Ausgetanzt

Man ist etwas dünn­heu­tig beim Klei­nen Fern­seh­bal­lett, dass man bei Podi­mo nach drei Mona­ten hin­ter einer Bezahl­schran­ke vor die Tür gesetzt wird. Schon der Gang hin­ter die Bezahl­schran­ke fan­den vie­le Hörer nicht gut und gin­gen ihn nicht mit. Wenn man da mal nicht den einen oder ande­ren Zuhö­rer zu viel ver­grault hat.

Es waren dann auch nur so 5400 Abon­nen­ten, die hin­ter der Schran­ke zusam­men kamen. Die P*chers haben 144000 und krie­gen dafür im Jahr ne Mill­jon pro Nase. Ich will die trotz­dem nicht hören, aber so ist das Leben. Die Wagen­felds.

P.S.: Ganz nett an Podi­mo fin­de ich ja, dass man nach einer Test­pha­se ein­fach sich neu für eine Test­pha­se anmel­den kann. So akzep­tie­re ich eine zusätz­li­che App.

Twitter stirbt ein bisschen mehr

Ifttt hat ziem­lich kurz­fris­tig ange­kün­digt, für das Ver­wen­den von Twit­ter-Diens­ten Geld zu ver­la­gen. Über die Sei­te konn­te man Feeds der eige­nen Sei­te auf Twit­ter auto­ma­tisch ver­öf­fent­li­chen oder Ein­trä­ge auf Twit­ter woan­ders spei­chern. Das kos­tet jetzt, für mich unin­ter­es­sant, weil ich schon lan­ge herz­lich wenig noch auf Twit­ter schrei­be.

Es ist die sich zie­hen­de Geschich­te des Sich­ab­hän­gig­ma­chens von Diens­ten, die irgend­wann den Dienst bezahlt haben wol­len.

Genutzt habe ich den Dienst noch für einen Account, auf dem alle Goog­le-News-Nach­rich­ten mei­ner Hei­mat­stadt ver­öf­fent­licht wur­den. Das fällt jetzt weg und so wird Twit­ter lokal noch unin­ter­es­san­ter, was mei­ne Hei­mat angeht.

Mal schau­en, ob man von der Ent­wick­lung noch was hören wird. Ifttt wur­de sicher weit­räu­mig genutzt und Twit­ter lebt eigent­lich davon, der­ar­tig Nach­rich­ten­bei­trä­ge von woan­ders her zu bekom­men. Jetzt gibt es kaum noch Diens­te, die das über­haupt anbie­ten.

Sub­stack ist in aller Mun­de, wohl auch weil der Dienst Twit­ter in die Que­re gera­ten ist. Ich geden­ke zwar nicht, irgend­wel­che News­let­ter auch noch zu ver­sen­den, doch dach­te, ich könn­te viel­leicht noch mei­nen Vor­na­men bei Sub­stack sichern, doch ach, was muss ich da lesen?

“I defi­ne mys­elf as a so-cal­led sur­ro­ga­te lover and work in the spec­trum bet­ween sex and the­ra­py.”

Muss ich wohl schon gesi­chert haben.

Was ich noch sagen wollte zum… Sieg von Lena Meyer-Landrut beim European Song Contest

Das Lied Satel­li­te war schon seit Wochen eines der erfolg­reichs­ten You­Tube-Vide­os deut­scher Her­kunft. Aber das allei­ne, resp. der Ein­satz von Medi­en, wird den Sieg von Lena beim Euro­pean Song Con­test nicht erklä­ren kön­nen. Schließ­lich haben 120 Mil­lio­nen Zuschau­er zuge­se­hen und eini­ge Mil­lio­nen wer­den schon ange­ru­fen haben, da wer­den 10 Mil­lio­nen nicht unbe­dingt rei­chen, den­ke ich.

Nun wird die Inter­pre­ta­ti­ons­ma­schi­ne­rie ansprin­gen, um dem The­ma so lan­ge wie mög­lich irgend­et­was abzu­ge­win­nen. Das Lied selbst, das mich eigent­lich schon seit Wochen eher nervt als begeis­tert, wird dafür nicht aus­s­rei­chen: Es ist schlicht zu schnell abge­nu­delt.

