Guten Morgen

Morgenkaffee

Die Bun­des­re­gie­rung oder genau­er das CDU geführ­te Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um hat den Bun­des­tag belo­gen — und ver­sucht, das nach­träg­lich in der eigent­li­chen Stel­lung­nah­me raus­zu­pfu­schen. Es geht um eine Sicher­heits­lü­cke bei Reg­lungs­tech­ni­ken von Heiz­kraft­wer­ken, Braue­rei­en und Gefäng­nis­du­schen, die mit­nich­ten zur Zeit der Stel­lung­nah­me beho­ben war.

Eben­so nicht ganz stimm­te die Ant­wort des CDU geführ­ten, nie­der­säch­si­schen Lan­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums auf die Anfra­ge der Jour­na­lis­tin Andrea Röp­ke, ob sie vom Ver­fas­sungs­schutz über­wacht wer­de. Das Innen­mi­nis­te­ri­um unter Lei­tung von Uwe Schü­ne­mann hat­te geant­wor­tet, es gäbe kei­ne Akte über sie. Da hat dann die neue Prä­si­den­tin des nie­der­säch­si­schen Ver­fas­sungs­schut­zes die Jour­na­lis­tin noch mal ange­ru­fen, man habe da doch was. Und was meint Schü­ne­mann?

Ich fin­de es aber bemer­kens­wert, dass die jet­zi­ge Ver­fas­sungs­schutz­spit­ze von den mög­li­chen Ver­stö­ßen offen­sicht­lich schon län­ge­re Zeit wuss­te und es aus­ge­rech­net in die­ser Woche der Öffent­lich­keit prä­sen­tiert.

Ver­let­zun­gen der Pres­se­frei­heit als Wahl­kampf­ge­plän­kel. Nee, is klar.

Für Ulrich Horn gibt es schon einen Wahl­ver­lie­rer: Den gemie­de­nen Sig­mar Gabri­el.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um fah­ren die immer das Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um so gro­teskt gegen die Wand? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Frank Rie­ger plä­diert in der FAZ dafür, die Geheim­diens­te auf­zu­lö­sen, wenn sie sich nicht kon­trol­lie­ren las­sen.

Beim Spie­gel wun­dert man sich, dass die Bun­des­re­gie­rung 972 Mio. Euro für Bera­ter aus­ge­ge­ben hat.

Auch das wirbt nicht unbe­dingt für’s Wählen-gehen: NDR kas­siert Bericht über SPD-Politiker auf Geheiß von CDU-Politiker.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: For­dert der gemei­ne Ame­ri­ka­ner eigent­lich Ähn­li­ches von der Poli­tik? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Ach so, die NSA und der GCHQ über­wa­chen uns gar nicht. Meint zumin­dest Ronald Pofal­la. Wozu dann ein No-Spy-Abkommen mit den USA? Kein Kom­men­tar. Muss man halt alles glau­ben und nicht hin­ter­fra­gen.

Viel­leicht empfliehlt Micha­el Spreng auch hier, was er zu Horst See­ho­fer emp­fiehlt: Ein­fach nicht mehr hin­hö­ren.

Dave Winer meint unterm Strich, sol­che Nebel­ker­zen sei­en nur der Ver­such, den größ­ten Skan­dal seit Water­ga­te zu ver­tu­schen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wür­de die CDU wohl radi­kal in ihrer Ansicht über Daten­si­cher­heit umschwen­ken, wenn sie in der Oppo­si­ti­on lan­det? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Lesezeichen vom 6. August 2013

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Was der Kernkritikpunkt an Norbert Lammerts Dissertation ist

Es war abzu­se­hen, dass auch bei den Pla­gi­ats­vor­wür­fen gegen die Dok­tor­ar­beit von Bun­des­tags­prä­si­dent Nor­bert Lam­mert irgend­wann Nebel­ker­zen gewor­den wer­den. Es ist bezeich­nend, dass sich der sich selbst Qua­li­täts­jour­na­lis­mus dafür her­gibt.

Das Schwie­ri­ge an der Ver­tei­di­gung der Pro­mo­ti­on gegen die Vor­wür­fe sind die­se selbst. Wie lau­ten sie? Im Kern: Lam­mert gibt frem­de Rezep­ti­ons­leis­tun­gen, d.h. die Wie­der­ga­ben gele­se­ner Lite­ra­tur, als eige­ne aus. Kann das nach­ge­wie­sen wer­den, sehe ich nicht, wie eine der­ar­ti­ge Pro­mi­ti­on gehal­ten wer­den kann.

