sueddeutsche.de US-Präsident – Das wurde aus Trumps vielen Kontroversen https://t.co/J6YcVqiE1w

Artikel-Schlagworte: „Guttenberg“

Giovanni di Lorenzos Altherrengespräche

Erst hat er ein Interview-Buch mit Helmut Schmidt veröffentlicht, nun kommt eins mit Ex-Bundesverteidigungsminister Guttenberg: Giovanni di Lorenzo etabliert sich als erste Adresse für Politikergespräche auf Homestory-Niveau. Man weiß gar nicht, ob man das gut oder schlecht finden sollte.

In der aktuellen Ausgabe der ZEIT findet sich ein durchaus imposantes mehrseitiges Interview di Lorenzos mit Guttenberg [Zusammenfassung]. Es soll den Ex-Minister rehabilitieren, so lange noch etwas von seinem einstigen medialen Schein auf ihn fallen kann. Das kann man zumindest dem Interviewten ankreiden. Beim Interviewer sieht das allerdings anders aus: Schon bei seinen Anmerkungen zu den Schmidt-Interviews hob er immer wieder heraus, was für ein Stil der ganzen Laberei innewohnte: Wie Helmut Schmidt durchs Haus kommt, wie er raucht, wie er Pausen macht. Di Lorenzos Aufgabe bei diesen Interviews ist nur eine: Die Rede unterstützendes Rezipieren. Es ist kein Streitgespräch, kein Diskurs auf gleicher Höhe, sondern immer nur ein Versuch auf die vermeintliche Höhe zu springen. Es ist das Coffee & Cigarettes des Feuilleton, ein Altherrengespräch, dessen einzige Ambition das Reflektiertwerden ist. Irgendwie verwunderlich, dass sich noch niemand bei der BUNTE beschwert hat, dass ihr Konzept so plump abgekupfert wird.

Dasselbe Strickmuster wendet di Lorenzo bei Guttenberg an: Den Plagiator reden lassen, ein paar Einwände, aber nicht zu viele, es soll ja kein Streitgespräch werden. Di Lorenzo entwickelt keine eigene Position, spielt zumindest nicht den intellektuellen Gesprächsgegenpart, und da stellt sich eigentlich schon die Frage: Was soll das Ganze? Kann die Lorenzo nicht anders? Hat er nur sein Blatt im Auge, das nun erste Adresse für Politikerhomestories von rechts wie links ist? Das wäre ohne Frage schon ein gewisses Pfund für die ZEIT.

Aber wenn man nun einmal das Interview mit Guttenberg kritisch beäugt, kann man eben auch feststellen: Guttenberg alleine kann das Gespräch nicht sonderlich interessant gestalten: Plumpe Behauptungen, aber auch keine ernsthaft bemerkenswerten Provokationen. Keine rheotrische Finesse, nur ein Kontern-ins-Off auf Zwischenbemerkungen von di Lorenzo. Keine Größe, keine politische Stellungnahme, die erhellend ist. Langweilig ist das Gerede.

Das Interview zeigt: Guttenberg strahlt nicht. Zumindest nicht ohne die Scheinwerfer der Medien. Und vielleicht sollte man di Lorenzo für diese Darstellung schon wieder dankbar sein.
________

Eine Interviewanfrage des Deutschlandradios über die Rolle der ZEIT beim Relaunch Guttenbergs lehnte di Lorenzo nach Angaben des Deutschlandradios ab. || Ulrich Horn sieht die Sache ähnlich.

