dolores o’riordan — are you listening? (album)

Ich habe die Cran­ber­ries Anfang der 90er mal in Eng­land gehört, seit­dem ver­fol­gt mich die Stimme der Sän­gerin. Ihr Debu­tal­bum ist etwas der all­ge­meinen Betra­ch­tung ent­gan­gen, was ein großer, großer Fehler ist. O’Riordan hört sich natür­lich wie ihre frühere Band The Cran­ber­ries an, wobei deren Musik zum Schluss etwas in ein met­allern klin­gen­des Geschep­per abdriftete. Nur ab und an ragten einzelne Songs her­aus. Ihr Debut-Album knüpft naht­los an alte Song­writer-Qual­itäten an. Es gibt ruhige, ver­störte, san­fte, aber auch rock­ige Stücke zu hören. Da müsste für jeden was dabei sein.

Dolores O’Riordan bei Myspace

Bei Ama­zon kann man in das ganze Album rein­hören. Anspieltipps: Ordi­nary day, When we were young, Los­er.

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Ina Müller – Liebe macht taub

Ja, deutschsprachige Musik, da machte man jahre­lang einen größeren Bogen drum­rum als der Papst um einen Beate-Uhse-Laden. Da hiess es “Ich kämpf mich durch die Nacht”, “Einen Stern, der deinen Namen trägt”, “Du bist vom sel­ben Stern”, “Du bist mein großer Brud­er, du bist immer da” und weiss der Schin­der, was son­st noch. Hat jed­er Ver­such, aktuell Lieder in deutsch­er Sprache zu pro­duzieren den Makel, in Kitsch zu ertrinken? Nein, nicht jed­er. Ina Müller kämpft dage­gen, und das tut sie erfol­gre­ich­er als Car­olin Forten­bach­er, der man dies gewün­scht hätte. Gemessen am let­zten Album ist das neue Liebe macht taub tat­säch­lich sowohl inhaltlich als auch musikalisch bess­er gewor­den. Abwech­slungsre­ich und mit Schmiss, so dass unsere­ins sich wün­scht, Fräulein Müller wär 10 Jahre jünger und an Typen wir mir inter­essiert. Gut, da bleibt wohl nur ihre Musik. Aber die kommt langsam, aber gewaltig. Sie besingt die taffe End­dreißigerin von heute, die schon über etwas Lebenser­fahrung ver­fügt und mit dieser klarkom­men muss. Qua­si eine sin­gende Ildikó von Kürthy, die plattdeutsch kann. Man muss nicht jede Zeile auf die Gold­waage leg­en und kri­tisch abschätzen, ein­fach mal abends aufle­gen und neben­bei hören, eine angenehme Wirkung wird sich ein­stellen — ver­sprochen.
Ina Müller zum Rein­hören bei Myspace

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A fine frenzy – One cell in the sea (Album)

Für manche ist A fine fren­zy noch ein Insid­er, was der einzige Grund ist, das Album hier aufzuführen. Es ist DAS Album der let­zten Monate. Das liegt sich­er irgend­wo daran, dass neue Musik sel­ten gut ist. A fine fren­zy, ein Pseu­do­nym der 22jährigen amerikanis­chen Sän­gerin Ali­son Sydol, macht eigen­ständi­gen Singsang, bei dem man nicht genötigt ist, sofort den Weit­er-Knopf am CD-Spiel­er zu drangsalieren. Wer öfters die eine oder ander amerikanis­che Serie gese­hen hat, dem wer­den einige Songs aus bspw. Dr. House oder CSI: NY bekan­nt vorkom­men. Der beste Song ist der Schmacht­fet­zen Almost lover, aber auch den Rest kann man sich anhören. Kein Jahrhun­der­tal­bum, aber es reicht für ein Paar Run­den im CD-Spiel­er, die Abwech­slung bedeuten. In den amerikanis­chen Bill­board-Charts ist das Album nicht eingeschla­gen, aber ich bin mir sich­er, dass sich das für die junge Dame grundle­gend ändernd wird.
A fine fren­zy bei MySpace

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Goldberg, Lee — Mr Monk goes to Hawaii

Mr Monk goes to Hawaii ist das zweite Buch der Rei­he zur Fernsehserie “Monk”. Die Inhalte der Büch­er sind eigen­ständig, d.h. keine in Buch­form gepresste Monk-TV-Folge. Wer ist Monk? Monk ist ein seit dem Mord an sein­er Frau gestörter und ent­lassen­er Polizist, der Kim­i­nalfälle löst, in dem er kle­in­ste, betra­chtete Details auswertet. Während dieses genaue Betra­cht­en ein Tick ist, der dur­chaus hil­fre­ich ist, sind sämtliche anderen Ticks meschugge. Er hat vor diversen Din­gen Angst, rückt unun­ter­brochen schein­bar unge­ord­nete Dinge in die richtige Ord­nung und ist anson­sten ein liebevoller Soziopath. In Mr. Monk goes to Hawaii fol­gt Monk unter Dro­gene­in­fluss sein­er Assis­tentin, die die Erzäh­lerin des Buch­es ist, in einem Flieger nach Hawaii. Dort ver­hin­dert er zunächst die Hochzeit ihrer besten Fre­undin und inter­essiert sich für einen Todes­fall auf der Insel. Ich ver­rate kein über­großes Geheim­nis, wenn ich sage, dass er diesen Todes­fall lösen wird. Dies ist ja auch kein Kri­mi, in dem das fraglich wäre. Das Wie?, Wer? und etwas unbe­deu­ten­der das Wer? ste­ht bei der Auflö­sung im Vorder­grund. Und neben der Auflö­sung nimmt die Welt Monks, geord­net durch das Ausleben sein­er Ticks, einen Großteil der Geschichte ein. Und die ist min­destens eben­so span­nend. Dies ist sicher­lich keine Weltlit­er­atur, aber wer den Hauptcharak­ter mag, wird dieses Buch mögen, sobald er sich ein­ge­le­sen hat. Die Geschichte ist ver­ständlich geschildert, die englis­che Sprache angemessen leicht, somit ide­al für Krim­i­fans und Englis­chan­fänger.

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Fleischhauer, Wolfram — Das Buch, in dem die Welt verschwand

Dieser 500-Seit­er ist eine Art Ver­schwörungskri­mi zu Zeit­en Immanuel Kants, in dem diesem eine entschei­dende Rolle zukommt. Mehr über Kant erfährt man nicht, er und sein Werk dienen eh nur als eine Art Mys­tery­fak­tor dieses Geschicht­skrim­is. Der Kri­mi haut einen dann auch nicht aus den Latschen, aber der Autor kann schon recht gut schreiben. Das lässt einen bis zum Ende des Buch­es aushal­ten.

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