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re:publica: Tag 1

Der erste Tag der re:publica hat diejenigen oftmals bestärkt, die die Veranstaltung eh nur für ein Zusammenkommen von PR-Leuten halten, die sich gegenseitig die Bäuche pinseln. Meine Befürchtungen haben sich insofern bestätigt, als dass die meisten Veranstaltungen sich nur um sich selbst drehten, hier und da irgendwelche Rechtslagen klärten, aber innovativ oder insprierend war da herzlich wenig.

Dies ist eigentlich der Punkt an dem man sich die Frage stellen sollte, ob man denn dann etwas schreiben soll. Aber immerhin gab es eine Veranstaltung, die inhaltlich durchaus anspruchsvoll war:

Vortrag des Tages

Global warming. The world is talking. Are you listening? von Solana Larsen. Sie stellte die durchaus interessante Frage, weswegen man sich als Nichtchinese außerhalb von China mit aufklärerischen Bewegungen, die in Blogtexten niedergeschrieben werden, befassen sollte. Die Antwort war leider zu seich: Man solle sich mit ihnen befassen, da diese Bewegungen ansonsten keinen Effekt hätten. Aber immerhin hat Larsen die Frage universeller Pflichten in einer globalisierten Welt angesprochen.

Leider ist die Antwort Unsinn, wie man an der Revolution in Deutschland 1989 sehen kann. Aber das macht das Aufwerfen dieser Frage nicht minder interessant. Nach Kant können zwei Pflichtgründe in Betracht kommen: Entweder ist es eine Form von Hilfe, die nicht ausgeschlagen werden sollte, weil die mit akzeptablem Aufwand hergestellt werden kann. Man kann sich aber auch vorstellen, dass man ignorant wird gegenüber Rechtsverletzungen gegenüber anderen, wenn man derartige Bewegungen igoniert. In letzterer Hinsicht wäre dies eine Pflicht der Selbstliebe, im ersten der Nächstenliebe. Und dafür kann man in der Tat sachlich plädieren.

Interessant ist es ja auch, dass in Deutschland eher auf die Nächstenliebe geschielt wird, in dem man spendet. Bzgl. Japan sind die Spendenfernsehsendungen allerdings ausgefallen, weil Japan genug Geld aufbringen könne. Wo bleibt da dann die Nächsten- oder Selbstliebe? Die Pflicht zur sogenannten moralischen Unterstützung?

So weit ging der Vortrag leider nicht, aber er war der Lichtblick in einer ansonsten oftmals substanzlosen Veranstaltungsreihe.

Sprecher/in des Tages

Jillian C. York. Engagierter, freier, lebhafter, fesselnder, humorvoller, wenn auch inhaltsentsprechend nicht so tiefgehender Vortrag in sehr gutem, wechselnden Tempo, äußerst verständlich, sinnvoller Einbezug der Videowand.

Republica 11

Das Ticket ist bestellt, die Untersuchung, was es in Berlin an überflüssigen Informationen zu finden gibt, kann losgehen: Meine Wenigkeit wird auf der Re:Publica erscheinen. Falls bis dahin Unterkunft und Anreise geklärt sind, aber vielleicht findet sich da ja ein NRW-Shuttle nach Berlin oder man kann für irgendeine Zeitung </zaunpfahlwink> aus Berlin berichten. Jetzt lasse ich das themengerecht entweder in ein heilloses Chaos laufen oder plane ungemein viele Sachen im vorhinein. Mal schauen. Und selbst? Auch dabei?

Guten Morgen

morgenkaffee

Christina Hahn hat sich in Essen die Veranstaltung Jugend forscht 2010 angetan und ist offensichtlich von der Oberflächlichkeit der Veranstaltung und der sich in ihr sonnenden Politikern, Wirtschaftsmenschen und Eltern ziemlich genervt.

Thang hat Kopf-Wackel-Gifs zusammengestellt, bei denen einem schwindlig wird.

Bei Carta regt man sich sehr über ein Portrait von Peter Kruse in der FAZ auf. Darin versucht Edo Reents mehr wollend als überzeugend den auf der Republica gefeierten Psychologen und Unternehmer als Hochstapler zu enttarnen:

Peter Kruse gilt im Internet[!] vielen als Guru. Dabei gehört auch er nur zu den Leuten, die das Einfache kompliziert erklären und sich als Berater geben. Man muss ihn gar nicht hören; schon wenn man ihn sieht, denkt man: Der Mann ist alles in einem – Faust, Luther und Moses, dazu vielleicht noch eine Prise Peeperkorn. Von Faust hat er den Wissensdrang, von Luther das „Hier stehe ich …

Tja, was ein Pech. Faust, Luther und Moses, all die coolen Figuren, die das Einfache kompliziert erklären, sind schon weg. Da blieben dann wohl für Reents von Don Quichotte nur die Windmühlen zum Hochstapeln übrig.