Lesezeichen

  • Poli­tis­cher Ascher­mittwoch: Die CSU lei­det unter Phan­tom­schmerzen | ZEIT ONLINE — Erneut schlägt der Parte­ichef unverkennbar den Pfad des Pop­ulis­mus ein, der Ressen­ti­ments gegenüber Mus­li­men und Aus­län­dern schürt. “Wir ver­raten die CSU nicht”, ruft er. Und greift sich den türkischen Regierungschef Erdoğan für Bre­it­seit­en her­aus. Die Türkei “mis­sachtet die Men­schen­rechte”, sagt See­hofer. “Von einem solchen Min­is­ter­präsi­den­ten lassen wir uns nicht sagen, wie man mit religiösen Min­der­heit­en umge­ht.” Das Pub­likum im Saal stimmt mit laut­en Buh- und Pfui-Rufen zu.
  • Poli­tis­cher Ascher­mittwoch der CSU — See­hofer, der Unberechen­bare — sueddeutsche.de — An diesen See­hofer — den Unberechen­baren — wer­den sie sich jet­zt wieder in der CSU gewöh­nen müssen. Es ist heute kein leichter Auftritt für den 61-jähri­gen Parte­ichef. Es gibt nicht wenige im Pub­likum, die inner­lich mit ihm abgeschlossen hat­ten, weil sie sich die Zukun­ft schon mit dem schnei­di­gen Frei­her­rn aus Franken aus­ge­malt hat­ten. See­hofer war zeitweise nur noch ein gedulde­ter Parte­ichef. Da hieß es, wenn Gut­ten­berg nur mit dem Fin­ger schnippe, dann sei See­hofer Geschichte.
  • Pla­giat­saf­färe um Gut­ten­berg — Beim eige­nen Dok­tor­vater abgeschrieben- sueddeutsche.de — Für seine Dis­ser­ta­tion soll Ex-Vertei­di­gungsmin­is­ter Gut­ten­berg nicht nur bei Jour­nal­is­ten, Poli­tik­ern und Wis­senschaftlern abgekupfert haben — son­dern auch bei seinem Dok­tor­vater.
  • Ben­jam­in Stuck­rad-Bar­re: Schach — Die Gut­ten­bergs spie­len nur mit weißen Fig­uren — WELT ONLINE — Für den alltäglichen Spiel­ge­brauch allerd­ings, so der Experte, seien solch wertvolle Stücke gar nicht gedacht, es han­dele sich um ein soge­nan­ntes Präsen­ta­tion­sspiel, allein zum Sam­meln und Anguck­en geeignet – oder auch als Req­ui­sit für stim­mungsvolle Fam­i­lien­fo­tografien. Möglicher­weise also han­dele es sich hier um eine gestell­te Spiel­si­t­u­a­tion. Ein ander­er Experte fügt noch an, auss­chließlich weiße Fig­uren seien beileibe nicht der höch­ste Schwierigkeits­grad, die wahren Großmeis­ter kön­nten Dutzen­de Par­tien gle­ichzeit­ig ganz ohne Fig­uren spie­len, die merk­ten sich jeden Spielzug. Auch das, denkt man, wür­den die Gut­ten­bergs gewiss schaf­fen, doch mit einem Präsen­ta­tion­sspiel wird natür­lich das Foto hüb­scher.

Guttenbergs Gießkanne

Was hat die Union in let­zter Zeit nicht schon alles angestellt, um das Feuer, das der Gut­ten­berg-Skan­dal ent­facht hat, auszutreten: Da wur­de über­hastet ver­sucht, die Inter­net­zen­sur in Deutsch­land einzuführen, da wur­den Mus­lime in Deutsch­land belei­digt, aber es half alles nichts, das The­ma Gut­ten­berg und sein Pla­giat ist nicht tot zu kriegen.

Ich habe schon Anfang März gesagt, dass Gut­ten­bergs Dok­torar­beit so etwas wie den Inbe­griff eines Pla­giats darstellt, und das scheint sich in der Tat zu etablieren. Wer immer an der Uni­ver­sität Arbeit­en auf Pla­giatismus unter­suchen muss, der kann anhand der Arbeit Gut­ten­bergs die Tricks ler­nen.

Inzwis­chen wer­den schon Namen für Gut­ten­bergs Arten zu plagi­ieren vergeben, z.B. Gut­ten­bergs Gießkan­ne. Gut­ten­berg hat offen­sichtlich dutzen­de Male Fußnoten aus ein­er Arbeit seines eige­nen Dok­tor­vaters über­nom­men. Auf der Seite Gut­ten­plag erk­lärt man dies so:

Mit dieser Meth­ode sug­geriert man dem Dok­tor­vater ohne viel Aufwand, dass man die rel­e­van­te Lit­er­atur ken­nt.

Die Mitar­beit­er von Gut­ten­plag kön­nen sog­ar so weit gehen, dass  nachgewiesen wird, dass Gut­ten­berg im Orig­i­nal des Dok­tor­vaters namentlich falsch zitierte Autoren ein­fach über­nom­men hat, weil der Fehler des falschen Namens blieb.

