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Artikel-Schlagworte: „Angela Merkel“

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morgenkaffee

Die ZEIT hält die gest­ri­ge Bun­des­prä­si­den­ten­wahl, in dem der CDU/CSU/FDP-Mehrheitskandidat Chris­ti­an Wulff 3 Wahl­gän­ge benö­tig­te für ein Deba­kel für Ange­la Mer­kel.

Auch Micha­el Spreng sini­ert dar­über, dass die Wahl zum Bun­des­prä­si­den­ten zei­ge, wie die CDU Ange­la Mer­kel ent­glei­te. Don Dah­l­man ver­misst an Chris­ti­an Wulff das staats­män­ni­sche Auftreten.

Jür­gen Rütt­gers hat es sich kurz vor Ende sei­ner Amts­zeit nicht neh­men las­sen, noch 7 Mit­ar­bei­ter gut dotier­te Ren­ten­be­zü­ge zu ver­schaf­fen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie­vie­le Jobs hat die CDU eigent­lich so durch­schnitt­lich für’s Bei­sei­te­ste­hen und Arsch­krie­chen bereit gestellt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

[Foto: Luc van Gent]

How To Say Eyjafjallajokull

… with a litt­le help of Ange­la Merkel:

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Helmut Kohl zum 80.

Natür­lich kann man Hel­mut Kohl zum 80. Geburts­tag gra­tu­lie­ren und sei­ne poli­ti­schen Erfol­ge her­vor­he­ben, wie Ange­la Mer­kel das tut, und wie es die CDU zu Wer­be­zwe­cken online gestellt hat:

Aber man soll­te den Ver­fas­sungs­bruch Hel­mut Kohl nicht der­art unter den Tep­pich keh­ren, denn dann wirkt die­ses Wer­be­vi­deo wie Geschichts­kit­te­lei. Daher zitie­re ich mal:

Den Alt­kanz­ler — nach dem von ihm ver­ur­sach­ten Par­tei­spen­den­skan­dal, einer sin­gu­lä­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Staats­kri­se, und sei­nem eige­nen Geständ­nis der Hand­ha­bung von Geheim­kon­ten und Schwarz­gel­dern — ohne Beden­ken oder stran­gu­la­ti­ve Gewis­sens­bis­se in einem Atem­zug mit dem Grund­ge­setz zu nen­nen, grenzt an „juris­ti­sche Amne­sie”. Bereits im Janu­ar 2000, weni­ge Wochen nach Bekannt­wer­den der von Kohl über Jahr­zehn­te hin prak­ti­zier­ten ille­ga­len Par­tei­fi­nan­zie­rung, hat­te der vor­ma­li­ge CDU-Abgeordnete und frü­he­re Vor­sit­zen­de des par­la­men­ta­ri­schen Rechts­aus­schus­ses, der Jurist Honst Eyl­mann, scho­ckiert der Öffent­lich­keit dar­ge­legt: „Hel­mut Kohl befin­det sich in Zustand des per­ma­nen­ten Ver­fas­sungs­bruchs. Und die­ser Ver­fas­sungs­bruch, den er begeht, dau­ert jeden Tag län­ger an, solan­ge er nicht die Spen­der bekannt gibt.”

Tat­säch­lich aber besteht Kohls „Zustand des per­ma­nen­ten Ver­fas­sungs­bruchs” nicht erst — wie Eyl­mann argu­men­tiert — seit der Wei­ge­rung des ExKanz­lers, die angeb­li­chen Namen der (jeden­falls von Wolf­gang Schäub­le öffent­lich bestrit­te­nen) Spen­der zu nen­nen, son­dern die­se Kohl­sche Ver­fas­sungs­wid­rig­keit durch­zieht wie ein „Kon­ti­nu­um des finan­zi­el­len Kriegs­zu­stan­des gegen das Grund­ge­setz” unge­fähr 30 Jah­re sei­ner poli­ti­schen Tätig­keit: Die gesam­te Kanz­ler­schaft Kohls wird durch die Mons­tro­si­tät sei­ner mafio­sen Geheim­kon­ten­wirt­schaft und Schwarz­geld­schie­be­rei­en in ver­werf­lichs­tem Sinn dis­kre­di­tiert. Inter­na­tio­nal wur­de die Bun­des­re­pu­blik von der Lis­te der Kor­rup­ti­ons­staa­ten wegen der Schmiergeld-Machenschatten Kohls osten­ta­tiv degradiert.

