Guten Morgen

Morgenkaffee

Es ist wie­der Fuß­ball­zeit, so ganz hat einen das Fuß­ball­fie­ber noch nicht gepackt, aber ist das denn über­haupt bekla­gens­wert? Ich tip­pe via Bonus­gut­ha­ben, dass ich zwei­mal auf Wet­ten mit über 2er Quo­te set­zen muss, was ich eben mit Sieg auf Gha­na und Sieg auf USA getan habe. Irgend­wer wird da schon gewin­nen. Außer­dem habe ich einen Ocken auf Deutsch­land gesetzt, dem Wet­ten zulie­be.

Ste­fan Nig­ge­mei­er weist dar­auf hin, dass die “Blöd­zei­tung” (Paul Stoever) Chris­ti­an Wulff mit einer Falsch­mel­dung medi­al bis hin zum Rück­tritt bedrängt hat.

In Düs­sel­dorf hat die CDU den Ober­bür­ger­meis­ter­pos­ten ver­lo­ren. Ein ein­zi­ges Ver­sa­gen, fin­det Ulrich Horn.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Mit wem will die CDU denn künf­tig macht­po­li­tisch koalie­ren, falls man nicht vor­her unter­geht? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Auf zum neuen Antiislamismus!

Chris­ti­an Wulffs Rede davon, dass der Islam zu Deutsch­land gehö­re, hat­te vor allem ein Ziel: Die Ent­geg­nung eines Anti­is­la­mis­mus, wie er durch die Gewalt­ta­ten, die Men­schen im Namen des Islam, aber ohne wirk­lich im Koran veri­fi­zier­ba­ren Hin­ter­grund, getä­tigt haben, beför­dert wur­de. Grund­sätz­lich gehört der Islam zu Deutsch­land wie das Chris­ten­tum oder das Juden­tum. Ich sehe nichts, was eine der Glau­bens­rich­tun­gen an sich her­vor­he­ben wür­de. Wulffs Äuße­rung war eine Ein­la­dung an die­je­ni­gen, die sich in Deutsch­land hei­misch füh­len, und eine Absa­ge an die, die Gewalt säen wol­len.

Genau dage­gen schießt sein Nach­fol­ger Gauck, wenn er sagt

Jeder, der hier­her­ge­kom­men ist und nicht nur Steu­ern bezahlt, son­dern auch hier ger­ne ist, auch weil er hier Rech­te und Frei­hei­ten hat, die er dort, wo er her­kommt, nicht hat, der gehört zu uns, solan­ge er die­se Grund­la­ge nicht negiert. Des­halb sind Ein-Satz-Formulierungen über Zuge­hö­rig­keit immer pro­ble­ma­tisch, erst recht, wenn es um so heik­le Din­ge geht wie Reli­gi­on. Da kann ich die­je­ni­gen eben auch ver­ste­hen, die fra­gen: Wo hat denn der Islam die­ses Euro­pa geprägt, hat er die Auf­klä­rung erlebt, gar eine Refor­ma­ti­on? Dafür habe ich Ver­ständ­nis, solan­ge das kei­nen ras­sis­ti­schen Unter­ton hat.

Wie ich das lie­be, wenn Leu­te in drit­ter Per­son spre­chen, um selbst nicht angreif­bar zu sein.

Der Mos­lem Gaucks ist der Hier­her­ge­kom­me­ne, der Frem­de, nicht der Hier­schon­ge­bo­re­ne. Ob der Islam die Auf­klä­rung erlebt hat? Zumin­dest hat die Auf­klä­rung den Islam behan­delt. Und wenn ich mir die Katho­li­sche Kir­che als eine der Reprä­sen­tan­ten des Chris­ten­tums anschaue: Grund­an­nah­men wie die Nicht­gleich­stel­lung der Frau, die Cha­rak­te­ri­sie­rung von Homo­se­xua­li­tät als “Zer­stö­rung des Werk Got­tes”, diver­se Aber­glau­ben wie Wand­lung oder Wie­der­auf­er­ste­hung – das Alles hält der Auf­klä­rung doch gar nicht stand.

Ob der Islam eine Refor­ma­ti­on erlebt hat? Als was wür­den Gauck denn das bezeich­nen, was sich gera­de in diver­sen auto­kra­ti­schen Staa­ten ver­än­dert?