Das hier doku­men­tierte Vorge­hen zeigt, dass an vie­len Stel­len der Arbeit nicht ein­mal der Ver­such ein­er wis­senschaftlichen Auseinan­der­set­zung unter­nom­men wur­de.

Mit der deutschen Wis­senschaft soll­te sich Gut­ten­berg wohl kein zweites Mal anle­gen. Und sein Dok­tor­vater wird es nicht auf Google schieben kön­nen, dass ihm Pla­giate sein­er eige­nen Arbeit ent­gan­gen sind.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Gestern wur­de gesucht, heute ist Ascher­mittwoch, da wird aufgeräumt, und das nicht zu knapp:

Ulrich Horn nimmt sich ener­gis­ch den Skan­dal um Gut­ten­berg sowie CDU und CSU im beson­deren zur Brust:

Der Gut­ten­berg-Skan­dal ver­langt nach Kon­se­quen­zen. Er hat dem Anse­hen der Poli­tik geschadet. Das Show-Geschäft ver­suchte, sich der Poli­tik zu bemächti­gen. Ob sich die repräsen­ta­tive Demokratie gegen diesen Angriff dauer­haft behaupten kann, ist noch nicht aus­gemacht. Gestützt auf seine Pop­u­lar­ität woll­te Gut­ten­berg Maßstäbe ver­schieben und Regeln außer Kraft set­zen, um seine Ver­fehlun­gen zu kaschieren. Solche Attack­en dür­fen nicht gelin­gen. Damit sie scheit­ern, sind Poli­tik­er mit Rück­grat nötig. Der Fall Gut­ten­berg zeigt: Die Parteien müssen die Auswahl ihrer Man­dat­sträger verbessern, wenn sie Glaub­würdigkeit zurück­gewin­nen und ihren Gestal­tungsanspruch aufrechter­hal­ten wol­len.

Rou­ven räumt mit dem Vorurteil auf, er kön­ne gut mit Kindern umge­hen in Frühkindliche Autorerotik.

Denis räumt mit wichtigem Zeugs aus sein­er Schulzeit auf.

Und während ich mir die Frage stelle: Was oder wom­it kön­nte ich denn heute mal aufräu­men? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

Christoph Süß — Depressive Büttenrede

Ja, wie gesagt: Christoph Süß muss ins Erste. Der haut ja dauernd solche Klas­sik­er raus:

Die Hoff­nung ist zurück­ge­treten.

Großar­tigst!

Wie ist das eigentlich mit… der Bewertungsverteidigung einer Doktorarbeit?

Das ist wohl ein Novum im Wis­senschafts­be­trieb: Die öffentliche Vertei­di­gung der Akzep­tanz und Best­noten­be­w­er­tung ein­er Dok­torar­beit durch die uni­ver­sitären Betreuer. Lei­der ist sie nicht überzeu­gend.

Natür­lich ist es eine Frech­heit, was Karl-Theodor Gut­ten­berg den Prüfern sein­er Dok­torar­beit unterge­jubelt hat. Und es ist eine weit­ere Frech­heit, diesen jet­zt unter­jubeln zu wol­len, es han­dle sich bei den Fehlern um einzel­ne Fußnoten, die fehlen, und zu behaupten, Gut­ten­berg sei der Überblick ver­loren gegan­gen. Eine ver­trauliche per­sön­liche Beziehung entlässt aber nicht das per­sön­liche kri­tis­che Arbeit­en im wis­senschaftlichen Bere­ich, ger­ade nicht bei Mag­na-cum-laude-Dok­torar­beit­en.

Wenn die zuständi­gen Pro­fes­soren Häber­le und Strinz ihre Bew­er­tung nun schon öffentlich vertei­di­gen, sei sie kri­tis­ch hin­ter­fragt:

- Einen hoher “Grad der Durch­dringung des The­mas in allen seinen Facetten” stelle mir als Grund­lage jed­er Dok­torar­beit vor. Eine Best­note in ein­er Dok­torar­beit muss anders begrün­det wer­den.
— Der Satz, dass das Kapitel über den Gottes­bezug eine damals aktuelle Diskus­sion des Ver­fas­sungsver­trags der EU aufnäh­me ist etwas zäh­neknirschig ob der schlicht­en Kopie des größten Teils dieses Kapi­tels, was aber nicht ent­deckt wer­den kon­nte, weil die Prüfer Google nicht ver­wen­det haben.
— Die Annah­me allerd­ings, man hät­te 2006 Google noch nicht zur Iden­ti­fizierung von Pla­giaten nutzen kön­nen, ist schlicht falsch. Zudem wird durch diese Behaup­tung die Frage aufge­wor­fen: Haben die bei­den Bew­ert­er bis 2006 bei ihren Dok­toran­den über­haupt keine zeit­entsprechen­de Pla­giat­sprü­fung durchge­führt?

