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Artikel-Schlagworte: „Harald Schmidt“

Guten Morgen

Morgenkaffee

Harald Schmidts letzte Late-Night-Show ist online und damit durch. Aber wozu hat SKY am Ende der Sendung nur die Ticket-Hotline eingeblendet?

Ich habe gestern mal ein eigenes Heimatstadt-Wiki online gestellt. Macht durchaus Spaß, sich eine Welt auf diese Weise zu erklären.

Uli Hoeneß ist gestern zu 3 Jahren und 6 Monaten Knast wegen Steuerhinterziehung verurteilt worden, tritt heute als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern München zurück und kündigt an, keine Revision gegen das Urteil einlegen zu wollen.

Und während ich mir die Frage stelle: Übernimmt der Kaiser jetzt wieder das Ruder oder jemand, der in Deutschland Steuern zahlt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Lesezeichen

Lesezeichen von heute

  • Antisemitismusstreit zwischen Broder und Augstein: Terror leerer Generalbegriffe – Kultur – Stuttgarter Zeitung Zu Zeiten, in denen Harald Schmidt noch zusammen mit Oliver Pocher an den Außengrenzen des Geschmacks operierte, bedienten sie sich eines sogenannten „Nazometers“, um die Geschichtskontamination deutschen Alltagslebens auf den Prüfstand zu stellen. Das ernste Ergebnis ihres satirischen Experiments erwies, dass kein Begriff frei von Konnotationen ist, so man nur nach ihnen sucht. [...] Offensichtlich aber verfügt das renommierte Simon Wiesenthal Center über ein vergleichbares Gerät
  • Moshe Zuckermann: Die Vorwürfe gegen Augstein sind idiotisch | Zeitfragen Susann Witt-Stahl sprach für Hintergrund mit dem israelischen Historiker Moshe Zuckermann über die „paranoiden Syndrome“ von Augsteins Diffamierern, „die Elite“ als Antisemitismus-Bekämpfer, den jüdischen Fundamentalismus und die Möglichkeit eines Endes der Gewalt im Nahen Osten.
  • Der deutsche Inbegriff von Antisemitismus: Auschwitz, Holocaust, Endlösung – Stuttgarter Nachrichten Henryk M. Broder: "Augstein kommentiert nicht, er verarbeit seine Ressentiments zu Lektüre. Das einzige, was ich als mildernden Umstand zubilligen könnte, wäre: Er tut es mit unschuldigem Herzen. Aber auch das lasse ich als Entschuldigung nicht gelten. "
  • Antisemitismus-Vorwurf gegen Jakob Augstein – SPIEGEL ONLINE Cooper verstärkt in seiner Antwort-Mail seine Ablehnung noch: "Ich werde nicht teilnehmen an irgendeiner Diskussion von Angesicht zu Angesicht – egal ob im selben Zimmer oder digital übertragen -, solange sich Herr Augstein nicht entschuldigt hat." Stattdessen hätte er gern eine Seite im SPIEGEL für sich, er will wohl den Lesern seine Vorwürfe ohne Gegenargumente unterbreiten können.

Lesezeichen

Lesezeichen von heute

Lesezeichen vom 4. Mai 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Warum es höchste Zeit war, Harald Schmidt abzusetzen

Weil er scheißen­lang­weilig war.

Das muss jet­zt mal raus: Die Sendung von Har­ald Schmidt ist seit Jahren auf dem bräsi­gen Niveau, dass man gemein­hin 3sat nach­sagt. Erst kommt eine 5-minütige Stand-up-Num­mer, deren Witzart sich seit 15 Jahren nicht verän­dert hat. Immer diese Ödnis­se der Form “Has­se nicht gese­hen ist das-und-das-und-das. Man nen­nt ihn jet­zt schon Rums-di-bums.” Und dann kom­men Gesin­nungslacher. Auch die Inter­views sind zu 90% öde Zeit­totschlagerei, dürftiges Satzping­pong mit Leuten, die Har­ald Schmidt nicht die Bohne inter­essiert, die aber ob ihres aktuel­len Bekan­ntheits­grades oder ange­blichen Zuschauerge­moches auf dem Hart­stuhl platz nehmen dür­fen.

Ein geistre­icher Zuschauer hof­fe also auf die Lücke zwis­chen Stand-up und Gäste­be­grüßung und da war seit Jahren auch nur ein unin­spiri­ertes Weißhaupt zu sehen, das einen ent­fer­nt an einen spitz­züngi­gen Mod­er­a­tor der 90er erin­nert hat. Was ist aus dem eigentlich gewor­den?

Die Har­ald-Schmidt-Show, ob bei ARD oder Sat1, war immer nur ein nicht einge­halte­nes Ver­sprechen.

