Lesezeichen vom 07.10.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • What Ever­yo­ne Is Too Poli­te to Say About Ste­ve Jobs

    One thing he wasn’t, though, was per­fect. Inde­ed the­re were things Jobs did while at Apple that were deeply dis­tur­bing. Rude, dis­mis­si­ve, hos­ti­le, spi­te­ful: Apple employees—the ones not bound by con­fi­den­tia­li­ty agreements—have had a dif­fe­rent sto­ry to tell over the years about Jobs and the bul­ly­ing, mani­pu­la­ti­on and fear that fol­lo­wed him around Apple. Jobs con­tri­bu­t­ed to glo­bal pro­blems, too. Apple’s suc­cess has been built liter­al­ly on the backs of Chi­ne­se workers, many of them child­ren and all of them endu­ring long shifts and the spec­ter of bru­tal pen­al­ties for mista­kes. And, for all his talk of enab­ling indi­vi­du­al expres­si­on, Jobs impo­sed para­no­id rules that cen­tra­li­zed con­trol of who could say what on his devices and in his com­pa­ny.

  • Wor­d­Press Essen­ti­als: The Defi­ni­ti­ve Gui­de To Wor­d­Press Hooks

    If you’re into Wor­d­Press deve­lop­ment, you can’t igno­re hooks for long befo­re you have to del­ve into them head on. Modi­fy­ing Wor­d­Press core files is a big no-no, so whene­ver you want to chan­ge exis­ting func­tio­na­li­ty or crea­te new func­tio­na­li­ty, you will have to turn to hooks.

  • Jür­gen Flie­ge: Das „schwar­ze Schaf“ der Gemein­de? — FOCUS Online

    „Ohne steu­er­pflich­ti­ges Mit­glied in der Kir­che zu sein, gibt es kei­nen kirch­li­chen Segen bei Trau­ung und auch kei­ne Beer­di­gung.“ Er habe mit sei­ner Essenz „segens­rei­che Wir­kung“ ver­kauft. „Das ist über­all in der Welt gang und gäbe. Für eine deut­sche Kir­che aber eher unge­wohnt. Denn unse­re Kir­chen sind, wie selbst der Papst erkann­te, im Kir­chen­steu­er­pa­ra­dies ver­fet­tet.“

  • Facebook-Fanpages und -Plug­ins: Das ULD weiß, was es tut
  • And then the PR guy cal­led me “a fuck­ing bitch”. I can’t even make this shit up. — TheBloggess.com
  • Die Geschich­te von Linux | hei­se open

    Als Linus Tor­valds vor 20 Jah­ren sein Linux 0.01 ins Inter­net stell­te, traf er mit der Idee eines frei­en Unix-Klons, an dem jeder­mann mit­ent­wi­ckeln kann, einen Nerv. Heut­zu­ta­ge ist Linux aus der IT-Welt nicht mehr weg­zu­den­ken.

  • Face­book, das ULD und die Poli­tik: den Rich­ti­gen aufs Korn genom­men | c’t

    Das Unab­hän­gi­ge Lan­des­zen­trum für Daten­schutz Schleswig-Holstein (ULD) macht in der Debat­te um Like-Buttons und Fan­pages ernst: Die Staats­kanz­lei des Lan­des Schleswig-Holstein gehört zu den ers­ten Emp­fän­gern von Brie­fen der staat­li­chen Daten­schüt­zer. Nun muss sich die Lan­des­re­gie­rung erklä­ren: Das ULD will von ihr wis­sen, wie sie ihre Fan­page für das Land Schleswig-Holstein daten­schutz­recht­lich zuläs­sig betreibt. Das ULD geht davon aus, dass dies gar nicht mög­lich ist.

  • ARD-DeutschlandTrend: Pira­ten oben­auf — FDP auf Rekord­tief | tagesschau.de

    Mehr als zwei Drit­tel der Deut­schen (72 Pro­zent) sind der Ansicht, “die Pira­ten­par­tei wird nur gewählt, um den ande­ren Par­tei­en einen Denk­zet­tel zu ver­pas­sen”.

  • Goog­le, Face­book und der Staat | ZEIT ONLINE — Ich möch­te in die­sem Text eine Vor­her­sa­ge tref­fen, die Ihnen sehr unwahr­schein­lich erschei­nen mag, die aber den­noch mit gro­ßer Sicher­heit ein­tref­fen wird: Goog­le, Face­book und ande­re gro­ße Inter­net­kon­zer­ne wan­deln sich gera­de von inno­va­ti­ven Vor­rei­tern zu Grund­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men der Infor­ma­ti­ons­be­schaf­fung und des Gedan­ken­aus­tauschs – und sie wer­den eines Tages unter staat­li­che Auf­sicht gestellt oder gar vom Staat betrie­ben wer­den.
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Guten Morgen

Morgenkaffee

Im Zuge der Heroi­sie­rung des Apple-Gründers schreibt Hor­ace Dediu mal auf, was Ste­ve Jobs alles nicht war.

