Guten Morgen

Morgenkaffee

Das The­ma der plagi­ierten Dok­torar­beit von Karl-Theo Gut­ten­berg ist immer noch aktuell. Zwar ist eine Stelle, die vom Wis­senschaftlichen Hil­fs­di­enst des Bun­destags über­nom­men wurde, Auf­mach­er des Spiegels. Allerd­ings wird von der heuti­gen Veröf­fentlichung der Seite Gut­ten­plag ein deut­lich besseres Ergeb­nis erwartet.

Bei ffn gibt es schon den Gut­ten­berg-Song zur Dok­torar­beit: Alles nur geklaut.

Bei Face­book ver­sam­meln sich diejeni­gen, die an KT fes­thal­ten wollen in ein­er Gruppe. Und das sind bis­lang immer­hin 111.893 Per­so­n­en.

Bei der Münch­en­er Abendzeitung munkt man, dass sich Horst See­hofer diebisch über die Gut­ten­berg-Farce freut.

Und während ich mir die Frage stelle: Wo bleibt eigentlich die Tren­nung von Amt und Per­son, wenn der Kriegsmin­is­ter in seinem Min­is­teri­um über seine pri­vate Dok­torar­beit öffentlich schwadroniert? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

Weiterlesen

Lesezeichen

  • Es wird eng für den Vertei­di­gungsmin­is­ter: Tuscheln über zu Gut­ten­berg — taz.de — Ein ehe­ma­liger CDU-Bun­desmin­is­ter sagte der taz, der Vor­fall sei “eine poli­tis­che Katas­tro­phe” für die Union. “Wenn die Uni Bayreuth ihm den Titel aberken­nt, muss Gut­ten­berg zurück­treten.” Auch in FDP-Kreisen wird das Krisen­man­age­ment Gut­ten­bergs kri­tisiert. “Er hätte seinen Titel gle­ich zurück­geben sollen”, heißt es dort.
  • Inter­net-Law » Das Wis­senschaft­spla­giat — Karl-Theodor zu Gut­ten­berg ist ein Raubkopier­er. Der Ver­stoß gegen diese wis­senschaftlichen Grund­prinzip­i­en, sollte er tat­säch­lich ungeah­n­det bleiben, würde das gesamte Prü­fungswe­sen der deutschen Hochschulen in eine Legit­i­ma­tion­skrise stürzen. Wie soll man Stu­den­ten, Dok­toran­den und Prüflin­gen noch erk­lären, dass man eine Arbeit nicht per Copy & Paste aus den Tex­ten ander­er zusam­men­klauen darf, wenn ein Min­is­ter genau dafür mit sum­ma cum laude belohnt wird? Was bei Helene Hege­mann, trotz der damit ver­bun­de­nen Urhe­ber­rechtsver­let­zun­gen, noch als kreativ­er Prozess durchge­hen kann, muss auf wis­senschaftlich­er Ebene stets geächtet wer­den und im konkreten Fall mit der Aberken­nung der Dok­tor­würde ver­bun­den sein. Wenn die Uni­ver­sität Bayreuth diese Kon­se­quenz nicht zieht, dann bestätigt sie den bere­its im Raum ste­hen­den Ver­dacht, dass Dis­ser­ta­tio­nen dort auch nach poli­tis­chen Kri­te­rien bew­ertet wer­den.
Weiterlesen