Es ist schon irri­tierend, wie so eine schlechte Sendung, der immer wieder Geistre­ich­heit unter­stellt wird, nur weil es daran den Haupt­sendern erman­gelt, zum Zeichen des Todes der Ironie hochge­jubelt wird. Ihre Verblendung wird der Autor­in gar nicht mehr bewußt. Da wird jed­er Wortwitz gle­ich zur Ironie umgedeutet. Wie fürchter­lich. Ander­er­seits diskred­i­tiert man dadurch ironiere­iche, aber nicht so maßlos über­trieben hochge­hypte Pro­gram­me wie quer.

Sicher­lich ist das Rest­pro­gramm von Sat1, das Schmidt hin­ter­lässt, noch unterirdis­cher — aber zum großen Teil auch bil­liger. Und wer unbe­d­ingt ein­mal die Woche Ironie im Fernse­hen möchte, der schaue quer. Oder die Mit­ter­nachtsspitzen. Oder die Kabarettpro­gram­me auf 3sat.

So wenig wie Schmidt hin­ter­läßt Gottschalk mit sein­er Vor­abend­sendung eine Lücke. Sie hin­ter­lassen Platz.

Guten Morgen

MorgenkaffeeSahra Wagenknecht hat einen ganz interessanten Artikel zur europäischen Finanzlage geschrieben. Die Quintessenz ist, dass die Europäische Zentralbank einfach allen Staaten benötigte Kredite gewähren soll. Das klingt so wie die Forderung der Linken in NRW nach einem 10€-Stundenlohn-für alle: Wie das finanziert werden soll, prüfen wir später. In philosophischer Hinsicht ist ihre Hegel-Affinität auffallend: Ich habe mal mit einem Philosophen gesprochen, der meinte, man könne nur Hegelianer oder Kantianer sein. Man kriegt wohl nicht beides auf den Schirm, was ich bezweifeln würde. Aber gut, von Hegel ist meines Erachtens auch nur geblieben, dass CDU und CSU so am traditionellen Familienbild festhalten: Hegel meint, die Familie sei Quelle allen moralischen Verhaltens. Das behauptet nicht mal der Papst. Bei Wagenknecht nun merkt man, dass sie Kant nicht genau kennt: Hegels Völkerrecht ist nur ein lauer Abklatsch des Kantischen und in letzterem wird argumentiert, dass Staaten ihre rechtliche Autonomie nicht abgeben dürfen. Auch nicht finanzpolitisch, was Wagenknecht für wünschenswert erachtet. Kants eigener Schluss zur Finanzpolitik ist so sinnvoll wie es heute verrückt klingt: Das Verbot von Staatsschulden.

Auch außer halb von Deutschland wird man inzwischen mit falschen Ausbildungszuschreibungen sensibel: Yahoo fürchtet Konsequenzen daraus, dass sein Chef im Lebenslauf angab, ausgebildeter Computerwissenschaftler zu sein anstatt lediglich Buchhalter.

Bei n24 (und der dpa) erzählt man gelangweilt die letzte Sendung Harald Schmidts auf Sat1 nach. Aber erzählen muss man es wohl. Ich verstehe eh gerade nicht, wieso Schmidt als letztes Zeichen von Geist im Fernsehen gehandelt wird.

Und während ich mir die Frage stelle: Ist der Alltag von Leuten, die Schmidt nachtrauern, so witzarm oder wieso trauern sie? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Ach, wie schön: Weil der Wahlkampf ja so langweilig ist, hat der WDR die Wahlplakate mal aus ästhetischen Gesichtspunkten heraus analysiert. (Lautsprecher an!)

Springer-Chef Mathias Döpfner versucht im Interview Martin Walser zur Kommentierung von Grass' Gedicht zu verleiten.

Harald Schmidt wechselt zu SKY.

Denis empfiehlt ein PodCast-Radio: Radio like you want.

Und während ich mir die Frage stelle: Wieso lässt sich jetzt Walser von Springer parteiisch interviewen, wenn er unpolitischer Schriftsteller ist? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 29. April 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Guten Morgen

Morgenkaffee

Ruth Schneeberger meint, Harald Schmidt werde künftig im Fernsehen schmerzlich vermisst werden. Na, von mir nicht. Längst hat das Kabarett Schmidt abgerannt, ist Schmidt die Verkörperung von Langeweile in langweiligen Sendern und nicht die intellektuelle Boje, die nicht unterzugehen vermag.

Nach Bild ist auch das Altpapier nochmal auf Rob Vegas' Fake-Harald-Schmidt-Account reingefallen.

Avanti dilettanti: Wenn Online-Redaktionen denselben Mist zweimal verwursten, passieren Fehler.

51 Tatort-Drehbuchautoren kritisieren die Urheberrechtsdebatte in Deutschland und 51 Hacker spielen den Ball zurück.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie nennt man eigentlich das Stadium, in dem Zynismus nur noch langweilt? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 28. März 2012

Die Nachtgeschichten von heute

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