WiWo-Redakteur Sebas­ti­an Mat­thes geht mit sei­nem neu­en Blog unge­druckt an den Start. Sei­ne Moti­va­ti­on beschreibt er wie folgt:

Vor weni­gen Tagen saß ich in einem Düs­sel­dor­fer Restau­rant, einem die­ser Orte kon­tem­pla­ti­ver Bür­ger­lich­keit, nicht spie­ßig, aber auch gera­de nicht mehr cool, so wie es vie­le Orte in Düs­sel­dorf gibt. Am Nach­bar­tisch saß eine Grup­pe End­zwan­zi­ger in Anzü­gen. Um Autos dreh­ten sich ihre Gesprä­che, um Jobs. Und um die Pira­ten­par­tei. […] in der Dis­kus­si­on zeigt sich auch etwas ande­res: In Deutsch­land bil­den sich zwei neue Lager. Die Grenz­li­nie zwi­schen ihnen ver­läuft nicht mehr, wie bis­lang gewohnt, zwi­schen links und rechts. Sie ver­läuft zwi­schen Off und On. […] nicht nur durch die Poli­tik, son­dern auch durch Redak­tio­nen, Orga­ni­sa­tio­nen und natür­lich Unter­neh­men.

Vol­les Pfund. Und wenn sei­ne kom­men­den Ana­ly­sen so tref­fend und bis­sig wie die über Düs­sel­dorf sind, dann kann man sich als Leser schon mal freu­en.