Lesezeichen

  • Pla­giatsvor­wurf gegen Gut­ten­berg — Man kann auch über Fußnoten stolpern — sueddeutsche.de — Das Pla­giat ist ein Schat­ten, der so tut, als han­dele es sich um den Kör­p­er. Das kann funk­tion­ieren, solange die Sonne passend ste­ht. Das tut sie nicht mehr. Gut­ten­berg hat nicht nur in sein­er Dok­torar­beit Fehler gemacht, son­dern auch mit der selb­s­ther­rlichen Art, wie er damit umge­ht. Seine Fehler, sagt Gut­ten­berg zwar, täten ihm “aufrichtig leid”. Aber an wen richtet sich diese hal­b­gare Entschuldigung? An seinen alten, über alle Zweifel erhabenen Dok­tor­vater Peter Häber­le, den er düpiert hat? An die Uni­ver­sität, die ihren wis­senschaftlichen Rang vertei­di­gen muss? An die plagi­ierten Autoren, die ihm zür­nen? An die Gym­nasiallehrer, die ihren Schülern kor­rek­tes Arbeit­en beib­rin­gen wollen?
  • Gu-Gu-Gut­ten­berg! » ronniegrob.com — Es lohnt sich, nochmals die “Spiegel”-Titelgeschichte vom 18. Okto­ber 2010 (Aus­gabe 42) zu lesen, in der Gut­ten­berg vom “Spiegel” als “Der Bürg­erkönig” verkauft wird. Als ich das Cov­er das erste Mal erblick­te, dachte ich an eine witzige, dis­tanzierte Titelgeschichte. Stattdessen las ich ein gän­zlich uniro­nis­ches Stück, das die Gut­ten­bergs als neues Kan­zler­paar zu inthro­nisieren ver­suchte.
Weiterlesen

Was ich noch sagen wollte… zu Adelstiteln

Kurz aufgeschwappt ist in Deutsch­land vor kurzem ja die Diskus­sion über Adel­sti­tel. Für das The­ma lei­der wurde es nur von den Linken aufgenom­men.

Adel­sti­tel sind in der Tat eine über­holte Dif­feren­zierung von Bürg­ern in beson­dere und nor­male und als solche schlichter Unfug.

Aber er hält sich. So zu sehen beim Poli­tolo­gen Jür­gen W. Fal­ter. Dieser meinte über das derzeit­ige Nichtver­wen­den seines Dok­tor­grades seit­ens Gut­ten­berg:

Der Mann trägt einen 1200 Jahre alten Titel; er braucht den Dok­tor­ti­tel nicht.

Zunächst ein­mal ist der Dok­tor­grad oder die Dok­tor­würde kein Titel. Das sollte jemand, der befähigt ist, Pro­mo­tio­nen zu begleit­en, eigentlich wis­sen. Eine zweite Sache ist, dass Gut­ten­berg den Dok­tor­grad sehr wohl gut gebrauchen kann, schlicht, weil er kein Jurist mit 2. Staat­sex­a­m­en ist, d.h. nicht als Anwalt prak­tizieren kann. Mit einem Dok­tor­grad kann man eine anson­sten kaum zu nutzende Aus­bil­dung doch noch halb­wegs krö­nen.

Aber zurück zum The­ma: Adel­sti­tel als Titel, als Zusätze zum eigentlichen Namen sind Mumpitz. Weg damit!

