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Artikel-Schlagworte: „Axel Springer“

Alle mal lachen über den Axel Springer Verlag (IV)

Beim Tagesspiegel hat man mal mitgeschrieben, was der Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Verlages, Mathias Dörfner, wieder vom Stapel gelassen hat. Döpfner

bestand […] darauf, dass die Springer-Zeitungen unparteiisch seien: „Wo immer Zeitungen versuchen, mit einer Intention Einfluss zu nehmen, sind sie auf dem Holzweg. Der Journalist wird dann zum Propagandist.“ Kampagnenjournalismus sei ihm fremd. „Medien schaffen keine Stimmung. Sie können nur eine bereits bestehende Stimmung verstärken oder abschwächen.“

SPRINGER! GEGEN KAMPAGNENJOURNALISMUS! HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA! Dem muss diese Veggie-Day-Kampagne irgendwie entgangen sein. HAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!

Was wohl morgen nicht in der Blödzeitung steht

… ist der Trabbel um die Neukonzeption der ComputerBild. Mich hat je eh gewundert, dass es Günter Wallraff mit seiner neuen Skandalaufdeckung in die Bild geschafft hat. Na gut, nicht wirklich nachhaltig, alle Artikel sind sehr verhackstückelt, aber immerhin.

Bei Wallraffs Thema geht es um den Paketzusteller GLS, der Mitarbeiter animiert, quasi GLS-Franchiser mit allen Kosten und Risiken zu werden. Scheinselbständigkeit wird das im Film genannt, weil GLS weiterhin die wesentlichen Fäden in der Hand hat, wodurch sehr viele Arbeiter von GLS der Pleite entgegen sehen. Das Thema ist beim der Blödzeitung nicht unwohlgesonnenen RTL gelandet, aber okay, GLS ist sicher auch kein großer Werbekunde bei den Kölnern.

Und worum geht es bei der Neukonzeption der ComputerBild? Mitarbeiter werden in eine andere Firma ausgelagert, so dass die bisherigen Tarifverträge in für den Konzern günstigere Verträge gewandelt werden können. Vielleicht sollte man die Leute von Bild kämpft für Sie mal auf den eigenen Laden loslassen.

Leistungsschutzrecht für Vollpfosten

Die so genannte “Argumentation” Christoph Keeses für ein Leistunggsschutzrecht wird immer obskurer:

Viele Leser klicken von Google News aus nicht mehr auf die Originalseiten durch, weil ihnen der Überblick dort schon reicht. Über Leser, die Google ihnen schickt, freut sich jeder Verlag. Dafür möchte er kein Geld bekommen, denn er kann mit diesen Lesern ja Geld auf seiner eigenen Seite verdienen. Aber jene Leser, die beim Verlag gar nicht mehr ankommen, weil sie mit Hilfe von kopierten Verlagsprodukten bei Aggregatoren finden, was sie suchen, sind Grund genug zur Sorge. Für diesen Anteil des Besucherverkehrs bei Aggregatoren sollten Verlage einen fairen Ausgleich erhalten.

Herr Keese meint demnach, die Intention eines Internetnutzers beim Nichtklicken eines Links zu kennen. Ich für meinen Teil gehöre auch zu den Nichtklickern der Seiten der Axel-Springer-Zeitungen. Allerdings weniger des Inhalts wegen, mir reicht die Information, dass ein Link auf welt.de oder bild.de führt. Soll Google jetzt auch für das negative Image des Axel-Springer-Verlags haften?

Dass ein Überblick von Nachrichten, d.h. ein Anriss von Nachrichtentexten, vielen Lesern schon reicht, verweist eben auch nur darauf, dass ungemein viele Texte, gerade auf Springerseiten so flach sind, dass eine Minimalstbeschreibung zu einer korrekten Einschätzung des Inhalts führt. An dieser Entwicklung sind aber auch die Verlage Schuld, nicht Google.

Zudem muss man sich eigentlich als Verlag bei Google News, worüber Keese da spricht anmelden. Mir ist gar nicht bekannt, dass der Axel-Springer -Verlag sich beklagt, dass man ohne Anmeldung aufgenommen worden sei.

Mir kommt das alles so vor, als leuchtete jemand mit seiner Taschenlampe in ein Haus hinein und möchte dann dem Eigentümer eine Stromrechnung unterjubeln.

Wie die Springerpresse Guttenberg rückplagiiert

Ich weiß nicht, wie man so arbeiten kann, wie man bei der Springerpresse arbeitet, aber es scheint Methode zu haben. Thomas Vitzthum schreibt auf welt.de, Guttenbergs „Dissertation“

setzt sich mit der Entwicklung auch der amerikanischen Verfassung auseinander. Schon ganz zu Beginn beschäftigt sie sich mit den „Fundamental Orders of Connecticut“. Hier hatten die Plagiatejäger nichts zu beanstanden.