10 Jah­re Afghanistan-Krieg, das bedeu­tet auch 10 Jah­re lan­ges Schei­tern des Wes­tens. Und wie lan­ge Deutsch­land gebraucht hat, um zu erken­nen, dass es einen Krieg führt.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Gab’s das schon mal, dass das Mor­gen­ma­ga­zin 4 Tage hin­ter­ein­an­der Wer­bung für eine Fir­ma wie Apple macht? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Lesezeichen vom 06.10.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • Mal­te Wel­ding über Apple Pro­duk­te — Als ich vor fünf Jah­ren zum ers­ten Mal in der Spreeblick-Konzernzentrale war, rede­ten wir über Beam­te, Dro­gen, Beam­ten­dro­gen und dass ich ja mal was für Spree­blick schrei­ben kön­ne. Als ich nach 24 Minu­ten wie­der ging, sag­te John­ny, zum ers­ten Mal von sei­nem Rech­ner auf­bli­ckend: „Kauf dir doch noch ein Mac­Book.“
  • Süd­west: Urteil: Staats­ge­richts­hof: EnBW-Kauf war ver­fas­sungs­wid­rig — badische-zeitung.de — Die frü­he­re schwarz-gelbe Lan­des­re­gie­rung hat mit dem Ein­stieg beim Ener­gie­ver­sor­ger EnBW gegen die Ver­fas­sung ver­sto­ßen. Das hat der Staats­ge­richts­hof in Stutt­gart ent­schie­den. Was wird jetzt aus Ex-Finanzminister Wil­li Stä­che­le?
  • Klimaretter.info — Stutt­gart 21: Bau­ar­bei­ten gestoppt — Klimaretter.info — Der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Württemberg hat der Bahn in einem Eil­be­schluss unter­sagt, die Bau­ar­bei­ten am Grund­was­ser­ma­nage­ment für Stutt­gart 21 wei­ter zu betrei­ben. Die Bahn hat­te ihre Bau­plä­ne in einem ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren geän­dert, das kei­ne Betei­li­gung der Öffent­lich­keit und der Umwelt­ver­bän­de vor­sieht. Nach Ansicht des BUND ist eine der­ar­ti­ge Plan­än­de­rung nicht mit einem ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren mög­lich und benö­tigt einen erneu­ten Plan­fest­stel­lungs­be­schluss.
  • Klimaretter.info — E-Books kön­nen Kli­ma schüt­zen — Klimaretter.info — Die Her­stel­lung von zehn Büchern mit durch­schnitt­lich 200 A5-Seiten ver­ur­sa­che etwa elf Kilo­gramm Koh­len­di­oxid. Wenn Recy­cling­pa­pier zum Ein­satz kommt, ver­bes­sert sich die Bilanz auf neun Kilo­gramm. Dem­nach müss­te man auf einem Lese­ge­rät — wäh­rend sei­ner durch­schnitt­li­chen Lebens­dau­er — etwa 25 Bücher lesen, um auf eine posi­ti­ve Kli­ma­bi­lanz zu kom­men.
  • Alt­kanz­ler Hel­mut Schmidt: Ver­ste­hen Sie das, Herr Schmidt? | Poli­tik | ZEIT ONLINE — Schmidt: Wenn die­ser Staat vor­über­ge­hend zah­lungs­un­fä­hig wür­de, dann wäre das für die Grie­chen und für alle ande­ren Euro­pä­er ein gro­ßes Unglück, aber kein exis­ten­zi­ell gefähr­den­des Unglück. Das gilt sowohl für die wirt­schaft­li­chen als auch die poli­ti­schen Fol­gen eines sol­chen Bank­rotts. Die poli­ti­schen Fol­gen wür­den mög­li­cher­wei­se noch schwe­rer wie­gen, denn es könn­te der Ein­druck ent­ste­hen, dass es um die Soli­da­ri­tät unter den Euro­pä­ern noch viel schlech­ter bestellt ist, als wir uns das in den letz­ten Jah­ren vor­ge­stellt haben. Das Ver­trau­en in die Gemein­schaft der 27 Mit­glie­der wür­de wei­ter schwin­den. Die­ser poli­ti­sche Preis wäre zu hoch. Des­halb müs­sen die Staa­ten der Euro­päi­schen Uni­on Grie­chen­land hel­fen.
  • Text of Ste­ve Jobs’ Com­men­ce­ment address (2005) — ‘You’ve got to find what you love’ — This is a pre­pa­red text of the Com­men­ce­ment address deli­ve­r­ed by Ste­ve Jobs, CEO of Apple Com­pu­ter and of Pixar Ani­ma­ti­on Stu­di­os, on June 12, 2005.
  • Ste­ve Jobs, 1955 – 2011 | Epi­cen­ter | Wired.com — It had taken a while for the world to rea­li­ze what an ama­zing trea­su­re Ste­ve Jobs was. But Jobs knew it all along. That was part of what was so unusu­al about him. From at least the time he was a teen­ager, Jobs had a frea­kish chutz­pah. At age 13, he cal­led up the head of HP and cajo­led him into giving Jobs free com­pu­ter chips. It was part of a lifelong pat­tern of set­ting and ful­fil­ling astro­no­mi­c­al stan­dards. Throug­hout his care­er, he was fearless in his deman­ds. He kicked asi­de the hoops that ever­yo­ne else had to nego­tia­te and strai­ght­for­ward­ly and bra­zen­ly pur­sued what he wan­ted. When he got what he wan­ted — some­thing that occur­red with asto­nis­hing fre­quen­cy — he accep­ted it as his bir­th­right.
  • Pira­ten­par­tei: “Sie errei­chen nicht die brei­te Gesell­schaft” | ZEIT ONLINE — bei den Pira­ten domi­nie­ren jun­ge, bes­ser gebil­de­te Män­ner. Ver­gleich­bar ist auch die urba­ne Struk­tur im alter­na­ti­ven Milieu. Aber die Grü­nen hat­ten von Beginn an eine gefes­tig­te­re ideo­lo­gi­sche und poli­ti­sche Posi­ti­on und deck­ten mit der Öko­lo­gie einen brei­te­ren poli­ti­schen Bereich ab als die Pira­ten es jetzt tun. Mit ihrem Sam­mel­su­ri­um von all­ge­mei­nen poli­ti­schen Posi­tio­nen und der sehr star­ken Fokus­sie­rung auf das Web errei­chen sie die Brei­te der Gesell­schaft grund­sätz­lich nicht.
  • Die­se Lie­der sind in dei­nem Land ver­füg­bar 2 « Mal­te Wel­ding
  • Staats­an­walt­schaft ermit­telt schlam­pig — Kun­de ver­prü­gelt und fast ver­ur­teilt — sueddeutsche.de — Weil sie ihn für einen Dieb hal­ten, schla­gen Mit­ar­bei­ter eines Münch­ner Super­markts einen Kun­den kran­ken­haus­reif und zei­gen ihn dann auch noch an. Die Staats­an­walt­schaft glaubt den Tätern — und bei­na­he wird Abdul M. auch noch zum Opfer schlam­pi­ger Ermitt­lun­gen.
  • Pofal­la und die gro­ße Wel­le | Post von Horn — Vor die­ser Wel­le von Kri­tik erscheint der CDU-Abgeordnete Bos­bach als net­ter Mensch, dem übel mit­ge­spielt wur­de. Dabei soll­te sich Bos­bach über Pofal­la Atta­cke nicht wun­dern. Ein wenig hat er sie schon her­aus­ge­for­dert. Er beschränk­te sich näm­lich nicht dar­auf, sei­ne ableh­nen­de Hal­tung zur Aus­wei­tung des Euro-Rettungsschirms zu Pro­to­koll zu geben.

    Viel­mehr nutz­te er über Wochen jede Gele­gen­heit, sei­ne abwei­chen­de Auf­fas­sung öffent­lich zu pro­pa­gie­ren und sich selbst zu pro­fi­lie­ren. Das pro­vo­zier­te vie­le in sei­ner Frak­ti­on. Nicht weni­ge neh­men ihm das rich­tig übel, behal­ten ihre Kri­tik aber für sich. Bos­bachs Ver­hal­ten ent­schul­digt Pofal­las Atta­cke natür­lich nicht.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Zum Abschluss sei­ner Deutschland-Reise mein­te der Papst, die Katho­li­sche Kir­che sol­le sich in ihrer Kri­se am bes­ten ent­welt­li­chen. Und ich dach­te die gan­ze Zeit, genau das sei das größ­te Pro­blem der Katho­li­schen Kir­che: Dass sie so ent­welt­licht ist.

