Ausgetanzt
Man ist etwas dünnheutig beim Kleinen Fernsehballett, dass man bei Podimo nach drei Monaten hinter einer Bezahlschranke vor die Tür gesetzt wird. Schon der Gang hinter die Bezahlschranke fanden viele Hörer nicht gut und gingen ihn nicht mit. Wenn man da mal nicht den einen oder anderen Zuhörer zu viel vergrault hat.
Es waren dann auch nur so 5400 Abonnenten, die hinter der Schranke zusammen kamen. Die P*chers haben 144000 und kriegen dafür im Jahr ne Milljon pro Nase. Ich will die trotzdem nicht hören, aber so ist das Leben. Die Wagenfelds.
P.S.: Ganz nett an Podimo finde ich ja, dass man nach einer Testphase einfach sich neu für eine Testphase anmelden kann. So akzeptiere ich eine zusätzliche App.
Twitter stirbt ein bisschen mehr
Ifttt hat ziemlich kurzfristig angekündigt, für das Verwenden von Twitter-Diensten Geld zu verlagen. Über die Seite konnte man Feeds der eigenen Seite auf Twitter automatisch veröffentlichen oder Einträge auf Twitter woanders speichern. Das kostet jetzt, für mich uninteressant, weil ich schon lange herzlich wenig noch auf Twitter schreibe.
Es ist die sich ziehende Geschichte des Sichabhängigmachens von Diensten, die irgendwann den Dienst bezahlt haben wollen.
Genutzt habe ich den Dienst noch für einen Account, auf dem alle Google-News-Nachrichten meiner Heimatstadt veröffentlicht wurden. Das fällt jetzt weg und so wird Twitter lokal noch uninteressanter, was meine Heimat angeht.
Mal schauen, ob man von der Entwicklung noch was hören wird. Ifttt wurde sicher weiträumig genutzt und Twitter lebt eigentlich davon, derartig Nachrichtenbeiträge von woanders her zu bekommen. Jetzt gibt es kaum noch Dienste, die das überhaupt anbieten.
Substack ist in aller Munde, wohl auch weil der Dienst Twitter in die Quere geraten ist. Ich gedenke zwar nicht, irgendwelche Newsletter auch noch zu versenden, doch dachte, ich könnte vielleicht noch meinen Vornamen bei Substack sichern, doch ach, was muss ich da lesen?
“I define myself as a so-called surrogate lover and work in the spectrum between sex and therapy.”
Muss ich wohl schon gesichert haben.
Was ich noch sagen wollte zum… Sieg von Lena Meyer-Landrut beim European Song Contest

Das Lied Satellite war schon seit Wochen eines der erfolgreichsten YouTube-Videos deutscher Herkunft. Aber das alleine, resp. der Einsatz von Medien, wird den Sieg von Lena beim European Song Contest nicht erklären können. Schließlich haben 120 Millionen Zuschauer zugesehen und einige Millionen werden schon angerufen haben, da werden 10 Millionen nicht unbedingt reichen, denke ich.
Nun wird die Interpretationsmaschinerie anspringen, um dem Thema so lange wie möglich irgendetwas abzugewinnen. Das Lied selbst, das mich eigentlich schon seit Wochen eher nervt als begeistert, wird dafür nicht aussreichen: Es ist schlicht zu schnell abgenudelt.
Was die Macher hinter dem Lied, damit seine mal Raab, Meyer-Landrut und wer sich sonst eingeschaltet hat gemeint, allerdings erreicht haben, ist, dass mit Kreativität diesem Lied und dieser Sängerin eine allgemein akzeptierte Bühnenpräsenz verliehen wurde. Dazu wurde am Auftritt gefeilt, das kurze Schwarze wurde nie eingemottet, Backgroundsängerinnen wurden hinzugenommen und dies und das andere mehr noch. Zum Erfolg war dann sicher auch zureichend, dass die Konkurrenz keine derartige künstlerische Akzeptanz über ihre Lieder erreicht hat. Knapp war der Erfolg jedenfalls nicht.
Damit möchte ich aber mal auf das abzielen, was diese Veranstaltung für Medien-Deutschland sein kann: Ein Appel für die Kreativität von Künstlern. Dieser Erfolg war ohne Bild und RTL möglich, ohne Superstar, ohne altbewährte Songschreiber, die Hits am Bande liefern. Ausschlaggebend waren Kreative, die auf ihren persönlichen Input gebaut haben.