Nun hat Nor­bert Lam­mert gemäß den Vor­wür­fen kei­ne wort­wört­li­chen Pla­gia­te began­gen [Kor­rek­tur, 14.00 Uhr: Auch das wird ihm vor­ge­wor­den, s. S. 100 der Dis­ser­ta­ti­on]. Auch das Auf­tau­chen nahe­zu iden­ti­scher Ver­wei­se allein ist kein Pla­gi­at. Die Vor­wür­fe kon­zen­trie­ren sich aber spe­zi­el­ler dar­auf, dass an vie­len Stel­len mit ande­ren Arbei­ten inhalts­glei­che Ana­ly­sen ange­stellt wer­den, bei denen inhalts­glei­che und feh­ler­glei­che Fuß­no­ten nahe­le­gen, dass die dor­ti­gen Anga­ben und Ana­ly­sen unge­prüft und ohne wis­sen­schaft­li­che Eigen­leis­tung über­nom­men wur­den.

Es geht nicht um in den 70er Jah­ren unter­schied­li­che Zitier­ge­pflo­gen­hei­ten oder unzu­rei­chen­de Ein­zel­fuß­no­ten­kenn­zeich­nun­gen, wie die ZEIT sei­nen Lesern weiß­ma­chen will.

Auch bei der FAZ klingt der Nebel­ker­zen­ar­ti­kel zu Lam­mert merk­wür­dig:

Wenig spricht dafür, dass es sich bei Lam­merts Dok­tor­ar­beit um Pla­gia­te han­delt.

Es reicht ja, wenn irgend­et­was stich­hal­tig dafür spricht. Aber es wird noch sku­ri­ler:

Wenn es nach dem der­zei­ti­gen Kennt­nis­stand einen kri­ti­schen Ein­wand gegen die­se Dis­ser­ta­ti­on vor­zu­brin­gen gäbe, dann wäre es die Fall­stu­die am eige­nen CDU-Kreisverband, über des­sen Ent­schei­dungs­pro­zes­se der Autor nicht nur mehr wuss­te als ande­re, son­dern an des­sen Ent­schei­dun­gen er auch selbst betei­ligt war.

Und was ist mit dem Kern­vor­wurf, den die Auto­rin des Arti­kels nicht ein­mal the­ma­ti­siert? Ist der über­haupt zur Kennt­nis genom­men wor­den?

Den Vogel schießt aller­dings Dago­bert Ernst bei der WAZ ab, der den Lammert-Kritiker ein­fach mal mit dem NSA-Skandal gleich­setzt, und so einen Täter­tausch her­bei­zau­bert:

Auch Plagiate-Jagd kann zu einer Form der Bespit­ze­lung wer­den. Nur dass “Big Bro­ther” hier in jedem steckt, der dabei mit­mischt.

Beden­kens­wert, auch wenn der Zusam­men­hang zur Dis­kus­si­on um Nor­bert Lam­merts Dis­ser­ta­ti­on nicht klar ist, ist, was Joa­chim Huber schreibt:

irgend­wann hat es der Dok­to­ren­stand geschafft, den Nicht- Dok­to­ren ein­zu­re­den, dass der Herr Dok­tor und die Frau Dok­to­rin etwas Bes­se­res sind. Fein­geis­ter, Fein­züng­ler, fei­ne Men­schen halt. Poli­ti­ker und Dok­tor, die­se Kom­bi­na­ti­on galt bald als unschlag­bar. Des­we­gen die­se tie­fe Sehn­sucht in den Rei­hen der Kon­ser­va­ti­ven und der Libe­ra­len nach dem „Dr.“ auf dem Wahl­pla­kat.

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Warnung eines Konservativen

Ich weiß ja nicht, ob Ihnen das schon ein­mal auf­ge­fal­len ist, aber der Chef­re­dak­teur der West­fä­li­schen Nach­rich­ten, Nor­bert Tie­mann, ist so ein win­zig­we­nig Anhän­ger des Kon­ser­va­ti­ven und Freund der CDU.

Heu­te kann man in sei­nem — online nicht erschie­ne­nen — Kom­men­tar Der Nächs­te bit­te!(?), der sich mit den Pla­gi­ats­vor­wür­fen gegen die Dok­tor­ar­beit des Bun­des­tags­prä­si­den­ten Nor­bert Lam­mert beschäf­tigt, Fol­gen­des lesen:

Doch Vor­sicht mit vor­ei­li­ger Empö­rung. Wäh­rend Strah­le­mann zu Gut­ten­berg ange­sichts öffent­li­cher Lüge und vor­sätz­li­cher Abschrei­be­rei mit viel Scha­den­freu­de aus dem Amt beglei­tet wur­de, ist der Fall Scha­van bereits in ande­rem Licht zu sehen: Die Prü­fung der Vor­wür­fe läuft noch.

Bit­te was läuft noch, Herr Tie­mann? Zu lan­ge ein Nicker­chen gemacht, wie? Das Prü­fungs­ver­fah­ren der Vor­wür­fe fand im Febru­ar die­sen Jah­res ein Ende, indem der zustän­di­ge Fakul­täts­rat Scha­vans Dok­tor­ar­beit mit 13 Ja-Stimmen bei 2 Ent­hal­tun­gen als Pla­gi­at inkl. vor­sätz­li­cher Täu­schung, was Tie­mann “vor­sätz­li­che Abschrei­be­rei” nennt, dekla­riert. Scha­vans Kla­ge am Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf kann sich auf das Ver­fah­ren an sich, jedoch nicht auf die inhalt­li­che Bewer­tung der Vor­wür­fe gegen die Dok­tor­ar­beit Scha­vans aus­wir­ken. Und so ent­hüllt Tie­mann in einem beleh­rend gemein­ten Satz, dass er den Sach­ver­halt nicht ganz ver­stan­den hat. Gro­ßes Kino. Man soll­te sich viel­leicht nicht ganz so unkri­tisch die Ver­tei­di­gung der Kon­ser­va­ti­vi­tät auf die Fah­nen schrei­ben.

Und auch bei Lam­mert bleibt abzu­war­ten, ob vor­sätz­lich getäuscht oder womög­lich “nur” fahr­läs­sig oder schlam­pig gear­bei­tet wor­den ist — und in wel­chem Umfang.

schreibt Tie­mann wei­ter. Als ob man einem Dok­tor­gra­den­zug dadurch ent­ge­hen kön­ne, dass man nur fahr­läs­sig oder schlam­pig gear­bei­tet hat. Und wäh­rend Herr Tie­mann noch auf das Ergeb­nis der Prü­fung der Dok­tor­ar­beit Scha­vans war­tet, kann jeder ande­re, der dar­an inter­es­siert ist, ohne Abzu­war­ten die Vor­wür­fe gegen Lam­merts Dok­tor­ar­beit — unter der Vorraus­set­zung, das Lam­mert und Sekun­där­quel­len sei­tens des Kri­ti­kers rich­tig ange­ge­ben sind — sel­ber prü­fen. Lam­mert wird vor­sätz­li­ches Pla­gi­at durch Über­nah­me frem­der geis­ti­ger Leis­tung, die sich u.a. durch Über­nah­me von sach­li­chen Feh­lern oder eigen­tüm­lich ins Deut­sche über­setz­ter Begrif­fe kennt­lich macht, vor­ge­wor­fen.

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Lesezeichen vom 29. Juli 2013

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Lesezeichen vom 5. Juli 2013

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  • Fefes Blog — Unglaub­lich, die Uni­on rückt von der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ab — Das ist natür­lich nur Ver­ar­sche, wir reden hier schließ­lich von der Merkel-Partei. Sie haben die For­mu­lie­rung in “Min­des­spei­cher­fris­ten” geän­dert und ein Lip­pen­be­kennt­nis zu Daten­schutz ein­ge­fügt. Die Par­tei, wir erin­nern uns, die unse­re Bank- und Flug­gast­da­ten per Batch-Job an die Ame­ri­ka­ner wei­ter­gibt.
  • Vor­rats­da­ten­spei­che­rung: CDU weiß nichts von ihrem Kurs­wech­sel | ZEIT ONLINE — Wenn die CDU ledig­lich den Begriff ändern wol­le, sei das nichts ande­res als “Eti­ket­ten­schwin­del”, sag­te FDP-Innenpolitikerin Gise­la Piltz. “Das sorgt nicht für neu­en Inhalt.” Aus FDP-Kreisen in Ber­lin hieß es außer­dem: Wenn die Uni­on vor der münd­li­chen Ver­hand­lung des The­mas vor dem EuGH kal­te Füße krie­ge und “nicht auf der Ver­lie­rer­sei­te ste­hen” wol­le, sei “spä­te Ein­sicht bes­ser als kei­ne”.
  • Johan­nes Paul II.: Wie funk­tio­niert die Hei­lig­spre­chung? — Süddeutsche.de — Wel­che Wun­der hat Johan­nes Paul II. voll­bracht? Am 1. Mai 2011 — dem Tag sei­ner Selig­spre­chung — soll er eine Frau aus Cos­ta Rica von einer Gehirn­ver­let­zung geheilt haben, die den ver­stor­be­nen Papst um Hil­fe ange­fleht hat­te. Als für die Selig­spre­chung not­wen­di­ges Wun­der war 2011 von Rom die Hei­lung einer Non­ne von der Parkinson-Krankheit aner­kannt wor­den. Johan­nes Paul II. hat­te selbst an der Ner­ven­er­kran­kung gelit­ten.
  • SPD zün­det Nebel­ker­zen bei Vor­rats­da­ten­spei­che­rung — “Nach der heu­ti­gen Medien-Ente rund um die Umbe­nen­nung der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung in Min­dest­spei­cher­frist macht gera­de die Run­de, dass die SPD doch auch von der Vor­rats­da­ten­spei­che­rung Abstand neh­me. Die­se Annah­me basiert auf einem O-Ton von Tho­mas Opper­mann, ers­ter Par­la­men­ta­ri­scher Geschäfts­füh­rer der SPD-Fraktion”. Das aktu­el­le SPD-Parteiprogramm besagt aller­dings etwas ande­res.
  • Spie­gel Online Ente: Uni­on gibt Vor­rats­da­ten­spei­che­rung nicht auf, benennt sie nur um — Seit der nega­ti­ven Beset­zung des Wor­tes Vor­rats­da­ten­spei­che­rung ver­su­chen Befür­wor­ter, einen neu­en Begriff zu fin­den, der aber das sel­be meint.
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Lesezeichen vom 28. Juni 2013

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  • Notes for Sher­lock — At the end of the second sea­son of the excel­lent BBC series Sher­lock, Hol­mes jumps off the roof of a buil­ding in Smit­h­field, Lon­don. Ever sin­ce then, fans of the show have been lea­ving notes near whe­re he would have lan­ded.
  • Whist­leb­lo­wer: Ermitt­lun­gen gegen Ex-Chef des Cyber Com­mand | tagesschau.de — Aus­ge­rech­net der ehe­ma­li­ge Kom­man­deur des US Cyber Com­mand soll gehei­me Details über die Angrif­fe mit dem Virus Stux­net auf Iran aus­ge­plau­dert haben. Dies ver­mu­tet zumin­dest das Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um und hat Ermitt­lun­gen gegen den Ex-General ein­ge­lei­tet.
  • Ver­haf­tun­gen in Rom: Wel­che Rol­le spielt die Vati­kan­bank? | tagesschau.de — Papst Fran­zis­kus […] scheint jedes Ver­trau­en in die Ver­ant­wort­li­chen der Bank ver­lo­ren zu haben.
  • Schüs­se am Roten Rat­haus: Poli­zist tötet Nack­ten im Nep­tun­brun­nen — Mann geht auf Poli­zis­ten zu und wird von drit­tem durch Lun­gen­schuss getö­tet. Also, wenn das Not­wehr war, soll­ten wir drin­gendst über den Begriff “Not­wehr” reden.
  • Was Pri­ol und Pel­zig nach der Anstalt vor­ha­ben | MAIN-POST — Bar­was­ser: Eine Gegen­dar­stel­lung zu kas­sie­ren in einer Sati­re­sen­dung ist ein­fach ziem­lich unele­gant (er schmun­zelt).

    Pri­ol: Herr Nie­bel hat es mal ver­sucht (er lacht). Er hat­te mal gesagt, dass von jedem Euro, der in die Ent­wick­lungs­hil­fe inves­tiert wird, zwei Euro zurück­flie­ßen müs­sen an die deut­sche Wirt­schaft. Das habe ich zitiert, und da hat er sich rie­sig auf­ge­kof­fert, hat die Redak­ti­on ange­ru­fen, er woll­te eine Gegen­dar­stel­lung in der nächs­ten Sen­dung. Ich habe unse­rem Redak­teur gesagt: „Sag ihm ein­fach, er möge das Inter­view von sich in der ‘Zeit’ lesen. Da steht der Satz eins zu eins drin.“ Danach war das The­ma durch.

  • Bun­des­tag: Gesetz gegen Inter­net­abzo­cke beschlos­sen | tagesschau.deCDU/CSU/FDP ver­hin­dern Miet­preis­brem­se und stär­ke­re Bestra­fung kor­rup­ter Poli­ti­ker.
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