CSU-Hardliner Sieg­fried Kau­der möch­te ein 2-Strikes-Warnsystem in Deutsch­land instal­lie­ren, “um die Rechts­ver­fol­gung von Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen wei­ter zu pri­va­ti­sie­ren”, wie man bei Netzpolitik.org meint.

Nach einer Umfra­ge des SPIEGEL kommt, wenn nächs­ten Sonn­tag Bun­des­tags­wahl wäre, die Pira­ten­par­tei rein und die FDP nicht.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ist die Pira­ten­par­tei die ein­zi­ge Par­tei, die der CDU ernst­haft Kon­tra geben kann? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Lesezeichen vom 25.09.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • Russ­land — Ich! Wer sonst? — Poli­tik — sueddeutsche.de — Wla­di­mir Putin ent­schei­det sich für einen neu­en Prä­si­den­ten — für sich selbst. So bleibt Russ­land ein Kom­man­do­st­aat, der nach dem Befehls­prin­zip regiert wird. Doch das Volk ent­frem­det sich von Putins Sys­tem: Es ist ermü­det von der Rhe­to­rik eines blü­hen­den Lan­des. Denn viel zu sel­ten sieht es etwas davon.
  • Per­so­nal­de­bat­te bei den Lin­ken: Die Par­tei der Ewig­gest­ri­gen — Tages­spie­gel — Die Debat­te um eine mög­li­che Bewer­bung der Kom­mu­nis­tin Sah­ra Wagen­knecht für den Vor­sitz der Linken-Fraktion im Bun­des­tag zeigt ein­mal mehr: Die Refor­mer in der Par­tei gera­ten mehr und mehr ins Abseits – und wer­den ner­vös.
  • Nik Cubrilo­vic Blog — Log­ging out of Face­book is not enough — log­ging out of Face­book only de-authorizes your brow­ser from the web app­li­ca­ti­on, a num­ber of coo­kies (inclu­ding your account num­ber) are still sent along to all requests to facebook.com. Even if you are log­ged out, Face­book still knows and can track every page you visit. The only solu­ti­on is to dele­te every Face­book coo­kie in your brow­ser, or to use a sepa­ra­te brow­ser for Face­book inter­ac­tions.
  • Script­ing News: Face­book is sca­ring me — Yes­ter­day I wro­te that Twit­ter should be sca­red of Face­book. Today it’s worse. I, as a mere user of Face­book, am serious­ly sca­red of them.
  • An der FDP-Basis: Mot­zen gegen die Bubi­trup­pe — taz.de — Ein Kauf­mann aus Wil­lich steht auf, er schimpft, die FDP habe die Inhal­te der Pira­ten­par­tei kom­plett ver­pennt, “und wir krie­gen die Prü­gel, weil die in Ber­lin nichts kapie­ren”. Ein Mann aus Bad Kreuz­nach ruft: “Wir haben ein Exis­tenz­pro­blem”, er will, dass Irr­tü­mer und Wider­sprü­che offen auf den Tisch gelegt wer­den. Eine Köl­ne­rin ruft: “Fami­li­en­po­li­tik fin­det in die­ser Par­tei über­haupt nicht mehr statt — hier sit­zen ja auch fast nur Män­ner!” Ein jun­ger Mann bringt das The­ma Löh­ne aufs Tapet: “Ich bin nicht Mit­tel­stand, ich bin Mit­tel­schicht”, ruft er mit kip­pen­der Stim­me, “war­um bin ich nicht Teil der libe­ra­len Fami­lie?”
  • Umstrit­te­nes Mil­li­ar­den­pro­jekt: Bahn rech­net angeb­lich S21-Ausstieg durch | STERN.DE — Was wäre wenn? Die Bahn spielt einem Medi­en­be­richt zufol­ge einen mög­li­chen Aus­stieg aus dem Mil­li­ar­den­pro­jekt Stutt­gart 21 durch. Der Bahn­vor­stand demen­tiert.
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Zwischen Verschwörungstheorie und Überwachungsperfektion: Das Projekt INDECT

Wenn man eine neue Welt­be­herr­schungs­ge­schich­te aus Moti­ven von Orwells 1984, Dicks Mino­ri­ty Report und Dür­ren­matts Die Phy­si­ker schrei­ben woll­te, dann käme wohl so etwas raus wie INDECT. INDECT ist das “Intel­li­gen­te Infor­ma­ti­ons­sys­tem zur Unter­stüt­zung von Über­wa­chung, Suche und Erfas­sung für die Sicher­heit von Bür­gern in städ­ti­scher Umge­bung”. Und über­wacht, gesucht und erfasst wer­den: Bür­ger.

