Guten Morgen, liebe Folglinge! ☕

Artikel-Schlagworte: „Ibbtown“

Claus & Charlie — Jukuhu

Und noch so ein ver­ges­se­ner Klas­si­ker. Vom Ibben­bü­re­ner Karl-Heinz Gold­beck ali­as Char­lie gab es 1979 die­sen Kar­ne­vals­hit zu hören: Jukuhu, jukuhu, juku rata­ta, wir bei­de geh’n heut’ tata­ta . Ganz groß.

Pirinçci, Akif — Deutschland von Sinnen: Shitstorm in Buchform

Da hat es ein Ibben­bü­re­ner mal wie­der in die ZEIT geschafft. Es geht um Ijo­ma Man­golds Ver­riss von Akif Pirinçcis Deutsch­land von Sin­nen.

Pirinçci hat 1989 mit Fel­i­dae einen lesens­wer­ten Kat­zen­kri­mi geschrie­ben, der ein Best­sel­ler wur­de. Danach ver­such­te er die­se Roman­tier­form am Köcheln zu hal­ten, was leid­lich gelang. Lesens­wert ist das alles nicht. Nun hat er sei­ne Homo­pho­bie oder sein homo­pho­bes Geschwätz, denn als homo­phob sieht er sich nicht, zusam­men mit sei­ner Isla­mo­pho­bie zwi­schen Buch­de­ckel gepresst. Es ist das argu­men­ta­ti­ves Armuts­zeug­nis eines Haupt­schul­ab­sol­ven­ten, dem wei­te­re Bil­dung nie ein Bedürf­nis war, so dass er zu einer Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Begriff des Recht­staats nie gelangt ist. Sei­ne Argu­men­ta­ti­ons­form begrenzt sich auf das Dif­fa­mie­ren der als fun­da­men­ta­lis­tisch gekenn­zeich­ne­ten Gegen­po­si­ti­on, was sei­ne eige­ne, eben­so bloß daher­be­haup­te­ten Posi­tio­nen als rech­tens erwei­sen soll. Tut es aber nicht. Ein Pam­phlet für die Deine-Mudda-Gene­ra­ti­on und für den Rest ein Fall fürs Altpapier:

Es ist ohne­hin ein Skan­dal und eine boden­lo­se Frech­heit, die indi­ge­ne Bevöl­ke­rung als einen Hau­fen von reak­tio­nä­ren, Nazis, ja, ver­hin­der­ten Mör­dern zu ver­un­glimp­fen, sobald sie mit­be­stim­men möch­te, mit wel­cher Sor­te von Men­schen sie in ihrem eige­nen Land zusam­men­le­ben wünscht und mit wel­cher nicht. (Akif Pirinçci, Deutsch­land von Sin­nen, S. 27 in der epub-Version)

Sowas kann man nur ohne Hirn­in­farkt schrei­ben, wenn man nicht ver­stan­den hat, was ein Rechts­staat im Kern ist.

Man­gold lässt sich lei­der von die­sem auf­ge­wie­gel­ten Geschwätz anhei­zen und ver­gleicht das Mach­werk allen Erns­tes, unnö­ti­ger Wei­se und völ­lig unüber­zeu­gend mit Hit­lers Mein Kampf:

Die­ses Buch ist das Pro­dukt eines wild gewor­de­nen Auto­di­dak­ten. Im Bramar­ba­sie­ren über alles und jedes, in der schein­bar wider­stands­lo­sen Her­stel­lung von Evi­denz und Zusam­men­hang, in der tri­um­pha­lis­ti­schen Ges­te der Ent­lar­vung von media­len Lügen­ge­spins­ten, in sei­ner Mischung aus Bru­ta­li­tät und Heu­le­rei erin­nert das Buch – ich schwö­re, ich habe noch nie einen Hitler-Vergleich gezo­gen in mei­nem Berufs­le­ben – an Adolf Hit­lers Mein Kampf.

Das tut es nicht. Hit­ler hat­te eine Agen­da, setz­te ent­spre­chend um, was er in sei­nem Buch anspinn­te, so höl­zern geschrie­ben es auch ist. Pirinçci schreibt nicht höl­zern, son­dern er argu­men­tiert brech­stan­gen­ar­tig. Man­gold heizt so den Shit­s­torm, den das eigent­lich in Rede ste­hen­de Buch ver­kör­pert, nur wei­ter an.

Ste­fan Wil­le­ke reagiert auf die Empö­run­gen zu Man­golds Kri­tik, indem er Auf­müp­fi­ge kon­tak­tiert. Dar­un­ter Herrn H. aus Ibben­bü­ren, der Man­golds Text wohl als “geis­ti­gen Dünn­pfiff” cha­rak­te­ri­siert hat. In die Fäkal­spra­che hat­te aller­dings auch Man­gold schon ein­ge­stimmt. Der ange­ru­fe­ne Herr H. legt zunächst ein­fach auf, wird aber ein zwei­tes Mal angerufen:

Dies­mal sagt er, bevor er auf­legt: “Mich inter­es­siert Ihre Zeitgeist-Postille nicht.”

