Gute Nacht, Freunde! https://t.co/wtpCZoHLQi

Artikel-Schlagworte: „Elektrischer Reporter“

Hübsch, nicht kritisch: Kontraste über INDECT

Für das Projekt hyperland sollte ich einen Text zu INDECT verfassen. Zur Publikation kam es nicht, weil irgendwann die Kommunikation abbbrach, auch weil sich kein aktueller und lokaler Aufhänger fand. Angekündigt war schon damals, dass das Thema im Elektrischen Reporter vorkommen sollte, was auch gemacht wurde – kurz nachdem ich hier darüber berichtet hatte. Auf einen aktuellen Aufhänger hat man dann auch schlicht verzichtet. Ich würde mal vermuten, dass mein Text so initial für den EP wie der Bericht des EP für Kontraste war, die gestern darüber berichtet haben:

[ via ]

Der Bericht von Kontraste ist viel hübscher als der des Elektrischen Reporters, sein Stand ist aber der von vor zwei Jahren. Der Aktualitätsaufhänger, dass deutsche Wirtschaftsinteressen eine Rolle spielen, ist ziemlicher Quatsch. Das Projekt ist schlicht nicht in deutscher Hand, Kamera- und Gesichtserkennungsuntersuchungen werden eh vorangetrieben, auch für andere Projekte. Schön auch die Verschleierung, dass der Experte Prof. Albrecht offenbar gar nicht speziell zu INDECT befragt worden ist.

Die Pressemitteilung des BKA, die am Ende durch die Moderatorin als aktuell dargestellt wird, ist inhaltlich ebenfalls nichts aktuell Neues, sondern das, was das BKA immer eingeräumt hat. Die Information so darzustellen, als ob auf Drängen von Kontraste der BKA sich gemeldet hätte, um aktuell etwas Neues einzuräumen, ist eine Irreführung des Zuschauers. Ebenso ist die Anspielung auf die EM 2012 die uralte Wiedergabe einer einmaligen Bemerkung eines ehemaligen Projektbeteiligten. Das ist mal kritischer Journalismus. Offen bleibt auch, warum kein Verantwortlicher des Projekts interviewt wurde. Aber das ist wohl das Prinzip derartiger Formate: Journalismus soll hübsch sein, nicht ernsthaft kritisch.

Was ich noch sagen wollte… zu Dina Foxx

Auf der re:publica hat das ZDF neben dem Elektrischen Reporter die Internet-Mitmach-Irgendwas-Serie Dina Foxx vorgestellt. Doch niemand wusste so recht, was das soll. Während Mario Sixtus den Elektrischen Reporter als seinen Schritt in die berufliche Eigenständigkeit darstellte, hielt sich auch beim danach vorgestellten Projekt der Eindruck, dies sei nicht mehr als eine Arbeitsbeschäftigungsmaßahme.

Gestern spielten Real Madrid und der FC Barcelona um den spanischen Pokal. Das zeigte das ZDF. Im Anschluss sollte eine 50 minütige Folge von Diana Foxx kommen, einem interaktiven Krimi, der einen Anschluss des Fernsehens ans Internet herstellen sollte. Produziert wird das innerhalb des ZDF von der dortigen Sparte des kleinen Fernsehspiels, wobei der Name wohl Programm ist: Klein und Spiel. Es ist halt bloße Unterhaltung, zu sehen irgendwann nach dem in die Verlängerung gegangenen spanischen Fußballspiels und irgendwo auf einem ungeguckten ZDF-Spartenkanal.

Die Zuhörerkritik des Vorstellungsrunde des ZDF war auf der re:publica Thema verfehlend bis höflich: Man wünschte dem unbegeisternden Projekt wohlwollend viel Glück, immerhin hatte da jemand Arbeit, fragte nach der Nachhaltigkeit dieser Produktion, beschwerte sich über die Absetzung der 3sat-Sendung neues und wünschte sich, dass ZDF-Beiträge länger in der Mediathek zu sehen sein sollte. Kritik daran, dass hier ein überflüssiges Programm produziert wird, dass selbst im eigenen Haus nur zur nachmitternächtlichen Versendung taugt: Fehlanzeige.

Nun kann man vielleicht einwenden, dass es sich bei diesem Projekt eben um ein Kunstprojekt handelt, dass eben aus einer kleinen Nische kommt und nur bestimmte Personen in ihrem Kunstempfingen ansprechen soll. Aber gerade als Kunstprojekt ist es durchgefallen: Das Testpublikum der re:publica zeigte sich weder am eigentlichen Film noch an der gewollten Verbindung zu Internettechniken interessiert. Der Grund ist einleuchtend: Internettechniken sind Kommunikationskanäle von Empfängern, die auch jederzeit Sender sind. Das ZDF-Projekt positioniert sich aber eben nur als Sender und ist als Empfänger nicht rezipierbar vorhanden. Quasi das Fernseh-Leserpost-Prinzip.

Aber vielleicht sollte man so die Öffentlich-Rechtlichen verstehen: Bestehendes wird lediglich adaptiert und wiedergekäut. So kann man den Begriff re:publica schließlich auch verstehen. Bloß nichts neues.

Fehlt dem Elektrischen Reporter der Strom?

Nachdem vor Kurzem das Format Lost in Deutschland eingestellt wurde, was Don Alphonso auf seine Weise kommentierte, tritt das nächste Projekt von Marius Sixtus kürzer: Der Elektrische Reporter wird in seiner bisherigen Form eingestellt. Die vorerst letzte Folge ist diese:

Elektrischer Reporter – Augmented Reality: Ich sehe was, was du nicht siehst

Spekulationen über das Wieso&Warum dürfen erwartet werden.

August 2017
M D M D F S S
« Jul    
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
28293031  
Pinnwand
Schriftgröße
Vor 5 Jahren
    • none