Weiterlesen

Lesezeichen

  • Karl-Theodor zu Gut­ten­berg: Meis­ter des Bluffs | ZEIT ONLINE — Er räumt vorder­gründig Fehler ein, er übern­immt demon­stra­tiv Ver­ant­wor­tung. Per­sön­liche Kon­se­quen­zen zieht er nicht. Schuldig? Er doch nicht! Er ist ein Meis­ter des Bluffs und der Selb­stvertei­di­gung.
  • Überblick, Herr Wet­ten­gel! — # Die Regierung warnt, Kinder und Jugendliche sollen im Inter­net nicht ihre richti­gen Namen angeben.<br />
    # Die Regierung lehnt Namens- oder son­stige ein­deutige Kennze­ich­nung von Polizis­ten bei Demon­stra­tio­nen ab.<br />
    # Dieselbe Regierung find­et es unhöflich, im Inter­net Nicks („Phan­tasien­amen“) zu benutzen.
  • TV-Kri­tik „Maybrit Ill­ner“: Gottschalk sprach­los, Ill­ner beschädigt | FR-Fernsehkri­tik — Frank­furter Rund­schau — Ute Bier­nat kon­terte Maybrit Ill­ners Frage nach dem „Unter­schicht­en­fernse­hen“ mit der Gegen­frage, was sie damit eigentlich meine. Und brachte Ill­ner damit schw­er ins Schlingern. Sie stot­terte erst „na, die Ärmeren“, sprach dann von den „Hartzern“ und machte somit für alle sicht­bar, wie wenig sie von den vie­len Zuschauern weiß, die jen­seits des Poli­tain­ments ein unter­halt­sames Fernse­hange­bot suchen.<br />
    <br />
    So viel hätte doch klar sein müssen: Bei ein­er Sendung, die die Frage erörtern will, wohin die öffentlich-rechtliche Unter­hal­tung mit und ohne Gottschalk treiben wird, ist eine unab­hängige Sachde­bat­te von vorne here­in aus­geschlossen. Denn das ZDF ist ja maßge­blich betrof­fene Partei!
  • Gut­ten­berg hat fremde Ini­tialen ent­fer­nt | RP ONLINE — Offen­sichtlich hat der Min­is­ter nicht nur abgeschrieben, son­dern auch seine Spuren ver­wis­cht.
  • Pla­giat­saf­färe: Die Fehler des Her­rn Gut­ten­berg | ZEIT ONLINE — Das ist die Botschaft des Boule­vards: Was sind schon ein paar geklaute Absätze? Und das Blatt hätte Recht, wenn es nicht den entschei­den­den Rest des Gedanken ver­schwiege: Was sind schon ein paar geklaute Absätze ver­glichen mit all den Fehlern, die sich Karl-Theodor zu Gut­ten­berg im Laufe sein­er nicht allzu lan­gen Kar­riere als Vertei­di­gungsmin­is­ter geleis­tet hat?
Weiterlesen

Guttenberg klaut bei Studienanfänger

So, langsam wird das lustig, aber richtig lustig. Die Mit­teldeutsche Zeitung ver­meldet, Gut­ten­berg habe bei einem Stu­di­en­an­fänger geklaut. Laut der Zeitung han­delt es sich im Fol­gen­den um eine Gegenüber­stel­lung der Dis­ser­ta­tion Gut­ten­bergs und ein­er Grund­kur­sar­beit aus dem Jahr 2003:

Frieden, ihre Werte, das Woh­lerge­hen ihrer Völk­er fördern” und let­ztlich “Nach­haltige Entwick­lung auf der Grund­lage eines aus­ge­wo­ge­nen Wirtschaftswach­s­tums und sozialer Gerechtigkeit” (CONV 528/03) definiert Gis­cards Entwurf die Ziele der europäis­chen Union. Auch wenn die For­mulierung vie­len sozialen und umwelt­poli­tis­chen Nichtregierung­sor­gan­i­sa­tio­nen als zu schwammig beze­ich­net wird, soll­ten diese Zielvor­gaben nicht unter­schätzt wer­den. Vielle­icht wer­den die aus der Nach­haltigkeit abgeleit­eten Prinzip­i­en der Sol­i­dar­ität und Gen­er­a­tio­nen­gerechtigkeit ein­mal die europäis­che Antwort auf das amerikanis­che Ver­fas­sungsziel “life, lib­er­ty and the pur­suit of hap­pi­ness”.

Die Textpas­sage hielt Gut­ten­berg offen­bar für so gelun­gen, dass er diese fast wort­gle­ich auf S.358 über­nahm, gekürzte lediglich um den Zwis­chen­satz:

Frieden, ihre Werte, das Woh­lerge­hen ihrer Völk­er fördern” und let­ztlich “nach­haltige Entwick­lung auf der Grund­lage eines aus­ge­wo­ge­nen Wirtschaftswach­s­tums und sozialer Gerechtigkeit”. [1023] So definiert bere­its Gis­cards Entwurf die Ziele der europäis­chen Union. Vielle­icht wer­den die aus der Nach­haltigkeit abgeleit­eten Prinzip­i­en der Sol­i­dar­ität und Gen­er­a­tio­nen­gerechtigkeit ein­mal die europäis­che Antwort auf das amerikanis­che Axiom und Ziel “life, lib­er­ty and the pur­suit of hap­pi­ness”.

So, und nun mal eben alle die Hand hoch, die glauben, dass Gut­ten­berg die Dis­ser­ta­tion sel­ber geschrieben hat.