Ob in Fuß­ball­sta­di­en, in der Stra­ßen­bahn, am Bahn­hof, in Ein­kaufs­zen­tren oder beim Demons­tra­tio­nen: In Deutsch­land wer­den Men­schen in der Öffent­lich­keit dau­ernd über­wacht. Das Pro­jekt INDECT sieht vor, die Daten von allen ver­füg­ba­ren Über­wa­chungs­sys­te­men zu sam­meln und in Echt­zeit aus­zu­wer­ten: Vor­rats­da­ten­spei­che­rung, Han­dy­or­tung, Tele­fon­über­wa­chung, fest instal­lier­te und mobi­le Video­ka­me­ras, Gesichts­er­ken­nung, bestehen­de Daten­ban­ken und Inter­net­sei­ten. Damit lie­ße sich eine mobi­le Ziel­ver­fol­gung, wie man sie aus Kriegs­sze­na­ri­en kennt, in Innen­städ­ten durch­füh­ren. Die Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen haben ihre Phan­ta­si­en dazu auch schon ver­filmt. Bis­lang schei­ter­ten der­ar­ti­ge Daten­samm­lungs­pro­jek­te immer am Infor­ma­ti­ons­über­fluss und an zuein­an­der inkom­pa­ti­blen Daten­ban­ken. Die­ses Pro­blem hat man inzwi­schen in den Griff bekom­men.

Weil die Poli­zei mit einem sol­chen Pro­jekt schon per­so­nell über­for­dert wäre, sol­len Com­pu­ter die Arbeit über­neh­men und Video­auf­nah­men nach abnor­ma­lem Ver­hal­ten aus­wer­ten. Unter­sucht wer­den also ent­ge­gen aller Unschulds­ver­mu­tung alle erfass­ten Per­so­nen. Abnor­ma­les Ver­hal­ten besteht nach Vor­ga­be des Pro­jekts u.a. beim Flu­chen in der Öffent­lich­keit, beim Ren­nen am Flug­ha­fen, bei zu lan­gem Auf­ent­hal­ten in Tür­be­rei­chen, aber auch beim Zusam­men­tref­fen zu vie­ler Per­so­nen in Fuß­gän­ger­zo­nen. Hoo­li­gans, Sexu­al­straf­tä­ter und Ter­ro­ris­ten sind die übli­chen Ver­däch­ti­gen, nach denen Aus­schau gehal­ten wer­den soll. Die Ergeb­nis­se der Com­pu­ter­un­ter­su­chun­gen wer­den schließ­lich zu einem auto­ma­ti­schem Benach­rich­ti­gungs­sys­tem wei­ter­ge­lei­tet. Der ers­te ernst­haf­te Ein­satz von INDECT könn­te bei der Fußball-WM 2012 in Polen statt­fin­den. Zwar sagen die Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen, dass nicht geplant sei, INDECT dort ein­zu­set­zen, aber Geneh­mi­gun­gen zu Test­zwe­cken in Sta­di­en wur­den auch für die­sen Zeit­raum ein­ge­holt. Neben der nor­ma­len Über­wa­chung plant man beim Pro­jekt INDECT, Fan­ge­sän­ge live auf eine auf­kei­men­de Bedro­hung abzu­hö­ren. Für die Über­wa­chung an Orten mit zu wenig instal­lier­ten Kame­ras sind Droh­nen vor­ge­se­hen, die mit Kame­ras aus­ge­stat­tet sind. Der­ar­ti­ge Flug­ge­rä­te wer­den in Deutsch­land schon bei Castor-Transporten ein­ge­setzt.

In Deutsch­land ist neben Video­über­wa­chungs­fir­men die Uni­ver­si­tät Wup­per­tal an INDECT betei­ligt. Dort erforscht man für das Pro­jekt, inwie­fern sich aus Bil­dern und Vide­os Anzei­chen von mög­li­cher­wei­se straf­ba­ren Hand­lun­gen erken­nen las­sen. Die zustän­di­gen Wis­sen­schaft­ler in Wup­per­tal sehen sich aller­dings nicht in irgend­ei­ner Ver­ant­wor­tung für die Fol­gen ihrer For­schung. Man lie­fe­re nur die Grund­la­gen­for­schung und sei nicht für die Ver­wen­dung ihrer Ergeb­nis­se zustän­dig. Von Gewis­sens­bis­sen, wie sie Dür­ren­matts Phy­si­ker plag­ten, kei­ne Spur. Eben­so wie die EU-Kommission stellt man es so dar, als ob es sich bei INDECT bis­lang nur um ein auf blo­ße For­schung begrenz­tes Pro­jekt han­delt. Der AStA Wup­per­tal sowie wei­te­re lin­ke Stu­den­ten­grup­pen for­dern seit letz­tem Novem­ber den sofor­ti­gen Aus­stieg der Uni­ver­si­tät aus die­sem Pro­jekt. Das Ver­hal­ten der Wup­per­ta­ler For­scher sei so, meint Kai Not­h­durft, als ob man eine Waf­fe erfin­det, aber nicht mit­ver­ant­wort­lich sei, wenn jemand die­se Waf­fe tat­säch­lich benutzt. Im Kern befin­det sich die Wis­sen­schaft hier in einem Zwie­spalt. Wie kann man sich vehe­ment gegen die Tren­nung von Wis­sen­schaft­ler und Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter weh­ren, wäh­rend man die Auf­tei­lung in For­scher und Ver­ant­wort­li­che hin­nimmt?