Solchen Leuten wieder eine Bühne zu geben, sollte die Aufforderung an alle Medienmacher in Deutschland sein, die ihr Publikum mit Superstars, Hirntotmodels, Big Pornobrother, Hartz-4-Doku-Soaps, aber auch Soko Dingenskirchen, Forsthaus Groschenroman, IrgendeinVorname sucht den Weg zum Glück fortwährend beleidigen und wirklich kreativen Beiträgen, die auf der Höhe der Zeit sind, das Wasser abgraben. Kreativität lässt sich nicht in Wirtschaftlichkeit umrechnen. Und aus Wirtschaftlichkeit entsteht keine Kreativität, sondern nur die Retorte davon.
Edo Reents: Peter Kruse – Der Vollweise
Die FAZ hat inzwischen Edo Reents’ Schmähartikel auf Peter Kruse frei zugänglich gemacht. Und so kann nun jeder kostenlos nachvollziehen, wie Reents aus der nicht unberechtigten Analyse, dass Kruse populärwissenschaftlich daherkommt, die Grundstimmung zu erzeugen versucht, Kruse sei ein intellektueller Hochstapler.
Dabei outet Reents sich allerdings deutlich selbst als vorurteilsbehafteter Laie:
Es ist Kruse, der die beiden Lager aufeinander loslässt, und zwar auf zweifelhafter Grundlage: Nur 191 Personen wurden dazu befragt. Fachkreise begegnen den daraus abgeleiteten Thesen skeptisch. Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur des IT-Magazins „c’t“, hält das für „eine statistisch wenig aussagekräftige Grundlage und wissenschaftlich nicht haltbar“.
Herr Reents, die c’t ist doch kein Fachkreis für wissenschaftliche Studien.
Auch andere Analysen Reents sind kaum verständlich:
Doch die Güte und die Geduld des Weltweisen [Kruse] können schnell umschlagen in belehrenden Zorn über den Unverstand derer, die auch mitreden wollen. Das war am Rande der Re:publica während eines Interviews zu erleben, das Alexander Kluges Sender dctp mit ihm führte. Schon die Einstiegsfrage nach den Netzwerken, die er benutze, war ihm nicht gut genug: „Jetzt müssen wir gleich schon anfangen, theoretisch zu werden“, sagte er kopfschüttelnd: „Welche Netzwerke meinen Sie?“ Damit hatte er den Moderator so weit, die herablassende Lektion schließlich mit Demut zu quittieren: „Immer wieder inspirierend, mit Ihnen zu reden!“
Das verstehe ich nun überhaupt nicht: Wie kann denn die Einzelfrage, welches Netzwerk von mehreren, in einer bestimmten Frage in Frage kommen, einem Fragesteller gegenüber demütigend sein?
Reents sieht sich unbeirrt selbst als Aufklärer, als Entlarver des Flötenspieler von Hameln, was er dann aber doch lieber andere sagen lässt:
Einige durchschauen ihn aber auch. „Da steht er nun und generiert Mehrheiten der schlichten Art“, sagte Dietmar Moews von der Piratenpartei. Blogger und Internetkommentatoren äußern sich unverblümt: „Kruse ist der Hyper-Schwobler des Internets, vergleichbar nur mit Franz Beckenbauer im Fußball oder mit Peter Sloterdijk im Literaturbetrieb. Mit seiner Brachialrhetorik, seiner enorm schnellen Sprechgeschwindigkeit, welche dem Zuhörer keine Chance zu einem klaren Gedanken lässt, vermittelt er die Illusion, er hätte unglaublich Bedeutendes und Wegweisendes mitzuteilen.“
Wer Aufklärung aber derart polemisch in Angriff nimmt, der droht zu scheitern. Und eben dies passiert dem Germanisten Reents nach all diesem unqualifizierten Rumspsychologisieren über die Person Kruses am Ende des Textes noch einmal:
In der Regel werden von Nextpractice weniger als zweihundert Personen befragt; dafür wird das mit dem Attribut „qualitatives Interview“ versehen — als hätten alle anderen Interviews keine Qualität. Auf den Anspruch auf wissenschaftliche Seriosität, darauf, etwas Relevantes über unsere Gesellschaft auszusagen und sie über Beratung auch zu beeinflussen, reagiert man in Fachkreisen mit Gelächter. Ursula Dehm, die beim ZDF seit vielen Jahren Medienforschung betreibt, kriegt sich gar nicht wieder ein: „Da dreht sich einem das Empiriker-Herz um. Das ist quirliger Nonsens.“
Was in Fachkreisen ein qualitatives Interview genannt wird, und wieviele Versuchspersonen für eine wissenschaftliche akzeptierte Analyse benötigt werden, das ist Reents völlig unbekannt. Auch dass Reents bei Fachkreisen für wissenschaftliche Studien nur die c’t und das ZDF einfallen, erzeugt eine gewisse Irritation. Aber er ist anfällig für Leute, die lachen, soviel versteht der Leser.
