Guten Morgen

Morgenkaffee

Film­re­gis­seur Diet­rich Brüg­ge­mann pol­tert gegen die Ber­li­ner Schu­le, die aus­führ­li­che Rücken­an­sich­ten mit Tief­gang ver­wechs­le.

Nico­le Wal­ter hat einen ganz inter­es­san­ten Text über Netz­neu­tra­li­tät geschrie­ben.

Kon­stan­tin Klein hat in sei­nen Blog eine Aus­schluss­ver­fü­gung gegen Ver­la­ge als eige­nes Leis­tungs­schutz­recht ein­ge­baut.

Ist auch schön, mal Poli­ti­kern Nach­hil­fe in Poli­tik zu geben. “Wer schützt eigent­lich unse­re Ver­fas­sung vor den Ver­fas­sungs­rich­tern?” frag­te Eri­ka Stein­bach auf Twit­ter. Na, z.B. der Euro­päi­sche Gerichts­hof für Men­schen­rech­te. Gene­rell zielt die Fra­ge selbst­re­dent auf die Gewal­ten­tei­lung, wobei das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in die­ser Hin­sicht die frag­wür­di­ge Son­der­stel­lung hat, in Poli­tik ein­grei­fen zu kön­nen — was genau genom­men gegen die Gewal­ten­tei­lung geht. Aber viel­leicht soll­te man den Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, deren gene­rel­le Aus­sa­ge ist, dass die ver­han­del­ten Posi­tio­nen der CDU gegen das Grund­ge­setz ver­sto­ßen, doch bes­ser inhalt­lich ange­hen.

Ande­rer­seits geht es der CDU gerage dar­um, Front gegen die Gleich­stel­lung der so genann­ten Homo-Ehe gegen­über der nicht so genann­ten Hetero-Ehe zu machen. Dort prescht ein Vol­ker Kau­der vor, der meint es sei ziem­lich gewagt, zu behaup­ten, das Kin­des­wohl sei in homo­se­xu­el­len Bezie­hun­gen nicht nega­tiv betrof­fen. Was wider­um bedeu­tet, dass Vol­ker Kau­der meint, dass Kin­des­wohl sei sehr wohl nega­tiv betrof­fen? Ich wür­de letz­te­res ja eher als ziem­lich gewagt bezeich­nen. Ihr mögt kei­ne Schwu­len, sagt’s doch ein­fach.

Beet­le­bum nun auch in bunt: Guten-Morgen-Ornithologie.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Seit wann ist die CDU so weit, dass man von der Ley­en und Schäub­le als modern bezeich­nen soll­te? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Das Elternrecht

kannitverstan

Mar­kus Pie­per, EU-Parlamentarier aus dem Müns­ter­land, hat sich als einer der weni­gen mal getraut, auf den Punkt zu brin­gen, wie die kon­ser­va­ti­ve Posi­ti­on der CDU zum Eltern­recht aus­sieht:

Kin­der haben gott­ge­ge­be­nes Recht auf Vater und Mut­ter. Nie­mand ein Recht auf Kin­der.

Gut, wenn man Gott in Spiel bringt, hat man kei­ne son­der­lich gro­ße Dis­kus­si­ons­ba­sis. Ver­su­chen wir es mal mit einem etwas zugäng­li­che­ren Mann: Imma­nu­el Kant.

Bei Kant ist eine Sor­ge­pflicht der Eltern für ihre Kin­der dadurch gege­ben, dass sie es gewe­sen sind, die ihre Kin­der ohne deren Ein­wil­li­gung in die Welt gesetzt haben. Damit haben Eltern ein ethi­sches, wie juri­di­sches Recht zur Erzie­hung ihrer Kin­der, wie die ethi­sche Pflicht (aber nicht eine juri­di­sche) hier­zu. Kin­der sind bei Kant kei­ne Rechts­per­so­nen, daher kommt bei ihm nicht vor, dass die­se bestimm­te Rech­te hät­ten. Wie soll­te ein Kind auch das angeb­li­che Recht auf einen Vater in Anspruch neh­men, wenn die­ser gestor­ben oder unau­f­ind­bar ist?

Sicher­lich hat Kant bei Eltern an Vater und Mut­ter gedacht. Aber die Begrün­dung der Rech­te und Pflich­ten von Eltern liegt nicht in ihren bio­lo­gi­schen Attri­bu­ten:

da das Erzeug­te eine Per­son ist, und es unmög­lich ist, sich von der Erzeu­gung eines mit Frei­heit begab­ten Wesens durch eine phy­si­sche Ope­ra­ti­on einen Begriff zu machen*): so ist es eine in prak­ti­scher Hin­sicht ganz rich­ti­ge und auch not­hwen­di­ge Idee, den Act der Zeu­gung als einen sol­chen anzu­se­hen, wodurch wir eine Per­son ohne ihre Ein­wil­li­gung auf die Welt gesetzt und eigen­mäch­tig in sie her­über gebracht haben; für wel­che That auf den Eltern nun auch eine Ver­bind­lich­keit haf­tet, sie, so viel in ihren Kräf­ten ist, mit die­sem ihrem Zustan­de zufrie­den zu machen.