Das EU-Projekt ist auch auf poli­ti­scher Ebe­ne höchst umstrit­ten: Zwar gibt es eine Ethik-Kommission für die­ses Pro­jekt, aller­dings durf­ten die Pro­jekt­ver­ant­wort­li­chen die­se Kom­mis­si­on nach eige­nem Ermes­sen beset­zen. Und so ent­schei­det die Ethik-Kommission inzwi­schen neben ihrer eigent­li­chen Auf­ga­be auch dar­über, wel­che Infor­ma­tio­nen über das Pro­jekt her­aus­ge­ge­ben wer­den. Das führt zu so bizar­ren Situa­tio­nen wie der fol­gen­den: Das EU-Parlament hat an das Pro­jekt eine Anfra­ge gestellt, nach wel­chen Kri­te­ri­en die Ethik­kom­mis­si­on besetzt wor­den sei. INDECT ver­wei­ger­te schlicht die Aus­kunft.

Noch ste­hen der Umset­zung der For­schun­gen des Pro­jekts tech­ni­sche und recht­li­che Hür­den im Weg. Aller­dings meint der EU-Abgeordnete Alex­an­der Alva­ro (FDP), die “Men­schen­such­ma­schi­ne” INDECT sei wie “ein Tan­ker, der schwer auf­zu­hal­ten sei, wenn er erst ein­mal auf Kurs ist”. Wer pro­fi­tiert also von die­sem Pro­jekt?

Pro­jekt­be­tei­lig­te erzäh­len ziem­lich offen, dass wirt­schaft­li­che Inter­es­sen durch­aus eine Rol­le spie­len:

Why not com­mer­cia­li­zing it?

Gut, viel­leicht schon des­we­gen nicht, weil die­ses Pro­jekt öffent­li­che Gel­der ver­schlun­gen hat. Aber wer an der­ar­ti­gen Stel­len auf rhe­to­ri­sche Fra­gen zurück­greift, der will über Daten­schutz wohl nicht ernst­haft nach­den­ken.

Es ist der­zeit nicht zu sagen, ob der­ar­ti­ge Pro­jek­te zu mehr Sicher­heit füh­ren oder die Bür­ger durch Dau­er­über­wa­chung zutiefst ver­un­si­chern. Aller­dings könn­te INDECT ein Para­de­bei­spiel sein, wie Innen­po­li­tik durch sekun­dä­re Inter­es­sen aus­län­di­scher Orga­ni­sa­tio­nen und Aus­nut­zung von Schwach­stel­len der EU beein­flusst wird, und natio­na­le Restrik­tio­nen umgan­gen wer­den.

Dann wäre nicht mehr die Fra­ge, ob der Schutz vor kör­per­li­cher Unver­sehrt­heit gegen den Schutz der Pri­vat­sphä­re aus­ge­spielt wird, zen­tral, son­dern ob Maß­nah­men zur phy­si­schen Sicher­heit der Bevöl­ke­rung die Staats­auf­ga­be zur Her­stel­lung von Rechts­si­cher­heit unter­gra­ben.

wei­ter­füh­ren­de Links:
Sei­te des FIfF zu Indect — http://panopticum-europe.eu/

https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Indect

Die Pro­jekt­sei­te – http://www.indect-project.eu/
Dom­in­go Con­te – http://nomenom.blogspot.com/2011/01/projekt-indect_15.html, http://nomenom.blogspot.com/2011/01/uberwachungsstaat-20.html
West­deut­sche Zei­tung, 15.02.2011 – http://www.wz-newsline.de/home/panorama/video-ueberwachung-indect-grosser-bruder-aus-wuppertal-1.578701

Pira­ten­par­tei Deutsch­land – www.stopp-indect.info
Alex­an­der Alva­ro im Deutsch­land­funk – http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1367715/

