Moin
In Düsseldorf ist ein Mann verknackt worden, weil er einen singenden Postboten mit dem Tod bedroht hat.
Gestern wurde tatsächlich Daniela Klette verhaftet. Zudem eine bisher noch nicht benannte Person. Klette könnte als Kronzeugin günstig bei weg kommen, wenn sie über die RAF auspackt.
Der russische Menschenrechtsaktivist Oleg Petrowitsch Orlow wurde heute zu über zwei Jahren Gefängnis verurteilt — und demütigt das Gericht und die Staatsanwaltschaft vor aller Welt.
Und während ich mir die Frage stelle: Muss ein RAF-Schwur noch gehalten werden, wenn es keine RAFler mehr gibt? hole ich mir erst noch einen Tee.
Moin

Schon wieder ist es nicht gelungen, dem sogenannten Filehoster Rapidshare, über den illegal Filme, Serien und Musik in verschlüsselten Teildateien zur Verfügung gestellt werden, gerichtlich beizukommen.
Gorgmorg bastelt via Google Wave an einer Kurzgeschichte und lädt alle Leser zum Mitschreiben ein. Da es mir gerade an Zeit und Melancholie mangelt, gebe ich den Stab auffordernd weiter ;-).
Jens-Olaf Walter lässt uns einen Blick in den Schulalltag seiner Tochter in Korea werfen. Einige Erziehungsmethoden dort sind noch nicht all zu aktuell.
Und während ich mir die Frage stelle: Warum erfindet die Unterhaltungsindustrie eigentlich kein Programm, mit dem Rapidshare unrechtmäßige Dateien identifizieren kann? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.
[Foto: Luc van Gent]
Die Luft wird dünner für Dieter Jasper
… schreiben die Westfälischen Nachrichten.
Als die Linkspartei vor Wochen die Frage aufwarf, weswegen im Lebenslauf von Dieter Jasper im Kürschner die Berufsbezeichnung Dipl.-Kaufmann in Kaufmann geändert wurde, antwortete Jasper, dass jetzt einfach alles angezweifelt werde. Das sollte wohl den Kritikern eine Haltlosigkeit ihres kritischen Vorgehens unterstellen. Wer Jasper hierzu Glauben schenkte, darf sich getäuscht fühlen:
Auch die Westfälischen Nachrichten haben, nachdem der NDR das schon getan hatte, die Unternehmensberatung Kienbaum in Hamburg kontaktiert und berichten von einer vielleicht etwas klareren Aussage, als der NDR sie beschrieb:
„Nach unseren Erkenntnissen war Herr Jasper lediglich vom 13. März bis zum 16. Juni 1989 als Praktikant bei uns tätig. 1990 war er nicht bei uns“, sagte Erik Bethkenhagen, Geschäftsführer der Kommunikationsabteilung bei Kienbaum in Düsseldorf. Jasper selbst sagte unserer Zeitung: „Ich äußere mich grundsätzlich nicht mehr zu solchen Fragen.“
So, wie bisher gemauert wurde, soll also weiter gemauert werden. Auf öffentliche Fragen gibt es keine Antworten. Dabei hatte die CDU Steinfurt noch gestern gehofft, dass Jasper nun wieder an Glaubwürdigkeit bei den Wählern gewönne, nachdem Bundestagspräsident Lammert den falschen Doktorgrad nicht als Wahlbeeinträchtigung beanstandet hatte. Pustekuchen. Auch die Staatsanwaltschaft Münster lässt nicht, wie anderswo noch gestern berichtet wurde, ihre Finger vom Fall Jasper, weil Jasper Immunität genießt.
Das Thema bleibt weiterhin aktuell, was der von eigenen Skandalen genervten NRW-CDU in Anbetracht der Landtagswahl alles andere als schmecken wird.
CDU-Bashing mit dem Arbeitsgericht Düsseldorf
Jetzt sind schon die Gerichte in Deutschland soweit, der CDU ihre fehlende Kompetenz, was das Computerzeitalter betrifft, deutlich unter die Nase zu reiben:
Die CDU in NRW hatte letztes Jahr eine Angestellte nach 22 Jahren gekündigt, weil sie angeblich Adventskalender an falsche Adressen verschickt habe. Das Arbeitsgericht Düsseldorf hat diese Kündigung heute einkassiert mit der Begründung, dass dieser Grund vorne und hinten für eine fristlose Kündigung nicht ausreichend sei.
Lustig ist, dass der Sprecher des Arbeitsgerichtes neben dieser völlig ausreichenden Begründung nochmal heraushebt, es könne nicht einmal geklärt werden,
ob nicht auch ein Softwarefehler in der Datenbank die falsche Adressierung verursacht hatte.
Da hat also — in der offiziellen Sicht der CDU — die Sekretärin ihr Computerprogramm gestartet, eine irgendwiehohe Anzahl von Etiketten ausdrucken lassen, von denen viele richtig und ein paar irgendwie falsch waren, wobei niemand genau weiss, was an denen falsch war. Und dann hat sie ohne die Etiketten auf Richtigkeit zu prüfen mit diesen Etiketten Adventskalender verschickt, was sie offensichtlich ja auch irgendwie sollte.
Ich hätte ja noch verstanden, wenn die die feuern wollten, weil sie ständig die Adressen aus Datenbanken gegenliest, ob die auch stimmen, und so immense Arbeitszeit verplemplert, aber so?

