@axw74 @VlkrDhr Korrekt, wird nicht funktionieren. Läuft wohl über Privatspenden: https://t.co/I9dV4tenDx

Artikel-Schlagworte: „PodCast“

Warum wir keine Zeitungen mehr kaufen

Viele denken ja, die Krise der Zeitungen habe etwas mit dem Aufkommen des Internets zu tun. Dabei began sie viel früher. Ein Professor hat mir einmal erzählt, wie er vor Jahren sein Abo der Süddeutschen Zeitung gekündigt hat. Daraufhin habe man sich telefonisch bei ihm gemeldet und nach den Gründen gefragt. Es würde ihnhaltlich immer mehr auf popkulturelle Themen gesetzt, sagte er, dafür bräuchte er keine Zeitung. Die Telefonistin habe aber nicht im Ansatz verstanden, was er meinte.

Mir ist ja noch etwas gut in Erinnerung, was den wenigsten vergönnt ist: Zu erleben, wie eine neue Zeitung an den Markt geht. Das war 1993. Die Zeitung hieß Die Woche, sie wurde 2002 eingestellt. Man erlebte damals mit, wie die Verantwortlichen sich die Frage stellten, wie eine aktuelle Zeitung aussehen müsse. Und so sah sie dann aus: Sie war bunt, jedes Thema hatte ein ordentlich großes Bild, auf den ersten 10 Seiten gab es zu einem Thema eine oder mehrere Seiten, letztere das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtend. Die Woche war mein Einstig in das regelmäßige Kaufen einer Zeitung. Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine waren damals komplett in schwarz-weiß und vom Design her äußerst starr. Bunte Fotos sollte es erst Jahre später geben. Die Woche hatte 35.000 Abonnementen und 120.000 Leser insgesamt. Offenbar zu wenig. Marcel Reich-Ranicki sagte damals, es habe halt einfach keine Marktlücke für dieses Produkt gegeben. Das habe ich verstanden. Leid tat es mir trotzdem.

Heute habe ich mir mal die Süddeutsche Zeitung gekauft. Das tue ich immer seltener. Aufgemacht ist sie nach den Grundsätzen, die schon Jahrzehnte auf dem Buckel haben: Dutzende Buchstabenblockspalten. Dazu als modernen Einfluß, ungeordnet Bilder, ab und zu übergroß. Die Themen kenne ich auf den ersten Seiten schon aus dem Netz: Die Löw-Balljungen-Geschichte, die Merkel-Hallo-Europa-Deutschland-geht-auch-nicht-ewig-gut-Geschichte, die Dicke-Deutsche-Geschichte, der Waldjunge, über den ich dank Internet heute schon mehr erfahren habe. Dazu ein Interview zum Urheberrecht mit Till Kreutzer und einem holzpressevertretrigen Bernd Graff. Immerhin: Ein gutes Interview mit Nikos Dimou (im Internet: Ein Telefon-Interview). Ich sehe noch einen Vorsendungsabschrieb der Geburtstagssendung von Herbert Feuerstein und irgendwas zu Kino.to, bevor ich die Zeitung zusammenfalte. Anspruchslose Popkultur, wohin man schaut. Ausblicke? Optimusmus? Fehlanzeige.

Bei der Frankfurter Allgemeinen: Merkelgriechenbetreuungsgeldspanierdickedeutschewaldjunge, kennt man alles. Früher habe ich mich ja gewundert, wie man am Tag zwei bis drei Zeitungen überhaupt durchlesen kann. Kunststück bei den vielen Wiederholungen. Dazu ein Bericht über Burma und einer über Ägypten. Dorothee Bär darf unkommentiert CSU-Propaganda in die Zeitung kippen, wobei die einschneidenden Kritiken (Hindernis für Integration, Schwächung der Berufsquote für Frauen, Ersatz für fehlende Kita-Plätze) einfach mal ignoriert werden.

Zusammengefasst: Ich denke beim Lesen auf jeder zweiten Seite: Kenn ich schon. Und dazu gibt es dann keine Informationen, die sonderlich tief gehen. Kein Spezialist, der es schafft, mich zu belehren. Viel Dümmliches, viel Regenbogenpresse. Vielleicht stehen in den Wirtschaftsnachrichten noch interessante Sachen. Aber am Ende einer Zeitung interessiert mich das herzlich wenig. Mag sein, dass heute kein guter Tag für spektakuläre Meldungen ist, es ist aber ein typischer Tag für eine deutsche Tageszeitung. Ein langweiliger.

Währenddessen habe ich im Internet heute schon mindestens 10 Artikel gesehen, die ich lesenswert fand und die nicht von Zeitungen und ohne ein Leistungsschutzrechtgewinsel aus-kamen. Morgen kaufe ich keine Zeitung.