Wovor ret­tet denn nun diese Dok­torar­beits­be­w­er­tungsvertei­di­gung wen? 

Was ich noch sagen wollte… zur Christlich-Demagogischen Union

Aus kon­ser­v­a­tiven Kreisen kam nach dem Rück­tritt Gut­ten­bergs wieder­holt die Auf­forderung das The­ma Gut­ten­berg nun gut sein zu lassen. Aber genau das ist Teil der Anti-Aufk­lärung, die die Union weit­er­hin betreibt: Die polemis­che Abkan­zlung kri­tis­cher Analy­sen.

Andreas Fis­cher-Les­cano, der den Gut­ten­berg-Skan­dal ins Rol­len brachte, hat eben diese Anti-Aufk­lärung im Sinn, wenn er in Anlehnung an Luh­mann eine eigene Kausal­ität im Süden kon­sta­tiert:

Der Vertei­di­gungsmin­is­ter gibt die Lin­ie der Argu­men­ta­tion vor, die Bayreuther Kom­mis­sion spin­nt sie dankbar weit­er. Die Wis­senschaftsin­sti­tu­tion befre­it den Poli­tik­er von ein­er lästi­gen Diskus­sion; der Poli­tik­er been­det eine für die Uni­ver­sität rep­u­ta­tion­ss­chädliche Diskus­sion.

Nach Luh­mann macht genau das die „Kausal­ität im Süden“ aus: Errun­gen­schaften des Rechtsstaats und der funk­tionalen Aus­d­if­feren­zierung wer­den kurzgeschlossen. Das Recht wird kreativ angepasst. Man kön­ne, so Luh­mann, ger­ade im Süden beobacht­en, dass die Gewohn­heit, „in Net­zw­erken der Hil­fe, der Förderung und der erwart­baren Dankbarkeit zu denken, erhal­ten geblieben, aber von der gesellschaftlichen Strat­i­fika­tion auf die Organ­i­sa­tio­nen über­tra­gen wor­den ist“. Die „ansprech­baren“ Ressourcen wür­den aus den Kom­pe­ten­zen „abgezweigt“, die Posi­tio­nen in Organ­i­sa­tio­nen zur Ver­fü­gung stell­ten. Oft genüge das Pres­tige ein­er Posi­tion, um sich für etwas einzuset­zen, was mit den Auf­gaben des Amtes nichts zu tun hat.

Ich bin kein so großer Luh­mann-Fan, daher hal­te ich es lieber mit dem Begriff der Anti-Aufk­lärung als eine gegen die Aufk­lärung gerichtete Denkweise.

Im Gut­ten­berg-Skan­dal ist es Gut­ten­berg selb­st, der diese Anti-Aufk­lärung betreibt. Gut­ten­bergs rhetorischer Trick ist immer der­sel­be: Er nimmt eine berechtigte Sachkri­tik und sagt dann, er habe darauf angemessen und durch­dacht reagiert. Das ist so wie bei einem Fußballer, der nur eine einzige Drib­blingsart beherrscht. Aber das reicht in der Union, denn dribbeln kann da kein ander­er. Wer jet­zt in Frage stellt, dass das angemessen oder durch­dacht ist, was Gut­ten­berg von sich gibt, gerät in die Gefahr, als übertreiben­der Nör­gler da zu ste­hen. Diesen Vorteil erre­det sich Gut­ten­berg.

Gut­ten­berg hat so beim soge­nan­nten Krisen­man­age­ment der Pla­giat­saf­färe schon in Kelkheim am 21.02.2011 stark die Presse ange­grif­f­en. Das geschah durch Ausspie­len der ange­sproch­enen Zuhör­er als Öffentlichkeit und den Medi­en als Haupt­statt­presse. Durch diese Gegenüber­stel­lung sagt er, dass die Medi­en gar nicht zur Öffentlichkeit gehören.

