Emcke, Carolin — Gegen den Hass

Ich dach­te erst, man müss­te die Auto­rin even­tu­ell gegen ihre Kri­ti­ker in Schutz neh­men, aber all­zu schlimm fand ich die Kri­tik dann doch nicht.

Emcke befasst sich in ihrem aktu­el­len Buch mit den auf­kei­men­den und gedie­he­nen natio­na­lis­ti­schen Posi­tio­nen in Deutsch­land und dar­über hin­aus, wobei sie einen Akzent set­zen möch­te für die Ver­tei­di­gung von Min­der­hei­ten im Lich­te des Popu­lis­mus die­ser Zeit. Sie bril­liert an den Stel­len, an denen sie Posi­tio­nen als dis­kri­mi­nie­rend und pole­mi­sie­rend demas­kiert, indem sie die Posi­ti­on unauf­ge­regt ent­schlüs­selt. Weni­ger über­zeu­gend ist Emcke aller­dings in ihrer Ein­ord­nung von Posi­tio­nen in einen his­to­ri­schen oder wis­sen­schaft­li­chen Kon­text. So bestimmt sie die “Par­tei­lich­keit der Ver­stan­des­waa­ge” aus einer Text­stel­le aus Kants “Träu­me eines Geis­ter­se­hers”, d.i. ein Text vor des­sen so genann­ter kri­ti­schen Pha­se, als “Vor­ein­ge­nom­men­heit durch die Hoff­nung”, wobei es an der betref­fen­den Stel­le im Kan­ti­schen Text über­haupt nicht um Hoff­nung geht. Um Hoff­nung geht es bei Kant in der Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie. So ein Name­drop­ping ist so wenig über­zeu­gend wie beein­dru­ckend. Und auch wenn ande­re Stel­len in ihrer gewoll­ten Beleh­rung eher ner­ven als ein­neh­men, ist das Buch wegen der Ana­ly­se­fäh­rig­keit der Auto­rin emp­feh­lens­wert.

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Lesezeichen vom 31.10.2016

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Guten Morgen

Morgenkaffee

So ziem­lich alle Tages­zei­tun­gen beschrei­ben die Absa­ge der Wal­lo­nen an Ceta als pein­lich für Euro­pa. Ging wohl ein­fach nicht klei­ner.

Das ruft jetzt die Sati­ri­ker auf den Plan: Auf tagesschau.de wur­de heu­te offen­bar ver­se­hent­lich ein aus­ge­wo­ge­ner Kom­men­tar zu CETA ver­öf­fent­licht.

Dani­lo Scholz kri­ti­siert Kri­ti­ker von Caro­lin Emcke und sie selbst.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ana­ly­siert mal einer, wie gesteu­ert die Zei­tun­gen beim The­ma CETA wir­ken? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Lesezeichen vom 23.10.2016

  • Anfan­gen Caro­lin Emckes Dan­kes­re­de anläss­lich der Ver­lei­hung des Frie­dens­prei­ses 2016
  • Het ant­woord op popu­lis­me is niet méér fatso­en. Inte­gen­de­el “Het rechts-populisme bereikt Duit­s­land rela­tief laat. In Neder­land bestaat het al 15 jaar, en in Vla­an­de­ren al 25. Ik ben Vlaams, woon in Ber­li­jn en schri­jf arti­kelen en boe­ken die in Neder­land wor­den uit­ge­ge­ven. En nu kijk ik hoof­dschud­dend toe hoe Duit­s­land van­daag pre­ci­es dezelf­de fou­ten maakt als Neder­land en Bel­gië zoveel jaar gele­den.”
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Lesezeichen vom 30. Oktober 2015

Lesezeichen von heute
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Lesezeichen vom 20. September 2015

  • War­um Flücht­lin­ge nach Deutsch­land wol­len | Nachrichten.at “Geld führt kaum ein Flücht­ling als Grund an. Das Kon­zept des Wohl­fahrts­staats ist den meis­ten fremd. Asyl­po­li­tik und flücht­lings­po­li­ti­sche Rege­lun­gen wie Schutz­quo­ten und Ver­sor­gungs­leis­tun­gen beein­fluss­ten die Ent­schei­dung nur ein­ge­schränkt, berich­tet auch das BAMF.”
  • Why I’ve never run ads on Script­ing News Dave Winer: “I see run­ning ads on my blog as picking up loo­se chan­ge that’s fal­len out of peop­les’ pockets. I want to hit a home run. I’m swin­ging for the fen­ces. Not picking up lit­ter.”
  • Mar­kus Kom­pa: Ver­fas­sungs­schutz mani­pu­lier­te Par­tei­en “In einem Vor­ab­be­richt zu Kei­ne neue Gesta­po der His­to­ri­ker Con­stan­tin Gosch­ler und Micha­el Wala ver­rät der SPIEGEL (Print) ein sen­si­bles Staats­ge­heim­nis der Inlands­spio­ne: Deren Nei­gung zum Gesetz- und Ver­fas­sungs­bruch, die in den 1950er und 1960er Jah­ren ein erschre­cken­des Aus­maß annahm.”
  • Das Pro­jekt „Refu­gee Phrase­book“ “Sprach­li­che Flücht­lings­hil­fe: In einem vira­len Kraft­akt ist das „Refu­gee Phrase­book“ ent­stan­den ”
  • Caro­lin Emcke: Hei­mat “Was aber “Hei­mat” ist oder sein könn­te in einer Ein­wan­de­rungs­ge­sell­schaft, wie sicher oder unsi­cher, wie offen oder geschlos­sen, das ist weni­ger gewiss. Hei­mat ist das, wovon man aus­geht. […] Der Begriff der Hei­mat taugt nicht als rhe­to­ri­sches Vehi­kel der Aus­gren­zung, denn jede Hei­mat ist immer schon hybrid und dyna­misch, sie ver­än­dert sich in jeder Geschich­te, die über sie erzählt wird.”
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