Weiterlesen

Hat Guttenberg vorsätzlich Zitate nicht gekennzeichnet?

gutundschoen

Karl-Theodor Gut­ten­berg verzichtet auf seinen Dok­tor­grad bis zum Ergeb­nis ein­er Prü­fung der Uni­ver­sität Bayreuth, was rechtlich nichts aus­sagt.  Nehmen und geben kann eine Dok­tor­würde in Deutsch­land nur eine Uni­ver­sität. Die Uni­ver­sität hat der­weil eine schriftliche Stel­lung­nahme des CSU-Poli­tik­ers einge­fordert. Er betonte, möglicher­weise nicht-ken­ntlich zitiert, aber nicht vorsät­zlich Zitate nicht gekennze­ich­net zu haben.

Genau das hält man bei der Rheinis­chen Post, die anson­sten nicht im Ruf ste­ht, zu CDU-kri­tisch zu sein, inzwis­chen für möglich: Die Zeitung ist auf eine Textstelle in Gut­ten­bergs Pro­mo­tion gestoßen, die unken­ntlich und unter Aus­las­sung des im Text gegebe­nen Tex­tau­tors, über­nom­men wurde.

Insofern ist Gut­ten­berg vielle­icht nicht ganz so gut berat­en, derzeit keine sach­liche, öffentliche Stel­lung­nahme abzugeben, während die Kri­tik an sein­er Arbeit in Quan­tität und Qual­ität heftiger wird.

Weiterlesen

Lesezeichen

Weiterlesen

Unsere Guttenbergs — Sterben für den Wohlstand anderer

Als ob es nicht schon schlimm genug wäre, mit welch­er Naiv­ität Stephanie Gut­ten­berg in Begleitung der Bildzeitung das The­ma Kin­der­miss­brauch ange­ht, drän­gelt sich jet­zt ihr Göt­ter­gat­te und shinig star der Bun­desregierung mit ein­er eben­bür­ti­gen Fehlleis­tung ins Medi­en­blit­zlicht:

Der Vertei­di­gungsmin­is­ter erin­nerte in sein­er Eröff­nungsrede auf dem 9. Kongress zur Europäis­chen Sicher­heit und Vertei­di­gung in Berlin daran, dass Köh­ler für seinen Ver­weis auf den Zusam­men­hang zwis­chen Sicher­heit­spoli­tik und Wirtschaftsin­ter­essen “fürchter­lich geprügelt” wor­den sei. “Ich frage mich bis heute, was so ver­we­gen an dieser Aus­sage war”, sagte Gut­ten­berg. “Ich hätte mir von uns allen etwas mehr Unter­stützung in dieser Fragestel­lung gewün­scht.”

Ich glaube, er weiß es wirk­lich nicht. Und ich glaube, er würde eigen­ständig auch nicht darauf kom­men, was kri­tisierungswürdig ist an der Hal­tung, deutsche Sol­dat­en lediglich für Wirtschaftsin­ter­essen in Kriege zu schick­en oder solche anzuzetteln.

Aber chick aus­ge­drückt, nicht wahr? Er wisse nicht, was daran ver­we­gen sein soll. VERWEGEN. So ret­tet man sich rhetorisch davor, seine Unter­stützung des eigentlichen Gedankens grad­her­aus zu sprechen. Ein klein­er Test, wie weit die Bevölkerung zur Sicherung des eige­nen Wohl­stands zu gehen bere­it ist. Men­schenopfer, zumin­d­est als Kol­lat­er­alschä­den?

Aktu­al­isierung
Thomas Wiegold hat ganz recht, wenn er her­aushebt, dass Gut­ten­berg diese Ansicht, zumin­d­est der Ten­denz nach, schon vor Monat­en vertreten hat. Das min­dert aber nicht die Kri­tikbedürftigkeit dieser Ansicht, wo soll schließlich ein Resourcennach­schub­srecht der Deutschen herkom­men und wär sollte sowas nicht etwa auch inner­halb Deutsch­lands haben?

Weiterlesen