Guten Morgen, liebe Folglinge! ☕

Artikel-Schlagworte: „PodCast“

Warum wir keine Zeitungen mehr kaufen

Vie­le den­ken ja, die Kri­se der Zei­tun­gen habe etwas mit dem Auf­kom­men des Inter­nets zu tun. Dabei began sie viel frü­her. Ein Pro­fes­sor hat mir ein­mal erzählt, wie er vor Jah­ren sein Abo der Süd­deut­schen Zei­tung gekün­digt hat. Dar­auf­hin habe man sich tele­fo­nisch bei ihm gemel­det und nach den Grün­den gefragt. Es wür­de ihn­halt­lich immer mehr auf pop­kul­tu­rel­le The­men gesetzt, sag­te er, dafür bräuch­te er kei­ne Zei­tung. Die Tele­fo­nis­tin habe aber nicht im Ansatz ver­stan­den, was er meinte.

Mir ist ja noch etwas gut in Erin­ne­rung, was den wenigs­ten ver­gönnt ist: Zu erle­ben, wie eine neue Zei­tung an den Markt geht. Das war 1993. Die Zei­tung hieß Die Woche, sie wur­de 2002 ein­ge­stellt. Man erleb­te damals mit, wie die Ver­ant­wort­li­chen sich die Fra­ge stell­ten, wie eine aktu­el­le Zei­tung aus­se­hen müs­se. Und so sah sie dann aus: Sie war bunt, jedes The­ma hat­te ein ordent­lich gro­ßes Bild, auf den ers­ten 10 Sei­ten gab es zu einem The­ma eine oder meh­re­re Sei­ten, letz­te­re das The­ma aus ver­schie­de­nen Blick­win­keln betrach­tend. Die Woche war mein Eins­tig in das regel­mä­ßi­ge Kau­fen einer Zei­tung. Süd­deut­sche Zei­tung und Frank­fur­ter All­ge­mei­ne waren damals kom­plett in schwarz-weiß und vom Design her äußerst starr. Bun­te Fotos soll­te es erst Jah­re spä­ter geben. Die Woche hat­te 35.000 Abon­ne­men­ten und 120.000 Leser ins­ge­samt. Offen­bar zu wenig. Mar­cel Reich-Ranicki sag­te damals, es habe halt ein­fach kei­ne Markt­lü­cke für die­ses Pro­dukt gege­ben. Das habe ich ver­stan­den. Leid tat es mir trotzdem.

Heu­te habe ich mir mal die Süd­deut­sche Zei­tung gekauft. Das tue ich immer sel­te­ner. Auf­ge­macht ist sie nach den Grund­sät­zen, die schon Jahr­zehn­te auf dem Buckel haben: Dut­zen­de Buch­sta­ben­block­spal­ten. Dazu als moder­nen Ein­fluß, unge­ord­net Bil­der, ab und zu über­groß. Die The­men ken­ne ich auf den ers­ten Sei­ten schon aus dem Netz: Die Löw-Balljungen-Geschichte, die Merkel-Hallo-Europa-Deutschland-geht-auch-nicht-ewig-gut-Geschichte, die Dicke-Deutsche-Geschichte, der Wald­jun­ge, über den ich dank Inter­net heu­te schon mehr erfah­ren habe. Dazu ein Inter­view zum Urhe­ber­recht mit Till Kreut­zer und einem holz­pres­se­ver­tret­ri­gen Bernd Graff. Immer­hin: Ein gutes Inter­view mit Nikos Dimou (im Inter­net: Ein Telefon-Interview). Ich sehe noch einen Vor­sen­dungs­ab­schrieb der Geburts­tags­sen­dung von Her­bert Feu­er­stein und irgend­was zu Kino.to, bevor ich die Zei­tung zusam­men­fal­te. Anspruchs­lo­se Pop­kul­tur, wohin man schaut. Aus­bli­cke? Opti­mus­mus? Fehlanzeige.

Bei der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen: Mer­kel­grie­chen­be­treu­ungs­geld­spa­nier­di­cke­deut­sche­wald­jun­ge, kennt man alles. Frü­her habe ich mich ja gewun­dert, wie man am Tag zwei bis drei Zei­tun­gen über­haupt durch­le­sen kann. Kunst­stück bei den vie­len Wie­der­ho­lun­gen. Dazu ein Bericht über Bur­ma und einer über Ägyp­ten. Doro­thee Bär darf unkom­men­tiert CSU-Propaganda in die Zei­tung kip­pen, wobei die ein­schnei­den­den Kri­ti­ken (Hin­der­nis für Inte­gra­ti­on, Schwä­chung der Berufs­quo­te für Frau­en, Ersatz für feh­len­de Kita-Plätze) ein­fach mal igno­riert werden.

Zusam­men­ge­fasst: Ich den­ke beim Lesen auf jeder zwei­ten Sei­te: Kenn ich schon. Und dazu gibt es dann kei­ne Infor­ma­tio­nen, die son­der­lich tief gehen. Kein Spe­zia­list, der es schafft, mich zu beleh­ren. Viel Dümm­li­ches, viel Regen­bo­gen­pres­se. Viel­leicht ste­hen in den Wirt­schafts­nach­rich­ten noch inter­es­san­te Sachen. Aber am Ende einer Zei­tung inter­es­siert mich das herz­lich wenig. Mag sein, dass heu­te kein guter Tag für spek­ta­ku­lä­re Mel­dun­gen ist, es ist aber ein typi­scher Tag für eine deut­sche Tages­zei­tung. Ein langweiliger.

