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Guten Morgen

Morgenkaffee

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gibt der Oppo­si­ti­on im Deut­schen Bun­des­tag Recht, dass die Bun­des­re­gie­rung sie in Sachen Euro­pa­po­li­tik unzu­rei­chend infor­miert habe.

Die CSU spielt inzwi­schen schon eine Wahl­nie­der­la­ge in Bay­ern durch.

Die EM-Wett-Kurse ges­tern waren mir dann doch zu schwach, um zu tip­pen. Dafür geht es heu­te auf Frank­reich (gegen Schwe­den) und auf Eng­land (gegen die Ukrai­ne), wodurch ich dann den Ukrai­nern die Dau­emn drü­cken kann, und wenn nicht, freut sich mein Wettkonto.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Würd der See­ho­fer denn auch einen Juni­or­part­ner abge­ben? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Warum wir keine Zeitungen mehr kaufen

Vie­le den­ken ja, die Kri­se der Zei­tun­gen habe etwas mit dem Auf­kom­men des Inter­nets zu tun. Dabei began sie viel frü­her. Ein Pro­fes­sor hat mir ein­mal erzählt, wie er vor Jah­ren sein Abo der Süd­deut­schen Zei­tung gekün­digt hat. Dar­auf­hin habe man sich tele­fo­nisch bei ihm gemel­det und nach den Grün­den gefragt. Es wür­de ihn­halt­lich immer mehr auf pop­kul­tu­rel­le The­men gesetzt, sag­te er, dafür bräuch­te er kei­ne Zei­tung. Die Tele­fo­nis­tin habe aber nicht im Ansatz ver­stan­den, was er meinte.

Mir ist ja noch etwas gut in Erin­ne­rung, was den wenigs­ten ver­gönnt ist: Zu erle­ben, wie eine neue Zei­tung an den Markt geht. Das war 1993. Die Zei­tung hieß Die Woche, sie wur­de 2002 ein­ge­stellt. Man erleb­te damals mit, wie die Ver­ant­wort­li­chen sich die Fra­ge stell­ten, wie eine aktu­el­le Zei­tung aus­se­hen müs­se. Und so sah sie dann aus: Sie war bunt, jedes The­ma hat­te ein ordent­lich gro­ßes Bild, auf den ers­ten 10 Sei­ten gab es zu einem The­ma eine oder meh­re­re Sei­ten, letz­te­re das The­ma aus ver­schie­de­nen Blick­win­keln betrach­tend. Die Woche war mein Eins­tig in das regel­mä­ßi­ge Kau­fen einer Zei­tung. Süd­deut­sche Zei­tung und Frank­fur­ter All­ge­mei­ne waren damals kom­plett in schwarz-weiß und vom Design her äußerst starr. Bun­te Fotos soll­te es erst Jah­re spä­ter geben. Die Woche hat­te 35.000 Abon­ne­men­ten und 120.000 Leser ins­ge­samt. Offen­bar zu wenig. Mar­cel Reich-Ranicki sag­te damals, es habe halt ein­fach kei­ne Markt­lü­cke für die­ses Pro­dukt gege­ben. Das habe ich ver­stan­den. Leid tat es mir trotzdem.

Heu­te habe ich mir mal die Süd­deut­sche Zei­tung gekauft. Das tue ich immer sel­te­ner. Auf­ge­macht ist sie nach den Grund­sät­zen, die schon Jahr­zehn­te auf dem Buckel haben: Dut­zen­de Buch­sta­ben­block­spal­ten. Dazu als moder­nen Ein­fluß, unge­ord­net Bil­der, ab und zu über­groß. Die The­men ken­ne ich auf den ers­ten Sei­ten schon aus dem Netz: Die Löw-Balljungen-Geschichte, die Merkel-Hallo-Europa-Deutschland-geht-auch-nicht-ewig-gut-Geschichte, die Dicke-Deutsche-Geschichte, der Wald­jun­ge, über den ich dank Inter­net heu­te schon mehr erfah­ren habe. Dazu ein Inter­view zum Urhe­ber­recht mit Till Kreut­zer und einem holz­pres­se­ver­tret­ri­gen Bernd Graff. Immer­hin: Ein gutes Inter­view mit Nikos Dimou (im Inter­net: Ein Telefon-Interview). Ich sehe noch einen Vor­sen­dungs­ab­schrieb der Geburts­tags­sen­dung von Her­bert Feu­er­stein und irgend­was zu Kino.to, bevor ich die Zei­tung zusam­men­fal­te. Anspruchs­lo­se Pop­kul­tur, wohin man schaut. Aus­bli­cke? Opti­mus­mus? Fehlanzeige.

