Wie die Springerpresse Guttenberg rückplagiiert

Ich weiß nicht, wie man so arbeit­en kann, wie man bei der Springer­presse arbeit­et, aber es scheint Meth­ode zu haben. Thomas Vitzthum schreibt auf welt.de, Gut­ten­bergs “Dis­ser­ta­tion”

set­zt sich mit der Entwick­lung auch der amerikanis­chen Ver­fas­sung auseinan­der. Schon ganz zu Beginn beschäftigt sie sich mit den „Fun­da­men­tal Orders of Con­necti­cut“. Hier hat­ten die Pla­giate­jäger nichts zu bean­standen.

Das klingt ja schon mal inter­es­sant für eine Arbeit, bei der die Pla­giate­jäger auf 94,4% der Seit­en Pla­giate ent­deckt haben. Die Textstelle umfasst die Seit­en 24–27 der “Dis­ser­ta­tion” Gut­ten­bergs. Pla­giate find­en sich auf den Seit­en 24, 25, und 27. Dass auf 3 von 4 Seit­en Pla­giate bean­standet wer­den, nen­nt Vitzthum “nichts zu bean­standen”.

Wer so arbeit­et, kann auch während eines Gewit­ters nach draußen schauen und sagen, von Regen könne keine Rede sein.

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Was ich noch sagen wollte… zur Rezeption von Tatort Internet durch Bild.de und Welt.de

Wann immer Vertreter der Springer­presse wie Math­ias Döpfn­er wieder lau­thals rumkrake­len, dass der Qual­ität­sjour­nal­is­mus in Gefahr sei, sollte man sich in Erin­nerung rufen, wofür die Springer­presse eigentlich so ste­ht. Und man sollte das Lachen nicht vergessen, denn mit Qual­ität­sjour­nal­is­mus hat das alles her­zlich wenig zu tun.

Ger­ade kann man auch ein merk­würdi­ges Schaus­piel der Springer­presse miter­leben: Springer-Zeitung Bild ist für die Sendung Tatort Inter­net und Springer-Zeitung Die Welt ist dage­gen. Von Anfang an. Das ist das Risiko, wenn man sich für ein Pro­jekt mit der Bildzeitung ver­brüdert, wie Vertei­di­gungsmin­is­ter­gat­tin Gut­ten­berg es getan hat: Von der Bildzeitung wird einem der Rück­en frei gehal­ten, während Die Welt fröh­lich frontal attack­iert.

Nun darf man sicher­lich in unter­schiedlichen Zeitun­gen unter­schiedliche Mei­n­un­gen vertreten. Aber ob die unter­schiedliche Mei­n­ungsvertre­tung wirk­lich ganz allein von den Jour­nal­is­ten kommt, das ist zu bezweifeln. Beze­ich­nend ist, wie Die Welt bei dieser Schmierenkomödie gän­zlich unter den Tisch fall­en lässt, wie die Bildzeitung diese Sendung flankiert, wie sie maßge­blich Teil dieser obskuren Kam­pagne ist. Die Bildzeitung, das ver­wun­dert weniger, ignori­ert sämtliche Kri­tik am Fernse­hfor­mat und lässt sämtliche Kri­tik­er der Fehler des For­mats für Beschützer von pädophilen Straftätern da ste­hen.

Für so eine Kri­tik braucht eine Zeitung ja nicht selb­st einzuste­hen. Wie gut, dass man eigene Wer­be­fig­uren hat wie Til Schweiger, die so eine Dreck­sar­beit erledi­gen.

Es geht der Springer­presse schlicht nicht um Qual­ität­sjour­nal­is­mus. Es geht um’s Verkaufen. Qual­ität­sjour­nal­is­mus ist im Hause Springer lediglich ein Syn­onym von Verkauf­szahlen. Und die Poli­tik soll doch bitteschön dabei helfen, dass die Verkauf­szahlen akzept­abel bleiben. So gese­hen ist Tatort Inter­net in den Worten der Springer­presse mehr ein Angriff auf das Inter­net als auf pädophile Straftäter.

Das alles macht kein ander­er Ver­lag so — nur die Springer­presse. Schreiben tun darüber nur Blogs, keine Zeitun­gen. Und wo? Im Inter­net.

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Guten Morgen

morgenkaffee

Die Springer­presse gehört ja zu den­jeni­gen, die meinen, Qual­ität­sjour­nal­is­mus sei das einzig Wahre und der Geburts­fehler des Inter­nets sei es, keine Bezahlin­halts­for­mate etabliert zu haben. Dem wider­spricht der schei­dende Focus-Online-Chef Jochen Weg­n­er: Nie­mand braucht Print, Radio und TV.

Die Qual­ität der Springer­presse äußert sich mal wieder darin, dass man einen Bericht veröf­fentlicht, in dem the­ma­tisiert wird, wie ein ange­blich­er Täter in der RTL2-Sendung Tatort Inter­net so beschrieben wird, dass er über das Inter­net leicht gefun­den wer­den kann. Und der Bericht enthält eben die Infor­ma­tio­nen, durch die er so leicht gefun­den wer­den kann. Dafür sollte es auch mal einen Däm­lichkeit­spreis geben.

