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Weniger Leser für Facebook-Seiten

Hm, Face­book schraubt also die Sicht­bar­keit von Facebook-Seiten für ein­zel­ne Benut­zer run­ter, die die­se wie­der über Extra-Listen auf den alten Stand hoch­schrau­ben kön­nen. Was aber wohl kaum jemand machen wird, der nicht selbst eine Facebook-Seite betreut.

Lis­ten gibt es wohl schon seit März und sind mir zumin­dest bis­lang gar nicht auf­ge­fal­len. Durch die neu­en Umstel­lun­gen hat sich laut Face­book die Anzahl derer, die über Face­book die ein­zel­nen Arti­kel die­ser Sei­te gese­hen haben, halbiert.

Stört mich nicht wei­ter, dort wird eh nicht kom­men­tiert, maxi­mal gele­sen. Und als Feed-Reader hal­te ich Face­book immer noch für unge­eig­net. Und wer zahlt nun Koh­le für einen so run­ter­ge­schraub­ten und unaus­ge­reif­ten Service?

Was ich noch sagen wollte zu … Facebooks Mailadressen

Vor ein paar Mona­ten habe ich auf­ge­hört, Goog­le Mail zu ver­wen­den. Goog­le ver­folgt sicher wei­ter­hin irgend­wie, was ich ansur­fe, aber ich bin das blö­de Gefühl los, dass Goog­le mei­ne Mails mit­liest und irgend­wie auswertet.

Jetzt will also Face­book auf die­sen Zug auf­sprin­gen und man darf getrost ver­mer­ken, dass Facebook-Chef Zucker­berg mit sei­ner Annah­me, dass die Zeit der E-Mails abge­lau­fen sei, ver­dammt dane­ben lag.

Facebook-Benutzer sol­len sich künf­tig mit Facebook-E-Mail-Adresse anmel­den müs­sen. Damit ver­sucht man, E-Mail-Verkehr, und das zielt vor­nehm­lich auf die Inhal­te von E-Mails. Es ist nicht unwahr­schein­lich, dass die nach wer­be­re­le­van­tem Inhalt durch­leuch­tet wer­den sol­len. Erwar­ten uns künf­tig auch Facebook-Office und -Kalenderdienste?

Das grund­sätz­lich Blö­de für Benut­zer ist, dass der Zusatz @facebook.com doch ein sehr lan­ger Zusatz ist. Goo­g­les Kür­zel Gmail.com ist schon mal deut­lich kür­zer. Für den Gedan­ken einer kur­zen Mail­adres­se spricht auch, dass Goog­le sich gera­de gmail.de unter den Nagel geris­sen hat. Und ob Face­book bei einem E-Mail-Dienst tech­nisch mit­hal­ten kann, bleibt abzuwarten.

Viel erwar­te ich also nicht von Face­books Mail­dienst. Ich wüss­te nicht, was mich zu einem sol­chen Dienst zie­hen soll­te, da ich selbst Face­book nur noch spo­ra­disch nut­ze. Und für vie­le Pri­vat­an­wen­der besteht ein klei­nes Pro­blem, das Goog­le so nicht hat: Face­book ist von vie­len Arbeit­ge­bern auf Dienst­rech­nern gesperrt.

Was ich noch sagen wollte zu… Partyfotos

Heu­te mor­gen hat­te ich kurz das Mor­gen­ma­ga­zin ein­ge­schal­tet und blieb hän­gen, weil sie über die Facebook-Timeline etwas berich­ten wol­len. Gute zwei Wochen, nach dem das The­ma im Inter­net vol­stän­dig durch­ge­kaut wur­de. Aber gut.

Was hat­ten nun die Öffis und ins­be­son­de­re ihre “Inter­net­ex­per­ten” gegen die Time­li­ne? Par­ty­fo­tos. Auf ein­mal könn­ten irgend­wel­che Leu­te alte Par­ty­fo­tos anschau­en, die man selbst irgend­wann hoch­ge­la­den hät­te, die aber eigent­lich im Face­bookak­tua­li­täts­fluss schon unter­ge­gan­gen seien.

