Guten Morgen

Morgenkaffee

Das US-Justizministerium hat India­ner­stäm­men den Anbau das Kon­su­mie­ren von Mari­hua­na erlaubt. Bis­lang weiß noch kei­ner, was das Gan­ze soll.

Ben freut sich auf die Houellebecq-Lektüre.

Neusprech.org soll­te man ab und an auch inten­siv lesen. Heu­te: Rou­ti­ne­ver­kehr, ein vom BND zur Ver­schleie­rung der eigent­li­chen Rechts­ver­let­zung ein­ge­setz­ter Begriff.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ob man in Deutsch­land wohl eine lokal begrenz­te Mari­hua­na­er­laub­nis für über­ge­wich­ti­ge Locken­köp­pe durch­set­zen kann? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Sehr gut: Pegida-Make-up-Tipps. Von sowas brau­chen wir unbe­dingt noch mehr von.

Bei 11freunde inter­viewt man den Doku­men­tar­fil­mer Max Meis über sei­nen Film über die Wil­de Liga Bie­le­feld.

Tho­mas Hoch­mann schreibt im Ver­fas­sungs­blog über eine ver­meint­li­che Ungleich­be­hand­lung von Reli­gi­ons­sa­ti­re in Frank­reich.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie sieht Sati­re wohl in 20 Jah­ren aus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Der Demo­ti­va­ti­ons­trai­ner Guil­lau­me Pao­li hat her­aus­ge­fun­den:

Es sind kei­ne Exper­ten nötig, um zu wis­sen, wes­halb ein gelang­weil­ter jun­ger Mann aus sei­nem Kuh­dorf aus­reißt. Bloß, vor vier­zig Jah­ren wäre er in einer Hippie-Kommune gelan­det; heu­te taucht er als Gei­sel­schläch­ter in Syri­en wie­der auf. Es ist die Jugend­re­vol­te in Zei­ten ihrer Unmög­lich­keit, die Meta­mor­pho­se von Lust­prin­zip in Todes­trieb.

Viel­leicht gibt man den Exper­ten doch noch eine Chan­ce. Die waren aber auch nicht bei der Sen­dung Gün­ter Jauch zuge­gen, zu der Nils Mink­mar nicht erklärt, wes­we­gen sie bei aus­blei­ben­der Tie­fe irgend­wie rele­vant sei, aber immer­hin schlägt er einen Bogen von der Pro­test­kul­tur der 1970er zu den aktu­el­len Pediga-Protesten:

Damals dach­ten wei­te Tei­le der Intel­lek­tu­el­len und der Stu­die­ren­den, dass – wäh­rend Wil­ly Brandt Bun­des­kanz­ler war – der Faschis­mus über West­deutsch­land kom­men wür­de. Kapi­tal und Mili­tär und die CSU wür­den hier wie­der eine Dik­ta­tur errich­ten. Wer das nicht fand, galt als Abwieg­ler und Kon­for­mist. Damals ent­stand das deut­sche poli­ti­sche Fern­se­hen, zur Recher­che, zur Auf­klä­rung, zur deut­li­chen Fest­stel­lung des­sen, was ist.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Was ist eigent­lich aus dem DPF gewor­den? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Peter Rich­ter war wie­der in sei­ner Hei­mat­stadt auf einer Demo und gewinnt in sei­nem dres­den­me­lan­cho­li­schen Text Pedi­ga vor allem dies ab:

Isla­mis­mus­kri­tik­feind­lich­keit durch stump­fe Islam­be­pö­be­lung.

Pedi­ga Dres­den hat mit Kat­rin Oer­tel ein Gesicht bekom­men. Und sie fragt, wie­so die Pres­se bei Pedi­ga aus­län­der­feind­li­che Hal­tun­gen aus­macht, das kön­ne man im Posi­ti­ons­pa­pier der Bewe­gung nicht raus­le­sen. Reicht doch schon, wenn man das aus ihren eige­nen Äuße­run­gen raus­le­sen kann: Zur Fra­ge nach dem Beleg ihrer The­se über zu vie­le Mus­li­me in Sach­sen meint sie:

Es ist so, wir kön­nen das nicht bele­gen, und wir sagen ein­fach, dass es eine Dun­kel­zif­fer gibt, die erheb­lich ist.

Ich sehe da eher eine Däm­lich­keit, die erheb­lich ist.

Ame­ri­ka­ni­sche Medi­en haben viel mehr Angst als deut­sche Medi­en, die Kari­ka­tu­ren von Char­lie Heb­do zu ver­öf­fent­li­chen .