Was die Macher hin­ter dem Lied, damit sei­ne mal Raab, Mey­er-Land­rut und wer sich sonst ein­ge­schal­tet hat gemeint, aller­dings erreicht haben, ist, dass mit Krea­ti­vi­tät die­sem Lied und die­ser Sän­ge­rin eine all­ge­mein akzep­tier­te Büh­nen­prä­senz ver­lie­hen wur­de. Dazu wur­de am Auf­tritt gefeilt, das kur­ze Schwar­ze wur­de nie ein­ge­mot­tet, Back­ground­sän­ge­rin­nen wur­den hin­zu­ge­nom­men und dies und das ande­re mehr noch. Zum Erfolg war dann sicher auch zurei­chend, dass die Kon­kur­renz kei­ne der­ar­ti­ge künst­le­ri­sche Akzep­tanz über ihre Lie­der erreicht hat. Knapp war der Erfolg jeden­falls nicht.

Damit möch­te ich aber mal auf das abzie­len, was die­se Ver­an­stal­tung für Medi­en-Deutsch­land sein kann: Ein Appel für die Krea­ti­vi­tät von Künst­lern. Die­ser Erfolg war ohne Bild und RTL mög­lich, ohne Super­star, ohne alt­be­währ­te Song­schrei­ber, die Hits am Ban­de lie­fern. Aus­schlag­ge­bend waren Krea­ti­ve, die auf ihren per­sön­li­chen Input gebaut haben.

Sol­chen Leu­ten wie­der eine Büh­ne zu geben, soll­te die Auf­for­de­rung an alle Medi­en­ma­cher in Deutsch­land sein, die ihr Publi­kum mit Super­stars, Hirn­tot­mo­dels, Big Por­no­brot­her, Hartz-4-Doku-Soaps, aber auch Soko Din­gens­kir­chen, Forst­haus Gro­schen­ro­man, Irgen­deinVor­na­me sucht den Weg zum Glück fort­wäh­rend belei­di­gen und wirk­lich krea­ti­ven Bei­trä­gen, die auf der Höhe der Zeit sind, das Was­ser abgra­ben. Krea­ti­vi­tät lässt sich nicht in Wirt­schaft­lich­keit umrech­nen. Und aus Wirt­schaft­lich­keit ent­steht kei­ne Krea­ti­vi­tät, son­dern nur die Retor­te davon.

Edo Reents: Peter Kruse – Der Vollweise

Die FAZ hat inzwi­schen Edo Reents’ Schmäh­ar­ti­kel auf Peter Kru­se frei zugäng­lich gemacht. Und so kann nun jeder kos­ten­los nach­voll­zie­hen, wie Reents aus der nicht unbe­rech­tig­ten Ana­ly­se, dass Kru­se popu­lär­wis­sen­schaft­lich daher­kommt, die Grund­stim­mung zu erzeu­gen ver­sucht, Kru­se sei ein intel­lek­tu­el­ler Hoch­stap­ler.
Dabei outet Reents sich aller­dings deut­lich selbst als vor­ur­teils­be­haf­te­ter Laie:

Es ist Kru­se, der die bei­den Lager auf­ein­an­der los­lässt, und zwar auf zwei­fel­haf­ter Grund­la­ge: Nur 191 Per­so­nen wur­den dazu befragt. Fach­krei­se begeg­nen den dar­aus abge­lei­te­ten The­sen skep­tisch. Jür­gen Kuri, stell­ver­tre­ten­der Chef­re­dak­teur des IT-Maga­zins „c’t“, hält das für „eine sta­tis­tisch wenig aus­sa­ge­kräf­ti­ge Grund­la­ge und wis­sen­schaft­lich nicht halt­bar“.

