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  • Es wird eng für den Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter: Tuscheln über zu Gut­ten­berg — taz.de — Ein ehe­ma­li­ger CDU-Bundesminister sag­te der taz, der Vor­fall sei “eine poli­ti­sche Kata­stro­phe” für die Uni­on. “Wenn die Uni Bay­reuth ihm den Titel aberkennt, muss Gut­ten­berg zurück­tre­ten.” Auch in FDP-Kreisen wird das Kri­sen­ma­nage­ment Gut­ten­bergs kri­ti­siert. “Er hät­te sei­nen Titel gleich zurück­ge­ben sol­len”, heißt es dort.
  • Internet-Law » Das Wis­sen­schafts­pla­gi­at — Karl-Theodor zu Gut­ten­berg ist ein Raub­ko­pie­rer. Der Ver­stoß gegen die­se wis­sen­schaft­li­chen Grund­prin­zi­pi­en, soll­te er tat­säch­lich unge­ahn­det blei­ben, wür­de das gesam­te Prü­fungs­we­sen der deut­schen Hoch­schu­len in eine Legi­ti­ma­ti­ons­kri­se stür­zen. Wie soll man Stu­den­ten, Dok­to­ran­den und Prüf­lin­gen noch erklä­ren, dass man eine Arbeit nicht per Copy & Pas­te aus den Tex­ten ande­rer zusam­men­klau­en darf, wenn ein Minis­ter genau dafür mit sum­ma cum lau­de belohnt wird? Was bei Hele­ne Hege­mann, trotz der damit ver­bun­de­nen Urhe­ber­rechts­ver­let­zun­gen, noch als krea­ti­ver Pro­zess durch­ge­hen kann, muss auf wis­sen­schaft­li­cher Ebe­ne stets geäch­tet wer­den und im kon­kre­ten Fall mit der Aberken­nung der Dok­tor­wür­de ver­bun­den sein. Wenn die Uni­ver­si­tät Bay­reuth die­se Kon­se­quenz nicht zieht, dann bestä­tigt sie den bereits im Raum ste­hen­den Ver­dacht, dass Dis­ser­ta­tio­nen dort auch nach poli­ti­schen Kri­te­ri­en bewer­tet wer­den.
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  • Pla­gi­ats­vor­wurf gegen Gut­ten­berg — Man kann auch über Fuß­no­ten stol­pern — sueddeutsche.de — Das Pla­gi­at ist ein Schat­ten, der so tut, als han­de­le es sich um den Kör­per. Das kann funk­tio­nie­ren, solan­ge die Son­ne pas­send steht. Das tut sie nicht mehr. Gut­ten­berg hat nicht nur in sei­ner Dok­tor­ar­beit Feh­ler gemacht, son­dern auch mit der selbst­herr­li­chen Art, wie er damit umgeht. Sei­ne Feh­ler, sagt Gut­ten­berg zwar, täten ihm “auf­rich­tig leid”. Aber an wen rich­tet sich die­se halb­ga­re Ent­schul­di­gung? An sei­nen alten, über alle Zwei­fel erha­be­nen Dok­tor­va­ter Peter Häber­le, den er düpiert hat? An die Uni­ver­si­tät, die ihren wis­sen­schaft­li­chen Rang ver­tei­di­gen muss? An die pla­gi­ier­ten Auto­ren, die ihm zür­nen? An die Gym­na­si­al­leh­rer, die ihren Schü­lern kor­rek­tes Arbei­ten bei­brin­gen wol­len?
  • Gu-Gu-Guttenberg! » ronniegrob.com — Es lohnt sich, noch­mals die “Spiegel”-Titelgeschichte vom 18. Okto­ber 2010 (Aus­ga­be 42) zu lesen, in der Gut­ten­berg vom “Spie­gel” als “Der Bür­ger­kö­nig” ver­kauft wird. Als ich das Cover das ers­te Mal erblick­te, dach­te ich an eine wit­zi­ge, distan­zier­te Titel­ge­schich­te. Statt­des­sen las ich ein gänz­lich uniro­ni­sches Stück, das die Gut­ten­bergs als neu­es Kanz­ler­paar zu inthro­ni­sie­ren ver­such­te.
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Was ich noch sagen wollte… zu Adelstiteln

Kurz auf­ge­schwappt ist in Deutsch­land vor kur­zem ja die Dis­kus­si­on über Adels­ti­tel. Für das The­ma lei­der wur­de es nur von den Lin­ken auf­ge­nom­men.