Tat­ein­heit­lich mit sei­ner Per­ma­nenz der Ver­fas­sungs­wid­rig­kei­ten hat Kahl fort­ge­setzt auch sei­nen Amts­eid gebro­chen. Als der Alt­kanz­ler dazu über­ging, sieh mit einem (eben­falls von Schäub­le öffent­lich bestrit­te­nen) Ehren­wort, das ihn zur Ver­heim­li­chung der angeb­li­chen Spen­der­na­men ver­pflich­te, von den poli­tisch töd­li­chen Beschul­di­gun­gen des Ver­fas­sungs­bruchs zu exkul­pie­ren, indem er sich über das Grund­ge­setz stell­te, ereil­te ihn mehr­fach der Vor­wurf der Hybris.

aus dem Leser­brief von Pro­fes­sor Dr. Hel­mut Saa­ke, Ham­burg, vom 21.01.2000 an die Süd­deut­sche Zeitung

Rich­tig mul­mig kann einem aber bei den geis­ti­gen Zustän­den der Jun­gen Uni­on wer­den, deren Ver­tre­ter ein­fach nur high wir­ken, wenn sie mal Hel­mut Kohl sagen dür­fen. Über­haupt die­se gan­ze Ido­li­sie­rung eines Ver­fas­sungs­bre­chers — wär’s das Resul­tat von Brain­wa­shing, es hät­te gan­ze Arbeit geleistet.


Ja, wer erin­nert sich nicht, wie Hel­mut Kohl damals wochen­lang an der Mau­er stand mit sei­nem Hacke­beil­chen und eif­rig klöp­pel­te, wäh­rend hin­ter der Mau­er die Ossis Kar­le­vals­um­zü­ge vom Sta­pel lies­sen, die sie dann Mon­tags­de­mons­tra­tio­nen nann­ten. Und natür­lich hat er auch für Frie­den gesorgt, indem er all die Waf­fen, die die Deut­schen so hat­ten, woan­ders­hin ver­kauft hat. No brain, no pain.

Und das da ist nicht min­der schlimmer:

Ein Trümmerhaufen namens CDU

Wenn es das Ziel der CDU der­zeit wäre, all das, was sie sich selbst als Kern­kom­pe­ten­zen zuschreibt, nach­hal­tig zu beschä­di­gen, sie könn­te der­zeit wohl nicht erfolg­rei­cher sein:

Die Wirt­schafts­kom­pe­tenz, als deren größ­tes Bei­spiel Bay­ern immer her­an­ge­zo­gen wur­de, ist eben dort als Dil­le­t­an­tis­mus geou­tet wor­den, für den der bay­ri­sche Steu­er­zah­ler noch Jah­re schmerz­lich büßen wird.

Bei der Beset­zung der Minis­ter­pos­ten zeig­te Mer­kel zunächst bei Schäub­le auf erschre­ckend erbärm­li­che Wei­se, dass das Ver­fah­ren zur Beset­zung die­ses Pos­tens, rei­ner eige­ner Par­tei­lob­by­is­mus gewe­sen ist…

10jahrespendenaffaere

… nur um es bei der Beset­zung des Fami­li­en­mi­nis­te­ri­ums erneut zu wie­der­ho­len.

Kurz nach der Bun­des­tags­wahl gab Wolf­gang Schäub­le zu, dass die Här­te, die man im Zuge der Durch­set­zung des Inter­netsperr­ver­fah­rens an den Tag leg­te, auch nur der Pro­fi­lie­rung der eige­nen Par­tei dien­te, nicht dem Thema.