Und während ich mir die Frage stelle: Wann werden die Schirrmachers dieser Welt wohl einsehen, dass Feuilleton-Eitelkeiten außerhalb des Feuilletons so überlebensfähig sind wie Karpfen an Land? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

Peter Kruse: Leben im Netzwerk

[ weitere Interviews von Philip Banse auf der re:publica 2010 ]

Guten Morgen

morgenkaffee

Nach Bärbel Höhn versucht sich nun mit Sigmar Gabriel der zweite rot-grüne Politiker als Gastautor im skandalträchtigen Wir-in-NRW-Blog. Dabei lässt er aber auch nur Wahlkampfparolen für einen Regierungsparteienwechsel vom Start, insofern unterscheidet er sich stark von Friedhelm Ost, der auch schon mal gastautorte.

Jovelstefan gibt auch noch seine bisherigen Eindrücke von der re:publica wieder.

Henrick Schmitz befasst sich nach dem Flugzeugabsturz des polnischen Ministerpräsidenten mit Verschwörungstheorien und einem möglichen Einfluss dieser auf die politischen Verhältnisse in Polen.

In Tübingen fordert der bekannte Theologe Hans Küng katholische Bischöfe auf, notfalls gegen den Papst zu revoltieren.

Und während ich mir die Frage stelle: Braucht der Aufruf zur politischen Revolte nicht langsam auch mal eine bessere PR? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

Lesezeichen

Wenn Blogger streiten…

Ach, Gottchen. Schönstes Wetterchen da draußen, aber man streitet sich in der Bloggosphäre. Na, komm, keine Angriffe an diesen Punkt schon. Ich nenne mal mit “Blogosphäre” all diejenigen, die in Deutschland aus welchen Gründen auch immer, einen Blog betreiben. Ohne irgend ein weiteres Kennzeichen.

Als eine Art Dachverband gab sich da die Re:publica aus, und das stößt einigen Bloggern zutiefst unangenehm auf. Denn Blogs sind für viele Darstellung der eigenen Sichtweise. Etwas Privates, etwas Subjektives. Das gilt für das Blog desjenigen, der keine Leser hat, bis zu großen Blogs wie dem von Stefan Niggemeier. Sehr interessant an dieser Stelle ist es, das selbst einige Journalisten diese Eigenart von Privatblogs nicht bemerken. Auch was Stefan Niggemeier bloggt ist subjektiv. Es muss nicht objektiven Maßstäben angepasst sein, es muss nicht einmal sonderlich ausgewogen sein. In einer Zeitung ist das die Leitlinie, selbst in Kommentaren stört überzogene Subjektivität. Aber Blogger sind in ihren Blogs frei, frei nach Schnautze zu reden. Insofern ist ein Blog ein Refugium Einzelner. Und das ist auch völlig okay so.

Man kann nun Blogs auch offener gestalten. Als Technikblogs oder Themenblogs. Je weniger in derartigen Blogs stark subjektive Darstellungen ohne sonderliches Kennzeichen vorkommen, desto objektiver sind sie. Desto sachgenauer muss aber auch gearbeitet werden. Und es sind solche Blogs, die tatsächlich der etablierten Presse in Konkurrenz treten. Sicherlich in äußerst geringem Maße, viel geringerer als viele das möchten, aber immerhin.

Die Macher der Re:publica haben meines Erachtes den Fehler gemacht, dieses nicht so herauszustellen. Der Slogan, dass jeder Presse sei, ist überzogen, ungenau. Es will ja auch gar nicht jeder Blogger ein Presseorgan sein. Viele sind eben nicht scharf darauf, eine Konkurrenz zur Presse darzustellen, es ist ihnen schlicht egal. Dass sich in diesem Fall die etablierte Presse provoziert fühlt, ist nicht verwunderlich.

Das macht die Re:publica aber noch längst nicht zu einer Anmaßung, derart, wie pikiert der eine oder andere auf diese Konferenz reagiert. Grundsätzlich finde ich es toll, wenn jemand so eine Veranstaltung auf die Beine bekommt. Diese spezielle ist sicherlich für alle geeignet, die sich für über das rein Subjektive hinausgehenden Blogs interessieren und informieren wollen. Und sicherlich gibt es da austauschbare Erfahrungen und mögliche Trends. Oftmals trifft man auf unausgereifte Gedanken, die verworden werden, aber genau das ist ja auch Sinn einer solchen Veranstaltung. Es geht nicht allein um vorzeigbare Erfolge. Dass die Veranstaltung natürlich inhaltlich kritisiert werden sollte, steht auf einem anderen Blatt.

Und daher: Draußen ist Sonne, holt euch alle mal wieder ein Eis!

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