Ich sel­ber habe gestern mal den nor­drhein-west­fälis­chen Land­tag besucht. Auch mal schön.

Eine Kün­st­lerin wollte vergam­mel­ndes Essen über einen län­geren Zeitraum fotogra­phieren. Das Prob­lem mit dem McDonald’s-Essen: Es vergam­melt nicht.

Und während ich mir die Frage stelle: Soll­ten wir jet­zt nicht ein­fach mal so ein unvergam­mel­bares McDonald’s-Menü unprepari­ert ins Muse­um stellen als Mah­n­mahl für kom­mende Gen­er­a­tio­nen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

[Foto: Luc van Gent]

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Alle mal lachen über den Axel Springer Verlag (V)

Lange nichts mehr in dieser Rubrik geschrieben. Der Axel Springer Ver­lag ist noch bekan­nt, oder? Das war der Ver­lag, der gemeint hat, dass in Deutsch­land der Qual­ität­sjour­nal­is­mus durch eine Tagess­chau-App fürs iPhone gefährdet wird. Wobei Qual­ität­sjour­nal­is­mus für die Bild ja nur das Schöpfen der eige­nen Real­ität ist:

Also, so inten­siv, wie der Axel Springer Ver­lag mit seinen Pro­duk­ten den Qual­ität­sjour­nal­is­mus angreift, das würde ja so eine dösige iPhone-App nie im Leben hinkriegen.

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Alle mal lachen über den Axel Springer Verlag (III)

Auch an Wei­h­nacht­en ver­schont man die deutsche Leser­schaft beim Axel Springer Ver­lag nicht mit ihrer nervi­gen Kam­pagne gegen die Tagess­chau-iPhone-App. Und redete man in den ver­gan­genen Tagen noch von der Wahrung des Qual­ität­sjour­nal­is­mus’ und der Mei­n­ungsvielfalt, schlägt man nun genau diesen bei­den Din­gen ins Gesicht.

Nun hat man drei Poli­tik­er gefun­den, die gerne mal wieder ihren Namen über die Bildzeitung pro­motet sehen möcht­en. Und auch diese drei Wich­tel übernehmen artig die Unter­gang-des-Abend­land-Attitüde, die diesen lächer­lichen Stre­it begleit­et. Tit­uliert wird der Artikel, der die Aus­sagen der drei Poli­tik­er dar­legt, wie fol­gt:

Alle Parteien einig. Poli­tik­er kri­tisieren Tagess­chau-App

Bei den Aus­sagen han­delt es sich offen­sichtlich nicht um Stand­punk­te der Parteien. Selb­st wenn dem so wäre — zur Bun­destagswahl 2009 sind 27 Parteien ange­treten. Aus der Hal­tung von 3 Parteien zu schließen, alle Parteien seien dieser Mei­n­ung, ist ziem­lich­er Unsinn.
Lars Kling­beil wird so zitiert, als nähme er diesen Stre­it zum Anlass, um eine neue Gebührenord­nung der öffentlich-rechtlichen Sender zu fordern. Unklar ist, ob er sich über­haupt über diese Soft­ware geäußert hat. Burkhard Müller-Sönksen, ein Stam­m­gast in den Artikeln des Springer-Konz­erns, bedankt sich schein­bar auf seine Weise für die medi­ale Präsenz, indem er gegen die Tagess­chau-App wet­tert, diese werde von ein­er Mehrheit über die Gebühren bezahlt, käme aber nur ein­er Min­der­heit zugute. Mit dem Argu­ment kön­nte man die Gebär­den­sprach­dol­metsch­er bei den Nachricht­ensendun­gen auch gle­ich raus­kick­en.
Wolf­gang Börnsen bescheinigt gegenüber der Bild ARD und ZDF, auf dem besten Wege zu sein, ein Kartell zu betreiben. Zuvor hat­te Börnsen in der Bild Gün­ter Grass aufge­fordert, seinen Lit­er­aturnobel­preis zurück zugeben. Nur mal so für diejeni­gen, die ger­ade nicht wis­sen, wo das Niveau hängt, wenn Poli­tik­er wie Börnsen in der Bild was fordern.
Ein Artikel, den man unter Qual­ität­sjour­nal­is­mus ver­buchen kön­nte, und der ähn­lich in der WELT ste­ht, ist dies nicht. Alle drei Poli­tik­er erweck­en eher den Ein­druck, dieses The­ma als Trit­tbrett, um mal wieder öffentlich in Erschei­n­ung zu treten, zu ver­wen­den.
Und was die Mei­n­ungsvielfalt ange­ht, die der Axel Springer Ver­lag durch die Tagess­chau-App eben­falls in Gefahr sieht: Nach­dem auf der Seite der WELT in den Kom­mentaren die Diskus­sion um die App sich ver­stärkt in eine Kri­tik am Axel Springer Ver­lag wan­delte, sper­rte man kurz­er­hand bei der WELT die Kom­men­tar­funk­tion.
Qual­ität­sjour­nal­is­mus und Mei­n­ungsvielfalt sind eben für manche Ver­leger nichts weit­er als Mode-Etiket­ten ohne eige­nen Inhalt.
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Tagesspiegel : App-Poli­tik­er