Und schließ­lich ist es das Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um, bei dem sich so lang­sam die Fra­ge auf­drängt, ob der Par­tei­lob­by­is­mus der CDU auf Kos­ten von Men­schen­le­ben geht. Die Süd­deut­sche Zei­tung schreibt hier­über unter der Über­schrift In die­sem ehren­wer­ten Haus, die den ver­fehl­ten Anspruch kenn­zeich­net, vor­ges­tern in einer Wei­se, die fast schon zynisch ist:

Als “Lotter­hau­fen” wer­de das Minis­te­ri­um beschrie­ben, sagt einer aus der Mit­te die­ses Hau­fens, was einer­seits nicht gerecht sei, ande­rer­seits aber habe es schon mas­si­ve Ver­wer­fun­gen gege­ben unter der Nicht-Führung des Minis­ters Franz Josef Jung. “In einem deso­la­ten Zustand sei das Haus”, sagt ein ande­rer, vol­ler Fürs­ten­tü­mer und König­rei­che, vom Miss­trau­en zer­setzt, mili­tä­risch ver­un­si­chert. Als Grund dafür wird die Regent­schaft von Jung ange­ge­ben, “den man am liebs­ten gar nicht ein­be­zo­gen hat aus Angst, dass er wie­der alles versemmelt”.

Im Arti­kel Die Höhe kommt Jungs Nach­fol­ger Gut­ten­berg nicht viel bes­ser weg:

Als Gut­ten­berg ein paar Wochen im Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um gewirkt hat­te, sag­te ein Hoch­ran­gi­ger dort, man wis­se zwar nicht genau, was er mache, aber alle fän­den ihn net­ter als den Glos. Gut­ten­berg wird Erfolg zuge­schrie­ben, bevor er noch Erfolg nach­wei­sen kann. Man nimmt ein­fach an, dass der Erfolg in der Nähe von Män­nern — gibt es die­sen Typ eigent­lich auch bei Frau­en? — wie Karl-Theodor zu Gut­ten­berg woh­nen muss.

Nun ist Gut­ten­berg aber gar nicht selbst­tä­tig so hoch gestie­gen, son­dern er ist der Fall jenes Berg­tou­ris­ten, der von Füh­rern auf alle mög­li­chen Gip­fel gebracht wird. Als Horst See­ho­fer in einer per­so­nell wie poli­tisch bemer­kens­wert maro­den CSU nach neu­en Leu­ten, einem Gene­ral­se­kre­tär, such­te, fand er Gut­ten­berg. Als Micha­el Glos aus dem Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um floh, fan­den See­ho­fer und damit auch Ange­la Mer­kel wie­der­um: Gut­ten­berg. Und als Mer­kel sehr schnell einen Nach­fol­ger für Jung brauch­te, den sie auch in ihrer zwei­ten Kanz­ler­schaft wider bes­se­res Wis­sen im Amt hal­ten woll­te, da stand schon wie­der bereit: der mitt­ler­wei­le pro­fes­sio­nel­le Nach­fol­ger Gut­ten­berg. Es mag sein, dass er im kurz­fris­ti­gen Über­neh­men von Ämtern viel bes­ser ist als im lang­fris­ti­gen Füh­ren die­ser Ämter. Beim Über­neh­men näm­lich zählt der äuße­re Eindruck.

Über­haupt zählt bei der CDU ja nur noch der Ein­druck: Christ­li­che Wer­te und demo­kra­ti­sche Pro­zes­se sind so weit an den Rand gedrückt, wie sel­ten zuvor und eigent­lich nur noch schmü­cken­des Bei­werk. Aber die Blö­ße, dass Par­tei­lob­by­is­mus die ers­ten bei­den Buch­sta­ben der Par­tei längst über­flü­gelt hat, will und kann sich bei der CDU sicher­lich nie­mand geben. PU macht jetzt auch als Begriff nicht so einen schi­cken Eindruck.