Wäh­rend­des­sen habe ich im Inter­net heu­te schon min­des­tens 10 Arti­kel gese­hen, die ich lesens­wert fand und die nicht von Zei­tun­gen und ohne ein Leis­tungs­schutz­recht­ge­win­sel aus-kamen. Mor­gen kau­fe ich kei­ne Zeitung.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Der PR(!)ler Sascha Lobo wehrt sich gegen die reli­giö­se Ver­klä­rung des Inter­nets sei­tens Mat­thi­as Matus­sek und Andri­an Kreye bei der Süd­deut­schen.

Bei der NRW-SPD regt man sich uber die Ver­wen­dung des Begriffs “Ermäch­ti­gungs­ge­setz” auf, mit dem Nico Kern von der Pira­ten­par­tei das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren des Geset­zes zur Restruk­tu­rie­rung der WestLB AG cha­rak­te­ri­siert hat. Damit betä­ti­gen sich die SPD-Aufreger als Steig­bü­gel­hal­ter der Pira­ten, denen der Begriff wohl eher Mit­tel zum Zweck ihres Anlie­gens war:

Es erscheint uns merk­wür­dig, dass SPD und Grü­ne das The­ma WestLB vor der Wahl über einen Nach­trags­haus­halt regeln wol­len und das The­ma nun durch­peit­schen“, sagt Robert Stein, Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter der Pira­ten­par­tei NRW. „Die Erklä­run­gen, die Finanz­mi­nis­ter Bor­jans dazu lie­fert [2], sind bei wei­tem nicht aus­rei­chend und schon gar nicht zufrie­den stellend.“

Soll­te die WestLB-Milliarde durch Ein­spa­run­gen an ande­rer Stel­le auf­ge­bracht wer­den, so muss sicher­ge­stellt sein, dass dies nicht zu Las­ten sozi­al schwä­che­rer Mit­bür­ger oder des Bil­dungs­sek­tors geht. „Wir kön­nen nicht akzep­tie­ren, dass Men­schen, die ohne­hin wenig haben, für die Feh­ler von Manage­ment und Auf­sichts­rat der WestLB in Haf­tung genom­men wer­den“, sagt Stein. Von der Lan­des­re­gie­rung for­dern die PIRATEN ent­spre­chen­de nicht wider­ruf­ba­re Zusa­gen ein.

Beim Früh­stück bei Ste­fa­nie wun­dert man sich, dass heut­zu­ta­ge jedes Tier Fuss­bal­l­ora­kel wer­den kann.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Soll­te man sich von Nazis die Spra­che weg­neh­men las­sen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Rundshow, die zweite

Das isja auch schön: Eine nach­send­ungli­che Zusam­men­fas­sung der wich­tigs­ten Punk­te, da spart man sich das Anschau­en der gesam­ten Folge:

Und Annik Rubens pod­cas­tet des Näch­tens, dass sie auch glück­lich über die Sen­dung ist. Wie schön.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Ach, wie schön: Weil der Wahl­kampf ja so lang­wei­lig ist, hat der WDR die Wahl­pla­ka­te mal aus ästhe­ti­schen Gesichts­punk­ten her­aus ana­ly­siert. (Laut­spre­cher an!)

Springer-Chef Mathi­as Döpf­ner ver­sucht im Inter­view Mar­tin Wal­ser zur Kom­men­tie­rung von Grass’ Gedicht zu ver­lei­ten.

Harald Schmidt wech­selt zu SKY.

Denis emp­fiehlt ein PodCast-Radio: Radio like you want.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie­so lässt sich jetzt Wal­ser von Sprin­ger par­tei­isch inter­view­en, wenn er unpo­li­ti­scher Schrift­stel­ler ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Roman Held und Deef Pirmasens im Podcast

Sie sind jung, sie koket­tie­ren bei­de etwas mit ihrer sexu­el­len Aus­rich­tung, ver­knei­fen sich über­flüs­si­ge Wit­ze­lei­en, sie sind Wort­ver­fech­ter, Blog­ger, Pseudonym-Benutzer und alles in allem sehr offe­ne Zeit­ge­nos­sen. Weil Roman Held nun sein Blog schließt, ist er auf den Trich­ter gekom­men, sich ab und an jeman­den übers Wochen­en­de aus der Inter­net­welt nach Hau­se ein­zu­la­den. Im Febru­ar hat Deef Pir­ma­sens die Gele­gen­heit wahr­ge­nom­men und zusam­men haben bei­de fol­gen­den Pod­Cast erstellt, den man ent­we­der bei Deef run­ter­la­den oder anhö­ren kann oder man klickt auf fol­gen­den Abspielknopf:

[audio:http://deef.podspot.de/files/deef_und_roman.mp3]

Guten Morgen

morgenkaffee

Heu­te las­se ich mich mal von Pod­Cas­tern wecken und zum Lachen brin­gen. Jeden Mor­gen was Essen­ti­el­les in den rei­nen Text­sei­ten des Net­zes zu suchen, wird doch irgend­wann ein­tö­nig. Dann mal los mit wat auf die Ohren:

Fluss­kie­sel befasst sich zum Wochen­en­de mal in sei­nem Bier­Cast mit Rit­ter Export.

Fried­rich Küp­pers­busch wird gefagt: Ist Barack Oba­ma noch eine Licht­ge­stalt? [mp3]

Janu­sch­ka pod­cas­tet von ihrer Arbeit über’s Anfa­sern und das schon im Juni. Ich ver­wei­se trotz­dem hier mal dar­auf, hat eh noch nicht die Brei­te Mas­se gehört.

Die Chicks on Tour waren kurz aus ihrer Tour­nee zum Pod­Cas­ten da und berich­ten von ihrem Auf­ein­an­der­tref­fen mit Richie.

Und Annik Rubens letz­te schlaf­lo­se Nacht soll hier auch mal nicht fehlen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wann kommt eigent­lich mein zwei­ter Pod­Cast? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

Oktober 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Sep    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
Seite 2 von 212