Wäre es dem­nach denk­bar, dass der Beschluss, ein Kind in die Welt zu set­zen, von zwei gleich­ge­schlecht­li­chen Men­schen aus geht, so wie er von leib­li­chem Vater und leib­li­cher Mut­ter aus­geht?

Ja. Das ist der­sel­be Fall wie bei der künst­li­chen Befruch­tung. Auf die Idee, den gesetz­li­chen Eltern eines so gezeug­ten Kin­des, ehe­li­che Rech­te zu ent­zie­hen, ist auch noch nie­mand gekom­men.

Bei Kant ist das Eltern­recht ethisch begrün­det, nicht juri­disch, nicht bio­lo­gisch und nicht reli­gi­ös. Juri­di­sche, bio­lo­gi­sche und reli­giö­se Umstän­de mag es geben, sie rüt­teln aber nicht an der ehti­schen Begrün­dung des Eltern­rechts, weil man es hier mit ver­ant­wort­li­chen Erwach­se­nen zu tun hat.

Kant wen­det sich impli­zit gegen Pie­pers Rede vom Gott gege­be­nen Eltern­recht, weil Kin­der Wesen sind, denen es mög­lich sein wird, freie Ent­schei­dun­gen zu tref­fen, wobei es für den Men­schen unmög­lich zu den­ken ist, dass die Mög­lich­keit zu frei­en Ent­schei­dung auf eine phy­si­sche Ursa­che zurück­führ­bar wäre,

*) Selbst nicht, wie es mög­lich ist, daß Gott freie Wesen erschaf­fe; denn da wären, wie es scheint, alle künf­ti­ge Hand­lun­gen der­sel­ben, durch jenen ers­ten Act vor­her­be­stimmt, in der Ket­te der Natur­no­t­hwen­dig­keit ent­hal­ten, mit­hin nicht frei. Da sie aber (wir Men­schen) doch frei sind, bewei­set der kate­go­ri­sche Impe­ra­tiv in mora­lisch prak­ti­scher Absicht, wie durch einen Macht­spruch der Ver­nunft, ohne daß die­se doch die Mög­lich­keit die­ses Ver­hält­nis­ses einer Ursa­che zur Wir­kung in theo­re­ti­scher begreif­lich machen kann, weil bei­de über­sinn­lich sind.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Han­nah Wil­heilm haut in die Gerech­tig­keits­ker­be, was das ach so vor­nehm wir­ken­de Groß­spen­den von Mil­li­ar­dä­ren angeht.

Bes­ser spät als… Die CDU ver­langt von der nordrhein-westfälischen Lan­des­re­gie­rung Auf­klä­rung über den “Peer­blog”.

Hilfs­ver­bän­de kri­ti­sie­ren den Vor­schlag, wegen des Pfer­de­fleisch­skan­dals aus dem Han­del genom­me­ne Lebens­mit­tel an Bedürf­ti­ge abzu­ge­ben.

Es bestehen Zwei­fel dar­an, dass der Papst nur wegen sei­ner Gesund­heit zurück­tre­te, wie man beim Tages­spie­gel nach­le­sen kann.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um glau­ben alte Män­ner, sie könn­ten mit ihrem Geld auch Moral ein­kau­fen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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  • Kri­tik am Pla­gi­ats­ver­fah­ren: Düs­sel­dor­fer Uni-Rektor for­dert Ent­schul­di­gung | ZEIT ONLINE Der eins­ti­ge CDU-Politiker Bie­den­kopf und der ehe­ma­li­ge Prä­si­dent der Deut­schen For­schungs­ge­mein­schaft Win­na­cker hat­ten die Uni­ver­si­tät in Zei­tungs­ar­ti­keln mas­siv ange­grif­fen, nach­dem sie der CDU-Politikerin Annet­te Scha­van den Dok­tor­grad ent­zo­gen hat­te.
  • Kün­di­gung Ama­zon 50 % Rabatt, zzgl. 5 % Lager­mie­te, zzgl. Por­to­kos­ten, zzgl. Jah­res­mit­glieds­ge­bühr, zzgl. nahe­zu jedes­mal für mich nicht nach­voll­zieh­ba­re zusätz­li­che Abzü­ge bei der ver­blei­ben­den Sum­me. De fac­to dürf­te sich allein hier­aus ein »Rabatt« zu Ihren Guns­ten von über 65 % erge­ben. Von den ver­blei­ben­den 35 % – wenn es denn bei denen blie­be! – soll ich den Druck und die Auto­ren bezah­len? Träu­men Sie?
  • Ama­zon und Du – Macht und Ohn­macht des Ver­brau­chers | Nach­Denk­Sei­ten Die ARD-Dokumentation „Aus­ge­lie­fert! Leih­ar­bei­ter bei Ama­zon“ hat vie­len Men­schen die Augen geöff­net. Für das Internet-Versandhaus ist die Repor­ta­ge über aus­län­di­sche Leih­ar­bei­ter, die in Deutsch­land wie Skla­ven gehal­ten wer­den, ein PR-Gau. Der „Shit­s­torm“, der momen­tan in den sozia­len Netz­wer­ken über Ama­zon hin­weg­zieht, ist gewal­tig. Ama­zon duckt sich weg und spielt auf Zeit – der Kon­zern weiß, schon mor­gen wird wahr­schein­lich bereits die nächs­te Sau durchs vir­tu­el­le Dorf getrie­ben.
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Guten Morgen

