Hübsch, nicht kritisch: Kontraste über INDECT

Für das Pro­jekt hyper­land soll­te ich einen Text zu INDECT ver­fas­sen. Zur Publi­ka­ti­on kam es nicht, weil irgend­wann die Kom­mu­ni­ka­ti­on abb­brach, auch weil sich kein aktu­el­ler und loka­ler Auf­hän­ger fand. Ange­kün­digt war schon damals, dass das The­ma im Elek­tri­schen Repor­ter vor­kom­men soll­te, was auch gemacht wur­de — kurz nach­dem ich hier dar­über berich­tet hat­te. Auf einen aktu­el­len Auf­hän­ger hat man dann auch schlicht ver­zich­tet. Ich wür­de mal ver­mu­ten, dass mein Text so initi­al für den EP wie der Bericht des EP für Kon­tras­te war, die ges­tern dar­über berich­tet haben:

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Der Bericht von Kon­tras­te ist viel hüb­scher als der des Elek­tri­schen Repor­ters, sein Stand ist aber der von vor zwei Jah­ren. Der Aktua­li­täts­auf­hän­ger, dass deut­sche Wirt­schafts­in­ter­es­sen eine Rol­le spie­len, ist ziem­li­cher Quatsch. Das Pro­jekt ist schlicht nicht in deut­scher Hand, Kamera- und Gesichts­er­ken­nungs­un­ter­su­chun­gen wer­den eh vor­an­ge­trie­ben, auch für ande­re Pro­jek­te. Schön auch die Ver­schleie­rung, dass der Exper­te Prof. Albrecht offen­bar gar nicht spe­zi­ell zu INDECT befragt wor­den ist.

Die Pres­se­mit­tei­lung des BKA, die am Ende durch die Mode­ra­to­rin als aktu­ell dar­ge­stellt wird, ist inhalt­lich eben­falls nichts aktu­ell Neu­es, son­dern das, was das BKA immer ein­ge­räumt hat. Die Infor­ma­ti­on so dar­zu­stel­len, als ob auf Drän­gen von Kon­tras­te der BKA sich gemel­det hät­te, um aktu­ell etwas Neu­es ein­zu­räu­men, ist eine Irre­füh­rung des Zuschau­ers. Eben­so ist die Anspie­lung auf die EM 2012 die uralte Wie­der­ga­be einer ein­ma­li­gen Bemer­kung eines ehe­ma­li­gen Pro­jekt­be­tei­lig­ten. Das ist mal kri­ti­scher Jour­na­lis­mus. Offen bleibt auch, war­um kein Ver­ant­wort­li­cher des Pro­jekts inter­viewt wur­de. Aber das ist wohl das Prin­zip der­ar­ti­ger For­ma­te: Jour­na­lis­mus soll hübsch sein, nicht ernst­haft kri­tisch.

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Was ich noch sagen wollte… zu Dina Foxx

Auf der re:publica hat das ZDF neben dem Elek­tri­schen Repor­ter die Internet-Mitmach-Irgendwas-Serie Dina Foxx vor­ge­stellt. Doch nie­mand wuss­te so recht, was das soll. Wäh­rend Mario Six­tus den Elek­tri­schen Repor­ter als sei­nen Schritt in die beruf­li­che Eigen­stän­dig­keit dar­stell­te, hielt sich auch beim danach vor­ge­stell­ten Pro­jekt der Ein­druck, dies sei nicht mehr als eine Arbeits­be­schäf­ti­gungs­maß­ah­me.

Ges­tern spiel­ten Real Madrid und der FC Bar­ce­lo­na um den spa­ni­schen Pokal. Das zeig­te das ZDF. Im Anschluss soll­te eine 50 minü­ti­ge Fol­ge von Dia­na Foxx kom­men, einem inter­ak­ti­ven Kri­mi, der einen Anschluss des Fern­se­hens ans Inter­net her­stel­len soll­te. Pro­du­ziert wird das inner­halb des ZDF von der dor­ti­gen Spar­te des klei­nen Fern­seh­spiels, wobei der Name wohl Pro­gramm ist: Klein und Spiel. Es ist halt blo­ße Unter­hal­tung, zu sehen irgend­wann nach dem in die Ver­län­ge­rung gegan­ge­nen spa­ni­schen Fuß­ball­spiels und irgend­wo auf einem unge­guck­ten ZDF-Spartenkanal.

Die Zuhö­r­er­kri­tik des Vor­stel­lungs­run­de des ZDF war auf der re:publica The­ma ver­feh­lend bis höf­lich: Man wünsch­te dem unbe­geis­tern­den Pro­jekt wohl­wol­lend viel Glück, immer­hin hat­te da jemand Arbeit, frag­te nach der Nach­hal­tig­keit die­ser Pro­duk­ti­on, beschwer­te sich über die Abset­zung der 3sat-Sendung neu­es und wünsch­te sich, dass ZDF-Beiträge län­ger in der Media­thek zu sehen sein soll­te. Kri­tik dar­an, dass hier ein über­flüs­si­ges Pro­gramm pro­du­ziert wird, dass selbst im eige­nen Haus nur zur nach­mit­ter­nächt­li­chen Ver­sen­dung taugt: Fehl­an­zei­ge.

Nun kann man viel­leicht ein­wen­den, dass es sich bei die­sem Pro­jekt eben um ein Kunst­pro­jekt han­delt, dass eben aus einer klei­nen Nische kommt und nur bestimm­te Per­so­nen in ihrem Kunst­emp­fin­gen anspre­chen soll. Aber gera­de als Kunst­pro­jekt ist es durch­ge­fal­len: Das Test­pu­bli­kum der re:publica zeig­te sich weder am eigent­li­chen Film noch an der gewoll­ten Ver­bin­dung zu Inter­net­tech­ni­ken inter­es­siert. Der Grund ist ein­leuch­tend: Inter­net­tech­ni­ken sind Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ka­nä­le von Emp­fän­gern, die auch jeder­zeit Sen­der sind. Das ZDF-Projekt posi­tio­niert sich aber eben nur als Sen­der und ist als Emp­fän­ger nicht rezi­pier­bar vor­han­den. Qua­si das Fernseh-Leserpost-Prinzip.

Aber viel­leicht soll­te man so die Öffentlich-Rechtlichen ver­ste­hen: Bestehen­des wird ledig­lich adap­tiert und wie­der­ge­käut. So kann man den Begriff re:publica schließ­lich auch ver­ste­hen. Bloß nichts neu­es.

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Fehlt dem Elektrischen Reporter der Strom?

Nach­dem vor Kur­zem das For­mat Lost in Deutsch­land ein­ge­stellt wur­de, was Don Alphon­so auf sei­ne Wei­se kom­men­tier­te, tritt das nächs­te Pro­jekt von Mari­us Six­tus kür­zer: Der Elek­tri­sche Repor­ter wird in sei­ner bis­he­ri­gen Form ein­ge­stellt. Die vor­erst letz­te Fol­ge ist die­se:

Elek­tri­scher Repor­ter – Aug­men­ted Rea­li­ty: Ich sehe was, was du nicht siehst

Spe­ku­la­tio­nen über das Wieso&Warum dür­fen erwar­tet wer­den.

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