Adels­ti­tel sind in der Tat eine über­hol­te Dif­fe­ren­zie­rung von Bür­gern in beson­de­re und nor­ma­le und als sol­che schlich­ter Unfug.

Aber er hält sich. So zu sehen beim Poli­to­lo­gen Jür­gen W. Fal­ter. Die­ser mein­te über das der­zei­ti­ge Nicht­ver­wen­den sei­nes Dok­tor­gra­des sei­tens Gut­ten­berg:

Der Mann trägt einen 1200 Jah­re alten Titel; er braucht den Dok­tor­ti­tel nicht.

Zunächst ein­mal ist der Dok­tor­grad oder die Dok­tor­wür­de kein Titel. Das soll­te jemand, der befä­higt ist, Pro­mo­tio­nen zu beglei­ten, eigent­lich wis­sen. Eine zwei­te Sache ist, dass Gut­ten­berg den Dok­tor­grad sehr wohl gut gebrau­chen kann, schlicht, weil er kein Jurist mit 2. Staats­ex­amen ist, d.h. nicht als Anwalt prak­ti­zie­ren kann. Mit einem Dok­tor­grad kann man eine ansons­ten kaum zu nut­zen­de Aus­bil­dung doch noch halb­wegs krö­nen.

Aber zurück zum The­ma: Adels­ti­tel als Titel, als Zusät­ze zum eigent­li­chen Namen sind Mum­pitz. Weg damit!

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  • Karl-Theodor zu Gut­ten­berg: Meis­ter des Bluffs | ZEIT ONLINE — Er räumt vor­der­grün­dig Feh­ler ein, er über­nimmt demons­tra­tiv Ver­ant­wor­tung. Per­sön­li­che Kon­se­quen­zen zieht er nicht. Schul­dig? Er doch nicht! Er ist ein Meis­ter des Bluffs und der Selbst­ver­tei­di­gung.
  • Über­blick, Herr Wet­ten­gel! — # Die Regie­rung warnt, Kin­der und Jugend­li­che sol­len im Inter­net nicht ihre rich­ti­gen Namen angeben.<br />
    # Die Regie­rung lehnt Namens- oder sons­ti­ge ein­deu­ti­ge Kenn­zeich­nung von Poli­zis­ten bei Demons­tra­tio­nen ab.<br />
    # Die­sel­be Regie­rung fin­det es unhöf­lich, im Inter­net Nicks („Phan­ta­sie­na­men“) zu benut­zen.
  • TV-Kritik „May­brit Ill­ner“: Gott­schalk sprach­los, Ill­ner beschä­digt | FR-Fernsehkritik — Frank­fur­ter Rund­schau — Ute Bier­nat kon­ter­te May­brit Ill­ners Fra­ge nach dem „Unter­schich­ten­fern­se­hen“ mit der Gegen­fra­ge, was sie damit eigent­lich mei­ne. Und brach­te Ill­ner damit schwer ins Schlin­gern. Sie stot­ter­te erst „na, die Ärme­ren“, sprach dann von den „Hart­zern“ und mach­te somit für alle sicht­bar, wie wenig sie von den vie­len Zuschau­ern weiß, die jen­seits des Poli­tain­ments ein unter­halt­sa­mes Fern­seh­an­ge­bot suchen.<br />
    <br />
    So viel hät­te doch klar sein müs­sen: Bei einer Sen­dung, die die Fra­ge erör­tern will, wohin die öffentlich-rechtliche Unter­hal­tung mit und ohne Gott­schalk trei­ben wird, ist eine unab­hän­gi­ge Sach­de­bat­te von vor­ne her­ein aus­ge­schlos­sen. Denn das ZDF ist ja maß­geb­lich betrof­fe­ne Par­tei!
  • Gut­ten­berg hat frem­de Initia­len ent­fernt | RP ONLINE — Offen­sicht­lich hat der Minis­ter nicht nur abge­schrie­ben, son­dern auch sei­ne Spu­ren ver­wischt.
  • Pla­gi­ats­af­fä­re: Die Feh­ler des Herrn Gut­ten­berg | ZEIT ONLINE — Das ist die Bot­schaft des Bou­le­vards: Was sind schon ein paar geklau­te Absät­ze? Und das Blatt hät­te Recht, wenn es nicht den ent­schei­den­den Rest des Gedan­ken ver­schwie­ge: Was sind schon ein paar geklau­te Absät­ze ver­gli­chen mit all den Feh­lern, die sich Karl-Theodor zu Gut­ten­berg im Lau­fe sei­ner nicht all­zu lan­gen Kar­rie­re als Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter geleis­tet hat?
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Guttenberg klaut bei Studienanfänger

