Lesezeichen vom 27. Januar 2015

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Arno Klönne wirft nach der “Der Islam gehört nicht zu Sachsen”-Äußerung von Min­is­ter­präsi­dent Tillich einen Blick auf das Reli­gion­szuge­hörigkeits­bild Sach­sens.

Bierblog­ger Felix blog­gt wieder über seine Lieblings­biere.

A good blog exists inde­pen­dent­ly of peo­ple read­ing it.

schreibt Dave Win­er. Muss man mir nicht sagen bei den Mil­liar­den, die dieses Blog lesen *hust*. Was mir dazu ein­fiel:

Achtu­al­ly I think blog­ging is some­thing like hold­ing a speech. And by think­ing of Kleist’s On the Grad­ual Con­struc­tion of Thoughts Dur­ing Speech I’d say blog­ging is a tech­nique to work with thoughts for your­self. That’s why peo­ple will keep on jus­ti­fy­ing their blog­ging and it’s why blogs will be inter­est­ing for a long time.

Und während ich mir die Frage stelle: Kön­nte etwas dem Bloggen beikom­men, was direk­ter als das Ein­tip­pen von Gedanken in Tas­taturen ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Sehr gut: Pegi­da-Make-up-Tipps. Von sowas brauchen wir unbe­d­ingt noch mehr von.

Bei 11freunde inter­viewt man den Doku­men­tarfilmer Max Meis über seinen Film über die Wilde Liga Biele­feld.

Thomas Hochmann schreibt im Ver­fas­sungs­blog über eine ver­meintliche Ungle­ich­be­hand­lung von Reli­gion­ssatire in Frankre­ich.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie sieht Satire wohl in 20 Jahren aus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Der Demo­ti­va­tion­strain­er Guil­laume Paoli hat her­aus­ge­fun­den:

Es sind keine Experten nötig, um zu wis­sen, weshalb ein gelang­weil­ter junger Mann aus seinem Kuh­dorf aus­reißt. Bloß, vor vierzig Jahren wäre er in ein­er Hip­pie-Kom­mune gelandet; heute taucht er als Geiselschlächter in Syrien wieder auf. Es ist die Jugen­dre­volte in Zeit­en ihrer Unmöglichkeit, die Meta­mor­phose von Lust­prinzip in Tode­strieb.

Vielle­icht gibt man den Experten doch noch eine Chance. Die waren aber auch nicht bei der Sendung Gün­ter Jauch zuge­gen, zu der Nils Minkmar nicht erk­lärt, weswe­gen sie bei aus­bleiben­der Tiefe irgend­wie rel­e­vant sei, aber immer­hin schlägt er einen Bogen von der Protestkul­tur der 1970er zu den aktuellen Pedi­ga-Protesten:

Damals dacht­en weite Teile der Intellek­tuellen und der Studieren­den, dass – während Willy Brandt Bun­deskan­zler war – der Faschis­mus über West­deutsch­land kom­men würde. Kap­i­tal und Mil­itär und die CSU wür­den hier wieder eine Dik­tatur erricht­en. Wer das nicht fand, galt als Abwiegler und Kon­formist. Damals ent­stand das deutsche poli­tis­che Fernse­hen, zur Recherche, zur Aufk­lärung, zur deut­lichen Fest­stel­lung dessen, was ist.

Und während ich mir die Frage stelle: Was ist eigentlich aus dem DPF gewor­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Peter Richter war wieder in sein­er Heimat­stadt auf ein­er Demo und gewin­nt in seinem dres­den­melan­cholis­chen Text Pedi­ga vor allem dies ab:

Islamis­muskri­tik­feindlichkeit durch stumpfe Islam­bepö­belung.

Pedi­ga Dres­den hat mit Katrin Oer­tel ein Gesicht bekom­men. Und sie fragt, wieso die Presse bei Pedi­ga aus­län­der­feindliche Hal­tun­gen aus­macht, das könne man im Posi­tion­spa­pi­er der Bewe­gung nicht rausle­sen. Reicht doch schon, wenn man das aus ihren eige­nen Äußerun­gen rausle­sen kann: Zur Frage nach dem Beleg ihrer These über zu viele Mus­lime in Sach­sen meint sie:

Es ist so, wir kön­nen das nicht bele­gen, und wir sagen ein­fach, dass es eine Dunkelz­if­fer gibt, die erhe­blich ist.

Ich sehe da eher eine Däm­lichkeit, die erhe­blich ist.

Amerikanis­che Medi­en haben viel mehr Angst als deutsche Medi­en, die Karika­turen von Char­lie Heb­do zu veröf­fentlichen .