Pas­send zum ide­elen Aus­ver­kauf der Par­tei unter­sucht nun nach der Süd­deut­schen Zei­tung (“Ohne ihr Netz­werk aus Uni, Poli­tik und pri­va­tem Umfeld wäre die Minis­te­rin nicht Frau Dok­tor. ”) auch der Deutsch­land­funk die Dok­tor­ar­beit von Kris­ti­na Köh­ler und meint:

Um es gleich vor­weg zu sagen: Nie­mand soll­te 39,95 Euro für die­ses Buch ausgeben. 

Die Arbeit ver­gleicht Hal­tun­gen von CDU-Mitgliedern, die im Bun­des­tag sit­zen, mit sol­chen CDU-Mitgliedern, die nicht im Bun­des­tag sit­zen. Die Grund­an­nah­me ist also, es ver­än­dert sich in der Hal­tung etwas, wenn sie im Bun­des­tag sit­zen. Und aus die­sem Unter­schieds­ver­hält­nis will Köh­ler Schlüs­se zie­hen, was rein wis­sen­schaft­lich betrach­tet, voll­kom­men boden­los ist. Aus Umfra­ge­zet­teln kön­nen Sie nur sinn­vol­ler­wei­se das dort Ange­kreuz­te wie­der­ge­ben, alle wei­te­ren Rück­schlüs­se sind will­kür­li­che Spe­ku­la­tio­nen, die eher das wie­der­ge­ben, was der Spe­ku­lant dar­aus erschlies­sen will.

Im Kern soll­ten die Befrag­ten sagen, was ihnen wich­ti­ger ist: Frei­heit oder Gleich­heit. Das Ergeb­nis war vor­her­seh­bar: Natür­lich ist Gleich­heit für Mit­glie­der und Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te der CDU weni­ger wich­tig als Frei­heit. Wobei Frei­heit im Sin­ne von Kris­ti­na Köh­lers Unter­su­chung vor allem die Frei­heit des Wirt­schaf­tens und des Stre­bens nach mate­ri­el­lem Wohl­stand ist. Von Frei­heit im Sin­ne von Bür­ger­rech­ten und Pri­vat­sphä­re ist nicht die Rede, kann auch nicht die Rede sein bei Kris­ti­na Köhler.

Das ist dann wohl grund­sätz­lich wie die Hal­tung der FDP: Man nennt immer nur das frei, was man gera­de gut findet.

Wer sich bis zum Ende durch­ge­kämpft hat, der begreift, dass die gan­zen 303 Sei­ten der Dis­ser­ta­ti­on von Frau Dr. Köh­ler eigent­lich nichts wei­ter sind als eine Auf­for­de­rung an die CDU, ihre neo­li­be­ra­le Pro­gram­ma­tik von 2005 zu reani­mie­ren. Der Fir­nis der Wis­sen­schaft kann die­se Bot­schaft kaum überdecken.

Au, weia.

Ande­rer­seits ist die­se Ana­ly­se auch nur fol­ge­rich­tig: Wenn eine Par­tei ihre Idea­le ver­kauft, macht sie Platz für grob­schläch­te­ri­ge Ide­en wie den Neoliberalismus.

Ein Pferd namens Helmut

Es kommt wohl nicht oft in Twit­ter vor, dass ein mona­te­al­ter Tweet gleich ein dut­zend Mal ret­wee­tet wird. Bei fol­gen­dem ist aber genau das passiert:

pferdkohl

Sehen Sie auch die­ses Kin­der­zim­mer der 12jährigen vor sich, die Wän­de voll­ge­kleis­tert mit Helmut-Kohl-Plakaten?

Zu Unrecht ist das eif­ri­ge Ret­wee­ten wohl nicht pas­siert, beschreibt er doch sym­pto­ma­tisch, wie die Bun­des­re­gie­rung sich der­zeit nach außen gibt. Als jemand, der außer­halb von Deutsch­land gera­de weilt, merkt man das viel­leicht besser.

