Ste­fan Nig­ge­mei­er lässt kein gutes Jahr an Mathi­as Döpf­ner, indem er ein­fach nur die jüngs­te Geschich­te des Axel-Sprin­ger-Vor­stands Revue pas­sie­ren lässt. Es sieht auch kei­nen ande­ren Kan­di­da­ten für den Lea­k­er von Döpf­ners Mit­tei­lun­gen als Juli­an Rei­chelt.

Ich habe ja in mei­ner Hei­mat nie ver­stan­den, wie der dor­ti­ge Zei­tungs­chef so begeis­tert von Döpf­ner sein konn­te. Viel­leicht setzt da ja bei Zei­tun­gen mal eine kri­ti­sche Selbst­re­fle­xi­on ein.

Moin

Ges­tern habe ich mir mal die Zeit genom­men, mei­ne instal­lier­ten Soft­wa­ren zu ent­mal­wa­ren *toi­toitoi* und zu repa­rie­ren. Mein Feed­rea­der hat wohl nicht alle Feeds mehr abge­holt, da muss ich wohl öfter unter die Hau­be schau­en. Des­we­gen wer­de ich bei Zei­ten auch mal den rein­ge­spül­ten Link blogroll.org, hand­ver­le­se­ne Lese­tipps, durch­fors­ten. Was es nicht alles noch gibt. [via]

Willsagen.de ist 17 gewor­den. Glück­wunsch!

Alex­an­dra Wehr­mann inter­viewt sich sel­ber. Ganz groß­ar­ti­ge Idee!

Mathi­as Döpf­ners Image ist im frei­en Fall.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Was macht das mit Döpf­ner mit deut­schen Zei­tun­gen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Alle mal lachen über den Axel Springer Verlag (II)

Ist der alte Geis­ter­fah­rer-Witz noch bekannt? Durchs Auto­ra­dio kommt die Mel­dung, dass einem auf der Auto­bahn, auf die der Fah­rer sich befin­det, ein Geis­ter­fah­rer befin­det. Wor­auf­hin der Auto­fah­rer meint: “Einer? Hun­der­te!”
Eben­so hat sich Sprin­ger-Chef Döpf­ner im Mana­ger-Maga­zin sei­ne Mei­nung zurecht gezim­mert. Ein Jahr­zehnt lang haben Ver­la­ge die dum­me Idee beher­zigt, Inhal­te gra­tis online anzu­bie­ten. Damit müs­se nun Schluss sein, der­ar­ti­ge Ideen sei­en die von Web-Kom­mu­nis­ten.
webkommunist
Na, also, wenn man bei Sprin­ger noch nicht mal mehr das Belei­di­gen ande­rer ver­nünf­tig hin­be­kommt, ist da wohl tat­säch­lich lang­sam Kri­sen­stim­mung. Das hat schon mal wesent­lich bes­ser funk­tio­niert.
Aber noch mal kurz Herr Döpf­ner im Wort­laut:

Es kann nicht sein, dass die dum­men Old-Eco­no­my-Guys für viel Geld wert­vol­le Inhal­te erstel­len und die smar­ten New-Tech­no­lo­gy-Guys sie ein­fach steh­len und bei ihren Wer­be­kun­den ver­mark­ten.

Voll gemein, du. Dass die Old-Eco­no­my-Guys den High-Qua­li­ty-Con­tent ihrer Inter­net-Pages in Parts auf den Pages der New-Tech­no­lo­gy-Guys gemo­ved wie­der­fin­den, das ist so com­ple­te­ly fucked up, dass lässt sich not even more in deut­scher Spra­che aus­pu­shen.
Abge­se­hen davon pas­siert das ja gar nicht. Goog­le ver­mark­tet kei­ne Arti­kel ande­rer bei sei­nen Kun­den. Döpf­ners Kri­tik an den Ver­la­gen, dass es für das Inter­net noch immer kein trag­fä­hi­ges Wirt­schafts­kon­zept gibt, dass Jour­na­lis­ten bes­ser geför­dert wer­den müss­ten, ist so falsch nicht. Aber eine Beher­zi­gung die­ser Kri­tik gera­de im eige­nen Hau­se ist den Sprin­ger-Leu­ten doch ein­fach nur zu wün­schen.
Den schwar­zen Peter ande­ren Ver­la­gen und den Web-Kom­mu­nis­ten, wer immer sich dadurch ange­spro­chen füh­len soll, zu sehen ist aber nur Aus­weis der eige­nen ver­zwei­fel­ten Lage. Man glaubt wohl auch beim Axel-Sprin­ger-Ver­lag nicht, dass die paar kos­ten­pflich­ti­gen Arti­kel, die bei Ber­li­ner Mor­gen­post und Ham­bor­ger Abend­blatt nun kauf­be­reit da ste­hen, grund­le­gen­de Ver­än­de­run­gen her­vor­brin­gen wer­den.
Die­sen Punkt kann Döpf­ner nicht machen. Es gibt genü­gend kos­ten­lo­se Inhal­te, die im Inter­net frei ver­füg­bar ist. Das Schö­ne am Inter­net ist, wenn es da Lücken gibt, kann jeder Benut­zer selbst in die­se Lücke sprin­gen.
Ande­rer­seits haben Buch­ver­le­ger immer auf ihr Kul­tur­gut ver­traut und sind von Wer­bung und ander­wei­ti­gem kos­ten­lo­sen Lese­ver­gnü­gen weit weni­ger abhän­gig, auch wenn ihnen Kri­sen­zei­ten nicht unbe­kannt sind. Leu­te kau­fen eben immer noch Bücher wegen der Qua­li­täts­er­war­tung, die sie mit ihnen ver­bin­den und die sie offen­sicht­lich oft genugt bestä­tigt bekom­men.
Sofern das für Zei­tungs­ver­la­ge nicht gilt, muss man sich wohl ein­fach nach zusätz­li­chen Ein­ah­me­quel­len umse­hen:
idoepfner