Was Blogs sollen

Han­nah Lüh­mann hat eine kleine Schimpfti­rade auf ein paar Blogs los­ge­lassen. Mar­tin Giesler hat schon darauf geant­wortet, indem er ein paar Aspek­te des Textes her­aus­ge­zo­gen hat und umschmeisst. Im Kern kri­tisiert Lüh­mann an den Blogs, die ihrer Mei­n­ung nach Vice nachah­men:

Was fehlt, sind Beiträge mit Sub­stanz, wie sie „Vice“ doch noch hier und da unter all den Trash mis­cht. […] Alles wird einge­mein­det in eine fröh­liche Welt der läs­si­gen Redun­danz, von Men­schen, die sich selb­st dabei wohl ziem­lich läs­sig vorkom­men.

Sub­stanz hätte man diesem Artikel jet­zt auch mal gewün­scht. Es ist nicht ver­boten, ein Blog zu betreiben, in dem Trash neben ern­steren The­men auftritt. Es passiert, dass Blog­a­r­tikel zu ern­sten The­men, ober­fläch­lich zu lesen sind. Es ist nicht ein­mal ver­boten, Blogs zu schreiben, die schlecht sind. Blogs erfüllen nicht notwendi­ger Weise eine gesellschaftlich rel­e­vante Funk­tion.

Lesen Sie ein­fach andere Blogs, Frau Lüh­mann, wenn die, die Sie lesen, Ihnen nicht gefall­en.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Sowohl Ben­jamin Birken­hake als auch Kon­stan­tin Klein fühlen sich nur in ihrem Blog richtig daheim und ver­fol­gen Google+ und Co. halb­herzig, da dort Infor­ma­tio­nen quan­ti­ta­tiv und kaum qual­i­ta­tiv zusam­men­laufen.

Wie gewichtet man denn über­haupt bei all den Infor­ma­tio­nen, die online ungewichtet raus­posaunt wer­den? Oder wie Markus bei Net­zpoli­tik fragt: Gibt es eine Fil­ter-Blase?, die Wichtiges außen vor lässt?

Friedrich Küp­pers­busch schlägt diese Woche mal Rat­ing-Agen­tur nach:

[audio:http://httpmedia.radiobremen.de/mediabase/051697/051697_178067.mp3]

Und während ich mir die Frage stelle: Was ist eigentlich aus diesem Blog­gerver­bund gewor­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

Das Som­mer­märchen ist vor­bei.

Wenn das Som­mer­märchen vor­bei ist, kann ja das Genießen des Som­mers begin­nen, wie beim Prov­inzkind.

Der Chatzi ist ja auch drol­lig: Nicht nur, dass der FDP-Poli­tik­er die an seine Dok­torar­beit gerichteten Pla­giatsvor­würfe nicht entkräften kann, er meint auch, dass, weil Pla­giate aufgedeckt wer­den, Akademik­er nicht mehr Poli­tik­er wer­den wollen. Die Argu­men­ta­tion besagt in etwa, dass man nicht mehr einkaufen geht, weil Diebe geschnappt wor­den sind .

Wann ist ein Blog ein Blog? fragt Rou­ven, ein wenig wohl, um sich über das ver­al­tete Redak­tion­ssys­tem der Neuen West­fälis­chen zu wun­dern, ein wenig der Schreiblust wegen.

Und während ich mir die Frage stelle: Warum ist dieser zusam­mengeschus­terte Kopierblödsinn eigentlich so en vogue? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Guten Morgen

Morgenkaffee

So, melde mich wieder vom drit­ten re:publica-Tag in Berlin. Berlin hat ja keinen Humor, keine eigene Küche und kein gutes Wet­ter. Dafür kann ich aus eigen­er Erfahrung bericht­en, dass man nachts um drei noch Essen gehen oder am Obst­stand Bana­nen kaufen kann. Und immer­hin sind die Berlin­er nicht scheiss­fre­undlich mit ihrer Kod­der­sch­nautze, aber der All­t­ag hätte schon mehr Charme ver­di­ent.