Die Vor­la­ge Gaucks nimmt dann Ulrich Reitz in der WAZ auf:

Natür­lich gehö­ren die vie­len Mus­li­me, die hier leben, zu Deutsch­land. Ob man das aber von der isla­mi­schen Reli­gi­on sagen kann, die, anders als das Chris­ten­tum, einen schmerz­li­chen Pro­zess der Auf­klä­rung erst noch vor sich hat, ist durch­aus zwei­fel­haft.

Aja. Das Chris­ten­tum ist also durch die Wasch­an­la­ge der Auf­klä­rung gefah­ren und gerei­nigt hat es die­se über­stan­den. Wann soll denn das pas­siert sein?

Das Rück­grat der Bun­des­re­pu­blik, das was Rechts­si­cher­heit und Frei­hei­ten bewahrt, ist der Rechts­staat. Und die­ser ist ein Erfolg der Auf­klä­rung – nicht des Chris­ten­tums. Der Islam wird in Gaucks und Reitz’ Wor­ten her­un­ter­ge­re­det, so als bestün­de das Chris­ten­tum nur aus den fun­da­men­ta­lis­ti­schen Ansich­ten des Paps­tes. Es dient der Ver­si­che­rung des eige­nen Stand­punk­tes und sei­ner Abgren­zung zum Islam und ist einer Inte­gra­ti­on ver­schie­de­ner Reli­gio­nen inner­halb eines Rechts­staats ent­ge­gen gesetzt.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Heu­te ist also der Tag, an dem Con­ny Kra­mer starb Chris­ti­an Wulff als Bun­des­prä­si­dent kün­digt — wenn man den ZDF-Informationen glaubt, ist das in etwa einer hal­ben Stun­de der Fall. Dann schau­en wir also alle mal inten­siv auf www.istChristianWulffnochimAmt.de [oder hier im ZDF-Livestream]. Bis dahin schau­en wir Kalko­fes letz­te Wulff-Parodie von heu­te — qua­si dem gemein­sa­men Abschluss.

Mal­te Wel­ding meint, Wulff wäre halt mit sei­ner trot­zi­gen Hal­tung ein Kind sei­ner Gene­ra­ti­on — mit Beto­nung auf Kind.

Wo wir gera­de bei Woh­nungs­wech­sel sind: Sascha Lobo räumt auch sei­ne But­ze.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wird jetzt eine Frau Bun­des­prä­si­den­tin? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Wie ist das eigentlich mit… Medienglaubwürdigkeit?

Glaub­wür­dig­keit ist der zen­tra­le Begriff, über den der amtie­ren­de Bun­des­prä­si­dent gera­de stol­pern kann. Dabei ist es gar nicht wich­tig, ob er kon­kret einen Feh­ler gemacht hat, son­dern es geht dar­um, ob man ihm glaubt, was er getan hat. Das ist etwas zwie­schnei­dig.

Posi­tiv aus­ge­drückt, geht es dar­um, ob der Prä­si­dent lügt. Als Tüp­fel­chen über die­sem i spe­ku­liert die Pres­se dar­über, ob er die Pres­se­frei­heit miss­ach­tet hät­te. Auch hier geht es dar­um, dass man dar­auf pocht, jemand soll­te in jeder Situa­ti­on eine völ­lig offe­ne Auf­rich­tig­keit an den Tag legen.

Mir ist es als Schü­ler mal pas­siert, dass ein Leh­rer fragt, ob ich mei­ne Haus­auf­ga­ben hät­te. Ich sag­te, ich wüss­te es nicht und wol­le erst mal die betref­fen­den im Übungs­heft aus­zu­fül­len­den Auf­ga­ben anse­hen. Ich hat­te sie nicht erle­digt und bekam einen Extra­t­a­del für einen Täu­schungs­ver­such. Man soll­te als Schü­ler wohl für einen angeb­lich erweck­ten Ein­druck ohne rea­len Hin­ter­grund haf­ten.

Und so wird auch Bun­des­prä­si­dent Wulff gera­de auf die Schip­pe genom­men: Jede unkla­re For­mu­lie­rung wird als Tadel der Glaub­wür­dig­keit genom­men. Wulffs Auf­klä­rungs­ar­beit ist tat­säch­lich so, dass man eine schnel­le­re und genaue­re Dar­le­gung der Ange­le­gen­hei­ten wün­schens­wert gewe­sen ist.