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Lesezeichen vom 21.09.2011

Die Nachtgeschichten von heute

  • Zum Tod des Netz­pu­bli­zis­ten Robin Meyer-Lucht: Meis­ter der Debat­te — Digi­ta­les Den­ken — Feuil­le­ton — FAZ.NET — Auf­ge­weckt waren vie­le sei­ner Tex­te, leb­haft bis streit­lus­tig die Debat­ten, die er mit dem von ihm gegrün­de­ten Blog Car­ta ent­fach­te: Der Medi­en­wis­sen­schaft­ler und Jour­na­list Robin Meyer-Lucht ist im Alter von 38 Jah­ren gestor­ben.
  • pri­ma­call zahlt, Spree­blick nimmt Bei­trag dem Netz − Bus­keis­mus — Wie so oft, die Äuße­rungs­frei­heit bleibt auf der Stre­cke. Gewin­ner sind die bei­den bekann­ten, vor­wie­gend als Abmah­ner bekann­ten Anwäl­te. Die Anwäl­te haben eine zusätz­li­che Ver­hand­lungs­ge­bühr erstrit­ten. Bei einem Streit­wert von 42.000 €, sind das immer­hin für jeden Anwalt ca. 1.500 € (zusam­men 3.000,00 €). 1/3 davon – ca. 1.000,00 € — zahlt Spree­blick. So teu­er ist Spree­blick die­se Sei­te gekom­men.
  • Vizekanzler-Gattin Wieb­ke Rös­ler: „Phil­ipp, viel Spaß mit den Krö­ten“ | RP ONLINE — Ich glau­be, dass Fami­li­en­po­li­tik wenig bringt. Eltern müs­sen begrei­fen, dass nicht nur der Ent­schluss zu Kin­dern und die Ent­ste­hung der Kin­der ein Gemein­schafts­pro­jekt ist. Es soll­te nicht mehr als Nor­mal­fall gel­ten: Der Mann geht arbei­ten, die Frau bekommt Kin­der, und wenn sie dann wie­der arbei­ten geht, hat sie halt Beruf und Kin­der. Nor­mal­fall soll­te sein: Bei­de gehen alles gemein­sam an. Und zwar, weil man das so will — und nicht, weil man das von oben ver­ord­net bekommt oder es finan­zi­el­le Anrei­ze gibt. Das muss von einem selbst kom­men, es ist eine Sache der Ein­stel­lung. Genau­so müs­sen auch Müt­ter abge­ben kön­nen. Ich erle­be oft, dass Müt­ter ganz schlecht Auf­ga­ben an Väter abge­ben. Da sind die Kin­der falsch ange­zo­gen, er hat ‚mor­gens natür­lich den fal­schen Käse auf das Früh­stücks­brot gemacht’, falls es nicht sowie­so ein­fach Kek­se gab. Und dass ‚er die Klei­ne nach dem Mit­tags­schlaf mit dem Mor­gen­gruß weckt — die kommt ja ganz durch­ein­an­der’.
  • Chris­toph Kap­pes zum Tod von Robin Meyer-Lucht — Mit Robin Meyer-Lucht hat uns ein klu­ger Kopf ver­las­sen, der zeit­wei­lig auch die­se Zei­tung beriet. Die Som­mer­pau­se, in die er Car­ta im Juni die­sen Jah­res schick­te, endet nicht mit dem Herbst und sei­nen rei­fen Früch­ten.
  • Neue Pan­ne: Wahl­un­ter­la­gen im Müll gefun­den — Ber­lin — Tages­spie­gel — Einen Tag nach dem Bekannt­wer­den des Zähl­feh­lers in Lich­ten­berg gibt es die nächs­te Wahlpan­ne. In Lich­ter­fel­de wur­den unge­öff­ne­te Brief­wahl­un­ter­la­gen im Müll gefun­den. Die Kri­mi­nal­po­li­zei ermit­telt.
  • die enno­ma­ne » Blog Archi­ve » Die Pira­ten­par­tei vs. Sascha Lobo — so lan­ge Sascha Lobo u.a. von den Ein­nah­men sei­ner Bücher lebt und auf der Gehalts­lis­te diver­ser Medi­en­häu­ser steht, wird er die Pira­ten­par­tei vor allem in der Urhe­ber­rechts­fra­ge immer kri­ti­sie­ren und angrei­fen.
  • Ruhe in Müns­ter — Müns­ter ist die lei­ses­te Groß­stadt in ganz Deutsch­land. Unter­sucht haben For­scher des Fraunhofer-Instituts alles, was es an Lärm gibt zwi­schen Autos, Zügen und Indus­trie — und dem­nach ist Müns­ter jetzt nicht mehr nur die lebens­wer­tes­te Stadt son­dern auch Oase der Ruhe.
  • Nach­ruf auf Robin Meyer-Lucht | Netzpiloten.de — das Bes­te aus Blogs, Vide­os, Musik und Web 2.0 — Ich kann­te Robin Meyer-Lucht nicht per­sön­lich. Er hat­te carta.info aus dem Boden gestampft und dort habe ich ihn über­haupt zum ers­ten Mal wahr­ge­nom­men. Ich habe car­ta manch­mal gehasst, manch­mal gemocht. Aber eines muss ich aus Sicht eines Online-Journalisten sagen: Er hat einen Stein in die deut­sche Online-Landschaft gerollt.
  • Robin Meyer-Lucht: Haber­mas, die Medi­en, das Inter­net — Die demo­kra­ti­sche Öffent­lich­keit hängt nicht davon ab, dass ihr von ihren tra­di­tio­nel­len Inha­bern in den eta­blier­ten Medi­en mit­ge­teilt wird, was sie den­ken soll. Anders als Jür­gen Haber­mas glaubt, eman­zi­piert sie sich erst im Inter­net.
  • Wolf­gang Michal » Bur­nout im Netz? - — alles, was bis­her pas­siert ist, war nur das Auf­wärm­trai­ning vor dem Start, das Sich-Ausprobieren, das Üben, das Vor­spiel. Jetzt wird es ernst.
  • Nicht NRW, Ber­lin ent­schei­det — Käme bei einer Neu­wahl 2012 eine rot-grüne Mehr­heits­re­gie­rung zustan­de, könn­te sie gleich zu Beginn der neu­en Legis­la­tur­pe­ri­ode die unver­meid­ba­ren Grau­sam­kei­ten bege­hen, ohne befürch­ten zu müs­sen, sofort abge­straft zu wer­den. Bei der nächs­ten regu­lä­ren Land­tags­wahl 2017 wären die Kür­zun­gen längst ver­ges­sen und ver­ge­ben.
  • Wäh­rungs­re­form for Dum­mys — Dum­my: Kannst nen 10ner wech­seln?<br />
    Tad­di: Was willst Du denn mit dem Wech­sel­geld, ist doch bald eh nix mehr wert. Pass auf wir ma­chen es so, du gibst mir den 10ner, und über­nimmst den nächs­ten Monat die Shakes, und wenn die D-Mark nächs­ten Monat kommt, zah­le ich dir alles zum Wech­sel­kurs zu­rück.<br />
    Dum­my: Cool, ne win win Si­tua­ti­on.
  • Jeder ach­te Jugend­li­che lei­det unter Sozi­al­pho­bie — Ser­vice — sueddeutsche.de — Etwa jeder ach­te Jugend­li­che hat einer Stu­die zufol­ge Angst vor ande­ren Men­schen. «Sozia­le Pho­bi­en sind bei Her­an­wach­sen­den zwi­schen 14 und 20 Jah­ren weit ver­brei­tet», berich­te­ten Frank­fur­ter Psy­cho­lo­gen am Mon­tag.
  • Grünen-Konkurrenz Pira­ten­par­tei: Ups, die sind ja gefähr­lich! — taz.de — Der sen­sa­tio­nel­le Erfolg der Pira­ten alar­miert die Grü­nen: Sie bekom­men im lin­ken Lager Kon­kur­renz, die auf die glei­che Kli­en­tel zielt — aller­dings ohne Frau­en­quo­te.
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Piraten und Religion