Morgenkaffee

CDU/CSU und FDP wol­len Abmahn­ab­zo­cken doch nicht ent­ge­gen­tre­ten .

Joa­chim Roh­l­off nimmt anläss­lich Frank Schirr­ma­chers neu­em Buch das alte aus­ein­an­der . Dabei ver­wun­dert es schon eini­ger­ma­ßen, wie vie­le gram­ma­ti­ka­li­sche Feh­ler sich im Buch unre­di­giert fin­den las­sen. Aber auch sti­lis­tisch ist Rolof etwas ange­fres­sen:

Es ist ohne­hin stets zu emp­feh­len, nur Ver­gleich­ba­res zu ver­glei­chen, auch wenn das Frank­fur­ter Feuil­le­ton sich zur künst­li­chen Erzeu­gung von Tief­sinn gern des Tricks bedient, gera­de sol­che Gegen­stän­de zu ver­glei­chen, die nichts mit­ein­an­der zu schaf­fen haben, das Ter­ti­um Com­pa­ra­tio­nis mit Gewalt her­bei­zu­zie­hen und das Resul­tat, das aus nichts besteht als der Fest­stel­lung, das Ver­gli­che­ne sei ver­gleich­bar, für einen Gedan­ken aus­zu­ge­ben. Die­sen Trick hat Schirr­ma­cher hier lei­der falsch ange­wen­det, obwohl er eigent­lich doch weiß, wie’s geht: Auch die Bibel war einst eine gro­ße Such­ma­schi­ne.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wozu liest man eigent­lich Bücher von Schirr­ma­cher? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Ulrich Horn beleuch­tet den Kol­le­te­ral­scha­den des Peer­blogs, ein Blog, das angeb­lich unab­hän­gig den Wahl­kampf Peer Stein­brücks unter­stüt­zen soll­te. Die ver­mu­te­te Nähe zum Blog Wir-in-NRW, wor­über im NRW-Wahlkampf 2010 mas­siv Indis­kre­tio­nen aus dem CDU-Umfeld ver­öf­fent­licht wur­den, sowie die unge­klär­te Finan­zie­rung brin­gen nun die SPD in Zwie­licht. Und dass die CDU gegen die­se Ange­le­gen­heit nicht mit einem Unter­su­chungs­aus­schuss vor­geht, spricht auch Bän­de.

Ich hat­te mich auch schon gewun­dert, wie unrea­lis­tisch im Fern­se­hen Ding­fest­ma­chun­gen von Kri­mi­nel­len geschil­dert wer­den. Meist guckt der zustän­di­ge Ermitt­ler ruhig und grim­mig, wäh­rend man selbst meint, dass die Vor­wür­fe ziem­lich halt­los sind und in der Luft zer­fetzt wer­den kön­nen. Und nun dies: Der 10jährige, der in den USA sei­nen rechts­ra­di­ka­len Vater erschoß, hat sich argu­men­ta­tiv an US-Krimiserien ori­en­tiert.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Soll­te man den Kin­dern in der Schu­le nun auch mal bei­brin­gen, dass das Fern­se­hen lügt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Nebelkerzen für Schavan

Man stram­pelt wie­der bei der CDU, wird aber kaum ver­hin­dern kön­nen, dass mit der aktu­el­len Regie­rung zwei­fel­haf­ten Dok­tor­gra­de ver­bun­den wer­den. Und so wirft man noch mal has­tig Nebel­ker­zen wie Micha­el Kret­sch­mer:

Wir brau­chen jetzt ein­heit­li­che Stan­dards, mit denen nicht nur Dok­tor­ar­bei­ten, son­dern auch die Prü­fun­gen von Dis­ser­ta­tio­nen bewer­tet wer­den.

Als ob’s die nicht gäbe. Die Jungs nervt es wohl, dass da dau­ernd Dok­tor­ar­bei­ten zer­brö­seln, sobald man sie kri­tisch betrach­tet. Mal schau­en, ob noch ein­mal sich jemand aus der Deckung traut, um den Kri­ti­kern Scha­vans Bestech­lich­keit zu unter­stel­len.

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