Nun mag Kruse populärwissenschaftlich und für einige platt daherkommen, das ändert nichts daran, dass eine wissenschaftliche Analyse nicht dadurch falsch wird, dass ein Laie wie Reents sie nicht versteht. Wäre Reents der Aufklärer des Phänomens Kruse, er hätte wissenschaftlich auf der Höhe sein müssen, dies sachlich verständlich begründen zu können. So aber ist er genau der unwissenschaftliche, vorurteilsverhaftete Windmühlenanalyst, den er in Kruse zu erkennen glaubt.
Mehr
Bei Gunnarsohn sind Reaktionen auf den Text versammelt.
Was ich noch sagen wollte zu… Volker Becks Demokratieverständnis

Bei den Grünen hat sich MdB Volker Beck auf Twitter zu Wort gemeldet, der sich von den Piraten verraten fühlt. Für diese Äußerung wird er von der Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke gedeckelt. Darauf hin zieht Beck den Schwanz ein, tituliert seinen dazugehörigen Blogartikel als Ironie um und versucht klar zu stellen:
Mein Anliegen war es, unaufgeregt die Frage zu diskutieren, ob man eine Wahlentscheidung nach den Umsetzungschancen für politische Inhalte im Rahmen der wahrscheinlichen Mehrheitsverhältnisse fällt oder allein danach, welcher Partei man sich zuschreibt.
Die Frage scheint für Beck beantwortet, schließlich führt er nichts dazu an, weswegen man gute Gründe haben könnte, allein danach zu wählen, welcher Partei man sich zuschreibt. Das Wort allein liest sich auch so, als sei hierin weniger Wahlfreiheit enthalten, als wenn man taktisch wählt. Die Wortwahl welcher Partei man sich zuschreibt klingt, als ob hier vom Fan-sein eines Fußballclubs die Rede ist.
Es ist ein wenig seltsam, dass es gerade ein Grüner ist, der das taktische Wählen anpreist. Schließlich wusste man als Wähler der Grünen vor der Stimmabgabe zur Landtagswahl 2010 überhaupt nicht, für was für eine Koalition er da gestimmt hätte: Ampel, Jamaika, Rot-Grün, Rot-rot-grün — es war schlicht alles drin.
Nun scheint Beck zudem der Ansicht zu sein, dass man zum Anstoß einer Diskussion jede gleich wie gefärbte Frage in die Runde werfen darf ohne für die Färbung kritisiert zu werden. So verstehe ich zumindest den Vorstoß, den Beitrag als Ironie zu betiteln und nicht mehr als ernsthafte Äußerung. Und da kann man eben was gegen haben.
Was für ein Demokratieverständnis ist es eigentlich, Wählern zu empfehlen, nicht mehr Politiker inhaltlich so ernst zu nehmen, dass man dessen Stimme mit seiner Stimme unterstützt, unabhängig davon, welche politischen Möglichkeiten sich diesem dadurch ergeben? Fühlt sich der Wähler da noch ernst genommen? Fühlt sich der Sachpolitiker, dem aus Taktik Stimmen entzogen werden, da noch ernst genommen? Sollten wir Wahlergebnisse umrechnen in die Ergebnisse der Leihstimmen und die der authentischen?
Es ist eine Sache, wenn sich Wähler enttäuscht zeigen, sei es, weil ihre eigene Stimme angeblich nichts bewirkt, oder weil Koalitionen herauskommen, die niemand gewählt hat. Etwas anderes ist es, wenn Politiker die Entscheidungsberechtigung ernsthaft abgegebener Wahlstimmen untergraben. So gesehen ist es verwunderlich, wie intensiv man nachforscht, was Mitglieder der Linkspartei über die Legitimität der DDR sagen, und wie intensiv man ignoriert, wie die Mitglieder des Bundestags ihrerseits eigentlich Demokratie verstehen.
Aber eigentlich war ja auch alles Ironie, wenn ich das richtig verstanden habe.