Schö­ne Replik, aller­dings nicht ganz so über­zeu­gend, wenn man eigens Leserbrief-Mails an die Redak­ti­on schreibt.

Wil­le­ke selbst ver­fängt sich im Shit­s­torm dann noch wie folgt:

Sind wir, die Jour­na­lis­ten der gro­ßen Zei­tun­gen, unehr­lich? Man muss über uns kei­ne Stu­di­en anfer­ti­gen, um zu erken­nen, dass wir stär­ker zum rot-grünen Milieu ten­die­ren als die meis­ten Wäh­ler. Natür­lich stammt kaum jemand von uns aus einer Hartz-IV-Familie. Natür­lich leben wir viel zu oft in den­sel­ben bür­ger­li­chen Stadt­tei­len der­sel­ben Groß­städ­te, in Berlin-Prenzlauer Berg oder in Hamburg-Eppendorf. Alt­bau, hohe Decken, Fisch­grät­par­kett. Natür­lich lei­det unser Blick auf die Welt unter dem Eppendorf-Syndrom. Aber nur, weil wir selbst in einer Homo­ge­ni­täts­fal­le der urba­nen Mit­tel­schicht ste­cken, wird nicht der Umkehr­schluss zuläs­sig, Pirinçci leis­te auf­rich­ti­ge Basis­ar­beit. Viel unheil­vol­ler ist es, wenn der Dem­ago­ge Pirinçci von sei­ner Bon­ner Vil­la aus die Geräu­sche der Stra­ße imi­tiert, um damit reich zu werden.

Ach Gott­chen. Wer Pirinçci Argu­men­ta­ti­ons­mus­ter nicht pas­send ana­ly­sie­ren kann, ohne ihm der­art Din­ge zu unter­stel­len, der argu­men­tiert für Leser nicht grund­le­gend anders als Pirinçci selbst. Und wer bit­te­schön hat nach die­ser selbst­ver­lieb­ten Jour­na­lis­ten­flan­ke gefragt?

Guten Morgen

Morgenkaffee

Gibt’s in mei­ner Hei­mat­stadt auch nicht alle Tage: Ein Ibben­bü­re­ner knackt die Charts. Metrickz Debüt­al­bum steht bei Ama­zon und itu­nes auf 1. Gar nicht mal so übel: die ers­te Sin­gle Valen­ti­na.

Nach­dem das eng­li­sche Klatsch­blatt Dai­ly Mail einen Müll­kü­bel­ar­ti­kel über den Guar­di­an ent­leert hat, der Form, dass der Guar­di­an den Ter­ro­ris­mus unter­stüt­ze, wehrt die­ser sich dage­gen, indem er ande­re Zei­tungs­chefs nach ihrer Mei­nung fragt.

Der Start der Huf­fing­ton Post fiel ges­tern nicht son­der­lich posi­tiv aus, abge­se­hen von ein paar Glück­wün­schen, weni­gen Kom­men­ta­ren und Link­tei­lun­gen gar es allent­hal­ben schlicht einen Ver­riss.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie wird denn die Hupo nun auf sich auf­merk­sam machen kön­nen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Aussitzen statt Aufklärung – zum Bundestagsrückzug von Dieter Jasper

Tja, schein­bar ist er doch fer­tig: Die­ter Jas­per, der dreis­tes­te unter den aka­de­mi­schen Schön­fär­bern im Bun­des­tag (Süd­deut­sche Zei­tung) tritt bei der kom­men­den Wahl nicht mehr für die CDU als Bun­des­tags­kan­di­dat an. Und für eine halb­her­zi­ge Dolch­stoß­le­gen­de sorgt er selbst: Der poli­ti­sche Geg­ner will ihm nicht verzeihen:

Es gibt vie­le Grün­de. Der ent­schei­den­de ist, dass ich befürch­ten muss, dass im Wahl­kampf mein Feh­ler mit dem Doktor-Titel die Sach­the­men domi­niert. Und ich muss befürch­ten, dass der poli­ti­sche Geg­ner die­sen Feh­ler aus­schlach­ten wird. Das möch­te ich mir und ins­be­son­de­re mei­ner Fami­lie nicht antun. Die Fami­lie steht bei mir an ers­ter Stelle.

Gut, dass die Wahr­heit nicht an ers­ter Stel­le steht, konn­te man hin­läng­lich bei Jas­per fest­stel­len. Wie schon bei der Pla­gi­ats­af­fä­re von Gut­ten­berg sieht Jas­per den schwar­zen Peter vor­ran­gig bei der Oppo­si­ti­on. Und in der CDU jeden­falls ist man bereit, auf die­sen Zug aufzuspringen:

Chris­toph Bor­gert (Vor­sit­zen­der CDU Ibben­bü­ren): „Ich respek­tie­re die­se Ent­schei­dung. Ich glau­be, der Wahl­kampf wäre eine gro­ße Belas­tung gewe­sen, es wäre wie­der auf alten The­men rum­ge­rit­ten wor­den.“ Rai­ner Drop­pel­mann (CDU Hörs­tel): „Die­ter Jas­per hat gute Arbeit gemacht, er hät­te es sicher­lich ver­dient, noch­mal anzu­tre­ten. Auch sein Feh­ler hat sich eigent­lich längst erle­digt. Aber die Chan­cen auf eine Wie­der­wahl bei die­sen Vor­aus­set­zun­gen sind schwierig.“

Tja, eigent­lich hat sich Jas­pers Feh­ler, das alte The­ma erkauf­ter Dok­tor­grad längst erle­digt. Und unei­gent­lich stand immer im Raum, dass Jas­per öffent­lich nie den Weg zur War­heit bei die­sem The­ma fand. Aber in der CDU wird das Recht auf Aus­sit­zen – zumin­dest in ihren öffent­li­chen Äuße­run­gen – höher als die Wahr­heit gewer­tet. Denn alles ande­re als die Wahr­heit ist, was Jas­per der IVZ als letz­tes öffent­li­ches, inhalt­li­ches State­ment zu sei­ner Doktor-Affäre gesagt hat:

Die Über­prü­fung [eines von ihm beauf­trag­ten Anwalts­bü­ros] hat erge­ben, dass der an der Frei­en Uni­ver­si­tät Teu­fen erlang­te Dok­tor­grad auf­grund des ‚Deutsch-Schweizerischen Abkom­mens über die Gleich­wer­tig­keit im Hoch­schul­be­reich‘ in Deutsch­land nicht aner­kannt wird.

Das ist blan­ker Unsinn. Hier wird von einem in der Schweiz recht­mä­ßi­gen Dok­tor­grad gespro­chen, der lächer­li­che Ver­such, die Ange­le­gen­heit wie einen Ver­fah­rens­feh­ler aus­se­hen zu las­sen. Und ab da wur­de das The­ma von Jas­per, den sei­ne Bun­des­tags­frak­ti­on links lie­gen ließ, nur noch aus­ge­ses­sen. Die­se Falsch­dar­stel­lung wur­de nie zurückgenommen.

Die­ter jas­per hät­te bei der kom­men­den, für die CDU schwie­ri­gen Bun­des­tags­wahl nichts mehr rei­ßen kön­nen, weil er das benö­tig­te Ver­trau­en in sei­ner Par­tei sowie beim beim Wäh­ler ver­zockt hat. Der Rück­zug zeigt aber das Gute der gan­zen Ange­le­gen­heit: Das Aus­sit­zen von Unwahr­hei­ten funk­tio­niert im poli­ti­schen Bereich nicht mehr so ein­fach wie früher.

Lesezeichen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Na, küm­mern sich CDU/CSU und FDP heu­te mal wie­der um ihre Kli­en­tel­pfle­ge? Gibst du mir Zustim­mung für das Pfle­ge­geld, geb ich sie dir für das Betreuungsgeld?

Mal in eige­ner Sache: Ges­tern habe ich das inte­gra­ti­ve Sport­pro­jekt in Ibben­bü­ren besucht und dar­über geschrie­ben: Was bedeu­tet denn Integration?

Mein Unwort des Tages: Porno-Killer. Der Typ hat kei­ne Por­nos gekillt.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Haben die Jour­na­lis­ten aus “den Döner-Morden” denn so gar nichts gelernt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

I can. You can. Borken.

Rou­ven hat vor fast drei­ein­halb Jah­ren mal Fir­men­lie­der raus­ge­sucht und dabei auch einen Lied der Stadt Mel­le zu geschickt bekom­men. Schon ordent­lich schlimm. Mei­ne Hei­mat­stadt Ibben­bü­ren bringt es da schon auf 5 Lokal­träl­ler. Den Vogel abge­schos­sen hat man aber woan­ders im Müns­ter­land. Mei­ne Damen und Her­ren, freu­en Sie sich mit mir auf: I can. You can. Borken.

Und bit­te schön mit­tan­zen! Jaha! “Bor­ken is a dream.” Und tut auch gar nicht weh, so eine Gehirn­wä­sche! Und die Pil­len sind schön bunt! Und die Melo­die kriegt man nie wie­der raus! Irgend­wann kriegt auch Dich die Provinz!

Lesezeichen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Schal­ke 04 ver­klagt eine Rent­ne­rin aus Ibben­bü­ren, die selbst­ge­strick­te Schalke-Söckchen bei eBay ver­ti­cken woll­te, auf 1.157€.

Oba­ma hat wohl das letz­te Rede­du­ell gegen sei­nen prä­si­dia­len Mit­be­wer­ber Rom­ney für sich ent­schie­den.

Die Grü­nen in Ham­burg möch­ten, dass Ver­mie­ter ihre Mak­ler sel­ber bezah­len. Unklar bleibt, ob die Kos­ten nicht doch über kurz oder lang beim Mie­ter landen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ist Schal­ke eigent­lich noch klam­mer als man dach­te? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen

Oktober 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Sep    
 1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
3031  
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
Seite 1 von 212