Auf der Spitze dieser Darstel­lung sagt Gut­ten­berg, dass die Zuhör­er besser ihm direkt lauschen, als das lesen, was Medi­en wie die FAZ über ihn schreiben. Grotesk wird die Aus­sage ger­ade dadurch, dass Gut­ten­berg die Ein­leitung sein­er Dok­torar­beit voll­ständig aus der FAZ kopiert hat. Der nack­te Kaiser merkt auf dem Höhep­unkt sein­er öffentlichen Bejubelung nicht, was für eine Witz­fig­ur er eigentlich abgibt.

Aber auch andere Poli­tik­er in der Union basteln fleißig an der Anti-Aufk­lärung:

Kristi­na Schröder hat in ihrer zu Recht kaum beachteten Dok­torar­beit den inter­es­san­ten Unter­schied zwis­chen CDUlern auf Bun­de­sebene und CDUlern an der Basis gemacht. Sie woll­te wis­senschaftlich her­aus­find­en, wie man der­ar­tige Unter­schiede method­is­ch analysieren kann. Völ­lig ignori­ert hat Köh­ler dabei die Möglichkeit, dass CDU-Poli­tik­er auf Bun­de­sebene eben gar nicht nach wis­senschaftlich erfass­baren Kri­te­rien arbeit­en, son­dern ledliglich mach­to­ri­en­tiert. Aber es ist schon inter­es­sant, dass jemand von der Bun­de­sebene dieses mögliche Missver­hält­nis wis­senschaftlich adeln möchte.

Schließlich der CSU-Bun­desmin­is­ter­nach­fol­ger von Gut­ten­berg, Hans-Peter Friedrich. Dieser hat zu Amts­be­ginn den kaum ver­ständlichen Satz for­muliert:

Dass der Islam zu Deutsch­land gehört, ist eine Tat­sache, die sich auch aus der His­to­rie nir­gends bele­gen lässt.

Unterm Strich hat Friedrich etwas gesagt, was er nicht sagen woll­te, näm­lich: Dass der Islam zu Deutsch­land gehört, ist eine Tat­sache. His­torische Belege fehlen, aber es ist eine Tat­sache.

Er woll­te wohl eher sagen, dass es eine Behaup­tung ist, der his­torische Belege fehlen. Lei­der fehlen die aber gar nicht. Aber es geht ihm ja auch nicht um Aufk­lärung. Friedrich bedi­ent lediglich nation­al­is­tis­che Gefüh­le: Dazuge­hören und inte­gri­eren, d.h. alte Sit­ten aus­radieren, wenn sie nicht deutsch sind, weil sie nicht deutsch sind, egal wie gut begrün­det sie sein mögen. Wohl gemerkt: Für die Union heißt inte­gri­eren nicht par­tizip­ieren.

Teile von CDU und CSU sind also auf der Suche nach der eige­nen kon­ser­v­a­tiven Iden­tität im Nation­al­is­mus gelandet. Von hier aus her­zlichen Glück­wun­sch.

Die Farce der Pro-Guttenberg-Demos

Tja, das kön­nte man auch schon wieder irgend­wie für kon­se­quent hal­ten: Nachdem Gut­ten­berg die Diskus­sion um seine Pla­giat­sar­beit zur Farce hat verkom­men lassen, ist das­sel­be mit den Pro-Gut­ten­berg-Demos passiert, wie man hier in Ham­burg sieht:

Guten Morgen

Morgenkaffee

Die Pro-Gut­ten­berg-Demon­stra­tio­nen sind gestern dann doch eher mikrig aus­ge­fal­l­en. In Leipzig war keine Sau. Wenig­stens hat­te Hen­ryk M. Broder seinen Spaß.

Bei der NZZ wirft man einen nach­sichti­gen Blick auf die derzeit rekon­va­leszieren­den CDU und CSU.

Die Ein­nah­me des Schmerzmit­tels Ibo­prophen kön­nte vor Parkin­son schützen.

Und während ich mir die Frage stelle: Hat die Union inzwis­chen einge­se­hen, dass eben keine Mehrheit der Deutschen Gut­ten­berg ern­sthaft zurück will? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

Lesezeichen

Februar 2017
Mo Di Mi Do Fr Sa So
« Jan    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728  
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
Seite 1 von 612345...Letzte »