Das klingt ja schon mal interessant für eine Arbeit, bei der die Plagiatejäger auf 94,4% der Seiten Plagiate entdeckt haben. Die Textstelle umfasst die Seiten 24-27 der „Dissertation“ Guttenbergs. Plagiate finden sich auf den Seiten 24, 25, und 27. Dass auf 3 von 4 Seiten Plagiate beanstandet werden, nennt Vitzthum „nichts zu beanstanden“.

Wer so arbeitet, kann auch während eines Gewitters nach draußen schauen und sagen, von Regen könne keine Rede sein.

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Was ich noch sagen wollte… zur Rezeption von Tatort Internet durch Bild.de und Welt.de

Wann immer Vertreter der Springerpresse wie Mathias Döpfner wieder lauthals rumkrakelen, dass der Qualitätsjournalismus in Gefahr sei, sollte man sich in Erinnerung rufen, wofür die Springerpresse eigentlich so steht. Und man sollte das Lachen nicht vergessen, denn mit Qualitätsjournalismus hat das alles herzlich wenig zu tun.

Gerade kann man auch ein merkwürdiges Schauspiel der Springerpresse miterleben: Springer-Zeitung Bild ist für die Sendung Tatort Internet und Springer-Zeitung Die Welt ist dagegen. Von Anfang an. Das ist das Risiko, wenn man sich für ein Projekt mit der Bildzeitung verbrüdert, wie Verteidigungsministergattin Guttenberg es getan hat: Von der Bildzeitung wird einem der Rücken frei gehalten, während Die Welt fröhlich frontal attackiert.

Nun darf man sicherlich in unterschiedlichen Zeitungen unterschiedliche Meinungen vertreten. Aber ob die unterschiedliche Meinungsvertretung wirklich ganz allein von den Journalisten kommt, das ist zu bezweifeln. Bezeichnend ist, wie Die Welt bei dieser Schmierenkomödie gänzlich unter den Tisch fallen lässt, wie die Bildzeitung diese Sendung flankiert, wie sie maßgeblich Teil dieser obskuren Kampagne ist. Die Bildzeitung, das verwundert weniger, ignoriert sämtliche Kritik am Fernsehformat und lässt sämtliche Kritiker der Fehler des Formats für Beschützer von pädophilen Straftätern da stehen.

Für so eine Kritik braucht eine Zeitung ja nicht selbst einzustehen. Wie gut, dass man eigene Werbefiguren hat wie Til Schweiger, die so eine Drecksarbeit erledigen.

Es geht der Springerpresse schlicht nicht um Qualitätsjournalismus. Es geht um’s Verkaufen. Qualitätsjournalismus ist im Hause Springer lediglich ein Synonym von Verkaufszahlen. Und die Politik soll doch bitteschön dabei helfen, dass die Verkaufszahlen akzeptabel bleiben. So gesehen ist Tatort Internet in den Worten der Springerpresse mehr ein Angriff auf das Internet als auf pädophile Straftäter.

Das alles macht kein anderer Verlag so – nur die Springerpresse. Schreiben tun darüber nur Blogs, keine Zeitungen. Und wo? Im Internet.

Guten Morgen

morgenkaffee

Die Springerpresse gehört ja zu denjenigen, die meinen, Qualitätsjournalismus sei das einzig Wahre und der Geburtsfehler des Internets sei es, keine Bezahlinhaltsformate etabliert zu haben. Dem widerspricht der scheidende Focus-Online-Chef Jochen Wegner: Niemand braucht Print, Radio und TV.

Die Qualität der Springerpresse äußert sich mal wieder darin, dass man einen Bericht veröffentlicht, in dem thematisiert wird, wie ein angeblicher Täter in der RTL2-Sendung Tatort Internet so beschrieben wird, dass er über das Internet leicht gefunden werden kann. Und der Bericht enthält eben die Informationen, durch die er so leicht gefunden werden kann. Dafür sollte es auch mal einen Dämlichkeitspreis geben.

Ich selber habe gestern mal den nordrhein-westfälischen Landtag besucht. Auch mal schön.

Eine Künstlerin wollte vergammelndes Essen über einen längeren Zeitraum fotographieren. Das Problem mit dem McDonald’s-Essen: Es vergammelt nicht.

Und während ich mir die Frage stelle: Sollten wir jetzt nicht einfach mal so ein unvergammelbares McDonald’s-Menü unprepariert ins Museum stellen als Mahnmahl für kommende Generationen? hole ich mir erstmal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

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Alle mal lachen über den Axel Springer Verlag (V)

Lange nichts mehr in dieser Rubrik geschrieben. Der Axel Springer Verlag ist noch bekannt, oder? Das war der Verlag, der gemeint hat, dass in Deutschland der Qualitätsjournalismus durch eine Tagesschau-App fürs iPhone gefährdet wird. Wobei Qualitätsjournalismus für die Bild ja nur das Schöpfen der eigenen Realität ist:

Also, so intensiv, wie der Axel Springer Verlag mit seinen Produkten den Qualitätsjournalismus angreift, das würde ja so eine dösige iPhone-App nie im Leben hinkriegen.

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