Aber stellt man an das Amt der höchs­ten Reprä­sen­ta­ti­on des Staa­tes wirk­lich den Anspruch, dass jede Fra­ge ohne Abwä­gung der Fol­gen der Ant­wort jeder­zeit ohne Umschwei­fe beant­wor­tet wer­den soll? Fin­den wir es unan­ge­mes­sen, wenn die Per­son, die die­ses Amt ver­sucht aus­zu­fül­len, zöger­lich ist, wenn die Blöd­zei­tung eine Kam­pa­gne star­tet, für dass sich ande­re reno­mier­te Zei­tun­gen bereit­wil­lig instru­men­ta­li­sie­ren las­sen? Oder um es mit Hape Ker­ke­ling zu fra­gen: Darf ein Prä­si­dent auch mal sau­er sein?

Unab­hän­gig davon, was in der Kre­ditaf­fä­re letz­ten Endes raus­kommt, ist die Metho­de der Pres­se, unaus­ge­go­re­ne Spe­ku­la­tio­nen als Grund­la­ge für Spe­ku­la­tio­nen über Glaub­wür­dig­keit, die man durch frag­wür­di­ge Umfra­gen ein­holt, zu ver­wen­den, das eigent­li­che Skan­da­lon die­ser Tage. Es kommt ihnen doch eh nur dar­auf an, wie lan­ge ein der­ar­ti­ges The­ma in der Pres­se ist.

Selbst gestan­de­ne Zei­tun­gen unter­schei­den kaum noch zwi­schen Gerüch­ten in die­ser Ange­le­gen­heit, völ­lig harm­lo­ser Begleit­mu­sik, hand­fes­ten Vor­wür­fen und klär­ba­ren Fra­gen. Die Rol­le der Medi­en wird dabei gera­de­zu aus­ge­klam­mert, als ob sie tat­säch­lich, wie oft­mals gefor­dert, kei­ne Rol­le spiel­te. Es wird immer wei­ter­ge­sto­chert bis das Sto­chern die eigent­li­che Mel­dung ist. Die Glaub­wür­dig­keit des Bun­des­prä­si­den­ten hängt von der die­ses Amt inne haben­den Per­son ab, nicht vom Amt selbst.

Die Glaub­wür­dig­keit der Medi­en hängt davon ab, inwie­fern sie in der Lage sind, ein The­ma fach­kun­dig zu ana­ly­sie­ren. Eine Zei­tung, die die­se Glaub­wür­dig­keit nicht mehr besitzt, wird auch nicht mehr gekauft. Wie­so auch.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Jour­na­lis­mus á la Sprin­ger: Wenn der Bun­des­prä­si­dent die Abschrift einer pri­va­ten Mail­box­nach­richt unter­sagt, dann leakt man es eben ein­fach. Die Blöd­zei­tung war’s natür­lich nicht. Ande­re Medi­en, wie z.B. das ZDF, grei­fen die­se neu­en, wenn auch ziem­lich belang­lo­sen Infor­ma­tio­nen ohne Medi­en­kri­tik natür­lich auf.

Ste­phen Haw­king ist 70 gewor­den. Herz­li­chen Glück­wunsch zu so viel Lebens­wil­len.

Man hat es schwer als Bun­des­prä­si­dent, meint dann auch Chris­toph Süß auf Bayern2: [audio:http://cdn-storage.br.de/mir-live/MUJIuUOVBwQIb71S/iw11MXTPbXPS/_2rc_71S/_-iS/_-rp5Aky/120107_0903_orange_Man-hat-es-schwer-als-Bundespraesident.mp3]

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Gibt es bei den Par­tei­en denn kein Not­fall­po­li­tik­pro­gramm, um gestan­de­ne Poli­ti­ker aus den eige­nen Rei­hen aus dem Feu­er zu holen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Ulrich Horn schüt­telt den Kopf über Jacob Aug­steins Fazit der Bild­be­richt­erstat­tung zur Kre­ditaf­fä­re des Bun­des­prä­si­den­ten, ver­mu­tet bei die­ser eine gerich­te­te Bericht­erstat­tung und kon­sta­tiert:

Man mag nicht glau­ben, dass seriö­se Orga­ne nicht bemer­ken, wie sie von Diek­mann ein­ge­spannt wer­den. Die Bür­ger bemer­ken das schon. Das erstaun­lichs­te Ergeb­nis die­ser Affä­re ist wohl, dass die Mehr­heit der Men­schen ganz ande­re Schluss­fol­ge­run­gen zieht als die Medi­en.

Der­weil zieht die kri­ti­sche Beleuch­tung der Kre­ditaf­fä­re wei­ter mun­ter ihre Krei­se.

Fefe ver­weist auf einen Bericht über Prak­ti­ken der GEMA.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wer ist denn gera­de ein Bild-gerechter Bun­des­prä­si­dent? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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