Da soll jemand Fami­li­en­mi­nis­te­rin wer­den, der sich vor­nehm­lich durch par­tei­in­ter­ne Meri­ten qua­li­fi­ziert hat: Mit 14 in die Jun­ge Uni­on, nicht wei­ter auf­fal­len und dann mit 25 die nach eige­nen Wor­ten ein­ma­li­ge Chan­ce haben, in den Bun­des­tag zu kom­men. So klingt nicht jemand, der sich sieg­reich in einem har­ten Wahl­kampf bewährt hat. So klingt jemand, dem aus par­tei­li­chem Ver­dienst ein siche­rer Weg in den Bun­des­tag beschert wor­den ist.

Dort ver­such­te sie sich dann irgend­wann mit dem The­ma Deutsch­feind­lich­keit zu pro­fi­lie­ren, dass ihr von Pan­ora­ma um die Ohren gehau­en wur­de. Das war zwar rei­ße­risch, aber berech­tigt sei­tens der ARD-Sendung und ihre auf ein inhalt­li­ches Patt aus­lau­fen­den Bemer­kun­gen über­zeu­gen der Sache nach gar nicht.

Jetzt setzt die CDU kon­se­quent ihre Beset­zungs­po­li­tik fort, mit der sie damals eine sich nicht durch Sach­po­li­tik bewährt haben­de Per­son in den Bun­des­tag kata­pul­tiert hat, und kata­pul­tiert die­sel­be Per­son auf ein Minis­ter­amt, für des­sen Inhalt sie auch wie­der­um nichts sach­po­li­tisch qua­li­fi­ziert, wie Ange­la Mer­kel ein­drucks­voll dar­legt.

Ja, ja, wird man nun sagen, das stimmt schon irgend­wie. Aber es gibt genü­gend Staats­se­kre­tä­re, die schon lan­ge im The­ma drin sind, die ihr jede Schwie­rig­keit aus dem Eff­Eff her­aus vor­be­ten kön­nen. Das erscheint mir nicht glaub­wür­dig, nach­dem genau das bei den Minis­tern Gloß und Jung genau so in die Hose gegan­gen ist. Oder hat jemand ernst­haft noch Ver­trau­en zu einer christ­li­chen Par­tei, unter deren Obhut durch gegen Nato-Vorgaben ver­sto­ßen­de Bom­bar­de­ments Zivi­lis­ten im Aus­land getö­tet wer­den und die sich im sel­ben Moment hin­stellt und rhe­to­ri­sche Ver­bie­gun­gen hin­legt, nach denen man sich nicht im Krieg befindet?

Es ist kei­ne aus­ge­mach­te Sache, dass die­ser Amts­füh­rung das­sel­be Schick­sal zuteil wird, aber die Grund­nai­vi­tät der künf­ti­gen Amts­trä­ge­rin ist schon in gewis­ser Wei­se beeindruckend:

Ich wun­de­re mich auch immer wie­der, wie viel Leu­te frei­wil­lig preis geben, aber aus­ge­rech­net vor dem Staat, wo alles auf Geset­zen basiert und inso­fern trans­pa­rent ist, eine Riesen-Panik haben.

Das ist der­sel­be Staat, der gera­de treu­doof sen­si­ble Daten sei­ner Bür­ger an die Ame­ri­ka­ner wei­ter­lei­ten möch­te. Wenn ein Staat der­art vor­geht, dann ist Panik jetzt, also, ich will nicht sagen ange­bracht, aber weit weg lie­gend ist es nun gera­de nicht.