So, lang­sam wird das lus­tig, aber rich­tig lus­tig. Die Mit­tel­deut­sche Zei­tung ver­mel­det, Gut­ten­berg habe bei einem Stu­di­en­an­fän­ger geklaut. Laut der Zei­tung han­delt es sich im Fol­gen­den um eine Gegen­über­stel­lung der Dis­ser­ta­ti­on Gut­ten­bergs und einer Grund­kurs­ar­beit aus dem Jahr 2003:

Frie­den, ihre Wer­te, das Wohl­erge­hen ihrer Völ­ker för­dern” und letzt­lich “Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung auf der Grund­la­ge eines aus­ge­wo­ge­nen Wirt­schafts­wachs­tums und sozia­ler Gerech­tig­keit” (CONV 528/03) defi­niert Gis­cards Ent­wurf die Zie­le der euro­päi­schen Uni­on. Auch wenn die For­mu­lie­rung vie­len sozia­len und umwelt­po­li­ti­schen Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen als zu schwam­mig bezeich­net wird, soll­ten die­se Ziel­vor­ga­ben nicht unter­schätzt wer­den. Viel­leicht wer­den die aus der Nach­hal­tig­keit abge­lei­te­ten Prin­zi­pi­en der Soli­da­ri­tät und Gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit ein­mal die euro­päi­sche Ant­wort auf das ame­ri­ka­ni­sche Ver­fas­sungs­ziel “life, liber­ty and the pur­su­it of hap­pi­ness”.

Die Text­pas­sa­ge hielt Gut­ten­berg offen­bar für so gelun­gen, dass er die­se fast wort­gleich auf S.358 über­nahm, gekürz­te ledig­lich um den Zwi­schen­satz:

Frie­den, ihre Wer­te, das Wohl­erge­hen ihrer Völ­ker för­dern” und letzt­lich “nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung auf der Grund­la­ge eines aus­ge­wo­ge­nen Wirt­schafts­wachs­tums und sozia­ler Gerech­tig­keit”. [1023] So defi­niert bereits Gis­cards Ent­wurf die Zie­le der euro­päi­schen Uni­on. Viel­leicht wer­den die aus der Nach­hal­tig­keit abge­lei­te­ten Prin­zi­pi­en der Soli­da­ri­tät und Gene­ra­tio­nen­ge­rech­tig­keit ein­mal die euro­päi­sche Ant­wort auf das ame­ri­ka­ni­sche Axi­om und Ziel “life, liber­ty and the pur­su­it of hap­pi­ness”.

So, und nun mal eben alle die Hand hoch, die glau­ben, dass Gut­ten­berg die Dis­ser­ta­ti­on sel­ber geschrie­ben hat.

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Hat Guttenberg vorsätzlich Zitate nicht gekennzeichnet?

gutundschoen

Karl-Theodor Gut­ten­berg ver­zich­tet auf sei­nen Dok­tor­grad bis zum Ergeb­nis einer Prü­fung der Uni­ver­si­tät Bay­reuth, was recht­lich nichts aus­sagt.  Neh­men und geben kann eine Dok­tor­wür­de in Deutsch­land nur eine Uni­ver­si­tät. Die Uni­ver­si­tät hat der­weil eine schrift­li­che Stel­lung­nah­me des CSU-Politikers ein­ge­for­dert. Er beton­te, mög­li­cher­wei­se nicht-kenntlich zitiert, aber nicht vor­sätz­lich Zita­te nicht gekenn­zeich­net zu haben.

Genau das hält man bei der Rhei­ni­schen Post, die ansons­ten nicht im Ruf steht, zu CDU-kritisch zu sein, inzwi­schen für mög­lich: Die Zei­tung ist auf eine Text­stel­le in Gut­ten­bergs Pro­mo­ti­on gesto­ßen, die unkennt­lich und unter Aus­las­sung des im Text gege­be­nen Text­au­tors, über­nom­men wur­de.

Inso­fern ist Gut­ten­berg viel­leicht nicht ganz so gut bera­ten, der­zeit kei­ne sach­li­che, öffent­li­che Stel­lung­nah­me abzu­ge­ben, wäh­rend die Kri­tik an sei­ner Arbeit in Quan­ti­tät und Qua­li­tät hef­ti­ger wird.

