The parental statement

What I didn’t com­ment on so far are tweets that are a kind of wrap­ped TMIs: So you read a tweet and by rea­ding it you unwrap that messa­ge which turns out to be a bit quea­sy.

elena

But what a well working fami­ly this must be, don’t you think? Mommy’s got a ten­d­en­cy not wear pan­ties in bed (and who knows why), Dad­dy enjoys that (and who knows why) and tells anyo­ne who’s inte­rested and Juni­or puts it on Twit­ter.

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Zensursula und die Rammstein-Zensur

rammsteinzensur

Zens­ur­su­la hat schon wie­der für eine Zen­sur gesorgt, dies­mal betrifft es die Band Ramm­stein und ihr Album “Lie­be für alle”. Die­ses sei jugend­ge­fähr­dend. Und schon wie­der fragt man sich, was ist denn hier die Gefahr?

Fol­gen­des Lied soll, ganz ernst­haft, Jugend­li­che auf die Idee brin­gen Sex ohne Kon­do­me zu prak­ti­zie­ren.

Die Vor­stel­lung der Zen­so­ren ist schwie­rig nach­zu­spü­ren. Sie stel­len sich wohl jeman­den vor, der sagt Schatz ich wollt gera­de die Kon­do­me aus­pa­cken, aber da kam gera­de Ramm­stein im Radio…

Aus: Ramm­stein — “Pus­sy”
To big, to small
Size does mat­ter after all
Zu gross, zu klein
Er könn­te etwas grö­ßer sein
Mer­ce­des Benz, und Auto­bahn
Allei­ne in das Aus­land fah­ren
Rei­se, Rei­se, Fahr­ver­gnü­gen
Ich will nur Spaß, mich nicht ver­lie­ben

Just a litt­le bit, just a litt­le bitch

You’ve got a pus­sy
I have a dick
So, what’s the pro­blem
Let’s do it quick
So take me now befo­re it’s too late
Life’s too short so I can’t wait
Take me now, oh, don’t you see
I can’t get laid in Ger­ma­ny

Mal abge­se­hen, ob man Ramm­stein nun mag oder nicht, steckt doch hin­ter die­ser Annah­me aber­mals die selt­sa­me Idee, dass das Beschäf­ti­gen mit einem Inhalt zur Aus­füh­rung des gleich­ge­stal­te­ten Inhalts führt. Wobei an die­ser Stel­le noch sehr frag­lich ist, ob dem Hörer die Musik nicht wesent­lich inter­es­siert und eine expli­zi­tere Vor­stel­lung des Inhalts mit even­tu­el­len nega­ti­ven Asso­tia­tio­nen gar nicht statt fin­det.

Eben­so soll fol­gen­der Text Jugend­li­che dazu ver­lei­ten Sadomaso-Idee aus­zu­füh­ren:

Aus: Ram­stein — “Ich tu dir weh”
Nur für mich bist du am Leben
Ich steck dir Orden ins Gesicht
Du bist mir ganz und gar erge­ben
Du liebst mich, denn ich lieb’ dich nicht
Du blu­test für mein See­len­heil
Nur ein klei­ner Schnitt und du wirst geil
Der Kör­per schon total ent­stellt
Egal, erlaubt ist, was gefällt

Ich tu dir weh
Tut mir nicht leid
Das tut dir gut
Hört wie es schreit

Bei dir hab ich die Wahl der Qual
Sta­chel­draht im Harn­ka­nal
Leg dein Fleisch in Salz und Eiter
Erst stirbst du, doch dann lebst du wei­ter
Bis­se, Trit­te, har­te Schlä­ge
Nadeln, Zan­gen und stump­fe Säge
Wünsch dir was, ich sag nicht nein
Und führ die Nage­tie­re ein

In der Vor­stel­lung der Zen­so­ren muss wohl auch irgend­wie die Idee ange­kom­men sein, es gäbe Jugend­li­che, die sexu­ell aktiv sind, sich mit sex­ver­herr­li­chen­dem Mate­ri­al aus­ein­an­der set­zen, You­Porn und ähn­li­ches nicht ken­nen und dann von Ramm­stein in ihren sexu­el­len Prak­ti­ken beein­träch­tigt wer­den. Na, die Jugend­li­chen möch­te ich sehen.

Nein, inhalt­lich ist das so Quatsch wie die Zen­sur von DIE ÄRZTE oder DIE TOTEN HOSEN in den 80ern. Damals kam es weder zu Katzen-in-Waschmaschinen-Ertränkungsaktionen noch Miss­brauch von Schä­fer­hun­den. Ein paar Jungs haben ver­bal Spaß nicht all­tags­kon­for­men Tex­ten gehabt, eben weil sie mit dem All­tag nicht kon­form waren, nicht um etwas aus­zu­le­ben. Den Gedan­ken ver­ste­hen eini­ge Medi­en­wäch­ter wohl ein­fach nicht.

Ramm­steins “Pus­sy” hat inso­fern das Zeug zum Klas­si­ker, schließ­lich haben wir in den 80ern uns auch nicht um die Zen­sur geküm­mert. Die hat das Inter­es­se am All­tags­nicht­kon­for­men ja nur beför­dert.

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