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Kann man Dres­den wohl noch mal umkrem­peln? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Es soll­te einen nicht ver­wun­dern, tut es aber doch. Im Nach­klapp zum Anschlag auf Char­lie Heb­do wird an vie­len Stel­len die Gele­gen­heit genutzt, ihn zur Baga­tel­li­sie­rung von Pedi­ga und als Abseg­nung von Islam-Kritik zu benut­zen. Stell­ver­tre­tend tut dies auch Had­mut Danisch. So ein Ver­hal­ten ist schlicht ärger­lich, und um den Punkt noch­mal klar zu machen, wie­der­ho­le ich mal, was ich dort eben hin­ter­las­sen habe:

Pegi­da allein damit zu cha­rak­te­ri­sie­ren, die Bewe­gung “kri­ti­siert den Islam” ist mei­nes Erach­tens grob ver­fehlt. Das ist doch kein Sonn­tag­nach­mit­tags­de­bat­tier­club. Pedi­ga hetzt. Pedi­ga spricht die Ängs­te von Men­schen an, die auf Grund eines Man­gels anfäl­lig sind für Argu­men­te wie “Die wol­len uns an den Kra­gen”. Es geht nicht um eine sach­li­che Annä­he­rung, es geht nicht um Aus­ein­an­der­set­zung. Es geht um den tum­ben Ver­nich­tungs­wil­len des­sen, wovon man glaubt, es sei Ursprung eige­ner Angst, in die­sem Fall: Das, was mich und die Mei­ni­gen ver­nich­ten will. Wie der Ein­zel­ne da instru­men­ta­li­siert wird, wie auf­ge­wie­gelt wird, ent­geht den Meis­ten. Es ist schlicht ein­fäl­tig, Pedi­ga auf dem Rücken des Anschlags gegen Char­lie Heb­do zu baga­tel­li­sie­ren.

Und das Prin­zip, alles über einen Kamm zu sche­ren, soll­te man viel­leicht auch mal kri­tisch sehen. Es besteht ein Unter­schied dar­in, ob ich mit den Mit­teln der Kari­ka­tur öffent­li­ches Ver­hal­ten kri­ti­sie­re oder ob ich unter dem Deck­man­tel von Mei­nungs­frei­heit het­ze.

Hier­zu pas­send: Sabri­na Gais­bau­er erklärt, wie man Men­schen mit kol­lek­ti­ver Angst für Kam­pa­gnen gewinnt .

Lars Rei­ne­ke wird beim Tages­spie­gel miss­ver­stan­den, bloggt dar­über und der Tages­spie­gel reagiert dar­auf. Schön zu sehen, dass es sol­che Reak­tio­nen bei Zei­tun­gen gibt. Es ging dar­um, dass Chris­to­pher Lau­er eine Bera­tungs­tä­tig­keit für den Axel-Springer-Konzern wahr­nimmt. Muss ja jeder sel­ber wis­sen, an wen er sich ver­kauft.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Darf man eigent­lich mal auf eine intel­li­gen­te poli­ti­sche Kam­pa­gne hof­fen? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Felix Dach­sel erzählt, wie er in sei­ner Hei­mat­stadt im Erz­ge­bier­ge im Ange­sicht von Neo­na­zis auf­ge­wach­sen ist, die meist in der Über­zahl, durch­trai­nier­ter und geis­tig oft­mals neben der Spur waren. Was ihn der­zeit aber wirk­lich ängs­tigt ist:

Mehr Angst als um mich habe ich, wenn ich sehe, wie sich Rech­te und Men­schen aus der bür­ger­li­chen Mit­te ver­bün­den. Wenn ich davon lese, wie gegen Asyl­be­wer­ber demons­triert wird. Da ist für mich nicht mehr der ein­zel­ne Nazi das Pro­blem, son­dern Tei­le der Gesell­schaft. Dage­gen kann man sich mit Pfef­fer­spray nicht weh­ren.

Das ist wohl mit Blick auf Dres­den geschrie­ben wor­den, in Düs­sel­dorf ist Pegi­da ja eher ein klas­si­scher Rohr­kre­pie­rer. Im Ver­hält­nis betrach­tet waren bei der Demo gegen das Rauch­ver­bot in Knei­pen deut­lich mehr Teil­neh­mer — und das waren viel­leicht Nul­pen. Von den vie­len Demos, die unter dem öffent­li­chen Radar her­zie­hen, mal ganz abge­se­hen.

Bei der Kri­mi­nal­ak­te bespricht man Lie­be ist das per­fek­te Ver­bre­chen, die Ver­fil­mung von Phil­ip­pe Dji­ans Die Rast­lo­sen, schreibt lei­der nur nicht, wie man das alles fand.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie lan­ge dau­ert es wohl noch, dass man sich medi­al an Demos gewöhnt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Die Blöd­zei­tung, die Ende ver­gan­ge­nen Jah­res noch beherzrt ins Horn der Abend­land­un­ter­ge­her­se­her gebla­sen hat, sam­melt heu­te Stim­men gegen Pegi­da. Wie schi­zo muss man eigent­lich sein, um für die­ses Drecks­blatt zu schrei­ben?

Wovor wohl auch Pegi­das­ten Angst hät­ten: In Frank­reich zeigt man sich ange­schla­gen, ob des neu­en Romans von Michel Hou­el­le­becq über einen mus­li­mi­schen Prä­si­dent im Nach­bar­land. Eigent­lich schon wie­der Grund genug, ihn zu lesen.