Guten Morgen

MorgenkaffeeDer PR(!)ler Sascha Lobo wehrt sich gegen die religiöse Verklärung des Internets seitens Matthias Matussek und Andrian Kreye bei der Süddeutschen.

Bei der NRW-SPD regt man sich uber die Verwendung des Begriffs “Ermächtigungsgesetz” auf, mit dem Nico Kern von der Piratenpartei das Gesetzgebungsverfahren des Gesetzes zur Restrukturierung der WestLB AG charakterisiert hat. Damit betätigen sich die SPD-Aufreger als Steigbügelhalter der Piraten, denen der Begriff wohl eher Mittel zum Zweck ihres Anliegens war:

„Es erscheint uns merkwürdig, dass SPD und Grüne das Thema WestLB vor der Wahl über einen Nachtragshaushalt regeln wollen und das Thema nun durchpeitschen“, sagt Robert Stein, Landtagsabgeordneter der Piratenpartei NRW. „Die Erklärungen, die Finanzminister Borjans dazu liefert [2], sind bei weitem nicht ausreichend und schon gar nicht zufrieden stellend.“

Sollte die WestLB-Milliarde durch Einsparungen an anderer Stelle aufgebracht werden, so muss sichergestellt sein, dass dies nicht zu Lasten sozial schwächerer Mitbürger oder des Bildungssektors geht. „Wir können nicht akzeptieren, dass Menschen, die ohnehin wenig haben, für die Fehler von Management und Aufsichtsrat der WestLB in Haftung genommen werden“, sagt Stein. Von der Landesregierung fordern die PIRATEN entsprechende nicht widerrufbare Zusagen ein.

Beim Frühstück bei Stefanie wundert man sich, dass heutzutage jedes Tier Fussballorakel werden kann.

Und während ich mir die Frage stelle: Sollte man sich von Nazis die Sprache wegnehmen lassen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Rundshow, die zweite

Das isja auch schön: Eine nachsendungliche Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, da spart man sich das Anschauen der gesamten Folge:

Und Annik Rubens podcastet des Nächtens, dass sie auch glücklich über die Sendung ist. Wie schön.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Ach, wie schön: Weil der Wahlkampf ja so langweilig ist, hat der WDR die Wahlplakate mal aus ästhetischen Gesichtspunkten heraus analysiert. (Lautsprecher an!)

Springer-Chef Mathias Döpfner versucht im Interview Martin Walser zur Kommentierung von Grass‘ Gedicht zu verleiten.

Harald Schmidt wechselt zu SKY.

Denis empfiehlt ein PodCast-Radio: Radio like you want.

Und während ich mir die Frage stelle: Wieso lässt sich jetzt Walser von Springer parteiisch interviewen, wenn er unpolitischer Schriftsteller ist? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Roman Held und Deef Pirmasens im Podcast

Sie sind jung, sie kokettieren beide etwas mit ihrer sexuellen Ausrichtung, verkneifen sich überflüssige Witzeleien, sie sind Wortverfechter, Blogger, Pseudonym-Benutzer und alles in allem sehr offene Zeitgenossen. Weil Roman Held nun sein Blog schließt, ist er auf den Trichter gekommen, sich ab und an jemanden übers Wochenende aus der Internetwelt nach Hause einzuladen. Im Februar hat Deef Pirmasens die Gelegenheit wahrgenommen und zusammen haben beide folgenden PodCast erstellt, den man entweder bei Deef runterladen oder anhören kann oder man klickt auf folgenden Abspielknopf:

[audio:http://deef.podspot.de/files/deef_und_roman.mp3]

Guten Morgen

morgenkaffee

Heute lasse ich mich mal von PodCastern wecken und zum Lachen bringen. Jeden Morgen was Essentielles in den reinen Textseiten des Netzes zu suchen, wird doch irgendwann eintönig. Dann mal los mit wat auf die Ohren:

Flusskiesel befasst sich zum Wochenende mal in seinem BierCast mit Ritter Export.

Friedrich Küppersbusch wird gefagt: Ist Barack Obama noch eine Lichtgestalt? [mp3]

Januschka podcastet von ihrer Arbeit über’s Anfasern und das schon im Juni. Ich verweise trotzdem hier mal darauf, hat eh noch nicht die Breite Masse gehört.

Die Chicks on Tour waren kurz aus ihrer Tournee zum PodCasten da und berichten von ihrem Aufeinandertreffen mit Richie.

Und Annik Rubens letzte schlaflose Nacht soll hier auch mal nicht fehlen.

Und während ich mir die Frage stelle: Wann kommt eigentlich mein zweiter PodCast? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

August 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Jul    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
    • none
Seite 2 von 212