Bei der Frank­fur­ter All­ge­mei­nen: Mer­kel­grie­chen­be­treu­ungs­geld­spa­nier­di­cke­deut­sche­wald­jun­ge, kennt man alles. Frü­her habe ich mich ja gewun­dert, wie man am Tag zwei bis drei Zei­tun­gen über­haupt durch­le­sen kann. Kunst­stück bei den vie­len Wie­der­ho­lun­gen. Dazu ein Bericht über Bur­ma und einer über Ägyp­ten. Doro­thee Bär darf unkom­men­tiert CSU-Propaganda in die Zei­tung kip­pen, wobei die ein­schnei­den­den Kri­ti­ken (Hin­der­nis für Inte­gra­ti­on, Schwä­chung der Berufs­quo­te für Frau­en, Ersatz für feh­len­de Kita-Plätze) ein­fach mal igno­riert werden.

Zusam­men­ge­fasst: Ich den­ke beim Lesen auf jeder zwei­ten Sei­te: Kenn ich schon. Und dazu gibt es dann kei­ne Infor­ma­tio­nen, die son­der­lich tief gehen. Kein Spe­zia­list, der es schafft, mich zu beleh­ren. Viel Dümm­li­ches, viel Regen­bo­gen­pres­se. Viel­leicht ste­hen in den Wirt­schafts­nach­rich­ten noch inter­es­san­te Sachen. Aber am Ende einer Zei­tung inter­es­siert mich das herz­lich wenig. Mag sein, dass heu­te kein guter Tag für spek­ta­ku­lä­re Mel­dun­gen ist, es ist aber ein typi­scher Tag für eine deut­sche Tages­zei­tung. Ein langweiliger.

Wäh­rend­des­sen habe ich im Inter­net heu­te schon min­des­tens 10 Arti­kel gese­hen, die ich lesens­wert fand und die nicht von Zei­tun­gen und ohne ein Leis­tungs­schutz­recht­ge­win­sel aus-kamen. Mor­gen kau­fe ich kei­ne Zeitung.

Mir schavant nichts Gutes…

Ja, ups­al­la: Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Annet­te Scha­vans Dis­ser­ta­ti­on steht unter Pla­gi­ats­ver­dacht. Und wenn man zur Maß­stab nimmt, dass eine ein­zi­ge Stel­le zur Aberken­nung des Titels reicht, wür­de ich die­se Bedin­gung hier­durch schon als gege­ben anse­hen. Der anony­me Ver­fas­ser der Plagiatsverdachtsseite:

Die Ver­fas­se­rin über­nimmt von Stadter (1970) […] ohne Stadter in der Arbeit zu erwähnen.

Sie selbst habe nur Ori­gi­nal­quel­len ver­wen­det, äußer­te sich die Minis­te­rin. Und hey, da wird die ers­te Nebel­ker­ze gewor­fen:

Mit anony­men Vor­wür­fen kann man schwer­lich umgehen

sagt Scha­van. Äh, doch, man muss nur lesen. Der Fall ist so gut wie durch.

Aktua­li­sie­rung

14:55 Uhr — Das geht aber schnell heut­zu­ta­ge: Die Uni­ver­si­tät Düs­sel­dorf kün­digt für den Nach­mit­tag eine Erklä­rung an.

Beim Spie­gel hat man die Vor­wür­fe noch nicht ganz verstanden.

Der Tages­spie­gel ver­steht die Cau­sa bes­ser und ver­weist dar­auf, dass die Dis­ser­ta­ti­on von Gewis­sens­bil­dung han­delt. Muha­h­a­h­a­ha.

16:31 Uhr — Auch N24 über­nimmt von der dpa das Miss­ver­ständ­nis: “Anders als bei frü­he­ren Pla­gi­ats­vor­wür­fen gegen Poli­ti­ker — etwa im Fall des zurück­ge­tre­te­nen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ters Karl-Theodor zu Gut­ten­berg (CSU) — geht es bei den anony­men Vor­hal­tun­gen gegen Scha­van nicht um die Über­nah­me kom­plet­ter Text­stel­len aus ande­ren Ver­öf­fent­li­chun­gen.” Doch, dar­um geht es auch. Aber immer­hin haben sie einen O-Ton des Doktorvaters: 

Solan­ge ich nicht durch äuße­re Umstän­de dazu ver­an­lasst wer­de, auf die Arbeit zu schau­en, wer­de ich das nicht tun.

20:23 Uhr — Nebel­ker­ze Nr. 2 bei der Süd­deut­schen Zei­tung:

Man kön­ne nie ganz aus­schlie­ßen, dass ähn­li­che Gedan­ken oder For­mu­lie­run­gen auch in ande­ren Wer­ken stünden.

Naja, wir reden hier immer noch über iden­ti­sche, auf ein­an­der fol­gen­de Sät­ze aus einer nicht­ge­nann­ten Quel­le.

22:13 Uhr — Das heute-journal bringt die Mel­dung. So schnell war ein WordPress.com-Blog wohl noch nie bei den Meinungsmachern.
Auf Vro­ni­plag fin­det sich die ver­mut­lich vor­her­ge­hen­de Stellensammlung.

3. Mai 10:30 Uhr — Die NOZ bringt eine Mel­dung der dpa über die NOZ, die den Vroniplag-Gründer inter­viewt hat. Die­ser hält eini­ge Stel­len in Scha­vans Dis­ser­ta­ti­on für kla­re Pla­gia­te, es sei aber kein zwei­ter Fall Gut­ten­berg. Das geht ja auch schon rein sub­stan­ti­ell nicht: Bei Gut­ten­berg wur­den auf mehr Sei­ten Pla­gia­te gefun­den als Scha­vans Dis­ser­ta­ti­on über­haupt umfasst.

