­wür­digs­ten Geschich­ten erzählen.
Sowas in der Art war das beim letz­ten Bie­le­fel­der Inter­net­ge­mein­de­treff, kurz Bib­lo­sta­ti, der Fall: Nach­dem der ers­te Bulk an Leu­ten die Heim­rei­se ange­tre­ten hat­te, und noch der har­te Kern im düs­te­ren Hin­ter­stüb­chen übrig blieb, kam ein erschüt­ter­ter Wom­ke vom stil­len Ört­chen zurück an den Stammtisch:

Also, das glaubs­te ja nicht. Da steht unser­eins pul­lernd am Pis­si­or, lehnt sich einer in mei­nen Bereich rüber und meint: “Ey, ich bin der Uwe. Ich hab, mor­gen Geburts­tag. Komms­se vor­bei, wei­ße schon mal bescheid. Brings­te Wod­ka und 2 Cola mit, dann geht das klar. Also tschö dann.” und lehnt sich wie­der weg.

Wir schüt­teln alle ver­wun­dert die Köp­fe, machen noch­mal kurz aus vol­le Glä­ser lee­re Glä­ser, da geht ne gute Stun­de spä­ter die Tür auf: Uwe!

Hey, Jungs! Na, wie schaut’s? Ich bin Uwe. Nur mit das klar ist. Ich mach mor­gen ne Par­ty, seid ihr alle dabei, Ernst-Wiemann-Straße, gegen­über vom Krankenhaus-Mitte, bringt ihr Wod­ka mit und 2 Cola, ich hab da auch noch ein Fahr­rad drau­ßen ste­hen, super Ange­bot, kos­tet auf­fer Lis­te 500, ihr kriegt das für 150, braucht noch jemand ein Fahr­rad? Hab ich beim Poker gewon­nen, lag ein Tau­sen­der aufm Tisch. Spit­zen­teil, kos­tet eigent­lich 500, ihr kriegt das für 150, ich hab auch noch ein Damen­fahr­rad zuhau­se, Kett­ler, könnt ihr angu­cken, kommt ihr mit, ich muss noch­mal nach vor­ne, bis dann.

Ist ja super, den­ke ich. Eine Stun­de spä­ter und er hat immer noch den­sel­ben Geträn­ke­wunsch. Und wie­so hat er nicht den Tau­sen­der genom­men, wenn er gewon­nen hat? Naja, wir lachen etwas, machen noch­mal kurz aus vol­le Glä­ser lee­re Glä­ser und ten­die­ren dann ab zur The­ke. Am Ende der The­ke höre ich schon Uwe, der eine halb­vol­le Becks­fla­sche schief hal­tend sei­nem Neben­mann hinhält:

… is noch frisch. Ver­kauf ich dir für 1,50.

Ich beglei­che mei­nen Deckel und dann sehe ich, dass Uwe tat­säch­lich ein Fahr­rad neben sich in der Knei­pe ste­hen hat und er haut sei­nen Neben­mann noch mal kurz an:

… kos­tet auf der Lis­te 500, für dich 250!

bis der aus der Knei­pe flüch­tet. So schnell stei­gen die Fahr­rad­prei­se in der Tangente.

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