Noch mehr Spionagefunktionen bei Facebook
Ich hab ja erst vor kurzem geschrieben, dass Facebook persönliche Informationen auf anderen Internetseiten auftauchen lässt, ohne dass man bei Facebook direkt angemeldet ist. Natürlich auch ohne Information, dass Facebook so etwas tut. Es ist nur ein kleiner gedanklicher Schritt, anzunehmen, dass Facebook auf ähnlichem Wege Informationen von anderen Seiten, die ein Facebook-Benutzer ansurft, verarbeitet.
Und genau das ist mir gerade passiert. Ich rufe einen Artikel bei Bildblog auf und wundere mich etwas über das Artikelende. Das sah so aus:

Warum wohl ist das Facebook-Kästchen in niederländischer Sprache?
Das könnte damit etwas zu tun haben, dass ich einige Minuten zuvor auf einer niederländischen Internetseite gewesen bin. Allerdings ist dort kein Facebook-Plugin zu finden und irgendwie ist es seltsam, dass sich auch meine Facebook-Startseite ins Niederländische gewandelt hat. Und natürlich: Angemeldet bei Facebook war ich die ganze Zeit nicht. [Btw: Was ist eigentlich die genaue Definition von Phishing?]
Vielleicht gibt es für diese Seltsamkeit eine Spitzenerklärung, dass nur irgendetwas im Browser oder zwischen den kommunizierenden Computern schief gelaufen ist und natürlich keine Information an Facebook weiter gegeben wurde. Aber wer würde sowas denn noch vollkommen glauben? Daher bekommt Facebook bei mir nun seinen eigenen kleinen Browser, in dem nichts anderes als Facebook angesurft wird. Vielleicht hilft das ja.
Hat NRW eigentlich ein ernsthaftes Bildungskonzept?

Bei der CDU hat Herr Koch ja kürzlich rausgehauen, dass, wenn stark gekürzt werden soll in nächster Zeit, der Bildungsbereich davon nicht verschont werden würde. Da hier eh schon gespart wird, ist Frage ist eigentlich, wo denn noch.
Nun hat die SPD im Wahlkampf getönt, es fehlten 5000 Stellen, während die CDU meinte, man habe aber doch 5000 Lehrer neu eingestellt. Dies seien aber nur Neuanstellungen auf Grund von Lehrern, die in Rente gingen.
Wir wollen mal nicht unter den Tisch fallen lassen, dass es die NRW-SPD gewesen ist, die auf die fixe Idee kam, am Ferienbeginn Lehrer massiv zu entlassen und zu Schulbeginn dieselben Lehrer wieder einzustellen, um Geld zu sparen. Das würde ich ja gern mit Politikern im Landtag machen. Fairness für alle.
Aber schauen wir uns die aktuelle Lage mal am Beispiel für Grundschullehrer im Regierungsbezirk Münster an. Sie können auch den angrenzenden Regierungsbezirk Detmold mit ins Boot nehmen, da sieht es ähnlich aus. In beiden Bezirken wohnen insgesamt 4,6 Millionen Nordrhein-Westfalen. Also: 5000 “neue” Stellen, wieviele Grundschullehrer wurden wohl bei diesen Zahlen nach offiziellen Angaben im letzten Schulhalbjahr und im kommenden neu in den Regierungsbezirken Münster und Detmold eingestellt?
Null.
Niemand. Offenbar kann man als Grundschullehrer gerade nicht einmal als Vertretung in den Schulbetrieb kommen. Und wenn doch mal was frei ist, sollte man sich als Lehrer wohl je nach Landesregierung darauf einstellen, zwischen Anstellung und Hartz IV hin und her zu pendeln.
Leider wurde im Wahlkampf ja nicht über Inhalte gesprochen. Sonst hätte man ja erfahren können, ob irgendeine Partei nach den Patzern der Vergangenheit über ein fruchtbares Bildungskonzept verfügt. Ansonsten sehe ich bei Politikerstellen eigentlich ein großes Einsparungspotential.
Was ich noch sagen wollte zu… Blogstatistiken

Gerade wird mein kleines Privatblog wieder öfters aufgerufen, meist über Google, ohne dass ich genau wüsste, weswegen es zu einer stärkeren Nachfrage kommt. Wahrscheinlich ist das Wetter zu schlecht, um draußen was zu unternehmen.