Inter­es­sant ist ein Hin­weis auf die Ver­hand­lung um den Dok­tor­grad von Jor­go Chat­zi­marka­kis: In einer Ver­öf­fent­li­chung des Ver­wal­tungs­ge­richts wird fest­ge­hal­ten, dass der Zweit­gut­ach­ter betont, dass jedes wört­li­che Zitat ein­zeln aus­ge­wie­sen sein muss.

Lesezeichen vom 21. Februar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

Lesezeichen vom 3. Februar 2012

Die Nachtgeschichten von heute

  • CSU-Mitglied hält Vor­trag bei NPD-Veranstaltung — sueddeutsche.de — Für die Christ­so­zia­len, die sich schon lan­ge für ein Ver­bot der rechts­ex­tre­men Par­tei stark­ma­chen, ist das ein Desas­ter. Die Lan­des­lei­tung droht dem Münch­ner mit Konsequenzen.
  • Immu­ni­tät bei Nazi-Kriegsverbrechen — Erfolg für Deutsch­land im Ent­schä­di­gungs­streit mit Ita­li­en — sueddeutsche.de — Das Urteil in Den Haag been­det einen lan­ge wäh­ren­den Streit zwi­schen der Bun­des­re­pu­blik und Ita­li­en: Pri­vat­per­so­nen dür­fen vor aus­län­di­schen Gerich­ten kei­ne Kla­gen gegen einen ande­ren Staat erhe­ben. Somit genießt Deutsch­land Immu­ni­tät bei Nazi-Kriegsverbrechen.
  • Face­book geht an die Bör­se : Die Angst vor der neu­en Inter­net­bla­se — Tages­spie­gel — Bei Face­book waren pri­va­te Inves­to­ren bis­lang bereit, hohe Prei­se zu bezah­len. Immer wie­der kauf­ten sie klei­ne Tei­le an dem Unter­neh­men, jedes Mal wur­de der Gesamt­wert des sozia­len Netz­werks noch höher als zuvor ein­ge­schätzt. Es flie­ßen wie­der Mil­li­ar­den in Inter­net­un­ter­neh­men. Man­che Ana­lys­ten war­nen schon, dass sich wie­der eine Bla­se auf­baue wie in den Zei­ten der New Eco­no­my vor zehn Jah­ren. Mit bis zu 100 Mil­li­ar­den Dol­lar sei Face­book zwar hoch bewer­tet, meint Kau­manns. „Bewer­tun­gen sind aber immer eine Wet­te auf die Zukunft“, sagt er. „Und die Per­spek­ti­ven sind sicher­lich nicht schlecht.“ Denn trotz der 845 Mil­li­on Nut­zer gebe es noch gro­ße Wachs­tums­mög­lich­kei­ten in bevöl­ke­rungs­rei­chen Län­dern wie Bra­si­li­en, Indi­en, Russ­land oder Chi­na. Mar­kus Frie­bel, Ana­lyst bei Inde­pen­dent Rese­arch, ver­weist dar­auf, dass Face­book sehr pro­fi­ta­bel arbei­te. „Von daher kann man hier auch kei­nen Ver­gleich zie­hen mit der New-Economy-Blase um die Jahr­tau­send­wen­de“, sagt er.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Der CSU-Generalsekretär möch­te alle Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten der Links­par­tei unter Gene­ral­ver­dacht stellen.

Klei­ne Selbst­re­fe­renz: Eigent­lich woll­te ich nur ein schö­nes Foto ver­blog­gen und dann tex­te­te ich ein­fach was drum­zu: Schrot­ti­ges in Düs­sel­dorf.

Chris­toph Süß fragt mal aktu­ell nach den Ver­fas­sung­fein­den: [audio:http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_71S/_-iS/_-rH9AFH/120128_1002_orange_Verfassungsfeinde-rechts-und-links.mp3|artists=Chrisoph Süß auf Bay­ern 2|titles=Verfassungsfeinde rechts und links]

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Hat der Ver­fas­sungs­schutz eigent­lich auch sich selbst zu schüt­zen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lesezeichen vom 26. Dezember 2011

Die Nachtgeschichten von heute

Lesezeichen

Die Nachtgeschichten von heute

Guten Morgen

Morgenkaffee

Inzwi­schen ist auch Gut­ten­bergs Orts­ver­ein nicht mehr ganz so gut auf ihn zu spre­chen. Damit ist frag­lich, ob er ihn noch­mal als Kan­di­da­ten für den Bun­des­tag aufstellt.

Im Arbeits­markt scheint die Kri­se noch nicht anzu­kom­men, aber die Zah­len sind auch etwas unklar.

Das Küchen­ra­dio ist zum 5. Geburts­tag von neunetz.com gegan­gen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ist Gut­ten­berg eigent­lich gera­de arbeits­los? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

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