Dorin Popa, der auch hier irgen­wo ist, fühlt sich als Blog­ger unver­standen. Mich würde ja eher das Gegen­teil irri­tieren.

Felix Schwen­zel hat gestern fast kom­plett andere Sachen gese­hen als ich und da sieht man sehr schön, wie unter­schiedliche Ein­drücke qua­si der­sel­ben Ver­anstal­tung entste­hen.

Ich weiß ger­ade nicht, ob ich das schon ver­linkt habe, aber da ich’s auch zweimal gele­sen habe, kann ich’s auch zweimal ver­linken: Kon­stan­tin Kleins Unbe­ha­gen mit dem vorgestell­ten Vere­in Dig­i­tale Gesellschaft. Julia Seel­iger hat eine Art Vor-Ort-Bericht dazu geschrieben, hebt aber tre­ff­sich­er Schwach­stellen des Vorhabens her­aus.

Und während ich mir die Frage stelle: Will man nicht eigentlich bessere inhaltliche Parteipoli­tik und weniger — statt mehr — Lob­by­is­mus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[ Foto: Luc van Gent ]

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Knöllchen

Heute war ich wieder mal auf einem Blog­ger­stammtisch und da kam ich mit einem Blog­ger so über Jour­nal­is­mus in der Prov­inz ins Gespräch. Und er meinte, dass man bei dieser Form von Jour­nal­is­mus nicht ansatzweise von ein­er 4. Gewalt reden könne, gefragt sei nur ein buntes Blättchen mit Unfällen, Sport und Tode­sanzeigen.

Und da warf ich ein, dass doch Antje Vollmer just im ver­gan­genen Jahr die kri­tis­che Hal­tung der Prov­inzzeitung Neue West­fälis­che gegenüber dem Ber­tels­mann-Konz­ern so gelobt hat­te. Wobei ich ein­räumte, dass das etwas selt­sam daher kam, weil gle­ich einen Tag nach Veröf­fentlichung des Inter­views mit Antje Vollmer auf der Inter­net­seite der Neuen West­fälis­chen ein gän­zlich kri­tik­be­fre­it­er Ber­tels­mann-Bericht veröf­fentlicht wurde.

Und da sagte mein Gegenüber:

Ja, rate doch mal, für wen der Sohn der Vollmer arbeit­et.

[ Foto: ttcop­leybore­dom | Cre­ative com­mence licence ]

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Der Puff ist zu — Wolf Schneiders Vorliebe kurzer Wörter

wolfschneider

Wolf Schnei­der hat einen schö­nen, kleinen Videopod­cast über kleine Wörter gemacht. Er ruft dazu auf, dass Blog­ger und Jour­nal­is­ten ver­ständliche Texte machen sollen und meint, dies gelänge durch die Ver­wen­dung kurz­er Wörter. Wis­senschaftler und Metre­olo­gen ver­wen­de­ten oft kom­plexe Wörter, die durch kurze aus­ge­tauscht das, worüber gesprochen wer­den soll, viel leichter ver­ständlich machen wür­den.

Dies ist zunächst ein­mal ganz richtig. Es gibt viele Beruf­s­grup­pen, die keinen leicht ins Ohr gehen­den Slang ver­wen­den. Wis­senschaftler und Medi­en­mach­er gehören oft­mals dazu. Ich für meinen Teil aber arbeite ger­ade an der tran­szen­den­tal­en Deduk­tion des Prinzips der Zweck­mäßigkeit in Kants Kri­tik der Urteil­skraft. Das Dumme ist, kürz­er kann ich diesen Gegen­stand nicht benen­nen, ohne wichtige Dinge unaus­ge­sprochen zu lassen. Manch­mal braucht man eben ver­trackt sich anhörende Sprache, um präzise zu sein.