Das bringt mich aber dazu, mal kurz zu erzählen, warum ich auf Blogstatistiken nicht mehr sonderlich achte. Ich hab letztens in kleiner Runde mal erzählt, dass ich mit meinen eigenen Blogs so 1000 Leser täglich habe. Und darauf reagierten die Zuhörer, von denen einige auch bloggen und das teilweise schon seit Jahren, irgendwie so beeindruckt, dass ich sofort abgewunken habe.
Diese Zahl ist zwar einigermaßen um die Suchmaschinen und Bots bereinigt, hinter denen kein Mensch, sondern eben nur eine Maschine steht. Aber dennoch rede ich bei Leser nur von Zugriffen. Unter Leser aber sind ja nur diejenigen interessant, die sich wirklich mit dem Beschäftigen, was gebloggt wurde. Ein solcher Leser würde sich die Zeit nehmen, den Text zu lesen, nicht sofort weiter klicken. Ich fühle mich ja auch nicht als Leser der Bildzeitung, nur weil mir ihr Aufmacher im Zeitungsladen in den Blick fällt.
Ich würde mich selbst auch nicht als Leser eines Blogs halten, nur weil ich dort mal ein Youtube-Filmchen gesehen hätte. Manche Blogs leiten ihre Relevanz an der durchschnittlichen Anzahl der Kommentare zu Einzelbeiträgen ab. Ich kenne allerdings kein einziges Blog, bei dem die Kommentare mit dem hohen Anspruch eines Diskurses lesenswert wären. oftmals ist es eben nur Gequatsche von Leuten, die quatschen wollen. Das ist kaum aussagekräftig.
Dagegen kenne ich viele Personen, die durchaus meine Artikel lesen und mich offline darauf ansprechen und offline darüber reden möchte, was einem Diskurs, wenn man das Wort denn verwenden möchte, viel näher kommt. Online wäre es eine Entsprechung, wenn viele Blogs auf einen bestimmten Blogartikel diskursiv reagieren würden. Das passiert allerdings derzeit äußerst selten.
Und so redet man, wenn man über Blogstatistiken redet, über Statistiken, deren Aussagekraft man selbst kaum verstanden hat, mit Leuten, die es ebensowenig oder ganz anders verstehen. Daher rede ich viel lieber über Inhalte, da weiß man, was man hat.
Was ich noch sagen wollte zu… den Vorlesern Amelie Fried und Ijoma Mangold

Diese Literatursendung nervt, soviel sollte man voraus schicken. Sie hat auch ihre guten Momente, aber davor, dazwischen und danach nervt sie.
Ijoma Mangold trägt einen braunkariertes Sakko zu einem den obersten Knopf geöffnet habenden hellblauen Hemd. Das ist im Fernsehen, das bekanntlich Farben überträgt, so fehl am Platze wie seine überbordenden Erzählungen, in denen er mit viel zu vielen Worten, viel zu vielen Adjektiven. Irgendwann hört man Mangold einfach nicht mehr zu. Dass Mangold ein hervorragendes Gespür für gute Literatur hat — in dieser Sendung kommt es nicht durch.
Amelie Fried sieht immerhin 20 Jahre jünger aus als sie ist, schafft es allerdings Bücher noch mehr zu verschwafeln als Elke Heidenreich, die auch schon kaum klar macht, was an einem bestimmten Buch gut ist:
Ich war sofort von dem Buch gefesselt und dachte mir “Wow”.
Warum das so war, erläutert Fried nicht. Frieds Eitelkeit steht dem Interesse des Lesers, das Wesentliche der vorgestellten Bücher zu erfassen, immer wieder im Wege.
Und in diesem Wechselspiel zweier Moderatoren, die auf ihre Weise den Leser überfordern, werden viel zu schnell dutzende Bücher vorgestellt. Die Bildregie nervt den Zuschauer weitergehend mit Bildern, in denen abwechselnd Bücher und Moderatoren scharf gestellt werden. Nicht nur will man offensichtlichtlich freitag Abends um Viertel vor 12 den Zuschauer nerven, man will auch noch seinen Blick führen.
Liebe Frau Fried, lieber Herr Mangold: Bevor Sie im September wieder auf Sendung gehen, studieren Sie bitte nochmal intensiv die Sendungen von Herrn Scheck oder Herrn Kersten. Dort findet man genügend Rubriken, Tempovorgaben und kritische Anmerkungen, die allesamt zuschauerfreundlicher sind als das, was Sie da anbieten.