Tat­säch­lich. Es sind kei­ne 24 Stun­den nach dem Wahl­er­folg der Pira­ten­par­tei in Ber­lin ver­gan­gen und Ver­tre­ter der Evan­ge­li­schen Kir­che krie­gen schon Muf­fen­sausen, dass ihnen ihre staat­li­che Finan­zie­rung abhan­den kommt. Schon inter­es­sant, wie schnell die da in Stel­lung gehen, und wie schnell die da Wis­sen­schaft­ler fin­den, die ihre Linie ver­tre­ten. (Dass den christ­li­chen Kir­chen noch das Reichs­kon­kor­dat zugu­te kommt, wird auch mal eben unter den Tisch fal­len gelas­sen.)
Eine bes­se­re Wahl­emp­feh­lung für die Pira­ten­par­tei habe ich schon lan­ge nicht mehr gele­sen.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Nach der eini­ger­ma­ßen von SPD gewon­ne­nen Wahl des Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­hau­ses hält Heri­bert Prantl einen Kanz­ler­kan­di­da­ten Wower­eit den­noch für kei­ne gute Wahl:

Es ist schon bemer­kens­wert: Das Gefühl, dass sich nichts bewegt, führt in der Stadt Ber­lin zur Bestä­ti­gung des Amts­in­ha­bers; Wower­eit ver­un­si­chert nicht, weil er nichts bewegt. In der Repu­blik aber ist es anders. Da erzeugt das Gefühl, dass Ver­än­de­rung end­lich ein Kon­zept braucht, einen Wind of Chan­ge. Noch nie hat man in der Mit­te einer Legis­la­tur eine so abge­wirt­schaf­te­te Bun­des­re­gie­rung erlebt.

Das sehen SPD-Linke anders. Die monothe­ma­ti­sche Pira­ten­par­tei sind sprach­los über ihren Erfolg. Die Rech­ten sau­er. Der­weil ist in der FDP ein Hau­en und Ste­chen aus­ge­bro­chen.

In Ita­li­en wer­den gera­de abge­hör­te Tele­fo­na­te Ber­lus­co­nis mit sei­nen Gespie­lin­nen ver­öf­fent­licht.

Chris­toph Süß beschäf­tigt die Euro­schul­den­kri­se:

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Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wer kippt als ers­tes in der FDP? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Klaus Kocks und die Piraterie

Mei­ne Güte, einen so strunz­däm­li­chen Text über Poli­tik habe ich auch schon lan­ge nicht mehr gele­sen: Klaus Kocks ver­sim­pelt die Pira­ten­par­tei auf den Nen­ner, sie sei, weil sie gegen den Begriff des geis­ti­gen Eigen­tums sei, gänz­lich gegen Pri­vat­ei­gen­tum:

Wer Frei­heit und Sozia­lis­mus will, muss Pri­vat­ei­gen­tum und Wett­be­werb wol­len.

Ich stim­me der Pira­ten­par­tei in ihrer Argu­men­ta­ti­on zum geis­ti­gen Eigen­tum nicht zu, aber aus ihr fol­gert sich nicht, dass man gleich ganz gegen Pri­vat­ei­gen­tum und Wett­be­werb ist. Und dass die Pira­ten­par­tei für Sozia­lis­mus sein soll, der mei­nes Erach­tens gera­de mit Frei­heit, Pri­vat­ei­gen­tum und Wett­be­werb auf Kriegs­fuß steht — nein, Herr Kocks ist da wohl ein­fach durch­ein­an­der gekom­men.

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