Im All­t­ag, und nehmen wir mal durch­schnit­tliche Blog- oder Zeitungsar­tikel, da braucht man eine ver­ständliche Sprache. Der Leser will sich möglichst nicht anstren­gen beim Lesen. Nach Schnei­der sind es lange Wörter, die diese Aufmerk­samkeit beein­trächti­gen. Ich denke, es sind vor allem Frend­wörter, die, sofern es passende Nicht­fremd­wörter gibt, wegge­lassen wer­den soll­ten. Deutschsprech­er ver­ste­hen bes­timmte Begriffe ein­fach leichter, wenn sie nicht über eine Esels­brücke, wie es ein Fremd­wort ist, gehen müssen: Ich ver­ste­he schneller, was der Begriff Sonnenen­ergie meint, als, was der Begriff Solaren­ergie meint, obwohl bei­de das­selbe bedeuten. Ein­fach, weil ich schon bei Sonne bildlich an Sonne denke. Solar erweckt kein direk­tes solch­es Bild, wenn man nicht ger­ade alt­sprach­lich gebildet ist. Ähn­lich ist die Frage Wieviele Titel hat das Album? ver­ständlich­er als Wieviele Tracks hat das Album?, auch wenn Tracks kürz­er ist als Titel.

Es kommt für eine leicht ver­ständliche Sprache also eben­so auf ver­ständlich gewählte Wörter und anre­gende Erzählweise an. Kurze Wörter kön­nen Teil davon sein, müssen es aber nicht.

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Guten Morgen

morgenkaffee
Mar­cus Jauer kommt mit seinem Artikel Deutsche Blog­ger stark in Bedräng­nis. Zunächst waren nur einige Leser über den kurz zur re:publica 2010 erscheinen­den Artikel etwas angesäuert, aber nun wird die Kri­tik langsam ein­schnei­dend. Spür­bar lakonisch hat­te Jauer in diesem Artikel geschrieben:

Er habe ein wer­tiges Umfeld gewollt, sagt Robin Mey­er-Lucht. Aber weil er von allen Blog­gern, die man getrof­fen hat, der einzige ist, der kon­trol­lieren will, wom­it er zitiert wird, sagt er das jet­zt nicht.

Warum Jauer her­aushebt, das Mey­er-Lucht der einzige sei, der kon­trol­lieren möchte, wom­it er zitiert wird, mag Inter­pre­ta­tion­ssache sein. Jeden­falls wer­den das kün­ftig wesentlich mehr Per­so­n­en bei Jauer tun: Sowohl John­ny Häusler bei Spree­blick als auch Felix Schwen­zel bei wirres.net sagen, dass Jauer einige ihrer Zitate schlicht erfun­den hat. Und wer möchte schließlich schon mit­tels Postkarten zitiert wer­den, die zufäl­lig in der Woh­nung hän­gen?
Dieter Matz geht in seinem Blog Matz ab! felsen­fest davon aus, dass der HSV heute seinen Train­er Bruno Lab­ba­dia rauswirft. [10:55h: Bruno Lab­ba­dia ist ent­lassen.]
Und Friedrich Küp­pers­busch wirft wieder ein­mal einen äußerst amüsan­ten Rück­blick auf die Woche, den man ein­fach selb­st ganz lesen sollte.
Und während ich mir die Frage stelle: Wer­den eigentlich nur dann Zeitungsar­tikel ver­ris­sen, wenn sie auch kosten­los online ste­hen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.
[Foto: Luc van Gent]

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Rolfs Promitalk geht online

arniestolli

Sehr gerne ver­weise ich an dieser Stelle mal an das ger­ade online gegan­gene Pro­jekt von Rolf, ihm seinen Promitalk. Zum Start hat er ein Inter­view von 2005 mit Arnd “Arnie” Zei­gler und Chris­t­ian “Stol­li” Stoll raus­gekramt. Aktuellere sollen fol­gen.