Herr Reents, die c’t ist doch kein Fach­kreis für wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en.
Auch ande­re Ana­ly­sen Reents sind kaum ver­ständ­lich:

Doch die Güte und die Geduld des Welt­wei­sen [Kru­se] kön­nen schnell umschla­gen in beleh­ren­den Zorn über den Unver­stand derer, die auch mit­re­den wol­len. Das war am Ran­de der Re:publica wäh­rend eines Inter­views zu erle­ben, das Alex­an­der Klu­ges Sen­der dctp mit ihm führ­te. Schon die Ein­stiegs­fra­ge nach den Netz­wer­ken, die er benut­ze, war ihm nicht gut genug: „Jetzt müs­sen wir gleich schon anfan­gen, theo­re­tisch zu wer­den“, sag­te er kopf­schüt­telnd: „Wel­che Netz­wer­ke mei­nen Sie?“ Damit hat­te er den Mode­ra­tor so weit, die her­ab­las­sen­de Lek­ti­on schließ­lich mit Demut zu quit­tie­ren: „Immer wie­der inspi­rie­rend, mit Ihnen zu reden!“

Das ver­ste­he ich nun über­haupt nicht: Wie kann denn die Ein­zel­fra­ge, wel­ches Netz­werk von meh­re­ren, in einer bestimm­ten Fra­ge in Fra­ge kom­men, einem Fra­ge­stel­ler gegen­über demü­ti­gend sein?
Reents sieht sich unbe­irrt selbst als Auf­klä­rer, als Ent­lar­ver des Flö­ten­spie­ler von Hameln, was er dann aber doch lie­ber ande­re sagen lässt:

Eini­ge durch­schau­en ihn aber auch. „Da steht er nun und gene­riert Mehr­hei­ten der schlich­ten Art“, sag­te Diet­mar Moews von der Pira­ten­par­tei. Blog­ger und Inter­net­kom­men­ta­to­ren äußern sich unver­blümt: „Kru­se ist der Hyper-Schwo­bler des Inter­nets, ver­gleich­bar nur mit Franz Becken­bau­er im Fuß­ball oder mit Peter Slo­ter­di­jk im Lite­ra­tur­be­trieb. Mit sei­ner Bra­chi­al­rhe­to­rik, sei­ner enorm schnel­len Sprech­ge­schwin­dig­keit, wel­che dem Zuhö­rer kei­ne Chan­ce zu einem kla­ren Gedan­ken lässt, ver­mit­telt er die Illu­si­on, er hät­te unglaub­lich Bedeu­ten­des und Weg­wei­sen­des mit­zu­tei­len.“

Wer Auf­klä­rung aber der­art pole­misch in Angriff nimmt, der droht zu schei­tern. Und eben dies pas­siert dem Ger­ma­nis­ten Reents nach all die­sem unqua­li­fi­zier­ten Rums­psy­cho­lo­gi­sie­ren über die Per­son Kru­ses am Ende des Tex­tes noch ein­mal:

In der Regel wer­den von Next­prac­ti­ce weni­ger als zwei­hun­dert Per­so­nen befragt; dafür wird das mit dem Attri­but „qua­li­ta­ti­ves Inter­view“ ver­se­hen — als hät­ten alle ande­ren Inter­views kei­ne Qua­li­tät. Auf den Anspruch auf wis­sen­schaft­li­che Serio­si­tät, dar­auf, etwas Rele­van­tes über unse­re Gesell­schaft aus­zu­sa­gen und sie über Bera­tung auch zu beein­flus­sen, reagiert man in Fach­krei­sen mit Geläch­ter. Ursu­la Dehm, die beim ZDF seit vie­len Jah­ren Medi­en­for­schung betreibt, kriegt sich gar nicht wie­der ein: „Da dreht sich einem das Empi­ri­ker-Herz um. Das ist quir­li­ger Non­sens.“