So wünscht man sich nur noch, man könn­te nur für einen kur­zen Moment das Rad der Zeit zurück dre­hen, und dass man machen könn­te, dass die klei­ne Kris­ti­na Anfang der 90er für irgend jemand anders geschwärmt hät­te. Jason Priest­ley, Roy Black oder Jon Bon Jovi. Es wäre einem doch soviel erspart geblieben.
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Die Süd­deut­sche Zei­tung hat sich die Dok­tor­ar­beit von Frau Köh­ler mal etwas genau­er ange­se­hen. Und auch da wur­de etwas katapultiert.

Merkels Kommentar zur Nominierung von Kristina Köhler

Bei der Nach­fra­ge Rob Savel­bergs zur Benen­nung von Wolf­gang Schäub­le fiel Ange­la Mer­kel ja schon nichts bes­se­res zu sagen ein als “Er hat mein Ver­trau­en”. Zur Nomi­nie­rung Kris­ti­na Köh­lers fällt Ange­la Mer­kel fol­gen­des ein:

Als aus­ge­bil­de­te Sozio­lo­gin” wer­de Köh­ler bestimmt “sehr gute Arbeit” als Fami­li­en­mi­nis­te­rin verrichten

Wahn­sinn. Da ist jemand seit 2002 in der Bun­des­frak­ti­on der CDU und der CDU-Chefin fällt sooooo­viel zu der Per­son ein? War­um sagt sie nicht gleich: “Ich hab die mal aufm Flur getrof­fen, da war die ganz nett.”

Aber auf der­ar­ti­ge Eig­nungs­flos­keln soll­ten wir uns künf­tig wohl ein­rich­ten. Der Ver­kehrs­mi­nis­ter hat ein Fahr­rad im Kel­ler, der Wirt­schafts­mi­nis­ter hat einen Bau­spar­ver­trag, der Finanz­mi­nis­ter ein Spar­schwein, der Außen­mi­nis­ter ist ger­ne draußen…

Links zur Schäuble-Frage an Merkel

Rob Savel­berg hat mir fol­gen­de Links sei­ne Fra­ge an Ange­la Mer­kel betref­fend zugeschickt:

Busi­ness News Radio

Spie­gel Online

ZDF / Frontal 


TAZ

Net­zei­tung

Merkel ‘not amused’ über kritische Frage

Der für den Tele­graaf schrei­ben­de freie Jour­na­list Rob Savel­berg hat sei­nen Arti­kel zur Pres­se­kon­fe­renz zum Ende der Koali­ti­ons­ver­hand­lun­gen ver­öf­fent­licht. Hier die Über­set­zung aus dem Nie­der­län­di­schen:

http://www.telegraaf.nl/buitenland/5156227/__Luchtjes_aan__Mannschaft___.html?p=22,1

Etwas Faul an Mer­kels Mannschaft

Die deut­sche Bun­des­kanz­le­rin Ange­la Mer­kel war not amu­sed als der Kor­re­spon­dent des Tele­graaf, Rob Savel­berg, sie nach den Umstän­den der Beru­fung von Wolf­gang Schäub­le zum Finanz­mi­nis­ter frag­te.

Mer­kel mach­te ges­tern erleich­tert ihr neu­es Kabi­nett bekannt. Ihre “Mann­schaft” besteht aus einer mit­te­rech­ten Koali­ti­on von CDU/CSU und FDP, die unse­re Ost­nach­ba­ren aus dem wirt­schaft­li­chen Morast zie­hen muss. Aber es bestehen Zwei­fel über die Ver­trau­ens­wür­dig­keit und Eig­nung eini­ger Minis­ter Merkels.

Mit­ten in der größ­ten finan­zi­el­len Kri­se seit 1929, zu einem Zeit­punkt, in dem die Staats­schuld explo­diert und ver­sa­gen­de Ban­ken mit einer hal­ben Bil­li­on Steu­er­geld geret­tet wer­den müs­sen, ver­traut Mer­kel die Finan­zen von 82 Mil­lio­nen Deut­schen an einen kon­ser­va­ti­ven Par­tei­ge­nos­sen, der an einem aku­ten Erin­ne­rungs­ver­lust litt.

