Jennifer — Sehnsucht nach was Besseres

Har­ald Wehmeier und Andreas Altenburgs NDR-Fernsehserie Jen­nifer — Sehn­sucht nach was Besseres gehen ger­ade mit eben dieser in die zweite Staffel. Und zur Freude der Zuschauer ist dies kein lauer Auf­guss der ersten: Mit Con­tain­er-Ingo, gespielt von Klaas Heufer-Umlauf, wird erfol­gre­ich eine in die Geschichte passende Fig­ur präsen­tiert.

Man­fred Schweers (großar­tig fies-schmierig dargestellt von Ulrich Bähnk) übern­immt hal­ble­gal den Friseur-Salon, in dem Jen­nifer arbeit­et, und stellt den abge­halfterten C-Pro­mi Con­tain­er-Ingo ein, der den Laden zum Laufen brin­gen soll.

Ging die erste Staffel noch darum, dass der Kap­i­tal­is­mus genau die Träume unerr­e­ich­bar macht, die er anpreist, haben wir nun eine Fig­ur, die an genau dieser Stelle gescheit­ert ist und zurück­kommt. Das alles ver­lei­ht der Com­e­dy-Serie eine gewisse bit­tere Note und ist insofern von den bei­den Autoren Wehmeier und Altenburg ein gelun­gener Sprung ins Unbekan­nte, waren doch bish­er ihre Radio-Fig­uren bloß lustige Vertreter des Präkari­ats.

Trotz dieser Wen­dung wer­den die Rand­fig­uren liebevoll dargestellt: Jen­nifers Oma (herz­er­wär­mend lebenser­fahren gespielt von Doris Kun­st­mann), deren Fre­und, ihr Ex-Chef, ihr Ex-Fre­und, sog­ar sich selb­st als Fans von Con­tain­er-Ingo leg­en sie ein an ihr Fanob­jekt gerichtetes ent­lar­ven­des “Du kennst auch keine Leute mehr” in den Mund, weil es auch den Fans nicht um die ange­him­melten Per­so­n­en selb­st geht. Zwei Fol­gen ist die Haupt­fig­ur fast nur Staffage, wäre sie nicht von der zauber­haften Katrin Ingen­doh gespielt. Ein Serien-Juwel, lei­der ver­steckt. Die Fol­gen sind in der Mediathek anse­hbar.

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Jumping the Shark: Murder in the first

Jumping the shark Die Serie um ein Ermit­tler­pärchen mit Hau, das seinen fiesen, hin­ter­hälti­gen Mörder zur Strecke brin­gen muss, während dem Betra­chter die Füße ein­schlafen, springt spätestens nach der zweit­en Folge.
Im Anschluss ist die einzige Span­nung der Serie, die unge­mein an Veron­i­ca Mars erin­nert, ob da noch mal über­raschende oder span­nende Ele­mente auf­tauchen: Fehlanzeige. Ein grund­los aufge­blasen­er 10-Teil­er, der in 45 Minuten auch auserzählt hätte wer­den kön­nen. Bitte keine zweite Staffel, danke.

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Was ich noch sagen wollte… zu Dina Foxx

Auf der re:publica hat das ZDF neben dem Elek­trischen Reporter die Inter­net-Mit­mach-Irgend­was-Serie Dina Foxx vorgestellt. Doch nie­mand wusste so recht, was das soll. Während Mario Six­tus den Elek­trischen Reporter als seinen Schritt in die beru­fliche Eigen­ständigkeit darstellte, hielt sich auch beim danach vorgestell­ten Pro­jekt der Ein­druck, dies sei nicht mehr als eine Arbeits­beschäf­ti­gungs­maßahme.

Gestern spiel­ten Real Madrid und der FC Barcelona um den spanis­chen Pokal. Das zeigte das ZDF. Im Anschluss sollte eine 50 minütige Folge von Diana Foxx kom­men, einem inter­ak­tiv­en Kri­mi, der einen Anschluss des Fernse­hens ans Inter­net her­stellen sollte. Pro­duziert wird das inner­halb des ZDF von der dor­ti­gen Sparte des kleinen Fernsehspiels, wobei der Name wohl Pro­gramm ist: Klein und Spiel. Es ist halt bloße Unter­hal­tung, zu sehen irgend­wann nach dem in die Ver­längerung gegan­genen spanis­chen Fußball­spiels und irgend­wo auf einem ungeguck­ten ZDF-Spartenkanal.

Die Zuhör­erkri­tik des Vorstel­lungsrunde des ZDF war auf der re:publica The­ma ver­fehlend bis höflich: Man wün­schte dem unbegeis­tern­den Pro­jekt wohlwol­lend viel Glück, immer­hin hat­te da jemand Arbeit, fragte nach der Nach­haltigkeit dieser Pro­duk­tion, beschw­erte sich über die Abset­zung der 3sat-Sendung neues und wün­schte sich, dass ZDF-Beiträge länger in der Mediathek zu sehen sein sollte. Kri­tik daran, dass hier ein über­flüs­siges Pro­gramm pro­duziert wird, dass selb­st im eige­nen Haus nur zur nach­mit­ternächtlichen Versendung taugt: Fehlanzeige.

Nun kann man vielle­icht ein­wen­den, dass es sich bei diesem Pro­jekt eben um ein Kun­st­pro­jekt han­delt, dass eben aus ein­er kleinen Nis­che kommt und nur bes­timmte Per­so­n­en in ihrem Kun­stempfin­gen ansprechen soll. Aber ger­ade als Kun­st­pro­jekt ist es durchge­fall­en: Das Test­pub­likum der re:publica zeigte sich wed­er am eigentlichen Film noch an der gewoll­ten Verbindung zu Inter­net­tech­niken inter­essiert. Der Grund ist ein­leuch­t­end: Inter­net­tech­niken sind Kom­mu­nika­tion­skanäle von Empfängern, die auch jed­erzeit Sender sind. Das ZDF-Pro­jekt posi­tion­iert sich aber eben nur als Sender und ist als Empfänger nicht rezip­ier­bar vorhan­den. Qua­si das Fernseh-Leser­post-Prinzip.

Aber vielle­icht sollte man so die Öffentlich-Rechtlichen ver­ste­hen: Beste­hen­des wird lediglich adap­tiert und wiedergekäut. So kann man den Begriff re:publica schließlich auch ver­ste­hen. Bloß nichts neues.

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