Was in Fach­krei­sen ein qua­li­ta­ti­ves Inter­view genannt wird, und wie­vie­le Ver­suchs­per­so­nen für eine wis­sen­schaft­li­che akzep­tier­te Ana­ly­se benö­tigt wer­den, das ist Reents völ­lig unbe­kannt. Auch dass Reents bei Fach­krei­sen für wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en nur die c’t und das ZDF ein­fal­len, erzeugt eine gewis­se Irri­ta­ti­on. Aber er ist anfäl­lig für Leu­te, die lachen, soviel ver­steht der Leser.
Nun mag Kru­se popu­lär­wis­sen­schaft­lich und für eini­ge platt daher­kom­men, das ändert nichts dar­an, dass eine wis­sen­schaft­li­che Ana­ly­se nicht dadurch falsch wird, dass ein Laie wie Reents sie nicht ver­steht. Wäre Reents der Auf­klä­rer des Phä­no­mens Kru­se, er hät­te wis­sen­schaft­lich auf der Höhe sein müs­sen, dies sach­lich ver­ständ­lich begrün­den zu kön­nen. So aber ist er genau der unwis­sen­schaft­li­che, vor­ur­teils­ver­haf­te­te Wind­müh­len­ana­lyst, den er in Kru­se zu erken­nen glaubt.
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Bei Gun­n­ar­sohn sind Reak­tio­nen auf den Text ver­sam­melt.

Was ich noch sagen wollte zu… Volker Becks Demokratieverständnis


Bei den Grü­nen hat sich MdB Vol­ker Beck auf Twit­ter zu Wort gemel­det, der sich von den Pira­ten ver­ra­ten fühlt. Für die­se Äuße­rung wird er von der Bun­des­ge­schäfts­füh­re­rin Stef­fi Lem­ke gede­ckelt. Dar­auf hin zieht Beck den Schwanz ein, titu­liert sei­nen dazu­ge­hö­ri­gen Blog­ar­ti­kel als Iro­nie um und ver­sucht klar zu stel­len:

Mein Anlie­gen war es, unauf­ge­regt die Fra­ge zu dis­ku­tie­ren, ob man eine Wahl­ent­schei­dung nach den Umset­zungs­chan­cen für poli­ti­sche Inhal­te im Rah­men der wahr­schein­li­chen Mehr­heits­ver­hält­nis­se fällt oder allein danach, wel­cher Par­tei man sich zuschreibt.

Die Fra­ge scheint für Beck beant­wor­tet, schließ­lich führt er nichts dazu an, wes­we­gen man gute Grün­de haben könn­te, allein danach zu wäh­len, wel­cher Par­tei man sich zuschreibt. Das Wort allein liest sich auch so, als sei hier­in weni­ger Wahl­frei­heit ent­hal­ten, als wenn man tak­tisch wählt. Die Wort­wahl wel­cher Par­tei man sich zuschreibt klingt, als ob hier vom Fan-sein eines Fuß­ball­clubs die Rede ist.
Es ist ein wenig selt­sam, dass es gera­de ein Grü­ner ist, der das tak­ti­sche Wäh­len anpreist. Schließ­lich wuss­te man als Wäh­ler der Grü­nen vor der Stimm­ab­ga­be zur Land­tags­wahl 2010 über­haupt nicht, für was für eine Koali­ti­on er da gestimmt hät­te: Ampel, Jamai­ka, Rot-Grün, Rot-rot-grün — es war schlicht alles drin.
Nun scheint Beck zudem der Ansicht zu sein, dass man zum Anstoß einer Dis­kus­si­on jede gleich wie gefärb­te Fra­ge in die Run­de wer­fen darf ohne für die Fär­bung kri­ti­siert zu wer­den. So ver­ste­he ich zumin­dest den Vor­stoß, den Bei­trag als Iro­nie zu beti­teln und nicht mehr als ernst­haf­te Äuße­rung. Und da kann man eben was gegen haben.
Was für ein Demo­kra­tie­ver­ständ­nis ist es eigent­lich, Wäh­lern zu emp­feh­len, nicht mehr Poli­ti­ker inhalt­lich so ernst zu neh­men, dass man des­sen Stim­me mit sei­ner Stim­me unter­stützt, unab­hän­gig davon, wel­che poli­ti­schen Mög­lich­kei­ten sich die­sem dadurch erge­ben? Fühlt sich der Wäh­ler da noch ernst genom­men? Fühlt sich der Sach­po­li­ti­ker, dem aus Tak­tik Stim­men ent­zo­gen wer­den, da noch ernst genom­men? Soll­ten wir Wahl­er­geb­nis­se umrech­nen in die Ergeb­nis­se der Leih­stim­men und die der authen­ti­schen?
Es ist eine Sache, wenn sich Wäh­ler ent­täuscht zei­gen, sei es, weil ihre eige­ne Stim­me angeb­lich nichts bewirkt, oder weil Koali­tio­nen her­aus­kom­men, die nie­mand gewählt hat. Etwas ande­res ist es, wenn Poli­ti­ker die Ent­schei­dungs­be­rech­ti­gung ernst­haft abge­ge­be­ner Wahl­stim­men unter­gra­ben. So gese­hen ist es ver­wun­der­lich, wie inten­siv man nach­forscht, was Mit­glie­der der Links­par­tei über die Legi­ti­mi­tät der DDR sagen, und wie inten­siv man igno­riert, wie die Mit­glie­der des Bun­des­tags ihrer­seits eigent­lich Demo­kra­tie ver­ste­hen.
Aber eigent­lich war ja auch alles Iro­nie, wenn ich das rich­tig ver­stan­den habe.