Was haben die Öffis eigent­lich gegen Par­ty­fo­tos? Das scheint ja bei denen die Meta­pher für Angriff auf den Daten­schutz zu sein. Ich hät­te ja ger­ne mal eine Ein­la­dung auf so eine Öffi-Party, wenn da dau­ernd Par­ty­fo­tos ent­ste­hen, die umge­hend die gesell­schaft­li­che Äch­tung nach sich zögen, wenn sie ver­öf­fent­licht werden.

In der Time­li­ne sehen der­ar­ti­ge Fotos ja nur dann Leu­te, wenn man qua­si erlaubt, dass die­se Leu­te sie sehen kön­nen. Zwar ist vor­ein­ge­stellt, dass das alle kön­nen, aber das kann man auch ein­fach in den Ein­stel­lun­gen behe­ben. Und dann soll mich keh­ren, dass Leu­te, die ich als Facebook-Freunde akzep­tiert haben(alle ande­ren kann ich ja aus­sper­ren), mei­ne Par­ty­fo­tos, die ich selbst hoch­e­ge­la­den habe (Ver­lin­kun­gen zu ande­ren kann ich ja löschen), gegen mich verwenden?

Wie sag­te es Sven Rege­ner so schön: Fin­ger weg von mei­ner Paranoia!

Die Facebookisierung der Gesellschaft

Neu­lich sprach ich mit einer Mut­ter. Sie sag­te, sie habe eigent­lich noch einen guten Draht zu ihrer Toch­ter. Aber es gäbe da Sachen, die ver­stün­de sie nicht.

Letz­tens habe ihre Toch­ter Geburts­tag gehabt. Da habe sie alle paar Minu­ten ihr Han­dy raus­ge­holt, etwas drauf rum­ge­wischt und wie­der ein­ge­steckt. Den gan­zen Tag lang. Wie­so? Es kamen dau­ernd Glück­wün­sche über Face­book rein. Kein Anruf, aber 27 Ein­zel­kom­men­ta­re auf ihrem Pro­fil. Sie fand das gut. Abends traf sie sich mit ihren Freun­din­nen zum Raclette-Essen. Da hat­ten von 9 Mäd­chen 7 dau­ernd ihr Han­dy in der Hand und kom­mu­ni­zier­ten — mit jeweils ande­ren Mäd­chen am Tisch.

Viel­leicht wird der Nicht­nerd gera­de der Aus­nah­me­fall. Der­je­ni­ge, der sich von Tech­nik ver­ein­neh­men lässt, hier­für einer­seits tech­nisch gut ori­en­tiert ist, dafür im zwi­schen­mensch­li­chen Ver­hal­ten gehemmt, zurück­hal­tend, unsi­cher und unzugänglich.

Ver­gan­ge­nes Wochen­en­de traf ich auf einer Par­ty eine jun­ge Frau, die sich stark über ihre Schwä­ge­rin echauf­fier­te. Alle Infor­ma­tio­nen über die Fami­lie, Ver­ab­re­dun­gen, klei­ne­re Neu­ig­kei­ten und so wür­de näm­lich größ­ten­teils inzwi­schen über Face­book lau­fen. Und die Schwä­ge­rin sei nicht bei Face­book ange­mel­det. Die­se kön­ne ja nun nicht erwar­ten, dass man sie anruft, um ihr die Neu­ig­kei­ten, die es auf Face­book zu lesen gibt, extra mitzuteilen.

Das, was eine Mehr­heit macht, ist nor­mal, auch wenn die Mehr­heit plötz­lich das Gegen­teil von dem macht, was sie frü­her gemacht hat. Und plötz­lich etwas nor­mal, was der Sache nach völ­lig beknackt ist.