Am 2. Dezem­ber 1999 erklär­te Wolf­gang Schäub­le, dass er den obsku­ren Waf­fen­händ­ler Karl-Heinz Schrei­ber nur ein Mal in einem Hotel in Bonn gese­hen habe. Bei der Befra­gung im Deut­schen Bun­des­tag “ver­gaß” Schäub­le, dass er bei einem zwei­ten Tref­fen mit dem Lob­by­is­ten nur einen Tag spä­ter im Büro, einen Brief­um­schlag mit 100.000 DM bekam.

Das ille­ga­le Geschenk blieb mona­te­lang in einer Schub­la­de lie­gen. Schluss­end­lich kos­te­te die Schmier­geld­af­fä­re Alt­kanz­ler Hel­mut Kohl und Kron­prinz Wolf­gang Schäub­le den Kopf. Schrei­ber ist nach jah­re­lan­ger Flucht gera­de an Deutsch­land aus­ge­lie­fert wor­den. Jetzt darf es Schäub­le (67) erneut pro­bie­ren. Mer­kel stam­mel­te ges­tern nach den Fra­gen des Tele­graafs über die beschmutz­te Ver­gan­gen­heit von Schäub­le: “Er hat viel Erfah­rung und unser volls­tes Ver­trau­en.” Die Kanz­le­rin reagier­te etwas von der Rol­le durch die Kon­fron­ta­ti­on mit der Ver­gan­gen­heit, auch Koali­ti­ons­part­ner und neu­er deut­scher Vize­kanz­ler Gui­do Wes­ter­wel­le schloss aus Ver­zweif­lung kurz die Augen.

Schäub­les Ernen­nung ist nicht die ein­zi­ge, die zu Stirn­run­zeln führ­te. Im Außen­mi­nis­te­ri­um bekommt es die Welt fort­an mit Wes­ter­wel­le, dem Vize­kanz­ler des größ­ten EU-Landes zu tun. Der libe­ra­le Par­tei­vor­sit­zen­de der FDP spricht jedoch deren Spra­chen nicht. Bei einer Pres­se­kon­fe­renz stell­te ein BBC-Reporter ihm eine Fra­ge auf eng­lisch und Wes­ter­wel­le zeig­te Ner­ven. Auf dem Video­ka­nal You­Tube kann man sehen, wie Wes­ter­wel­le sich mokiert, in Deutsch­land müs­se deutsch gespro­chen wer­den. Dane­ben schau­te man in Ber­lin sor­ge­voll auf die Rei­sen, die Wes­ter­wel­le in die Ara­bi­sche Welt machen wird. Zwei­fel­los wird er ab und zu sei­nen Lebens­part­ner mit­neh­men, aber es ist unklar, wie mus­li­mi­sche Län­der auf die homo­se­xu­el­le Bezie­hung Wes­ter­wel­les reagie­ren. In jedem Fall wer­den die Bezie­hun­gen zu den USA stark blei­ben. Sowohl die FDP, die CDU und die bay­ri­sche Schwes­ter­par­tei CSU bestehen aus über­zeug­ten Ver­bün­de­ten der trans­at­lan­ti­schen Bezie­hun­gen. Den­noch wird die zwei­te Regie­rung Mer­kels die Ame­ri­ka­ner bit­ten, die letz­ten Kern­waf­fen in Deutsch­land, Über­bleib­sel des Kal­ten Krie­ges, vom Bun­des­ge­biet abzuziehen.

Wei­ter­hin ist die deut­sche Regie­rung das Resul­tat eines poli­ti­schen Stuhl­tan­zes. Der stüm­per­haf­te Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter Franz-Josef Jung, der nie ein­räum­te, dass sich sein Land in Afgha­ni­stan im Krieg befin­det, darf sich jetzt als Arbeits­mi­nis­ter ver­su­chen. Der ein­fluss­rei­che Wirt­schafts­mi­nis­ter, Karl-Theodor Graf zu Gutenn­berg, nimmt die Ver­tei­di­gung unter sei­ne Fittiche.