Noch mehr Spionagefunktionen bei Facebook

Ich hab ja erst vor kur­zem geschrie­ben, dass Face­book per­sön­li­che Infor­ma­tio­nen auf ande­ren Inter­net­sei­ten auf­tau­chen lässt, ohne dass man bei Face­book direkt ange­mel­det ist. Natür­lich auch ohne Infor­ma­ti­on, dass Face­book so etwas tut. Es ist nur ein klei­ner gedank­li­cher Schritt, anzu­neh­men, dass Face­book auf ähn­li­chem Wege Infor­ma­tio­nen von ande­ren Sei­ten, die ein Face­book-Benut­zer ansurft, ver­ar­bei­tet.

Und genau das ist mir gera­de pas­siert. Ich rufe einen Arti­kel bei Bild­blog auf und wun­de­re mich etwas über das Arti­kel­en­de. Das sah so aus:

bildblogfaebook

War­um wohl ist das Face­book-Käst­chen in nie­der­län­di­scher Spra­che?

Das könn­te damit etwas zu tun haben, dass ich eini­ge Minu­ten zuvor auf einer nie­der­län­di­schen Inter­net­sei­te gewe­sen bin. Aller­dings ist dort kein Face­book-Plug­in zu fin­den und irgend­wie ist es selt­sam, dass sich auch mei­ne Face­book-Start­sei­te ins Nie­der­län­di­sche gewan­delt hat. Und natür­lich: Ange­mel­det bei Face­book war ich die gan­ze Zeit nicht. [Btw: Was ist eigent­lich die genaue Defi­ni­ti­on von Phis­hing?]

Viel­leicht gibt es für die­se Selt­sam­keit eine Spit­zen­er­klä­rung, dass nur irgend­et­was im Brow­ser oder zwi­schen den kom­mu­ni­zie­ren­den Com­pu­tern schief gelau­fen ist und natür­lich kei­ne Infor­ma­ti­on an Face­book wei­ter gege­ben wur­de. Aber wer wür­de sowas denn noch voll­kom­men glau­ben? Daher bekommt Face­book bei mir nun sei­nen eige­nen klei­nen Brow­ser, in dem nichts ande­res als Face­book ange­surft wird. Viel­leicht hilft das ja.

Hat NRW eigentlich ein ernsthaftes Bildungskonzept?

lehrerdemo

Bei der CDU hat Herr Koch ja kürz­lich raus­ge­hau­en, dass, wenn stark gekürzt wer­den soll in nächs­ter Zeit, der Bil­dungs­be­reich davon nicht ver­schont wer­den wür­de. Da hier eh schon gespart wird, ist Fra­ge ist eigent­lich, wo denn noch.

Nun hat die SPD im Wahl­kampf getönt, es fehl­ten 5000 Stel­len, wäh­rend die CDU mein­te, man habe aber doch 5000 Leh­rer neu ein­ge­stellt. Dies sei­en aber nur Neu­an­stel­lun­gen auf Grund von Leh­rern, die in Ren­te gin­gen.