[audio:http://promitalk.info/mp3/arniestolli.mp3]
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Wenn Blogger streiten…

Ach, Gottchen. Schön­stes Wet­terchen da draußen, aber man stre­it­et sich in der Blog­gosphäre. Na, komm, keine Angriffe an diesen Punkt schon. Ich nenne mal mit “Blo­gosphäre” all diejeni­gen, die in Deutsch­land aus welchen Grün­den auch immer, einen Blog betreiben. Ohne irgend ein weit­eres Kennze­ichen.
Als eine Art Dachver­band gab sich da die Re:publica aus, und das stößt eini­gen Blog­gern zutief­st unan­genehm auf. Denn Blogs sind für viele Darstel­lung der eige­nen Sichtweise. Etwas Pri­vates, etwas Sub­jek­tives. Das gilt für das Blog desjeni­gen, der keine Leser hat, bis zu großen Blogs wie dem von Ste­fan Nigge­meier. Sehr inter­es­sant an dieser Stelle ist es, das selb­st einige Jour­nal­is­ten diese Eige­nart von Pri­vat­blogs nicht bemerken. Auch was Ste­fan Nigge­meier blog­gt ist sub­jek­tiv. Es muss nicht objek­tiv­en Maßstäben angepasst sein, es muss nicht ein­mal son­der­lich aus­ge­wogen sein. In ein­er Zeitung ist das die Leitlin­ie, selb­st in Kom­mentaren stört über­zo­gene Sub­jek­tiv­ität. Aber Blog­ger sind in ihren Blogs frei, frei nach Sch­nautze zu reden. Insofern ist ein Blog ein Refugium Einzel­ner. Und das ist auch völ­lig okay so.
Man kann nun Blogs auch offen­er gestal­ten. Als Tech­nikblogs oder The­men­blogs. Je weniger in der­ar­ti­gen Blogs stark sub­jek­tive Darstel­lun­gen ohne son­der­lich­es Kennze­ichen vorkom­men, desto objek­tiv­er sind sie. Desto sach­ge­nauer muss aber auch gear­beit­et wer­den. Und es sind solche Blogs, die tat­säch­lich der etablierten Presse in Konkur­renz treten. Sicher­lich in äußerst geringem Maße, viel gerin­ger­er als viele das möcht­en, aber immer­hin.
Die Mach­er der Re:publica haben meines Eracht­es den Fehler gemacht, dieses nicht so her­auszustellen. Der Slo­gan, dass jed­er Presse sei, ist über­zo­gen, unge­nau. Es will ja auch gar nicht jed­er Blog­ger ein Presse­or­gan sein. Viele sind eben nicht scharf darauf, eine Konkur­renz zur Presse darzustellen, es ist ihnen schlicht egal. Dass sich in diesem Fall die etablierte Presse provoziert fühlt, ist nicht ver­wun­der­lich.
Das macht die Re:publica aber noch längst nicht zu ein­er Anmaßung, der­art, wie pikiert der eine oder andere auf diese Kon­ferenz reagiert. Grund­sät­zlich finde ich es toll, wenn jemand so eine Ver­anstal­tung auf die Beine bekommt. Diese spezielle ist sicher­lich für alle geeignet, die sich für über das rein Sub­jek­tive hin­aus­ge­hen­den Blogs inter­essieren und informieren wollen. Und sicher­lich gibt es da aus­tauschbare Erfahrun­gen und mögliche Trends. Oft­mals trifft man auf unaus­gereifte Gedanken, die ver­wor­den wer­den, aber genau das ist ja auch Sinn ein­er solchen Ver­anstal­tung. Es geht nicht allein um vorzeig­bare Erfolge. Dass die Ver­anstal­tung natür­lich inhaltlich kri­tisiert wer­den sollte, ste­ht auf einem anderen Blatt.
Und daher: Draußen ist Sonne, holt euch alle mal wieder ein Eis!

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