Schäub­le wird als Innen­mi­nis­ter durch Tho­mas Mai­zié­re (CDU), einem engen Ver­trau­ten Mer­kels, ersetzt. Die far­ben­fro­he Ursu­la von der Ley­en, Mut­ter von 7 Kin­dern, bleibt als Fami­li­en­mi­nis­te­rin Ansprech­part­ne­rin von André Rou­vo­et. Eine wei­te­re Über­ra­schung ist die Beru­fung des 36-jährigen FDP-ers Phil­ipp Rös­ler, der als viet­na­me­si­sches Kind durch eine deut­sche Fami­lie adop­tiert wur­de, zum Gesundheitsminister.

mehr:

Rob Savel­berg im Inter­view mit Welt Online:
Schäub­le ist kei­ne sau­be­re Per­son.

Die Über­set­zung wur­de von Rob Savel­berg autorisiert.
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Vol­ker Pis­pers 1993 über Wolf­gang Schäuble

Der Prognostiker

joerges


Am ver­gan­ge­nen Sonn­tag hat sich STERN-Chefredakteur Hans-Ulrich Jör­ges bei Alex­an­der Klu­ge hin­ge­setzt und gemeint, man hät­te die Finanz­kri­se kom­men sehen kön­nen. Er habe dies schon in einem kri­ti­schen Arti­kel im Sep­tem­ber 2007 getan. Ange­la Mer­kel sei sei­tens der Ame­ri­ka­ner in Kennt­nis gesetzt wor­den, dass 3 Bil­lio­nen Dol­lar auf der Kip­pe ste­hen, “ver­nich­tet” zu wer­den. Mer­kel und Stein­brück, die sei­ner Ansicht nach alles allei­ne aus­kun­geln, hät­ten ein­schrei­ten kön­nen. Hät­ten ein­schrei­ten müs­sen. Hät­ten das Finanz­ge­ba­ren inten­si­ver kon­tro­lie­ren und regu­lie­ren müs­sen. Statt­des­sen habe man die Hän­de in den Schoß gelegt und nichts getan. Ein Jahr lang nichts.

Jetzt klingt das irgend­wie so, als ob Mer­kel nur ihr Superman-Kostüm aus dem Schrank raus­ho­len hät­te müs­sen und schon wäre die Kri­se inner­halb eines Jah­res für Deutsch­land wesent­lich abge­fe­der­ter ange­kom­men. Dabei ist Jör­ges’ Kom­men­tar bei wei­tem nicht so alar­mie­rend, wie er ihn zu lesen scheint. Er klingt dar­in eher wie der Aus­plau­de­rer von Schlecht­wet­ter­halb­wahr­hei­ten, die kein Leser genau ein­zu­schät­zen ver­mag. Ein Appell an die Regie­rung lese ich schon gar nicht daraus.

Aber okay, so gut ken­ne ich mich mit den poli­ti­schen Chan­cen ver­gan­ge­ner Tage nicht aus. Aber Jör­ges nahm, wie ansatz­wei­se auch schon in sei­nem Arti­kel, noch die Gele­gen­heit wahr, das Finanz­ge­ba­ren als Kul­tur­zei­ten­wen­de zu deu­ten. Es wer­de ent­we­der so sein, dass sol­che Boh­len­sen­dun­gen im Fern­se­hen noch schlim­mer wer­den wür­den oder es gäbe eine voll­kom­me­ne Abkehr von der­ar­ti­gen Sen­dun­gen. Die Über­be­wer­tung von Geld führt nach Jör­ges also zu einer Unter­be­wer­tung von Kul­tur. Das Über­maß des Einen ernied­rigt das ande­re. Ying und Yang.

So sieht es der Chef­re­dak­teur des STERN, einem Lifestyle-Magazin, das sich nun wirk­lich wie kein ande­res Blatt aktiv gegen die Boh­lens die­ser Welt enga­giert.

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