Wir wol­len mal nicht unter den Tisch fal­len las­sen, dass es die NRW-SPD gewe­sen ist, die auf die fixe Idee kam, am Feri­en­be­ginn Leh­rer mas­siv zu ent­las­sen und zu Schul­be­ginn die­sel­ben Leh­rer wie­der ein­zu­stel­len, um Geld zu spa­ren. Das wür­de ich ja gern mit Poli­ti­kern im Land­tag machen. Fair­ness für alle.

Aber schau­en wir uns die aktu­el­le Lage mal am Bei­spiel für Grund­schul­leh­rer im Regie­rungs­be­zirk Müns­ter an. Sie kön­nen auch den angren­zen­den Regie­rungs­be­zirk Det­mold mit ins Boot neh­men, da sieht es ähn­lich aus. In bei­den Bezir­ken woh­nen ins­ge­samt 4,6 Mil­lio­nen Nord­rhein-West­fa­len. Also: 5000 “neue” Stel­len, wie­vie­le Grund­schul­leh­rer wur­den wohl bei die­sen Zah­len nach offi­zi­el­len Anga­ben im letz­ten Schul­halb­jahr und im kom­men­den neu in den Regie­rungs­be­zir­ken Müns­ter und Det­mold ein­ge­stellt?

Null.

Nie­mand. Offen­bar kann man als Grund­schul­leh­rer gera­de nicht ein­mal als Ver­tre­tung in den Schul­be­trieb kom­men. Und wenn doch mal was frei ist, soll­te man sich als Leh­rer wohl je nach Lan­des­re­gie­rung dar­auf ein­stel­len, zwi­schen Anstel­lung und Hartz IV hin und her zu pen­deln.

Lei­der wur­de im Wahl­kampf ja nicht über Inhal­te gespro­chen. Sonst hät­te man ja erfah­ren kön­nen, ob irgend­ei­ne Par­tei nach den Pat­zern der Ver­gan­gen­heit über ein frucht­ba­res Bil­dungs­kon­zept ver­fügt. Ansons­ten sehe ich bei Poli­ti­ker­stel­len eigent­lich ein gro­ßes Ein­spa­rungs­po­ten­ti­al.

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Bild­quel­le: http://www.flickr.com/photos/grantneufeld/ / CC BY-NC 2.0

Was ich noch sagen wollte zu… Blogstatistiken

Gera­de wird mein klei­nes Pri­vat­blog wie­der öfters auf­ge­ru­fen, meist über Goog­le, ohne dass ich genau wüss­te, wes­we­gen es zu einer stär­ke­ren Nach­fra­ge kommt. Wahr­schein­lich ist das Wet­ter zu schlecht, um drau­ßen was zu unter­neh­men.

Das bringt mich aber dazu, mal kurz zu erzäh­len, war­um ich auf Blog­sta­tis­ti­ken nicht mehr son­der­lich ach­te. Ich hab letz­tens in klei­ner Run­de mal erzählt, dass ich mit mei­nen eige­nen Blogs so 1000 Leser täg­lich habe. Und dar­auf reagier­ten die Zuhö­rer, von denen eini­ge auch blog­gen und das teil­wei­se schon seit Jah­ren, irgend­wie so beein­druckt, dass ich sofort abge­wun­ken habe.

Die­se Zahl ist zwar eini­ger­ma­ßen um die Such­ma­schi­nen und Bots berei­nigt, hin­ter denen kein Mensch, son­dern eben nur eine Maschi­ne steht. Aber den­noch rede ich bei Leser nur von Zugrif­fen. Unter Leser aber sind ja nur die­je­ni­gen inter­es­sant, die sich wirk­lich mit dem Beschäf­ti­gen, was gebloggt wur­de. Ein sol­cher Leser wür­de sich die Zeit neh­men, den Text zu lesen, nicht sofort wei­ter kli­cken. Ich füh­le mich ja auch nicht als Leser der Bild­zei­tung, nur weil mir ihr Auf­ma­cher im Zei­tungs­la­den in den Blick fällt.