Felix Schwen­zel ver­linkt Marc Wickels Ana­ly­se der Kraut­re­por­ter und ver­misst selbst die Rosi­nen. Ich für mei­nen Teil sehe ein­fach kein For­mat, aus dem sich was Beson­de­res ent­wi­ckeln wür­de. Der Ver­gleich mit dem nie­der­län­di­schen Ori­gi­nal hinkt immer mehr.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Kön­nen die Deut­schen noch Jour­na­lis­mus? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Chris­ti­an Steif­fen prä­sen­tiert als vor­zei­ti­ges Weih­nachts­ge­schenk einen ers­ten Video­teil aus dem Kon­zert­auf­takt­kon­zert in Osna­brück: Eine Fla­sche Bier.

Schü­ren Medi­en Ängs­te oder berich­ten sie über vor­han­de­ne? Gute Fra­ge.

Udo Jür­gens ist ges­tern abge­tre­ten und Ger­hard Mat­zig fin­det rich­ti­ge Wor­te:

Er konn­te sei­ne Lie­der — mehr als 1000 hat er kom­po­niert, und zwar tat­säch­lich: kom­po­niert, als kom­ple­xes Gan­zes -, er konn­te sei­ne Lie­der also uns nah und für uns doch selt­sam erha­ben wir­ken las­sen. Ja, auch pathe­tisch. Sie waren, sie sind, denn sie blei­ben: wahr. Auch dann, wenn sie natür­lich gelo­gen waren — wie jede gro­ße Kunst nicht allein der Wahr­heit ver­pflich­tet ist, son­dern dem, was grö­ßer ist: der Gewiss­heit, dass etwas so sein könn­te, wie es klingt, unab­hän­gig von der Rea­li­tät.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Soll­te man sich künf­tig mehr um die Lie­der­ma­cher küm­mern? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

Der Dezem­ber rauscht aber unge­mein an einem vor­bei. In 10 Tagen ist schon Hei­lig Abend, ich habe gera­de mal zwei Weih­nachts­märk­te durch Vor­bei­schlen­dern mit­ge­nom­men, die Geschen­ke sind teils noch nicht ein­mal ange­dacht und heu­te Mor­gen kommt hier die Son­ne raus, als wär’s das Früh­lings­er­wa­chen.

Wet­ten, dass ..? war wohl wie­der so schlimm, wie man es unter Lanz jeder Zeit erwar­ten muss­te. Mich stört ja immer das Aus­ru­hen der Kom­men­ta­to­ren auf ver­meint­li­chen All­ge­mein­plät­zen, die aber nur das Ver­wei­gern eige­ner Denk­leis­tun­gen aus­drückt. Anders bei der Wie­ner Zei­tung:

Dass es dann aus­ge­rech­net Her­mann Mai­er war, der als ers­ter vor­zei­tig “zum Flie­ger muss­te” war nur einer der selbst­iro­ni­schen Momen­te an die­sem an Nost­al­gie und Weh­mut durch­aus nicht armen unwi­der­ruf­lich letz­ten “Wet­ten, dass..?”-Abend. […] All das Gere­de von den ver­än­der­ten Fern­seh­ge­wohn­hei­ten, all das Beschwö­ren des sozu­sa­gen am natür­li­chen Lebens­en­de ange­lang­ten Show-Dinosauriers und natür­lich das Gefa­sel von der Unmög­lich­keit, heu­te noch Fern­se­hen für die gan­ze Fami­lie machen zu kön­nen: Es sind in Wahr­heit nur lee­re Flos­keln. Fakt ist: Die Leu­te haben nach wie vor einen Bedarf an gut gemach­tem Fern­se­hen und sie lie­ben Shows, die sie unter­hal­ten und bei denen sie sich als Zuschau­er ver­stan­den füh­len.”

Und: Ja, das darf und soll­te man auch nach der letz­ten Fol­ge des Schlacht­schiffs noch kri­ti­sie­ren.

Bücher schrei­ben ist nicht so ihr Ding, aber die­se affi­zier­ten, leicht ver­klemm­ten All­tags­be­trach­tun­gen, die machen Johan­na Ador­ján bemer­kens­wert: Män­ner in Groß­städ­ten.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Kom­men die Öffis mal wie­der auf den Trich­ter, dass man Enter­tai­ner lang­sam auf­bau­en muss, weil Mode­ra­to­ren kei­ne Shows ablie­fern kön­nen und hat Her­mann Mai­er den letz­ten Flie­ger nach Öster­reich über­haupt gekriegt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Morgenkaffee

His­to­ri­ke­rin Leo­nie Trei­ber erklärt den Trüm­mer­frau­en­my­thos.

Die Schlin­ge um Hadert­hau­er zieht sich zu.

In Weiß­russ­land wird sei­tens der Regie­rung ver­sucht, die Mas­sen­exe­ku­tio­nen aus der Sowjet­zeit wie­der unter den Tep­pich zu keh­ren.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Gibt es in der CSU eigent­lich kri­ti­sche Selbst­be­trach­tung? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen