Guten Morgen

Morgenkaffee

Bei Grü­nen Abge­ord­ne­ten ist die Kri­tik an Joa­chim Gauck auf frucht­ba­ren Boden gefal­len.

Bei den Lin­ken gibt es Stim­men für Georg Schramm als Bun­des­prä­si­dentschafts­kan­di­da­ten.

Marc Peschke geht beim flu­ter der Fra­ge nach, was eine Foto­gra­fie zu einer Iko­ne macht.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie groß ist der Ärger bei CDU und CSU wohl, wenn die Kri­tik an Gauck anhält? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Malte Spitz über die Piratenpartei

Momen­tan ist es ja irgend­wie unter Poli­ti­kern Mode, statt sich mit Inhal­ten zu befas­sen, ande­re Par­tei­en zu inter­pre­tie­ren. Für die Grü­nen hat das Mal­te Spitz über­nom­men. Und der rade­brecht da im übels­ten Poli­ti­ker­sprech Neun­mal­klu­ges wie:

Die Pira­ten insze­nie­ren sich als Par­tei der „Avant­gar­de“, die sich aber vor­wie­gend mit sich selbst und weni­ger mit Wäh­lern und Inhal­ten beschäf­tigt, die mit ihrem Outlaw-Image und dem Ver­spre­chen der Avant­gar­de spie­len, und damit erfolg­reich ins Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus und in ein Umfra­ge­hoch segel­te.

Das ist das, was Kon­ser­va­ti­ve anfangs über die Grün­den gesagt haben. Herz­li­chen Glück­wunsch, Herr Spitz, zu die­ser Punkt­lan­dung.

Die Grü­nen haben schlicht Jugend­lich­keit als Mar­ken­kern ver­lo­ren, sind inzwi­schen eben auch oft alt gewor­den, zu alt für die Jugend von heu­te. Fürch­ter­lich auch der Fall in Tech­nik­ge­fa­sel, das jugend­lich wir­ken soll:

Den Pira­ten fehlt die gro­ße Erzäh­lung, die Visi­on jen­seits von Buz­zwor­ds.

Was ist denn die gro­ße Erzäh­lung der Grü­nen? Was haben gro­ße Erzäh­lun­gen in der Poli­tik ver­lo­ren?

Statt­des­sen wur­den als ers­tes reflex­haft die „Köp­fe“ von BKA-Chef Ziercke und Innen­mi­nis­ter Fried­rich gefor­dert und in Inter­views mit Wild-West Ver­glei­chen schwa­dro­niert, statt auf­zu­zei­gen, was die Zusam­men­hän­ge bei die­sem The­ma bedeu­ten, das anschei­nend deut­sche Unter­neh­men sol­che Tech­nik ent­wi­ckeln, staat­li­che Behör­den dies mit völ­li­ger Unwis­sen­heit und ohne Kon­trol­le fahr­läs­sig ein­set­zen.

Oh, wenn etwas über­fäl­lig ist, dann den Rück­tritt von Fried­rich zu for­dern, der in die­ser wie zuvor bei der Islam-Thematik so unbe­hol­fen und fehl­ge­lei­tet her­um­schwimmt, dass Kom­pe­tenz­an­fra­gen nicht aus­blei­ben soll­ten. Erschre­ckend, dass sie nicht von den Grü­nen gekom­men sind, son­dern erst von den Pira­ten.

die Pira­ten sind in kei­ne inhalt­li­che Lücke gesto­ßen

Oh doch, Herr Spitz. Ob sie sie aus­fül­len kön­nen, ist eine ande­re Fra­ge, aber für die Grü­nen wäre Ein­sicht hier ein ers­ter Schritt zur Bes­se­rung.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Die NZZ the­ma­ti­siert den ste­ti­gen Ver­lust der Pres­se an Kri­tik­fä­hig­keit: Sie ver­tre­ten eher die Mei­nung ihrer Besit­zer.

Jetzt gibt es eine Sei­te mit einer Über­sicht, wel­che Län­der den Staats- resp. Bun­destro­ja­ner ein­ge­setzt haben. Die Grü­nen mei­nen, das BKA habe den Tro­ja­ner an die Län­der ver­teilt.

Die Ber­li­ner Blog­ger unter­hal­ten sich über ihren nicht vor­han­de­nen Humor. Sicher, kann man auch mal the­ma­ti­sie­ren.

Mit dem Bun­destro­ja­ner beschäf­tigt sich auch Fried­rich Küp­pers­busch:

[audio:http://httpmedia.radiobremen.de/mediabase/057026/057026_196422.mp3|artists=Friedrich Küp­pers­busch auf Radio Bremen|titles=Bundestrojaner]

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Gegen einen rich­ti­gen Kri­mi­nel­len ist der Bun­destro­ja­ner noch nicht ein­ge­setzt wor­den, oder? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Unfundierte Papstkritik von Schmidt-Salomon

Naja, so ger­ne ich über den Papst her­zie­he, hier ist Herr Schmidt-Salomon schlicht auf dem Holz­weg, weil er weder in der phi­lo­so­phi­schen Natur­rechts­leh­re, in der Men­schen­rechts­leh­re, noch in den Schrif­ten des Paps­tes bele­sen zu sein scheint:

Als „kras­se Geschichts­ver­fäl­schung“ wer­te­te Schmidt-Salomon, dass der Papst vor dem Par­la­ment behaup­te­te, „dass die Idee der Men­schen­rech­te und die Idee der Gleich­stel­lung aller Men­schen von der Über­zeu­gung eines Schöp­fer­got­tes her ent­wi­ckelt wor­den sei. Denn die­se Rech­te muss­ten von säku­la­ren Kräf­ten gegen den erbit­ter­ten Wider­stand der kirch­li­chen Schöp­fungs­gläu­bi­gen erstrit­ten wer­den. Über vie­le Jahr­zehn­te haben Päps­te, Kar­di­nä­le, Bischö­fe die Men­schen­rech­te als got­tes­läs­ter­li­che Selbst­an­ma­ßung ver­dammt.

[ Kor­rek­ter Wei­se heißt es beim Papst: “Idee der Gleich­heit aller Men­schen vor dem Recht”, sprich: vor dem Gesetz. Über­haupt schon ein dickes Ding, wenn jemand, der sich Phi­lo­soph nennt, “vor dem Recht” aus­lässt und mit­tels die­ser Aus­las­sung einen gänz­lich ande­ren Gedan­ken ver­folgt. ]

Nein, das stimmt so nicht, die Men­schen­rech­te haben his­to­risch ihren Ursprung im christ­li­chen Bereich. Nach­zu­le­sen in Scott Gor­don Swan­sons The medi­eval foun­da­ti­ons of John Locke’s theo­ry of natu­ral rights: rights of sub­sis­tence and the princip­le of extre­me neces­si­ty.

Seriö­se Jour­na­lis­ten soll­ten, so Schmidt-Salomon, auch wis­sen, war­um Bene­dikt XVI. aus­ge­rech­net das „Natur­recht“ zum zen­tra­len The­ma sei­ner Bun­des­tags­re­de mach­te: „Das Insis­tie­ren auf eine natur­recht­li­che Begrün­dung von Rechts­nor­men hat selbst­ver­ständ­lich nichts mit den Über­zeu­gun­gen eines ‚grü­nen Paps­tes‘ zu tun, wie schlecht infor­mier­te Medi­en­leu­te in die Welt hin­aus­po­saun­ten. Tat­säch­lich geht es hier um die ver­meint­li­che ‚Natür­lich­keit‘ bezie­hungs­wei­se ‚Wider­na­tür­lich­keit‘ mensch­li­cher Ver­hal­tens­wei­sen.

Das ist auch eine fal­sche Fähr­te: Der Papst folgt im Natur­recht wei­test­ge­hend Kant (und gera­de nicht den alten Sitt­lich­keits­pa­ra­gra­phen, wie Schmidt-Salomon unter­stellt), daher auch die Nähe Ratzin­gers zur Phi­lo­so­phie und zum Ver­nunft­be­griff. Dass er zudem meint, Schwul­sein wäre gegen die Natur ist eine ande­re Geschich­te und hat mit der phi­lo­so­phi­schen Her­lei­tung von Moral, um die es bei der Rede vom Natur­recht geht, nichts zu tun. Ratzin­ger und Kant unter­schei­det die Fra­ge, war­um Moral ver­bind­lich ist. Das sei, so Ratzin­ger, dem Men­schen ins Herz geschrie­ben. Das ist mit Kant nicht zu machen.

Aktua­li­sie­rung
Man könn­te übri­gens anhand der Titu­lie­rung “Phi­lo­soph” mei­nen, dass Schmidt-Salomon wis­sen­schaft­lich aus­ge­bil­de­ter Phi­lo­soph sei. Ist er aber nicht. Er ist Päd­ago­ge. Das erklärt eini­ges.

[ via ]
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Guten Morgen

Morgenkaffee

Die FAZ inter­es­siert sich dafür, wie Rena­te Küh­nast die Ber­li­ner Grü­nen vom ers­ten auf den drit­ten Platz in den Umfra­gen geführt hat.

Dani­el Lari­son kri­ti­siert, dass sich die ame­ri­ka­ni­sche Außen­po­li­tik 10 Jah­re nach den Anschlä­gen auf das WTC immer noch bloß durch Krieg defi­niert.

Arno Mar­kow­sky kri­ti­siert, dass sich bei den deut­schen Auto­mo­bil­fir­men die Hin­wen­dung zu alter­na­ti­ven Antriebs­for­men der Autos eher in den Slo­gans als in der Wirk­lich­keit fin­den las­sen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Gibt es kei­nen Markt für wirk­lich alter­na­tiv ange­trie­be­ne Autos? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Ball­tre­ter Phil­ipp Lahm redet mit Schrei­ber­ling Moritz Rink über Pro­fes­sio­na­li­tät. Nee, is klar.

Gaby Kös­ter ist 3 Jah­re nach ihrem Schlag­an­fall wie­der im deut­schen Fern­se­hen gewe­sen. Man sah ihr die Spu­ren der Krank­heit deut­lich an, aber immer­hin ist sie wie­der da.

Bei FDP und Grü­nen wächst der Unmut über eine pau­scha­le GEZ-Abgabe im kom­men­den Jahr. Fällt denen ja früh auf.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Kann man mit einem Buch über Schlag­an­fall noch ordent­lich Koh­le machen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Da ist wohl jemand zu stark in einem obe­lix­schen Wahl­um­fra­ge­kes­sel ein­ge­taucht: Für Rena­te Küh­nast sind die Grü­nen die Wirt­schafts­par­tei des 21. Jahr­hun­derts. Aber gut, die FDP hält sich inzwi­schen ja auch für grün.

Der Anwalt von Karl Theo­dor Gut­ten­berg, Alex­an­der Kal­kreuth, meint, die Uni­ver­si­tät Bay­reuth wür­de eine Vor­ver­ur­tei­lung Gut­ten­bergs betrei­ben, wenn man ihn als vor­sätz­li­chen Betrü­ger dar­stellt, bevor ein abschlie­ßen­des Ergeb­nis erzielt wor­den sei. Das ist aber auch mal eine lus­ti­ge Ver­wen­dung des Wor­tes Vor­ver­ur­tei­lung: Urteil vor einem Urteil, nicht Urteil vor Kennt­nis begrün­de­ter, sach­li­cher Zusam­men­hän­ge. Ab einem bestimm­ten Punkt wird die Unschulds­ver­mu­tung halt albern.

Die taz meint aktio­nie­rend, es sei fair, ihre Arti­kel zu bezah­len, wenn man sie gut fin­det, des­we­gen soll­ten ihre Leser das auch tun, sonst droht eine Paywall. Was im Gegen­zug heißt, es sei unfair, sie nicht zu bezah­len, wenn man sie gut fin­det. Inso­fern bin ich fair, ohne jemals bei der taz geflattrt zu haben. Kom­men­ta­to­ren kri­ti­sie­ren, dass die taz nicht ver­rech­ne, wie das akti­ve Kom­men­ta­to­ren­feld die Arti­kel mit­un­ter auf­wer­tet. Irgend­wie ist es auch wie­der fair, dass Benut­zer die Zei­tung für Inhal­te so in Haf­tung neh­men wie es umge­kehrt ver­sucht wurd.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wür­de es jeman­dem tat­säch­lich auf­fal­len, wenn taz-Teile hin­ter einer Paywall ver­schwin­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Gesi­ne Lötzsch denkt, dass sich Gre­gor Gysi etwas zügeln soll­te, was sei­ne öffent­li­chen Ver­laut­ba­run­gen angeht. Aber gut, Lötzsch meint ja auch, dass das heute-journal sys­te­ma­tisch eine Bericht­erstat­tung über die Lin­ke boy­kot­tiert.

Das Pro­vinz­kind hat ein Koffer-Drama.

Saudi-Arabien möch­te neue AKW bau­en, um nicht unnö­tig Öl ver­ti­cken zu müs­sen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie haben es die Grü­nen eigent­lich geschafft, dass die Lin­ken so abge­hängt vom bun­des­po­li­ti­schen All­tag sind? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Unwill­kür­lich fragt man sich, wenn man Lanz ange­schal­tet hat, war­um man die­sen Unsinn gera­de schaut. Aber die Ant­wort liegt nahe: Weil es der schlech­tes­te Talk ist, den das Fern­se­hen gera­de zu bie­ten hat. Lanz’ Kampf mit den Mode­ra­ti­ons­kar­ten, die ihn neben sei­nen unge­bän­dig­ten Gäs­ten gänz­lich über­for­dern, hät­te den Titel Neu­es aus der Anstalt ver­dient, wäre die­ser nicht schon ver­ge­ben.
Die Dra­ma­tur­gie der gest­ri­gen Fol­ge sah so aus, dass man einer­seits die FDP-Sprecherin Sil­va­na auf die Come­di­ans Jörg Knör und Ingo Appelt tref­fen ließ, wobei letz­te­re Poli­tik nur vom Hören­sa­gen ken­nen. Und so war kom­bi­niert mit der Lanz­schen vor­ur­teils­be­haf­te­ten Inkom­pe­tenz jede Ernst­haf­tig­keit von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen. Man hät­te fast Mit­leid mit der FDP krie­gen kön­nen. Fast.
Der zwei­te Teil der Dra­ma­tur­gie bestand aus dem Auf­ein­an­der­tref­fen von Rolf Zacher und Lanz. Lanz woll­te in den Koks­ge­schich­ten Zachers baden, der woll­te dar­über gera­de nicht spre­chen, weil es Ewig­kei­ten her ist. Der Knal­ler ergab sich dadurch, dass Zacher sei­ne Dro­gen­an­fäl­lig­keit mit Lanz’ Zuspruch zu Alko­hol ver­glich, wor­auf die­ser pikiert beschwör­te, eigent­lich kaum zu trin­ken. Brül­ler.
Ach ja: Da war auch noch eine Roll­stuhl­fah­re­rin, die ihre Lebens­ge­schich­te erzäh­len soll­te. Die hat Lanz nicht mehr in die Sen­dung ein­bin­den kön­nen. Aber wie gesagt: Er ist halt über­for­dert.

Der desi­gnier­te FDP-Chef Rös­ler hält das Stüh­le­rü­cken in sei­ner Par­tei für einen Neu­an­fang, der aber nicht in Talk­shows bestrit­ten wer­den soll. Was, wie bei Lanz, ja auch nur ein Schuss ins Knie ist. Gera­de pro­zent­tech­nisch ist das aber auch ein gefühl­ter Neu­an­fang, denn die FDP ist in Umfra­gen bei 3% ange­kom­men, 25% hin­ter den Grü­nen.

Ges­tern ist das Zensursula-Projekt, eines der von der CDU am stärks­ten im Wahl­kampf 2009 genutz­ten The­men, beer­digt wor­den. Erstaun­lich ist unterm Strich, wie lan­ge CDU & CSU an die­ser sinn­frei­en Idee fest­ge­hal­ten haben. Noch Ende Febru­ar woll­ten ihre Abge­ord­ne­te Inter­netsper­ren sofort ein­füh­ren.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wer braucht inhalt­lich die FDP? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]
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