Ich wür­de mich selbst auch nicht als Leser eines Blogs hal­ten, nur weil ich dort mal ein You­tube-Film­chen gese­hen hät­te. Man­che Blogs lei­ten ihre Rele­vanz an der durch­schnitt­li­chen Anzahl der Kom­men­ta­re zu Ein­zel­bei­trä­gen ab. Ich ken­ne aller­dings kein ein­zi­ges Blog, bei dem die Kom­men­ta­re mit dem hohen Anspruch eines Dis­kur­ses lesens­wert wären. oft­mals ist es eben nur Gequat­sche von Leu­ten, die quat­schen wol­len. Das ist kaum aus­sa­ge­kräf­tig.

Dage­gen ken­ne ich vie­le Per­so­nen, die durch­aus mei­ne Arti­kel lesen und mich off­line dar­auf anspre­chen und off­line dar­über reden möch­te, was einem Dis­kurs, wenn man das Wort denn ver­wen­den möch­te, viel näher kommt. Online wäre es eine Ent­spre­chung, wenn vie­le Blogs auf einen bestimm­ten Blog­ar­ti­kel dis­kur­siv reagie­ren wür­den. Das pas­siert aller­dings der­zeit äußerst sel­ten.

Und so redet man, wenn man über Blog­sta­tis­ti­ken redet, über Sta­tis­ti­ken, deren Aus­sa­ge­kraft man selbst kaum ver­stan­den hat, mit Leu­ten, die es eben­so­we­nig oder ganz anders ver­ste­hen. Daher rede ich viel lie­ber über Inhal­te, da weiß man, was man hat.

Was ich noch sagen wollte zu… den Vorlesern Amelie Fried und Ijoma Mangold

Die­se Lite­ra­tur­sen­dung nervt, soviel soll­te man vor­aus schi­cken. Sie hat auch ihre guten Momen­te, aber davor, dazwi­schen und danach nervt sie.

Ijo­ma Man­gold trägt einen braun­ka­rier­tes Sak­ko zu einem den obers­ten Knopf geöff­net haben­den hell­blau­en Hemd. Das ist im Fern­se­hen, das bekannt­lich Far­ben über­trägt, so fehl am Plat­ze wie sei­ne über­bor­den­den Erzäh­lun­gen, in denen er mit viel zu vie­len Wor­ten, viel zu vie­len Adjek­ti­ven. Irgend­wann hört man Man­gold ein­fach nicht mehr zu. Dass Man­gold ein her­vor­ra­gen­des Gespür für gute Lite­ra­tur hat — in die­ser Sen­dung kommt es nicht durch.

Ame­lie Fried sieht immer­hin 20 Jah­re jün­ger aus als sie ist, schafft es aller­dings Bücher noch mehr zu ver­schwa­feln als Elke Hei­den­reich, die auch schon kaum klar macht, was an einem bestimm­ten Buch gut ist:

Ich war sofort von dem Buch gefes­selt und dach­te mir “Wow”.

War­um das so war, erläu­tert Fried nicht. Frieds Eitel­keit steht dem Inter­es­se des Lesers, das Wesent­li­che der vor­ge­stell­ten Bücher zu erfas­sen, immer wie­der im Wege.

Und in die­sem Wech­sel­spiel zwei­er Mode­ra­to­ren, die auf ihre Wei­se den Leser über­for­dern, wer­den viel zu schnell dut­zen­de Bücher vor­ge­stellt. Die Bild­re­gie nervt den Zuschau­er wei­ter­ge­hend mit Bil­dern, in denen abwech­selnd Bücher und Mode­ra­to­ren scharf gestellt wer­den. Nicht nur will man offen­sicht­licht­lich frei­tag Abends um Vier­tel vor 12 den Zuschau­er ner­ven, man will auch noch sei­nen Blick füh­ren.

Lie­be Frau Fried, lie­ber Herr Man­gold: Bevor Sie im Sep­tem­ber wie­der auf Sen­dung gehen, stu­die­ren Sie bit­te noch­mal inten­siv die Sen­dun­gen von Herrn Scheck oder Herrn Kers­ten. Dort fin­det man genü­gend Rubri­ken, Tem­po­vor­ga­ben und kri­ti­sche Anmer­kun­gen, die alle­samt zuschau­er­freund­li­cher sind als das, was Sie da anbie­ten.