Mein neues Facebookprofil

Die neue Facebook-Timeline-Funktion ist nun für alle ver­füg­bar und ich habe mal umge­stellt. Soweit ich ver­stan­den habe, wird das auch bald für alle umge­stellt und man kann dem qua­si der­zeit zuvor­kom­men und sel­ber gestal­ten bevor Face­book das selbst über­nimmt. So sieht das nun bei mir aus:

Nicht so schlimm, wie mir schwan­te. Da waren doch eini­ge Warn­ru­fe durchs Inter­net gegan­gen, dass die Zeit­leis­te nun eine neue Art sei, online die Hosen run­ter zu las­sen. Nun kön­nen Leu­te, die mich auf Face­book besu­chen eben auch anhand einer Zeit­leis­te her­aus­fin­den, was ich auf Face­book vor Jah­ren hin­ter­las­sen habe. Das fin­de ich kaum ang­st­ein­ja­gend, denn: Mein Face­book­pro­fil ist nicht der­art ange­legt, dass ein sol­ches Rum­sur­fen son­der­lich inter­es­sant wäre für Nichtstalker.

Das Ding ist also: Es ist nicht pein­lich und dem­entspre­chend latent schäd­lich, was da von und in Zusam­men­hang mit mir steht, es ist nur belang­los. Ich behaup­te auch gar nicht, dass es nicht belang­los sei. Denn Belang­haf­tes wür­de ich ja gera­de ver­blog­gen. Info­fern den­ke ich, dass die­se neue Belang­lo­sig­keit auf Face­book zurück­fällt, da so vie­le Pro­fi­le nun der­art belang­los sind, dass es am zu Grun­de Sys­tem lie­gen muss.

Und genau den Gedan­ken hal­te ich für rich­tig: Face­book hat sich von einem Gedanken-wichtig-nehmenden-System zu einem Bilder-wichtig-nehmenden-System gewan­delt. Bil­der nut­zen sich aber ab, wenn man sie all zu häu­fig betrach­tet. Und da Face­book unfä­hig ist, eige­ne Gedan­ken zu imple­men­tie­ren, taug die­ses Sys­tem nur für begrenz­te Zeit, näm­lich die­je­ni­ge Zeit, in der die Optik noch nicht völ­lig abge­nutzt ist. Da ist die neue Time­line­funk­ti­on kei­ne Rettungsboje.

Der ganz normale Antisemitismus auf Facebook

Ich habe mich 2010 schon mal über den auf Face­book gras­sie­ren­den Anti­se­mi­tis­mus gewun­dert. Nun habe ich noch mal nach­ge­schaut, geän­dert hat sich nichts:

Lazar Gavrilo­vic’ Bemer­kung Fickt euch, ihr Juden ist wohl stink­nor­ma­ler Slang. Gola­ku­lus Alex­an­der Jürgen-Peter Weber kopiert ein­fach irgend­wel­chen Youtube-Antisemitismus in sein Pro­fil. Safak Uyar reicht ein Ver­schwö­rungs­theo­rie­vie­do zum 11. Sep­tem­ber 2001 für ein scheiss juden. Ein Nut­zer namens Ahmed El-king hin­ter­lässt das Gedicht Advent, Advent, ein Jude brennt. Ragh­da Abdel All gefällt das. Ein Nut­zer namens Bur­han La Fami­lia meint:

Ich bin Tür­ke , und ver­flu­che das Juden­tum auch !
Der Holo­caust wur­de von juden gefälscht damit der zio­nis­ti­sche ter­ror­staat isra­el gebo­ren wer­den kann !!

Der Hou­se­meis­ter Tobi meint zur Nie­der­la­ge des VfB Stutt­gart gegen Bay­ern München:

Scheiss pack ey…ohne schi­ri hat­tet ihr kei­ne chance…zigeuner…verfluchtes bay­ern pack auch juden genannt…tot und hass dem fcb 

Nick Zem­ke sagt

geht alle in den arsch ihr juden

Mar­tin Vogel meint man sol­le Juden statt Tie­re auf­hän­gen.

Tom Peter­sen warnt

die­se juden kind wenn ich dich in die fin­ger bekom­me den ist mal lachen ange­sagt ob du den noch mal wie­der lachen kannst wenn ich mit dir fer­tig bin

Kevin Wie­se ist ent­las­sen wor­den und reagiert so

ein­fach alles kaputtschlagen.…..scheiss juden RIW.