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Guttenbergs Doktorarbeit im Vergleich


Bei der Süd­deut­schen Zei­tung kann man eini­ge Stel­len sei­ner Dok­tor­ar­beit, die unter Pla­gi­ats­ver­dacht ste­hen, ver­glei­chen. Ein wei­te­rer, geist­rei­cher Satz fin­det sich in der NZZ am Sonn­tag. Gut­ten­berg sag­te der NZZ:

Dem Ergeb­nis der jetzt dort erfol­gen­den Prü­fung sehe ich mit gros­ser Gelas­sen­heit ent­ge­gen. Ich habe die Arbeit nach bes­tem Wis­sen und Gewis­sen ange­fer­tigt.

Soso. Das Neu­sprech für Wis­sen und Gewis­sen ist also Copy und Pas­te.

Aktua­li­sie­rung

Bei der Welt hat man zudem eine Stel­le am Anfang der Arbeit aus­ge­macht, die einem Text von Bar­ba­ra Zehn­pfen­nig aus der FAZ ent­nom­men wur­de. Zusam­men mit den von Fischer-Lescano auf­ge­führ­ten Stel­len (Ober­mül­ler, Marx­ner, Hal­ler, Was­s­ner, Volkmann-Schluck, Net­tes­heim, Vau­bel, Burg­hardt) han­delt es sich bis­her also um 9 Zita­te frem­der Auto­ren.

Die CSU sieht durch die Nähe von Fischer-Lescano zur SPD einen rein poli­ti­schen Angriff auf den Minis­ter der Ver­tei­di­gung gege­ben, dabei ist der Vor­wurf, wie oben zu sehen, nicht von Pap­pe.

Gut­ten­berg selbst fin­det die Vor­wur­fe abstrus und möch­te ledig­lich prü­fen, ob

ver­ein­zelt Fuß­no­ten nicht oder nicht kor­rekt gesetzt sein soll­ten

Aktua­li­sie­rung 17.02.
Der Spie­gel prä­sen­tiert heu­te vier wei­te­re Auto­ren (US-Botschaft, Schwab, Kühn­hardt, Cas­per).

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Unsere Guttenbergs — Sterben für den Wohlstand anderer

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, mit wel­cher Nai­vi­tät Ste­pha­nie Gut­ten­berg in Beglei­tung der Bild­zei­tung das The­ma Kin­der­miss­brauch angeht, drän­gelt sich jetzt ihr Göt­ter­gat­te und shi­nig star der Bun­des­re­gie­rung mit einer eben­bür­ti­gen Fehl­leis­tung ins Medi­en­blitz­licht:

Der Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter erin­ner­te in sei­ner Eröff­nungs­re­de auf dem 9. Kon­gress zur Euro­päi­schen Sicher­heit und Ver­tei­di­gung in Ber­lin dar­an, dass Köh­ler für sei­nen Ver­weis auf den Zusam­men­hang zwi­schen Sicher­heits­po­li­tik und Wirt­schafts­in­ter­es­sen “fürch­ter­lich geprü­gelt” wor­den sei. “Ich fra­ge mich bis heu­te, was so ver­we­gen an die­ser Aus­sa­ge war”, sag­te Gut­ten­berg. “Ich hät­te mir von uns allen etwas mehr Unter­stüt­zung in die­ser Fra­ge­stel­lung gewünscht.”

Ich glau­be, er weiß es wirk­lich nicht. Und ich glau­be, er wür­de eigen­stän­dig auch nicht dar­auf kom­men, was kri­ti­sie­rungs­wür­dig ist an der Hal­tung, deut­sche Sol­da­ten ledig­lich für Wirt­schafts­in­ter­es­sen in Krie­ge zu schi­cken oder sol­che anzu­zet­teln.

Aber chick aus­ge­drückt, nicht wahr? Er wis­se nicht, was dar­an ver­we­gen sein soll. VERWEGEN. So ret­tet man sich rhe­to­risch davor, sei­ne Unter­stüt­zung des eigent­li­chen Gedan­kens grad­her­aus zu spre­chen. Ein klei­ner Test, wie weit die Bevöl­ke­rung zur Siche­rung des eige­nen Wohl­stands zu gehen bereit ist. Men­schen­op­fer, zumin­dest als Kol­la­te­ral­schä­den?

Aktua­li­sie­rung
Tho­mas Wie­gold hat ganz recht, wenn er her­aus­hebt, dass Gut­ten­berg die­se Ansicht, zumin­dest der Ten­denz nach, schon vor Mona­ten ver­tre­ten hat. Das min­dert aber nicht die Kri­tik­be­dürf­tig­keit die­ser Ansicht, wo soll schließ­lich ein Resour­cen­nach­schubs­recht der Deut­schen her­kom­men und wär soll­te sowas nicht etwa auch inner­halb Deutsch­lands haben?

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