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Alle mal lachen über den Axel Springer Verlag (II)

Ist der alte Geis­ter­fahrer-Witz noch bekan­nt? Durchs Autora­dio kommt die Mel­dung, dass einem auf der Auto­bahn, auf die der Fahrer sich befind­et, ein Geis­ter­fahrer befind­et. Woraufhin der Aut­o­fahrer meint: “Ein­er? Hun­derte!”
Eben­so hat sich Springer-Chef Döpfn­er im Man­ag­er-Mag­a­zin seine Mei­n­ung zurecht gez­im­mert. Ein Jahrzehnt lang haben Ver­lage die dumme Idee beherzigt, Inhalte gratis online anzu­bi­eten. Damit müsse nun Schluss sein, der­ar­tige Ideen seien die von Web-Kom­mu­nis­ten.
webkommunist
Na, also, wenn man bei Springer noch nicht mal mehr das Belei­di­gen ander­er vernün­ftig hin­bekommt, ist da wohl tat­säch­lich langsam Krisen­stim­mung. Das hat schon mal wesentlich bess­er funk­tion­iert.
Aber noch mal kurz Herr Döpfn­er im Wort­laut:

Es kann nicht sein, dass die dum­men Old-Econ­o­my-Guys für viel Geld wertvolle Inhalte erstellen und die smarten New-Tech­nol­o­gy-Guys sie ein­fach stehlen und bei ihren Wer­bekun­den ver­mark­ten.

Voll gemein, du. Dass die Old-Econ­o­my-Guys den High-Qual­i­ty-Con­tent ihrer Inter­net-Pages in Parts auf den Pages der New-Tech­nol­o­gy-Guys gemoved wiederfind­en, das ist so com­plete­ly fucked up, dass lässt sich not even more in deutsch­er Sprache aus­pushen.
Abge­se­hen davon passiert das ja gar nicht. Google ver­mark­tet keine Artikel ander­er bei seinen Kun­den. Döpfn­ers Kri­tik an den Ver­la­gen, dass es für das Inter­net noch immer kein tragfähiges Wirtschaft­skonzept gibt, dass Jour­nal­is­ten bess­er gefördert wer­den müssten, ist so falsch nicht. Aber eine Beherzi­gung dieser Kri­tik ger­ade im eige­nen Hause ist den Springer-Leuten doch ein­fach nur zu wün­schen.
Den schwarzen Peter anderen Ver­la­gen und den Web-Kom­mu­nis­ten, wer immer sich dadurch ange­sprochen fühlen soll, zu sehen ist aber nur Ausweis der eige­nen verzweifel­ten Lage. Man glaubt wohl auch beim Axel-Springer-Ver­lag nicht, dass die paar kostenpflichti­gen Artikel, die bei Berlin­er Mor­gen­post und Ham­borg­er Abend­blatt nun kauf­bere­it da ste­hen, grundle­gende Verän­derun­gen her­vor­brin­gen wer­den.
Diesen Punkt kann Döpfn­er nicht machen. Es gibt genü­gend kosten­lose Inhalte, die im Inter­net frei ver­füg­bar ist. Das Schöne am Inter­net ist, wenn es da Lück­en gibt, kann jed­er Benutzer selb­st in diese Lücke sprin­gen.
Ander­er­seits haben Buchver­leger immer auf ihr Kul­turgut ver­traut und sind von Wer­bung und ander­weit­igem kosten­losen Lesev­ergnü­gen weit weniger abhängig, auch wenn ihnen Krisen­zeit­en nicht unbekan­nt sind. Leute kaufen eben immer noch Büch­er wegen der Qual­ität­ser­wartung, die sie mit ihnen verbinden und die sie offen­sichtlich oft genugt bestätigt bekom­men.
Sofern das für Zeitungsver­lage nicht gilt, muss man sich wohl ein­fach nach zusät­zlichen Einah­me­quellen umse­hen:
idoepfner

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Alle mal lachen über den Axel-Springer-Verlag

Nicht, dass man heute mor­gen nicht schon min­destens etwas geschmun­zelt hätte, dass man beim Ham­burg­er Abend­blatt, ein­er dem Axel-Springer-Ver­lag zuge­höri­gen Zeitung, verkün­dete, for­t­an seinen “Qual­ität­sjour­nal­is­mus” online nur noch gegen Bares zu vertick­en: Jet­zt hat man Grund genug, das Schmun­zeln gegen ein Lachen zu tauschen, denn @Yatil und Chris zeigen, dass die Artikel prob­lem­los les­bar sind ohne dafür zu bezahlen.
springerlacher
Bei Springer ist man halt immer noch nicht im Inter­net­zeital­ter angekom­men.

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