In ande­ren Netz­wer­ken geht man gegen sowas vor, nicht bei Facebook.

Facebook-Ticker mit Adblock Plus bei Firefox deaktivieren

… funk­tio­niert ein­fach mit fol­gen­dem Code, der im Plug­in als neu­er Fil­ter unter Ein­stel­lun­gen ein­ge­fügt wird:

facebook.com##DIV[class=“fbFeedTicker”]

Vom Gesichtsbuch zum Spitzelbuch

Das ist natür­lich super: Face­book will künf­tig unter dem Namen eines Benut­zers nicht nur das ver­öf­fent­li­chen, was die­ser sel­ber irgend­wo anklickt, son­dern auch irgend­et­was, das man dem Nut­zer zuschreibt. Sofern man auch nicht per­ma­nent Facebook-Cookies löscht, wer­den auch dann Nut­zer­da­ten zu Face­book geschickt, wenn der jewei­li­ge Nut­zer gar nicht auf der Facebook-Seite ein­ge­loggt ist.

So lang­sam könn­ten Leu­te, die noch über Über­wa­chungs­er­fah­run­gen aus der DDR ver­fü­gen, echt mal erläu­tern, wie man sich in einem Spit­zel­sys­tem so ori­en­tiert. Mir reicht’s. Face­book bekommt einen eige­nen Facebook-Browser, in dem kei­ne ande­re Sei­te ange­surft wird. Mag sein, dass das wenig hilft, aber für jede Infor­ma­ti­on über mich, die Face­book so nicht bekommt, ist es das wert.

Ps.: Und, wenn ich schon mal dabei bin: Goog­le wird gegen Ixquick getauscht. Reicht für die Suchen, die ich mache. Zur Not gibt es auch noch Scroog­le für die Google-Ergebnisse.

Warum Facebook die Luft ausgeht

Es gab mal im eng­li­schen Sprach­raum eine sehr hüb­sche Sei­te. Benut­zer konn­ten auf der Sei­te den Zeit­punkt bezeich­nen, an dem eine bestimm­te Fern­seh­se­rie ihren Zenit über­schrit­ten hat­te. Jum­ping over the shark heißt das im Englischen.
Das glei­che pas­siert gera­de mit Face­book, wie mir scheint. Anfangs war Face­book eine Ant­wort auf den Infor­ma­ti­ons­über­fluss, der den Benut­zern durch das Inter­net ent­ge­gen­kommt: Man hat­te eine begrenz­te Anzahl ver­netz­ter Nut­zer, die in Grup­pen Infor­ma­tio­nen aus­tau­schen konn­te. Die­se Stra­te­gie hat­te schon in den 90ern gefruch­tet und wur­de in ihrer aktua­li­sier­ten Form zu einem Renner.
Aber Face­book stellt kei­ne eige­nen Inhal­te her und ist auf die Krea­ti­vi­tät ihrer Nut­zer ange­wie­sen. Der Aus­stoß davon aber sta­gniert und geht zurück: Der Infor­ma­ti­ons­aus­tausch, die Dis­kus­si­on über Grup­pen ist so tot wie bei Stu­di­VZ. Man steht vor dem­sel­ben Über­an­ge­bot von Baga­tell­in­for­ma­tio­nen, des­sen Absti­nenz Face­book einst so inter­es­sant mach­te. Das ist zumin­dest der Ein­druck, den ich gera­de habe. In mei­ner Time­li­ne sind oft­mals die­sel­ben Leu­te, die den­sel­ben lang­wei­li­gen Kram absondern.
Dage­gen kann man nicht anpro­gram­mie­ren, den­ke ich. Erst ver­ab­schie­den sich die krea­ti­ven Köp­fe, die Face­book eher als stö­rend denn als hilf­reich erach­ten, dann die Mar­ke­ting­men­schen, und wer immer da noch über­bleibt, er wird Face­book nicht wie­der­er­hy­pen können.
Das klingt sicher­lich etwas defäi­tis­tisch, aber das nächs­te gro­ße Ding wird kom­men, kei­ne Sorge.

The world is obsessed with facebook

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