Und während ich mir die Frage stelle: Kann man Dres­den wohl noch mal umkrem­peln? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Es sollte einen nicht ver­wun­dern, tut es aber doch. Im Nachk­lapp zum Anschlag auf Char­lie Heb­do wird an vie­len Stellen die Gele­gen­heit genutzt, ihn zur Bagatel­lisierung von Pedi­ga und als Abseg­nung von Islam-Kri­tik zu benutzen. Stel­lvertre­tend tut dies auch Had­mut Danisch. So ein Ver­hal­ten ist schlicht ärg­er­lich, und um den Punkt nochmal klar zu machen, wieder­hole ich mal, was ich dort eben hin­ter­lassen habe:

Pegi­da allein damit zu charak­ter­isieren, die Bewe­gung “kri­tisiert den Islam” ist meines Eracht­ens grob ver­fehlt. Das ist doch kein Son­nta­gnach­mit­tags­de­bat­tier­club. Pedi­ga het­zt. Pedi­ga spricht die Äng­ste von Men­schen an, die auf Grund eines Man­gels anfäl­lig sind für Argu­mente wie “Die wollen uns an den Kra­gen”. Es geht nicht um eine sach­liche Annäherung, es geht nicht um Auseinan­der­set­zung. Es geht um den tum­ben Ver­nich­tungswillen dessen, wovon man glaubt, es sei Ursprung eigen­er Angst, in diesem Fall: Das, was mich und die Meini­gen ver­nicht­en will. Wie der Einzelne da instru­men­tal­isiert wird, wie aufgewiegelt wird, ent­ge­ht den Meis­ten. Es ist schlicht ein­fältig, Pedi­ga auf dem Rück­en des Anschlags gegen Char­lie Heb­do zu bagatel­lisieren.

Und das Prinzip, alles über einen Kamm zu scheren, sollte man vielle­icht auch mal kri­tisch sehen. Es beste­ht ein Unter­schied darin, ob ich mit den Mit­teln der Karikatur öffentlich­es Ver­hal­ten kri­tisiere oder ob ich unter dem Deck­man­tel von Mei­n­ungs­frei­heit het­ze.

Hierzu passend: Sab­ri­na Gais­bauer erk­lärt, wie man Men­schen mit kollek­tiv­er Angst für Kam­pag­nen gewin­nt .

Lars Reineke wird beim Tagesspiegel missver­standen, blog­gt darüber und der Tagesspiegel reagiert darauf. Schön zu sehen, dass es solche Reak­tio­nen bei Zeitun­gen gibt. Es ging darum, dass Christo­pher Lauer eine Beratungstätigkeit für den Axel-Springer-Konz­ern wahrn­immt. Muss ja jed­er sel­ber wis­sen, an wen er sich verkauft.

Und während ich mir die Frage stelle: Darf man eigentlich mal auf eine intel­li­gente poli­tis­che Kam­pagne hof­fen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Lesezeichen vom 7. Januar 2015

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Felix Dachsel erzählt, wie er in sein­er Heimat­stadt im Erzge­bierge im Angesicht von Neon­azis aufgewach­sen ist, die meist in der Überzahl, durch­trainiert­er und geistig oft­mals neben der Spur waren. Was ihn derzeit aber wirk­lich ängstigt ist:

Mehr Angst als um mich habe ich, wenn ich sehe, wie sich Rechte und Men­schen aus der bürg­er­lichen Mitte ver­bün­den. Wenn ich davon lese, wie gegen Asyl­be­wer­ber demon­stri­ert wird. Da ist für mich nicht mehr der einzelne Nazi das Prob­lem, son­dern Teile der Gesellschaft. Dage­gen kann man sich mit Pfef­fer­spray nicht wehren.

Das ist wohl mit Blick auf Dres­den geschrieben wor­den, in Düs­sel­dorf ist Pegi­da ja eher ein klas­sis­ch­er Rohrkrepier­er. Im Ver­hält­nis betra­chtet waren bei der Demo gegen das Rauchver­bot in Kneipen deut­lich mehr Teil­nehmer — und das waren vielle­icht Nulpen. Von den vie­len Demos, die unter dem öffentlichen Radar herziehen, mal ganz abge­se­hen.

Bei der Krim­i­nalak­te bespricht man Liebe ist das per­fek­te Ver­brechen, die Ver­fil­mung von Philippe Djians Die Rast­losen, schreibt lei­der nur nicht, wie man das alles fand.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie lange dauert es wohl noch, dass man sich medi­al an Demos gewöh­nt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Die Blödzeitung, die Ende ver­gan­genen Jahres noch beherzrt ins Horn der Abend­lan­dun­terge­herse­her geblasen hat, sam­melt heute Stim­men gegen Pegi­da. Wie schizo muss man eigentlich sein, um für dieses Drecks­blatt zu schreiben?

Wovor wohl auch Pegi­das­ten Angst hät­ten: In Frankre­ich zeigt man sich angeschla­gen, ob des neuen Romans von Michel Houelle­becq über einen mus­lim­is­chen Präsi­dent im Nach­bar­land. Eigentlich schon wieder Grund genug, ihn zu lesen.

Felix Schwen­zel ver­linkt Marc Wick­els Analyse der Krautre­porter und ver­misst selb­st die Rosi­nen. Ich für meinen Teil sehe ein­fach kein For­mat, aus dem sich was Beson­deres entwick­eln würde. Der Ver­gle­ich mit dem nieder­ländis­chen Orig­i­nal hinkt immer mehr.

Und während ich mir die Frage stelle: Kön­nen die Deutschen noch Jour­nal­is­mus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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