Guten Morgen, liebe Folglinge! ☕

  • NS-Beamte im Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um ” Im Jus­tiz­mi­nis­te­ri­um der Bun­des­re­pu­blik mach­ten NS-Beamte Kar­rie­re, ohne dass die Demo­kra­tie Scha­den nahm. Der Historiker-Bericht „Die Akte Rosen­burg“ ver­steht das nicht. ”

Schill, Nadine — Hochzeitsplanung für Dummies

Einen ganz guten Über­blick über diver­se The­men einer Hoch­zeit, so wie man sie heut­zu­ta­ge ange­hen soll­te, bie­tet die­ser Schmö­ker der Dummies-Reihe. Wobei die Rat­schlag­ge­be­rei im Detail lei­der schon wie­der etwas schwach ausfällt:

Eine Band kos­tet in etwa das Drei- bis Vier­fa­che eines DJs. (…) Eine gute Band hat ein­fach ihren Preis. Hier muss man schon ein wenig den Namen mit­be­zah­len. Aus ver­schie­de­nen Grün­den ist ein DJ aber ohne­hin fast immer die bes­se­re Wahl: Bands ver­fü­gen oft über kein so gro­ßes Reper­toire. Der DJ kann hin­ge­gen die Charts der letz­ten 30 Jah­re aus sei­nem Kof­fer zau­bern. Zudem benö­tigt eine Band viel Platz und sie pro­du­ziert eine gewis­se Grundlautstärke.

Also da haben wir gera­de eine gegen­tei­li­ge Erfah­rung gemacht: DJs unter 1000€ – sofern man sie nicht schon kennt – sind kaum zu bekom­men, wenn man sicher gehen möch­te, dass der- oder die­je­ni­ge in der Lage ist, Hoch­zei­ten musi­ka­lisch im Griff zu haben. Eine Band liegt da nicht weit von ent­fernt, man muss auch gera­de nicht den Namen mit­be­zah­len, mei­ner Mei­nung nach sind pas­sen­de Bands mit­un­ter preiswert.

Und was den Hoch­zeits­fo­to­gra­fen angeht:

Der Ama­teur (…) ist unschlag­bar güns­tig. Das wer­den Sie sei­nen Bil­dern jedoch auch stets anse­hen. (…) Schlech­te Bil­der jedoch wer­den Sie ein Leben lang begleiten!

Das ist der Pos­ten, den wir gera­de auf Null geschraubt haben, eben weil wir pro­fes­sio­nel­le Foto­gra­fen, die wir bis­lang erlebt haben, so gar nicht gut fan­den. Wir set­zen auf den Ama­teur, der Spaß dar­an hat, sicher nicht nur Fotos machen wird, aber auch, und der sehr wohl pro­fes­sio­nel­le Fotos hinbekommt.

Kurz­um: Die Band­brei­te der The­men lässt nichts fast nichts zu wün­schen übrig, aller­dings hät­ten Tipps, wie man ohne Qua­li­täts­ver­lust Ein­spa­run­gen machen kann, dem Buch – das für sich abso­lut preis­wert ist — gut getan. Das Buch ist im Umfang der auf­ge­stell­ten Fra­gen und mit diver­sen unter­schied­li­chen Mei­nun­gen sehr emp­feh­lens­wert. Die Ant­wor­ten – abge­se­hen vom recht­li­chen Bereich — gibt man sich dann aber bes­ser ein­fach selbst.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Es ist so zwei Tage her, da beschwer­te sich der kom­men­de US-Präsident Trump über die Kari­ka­tur­dar­stel­lung durch Adam Bald­win. Im Sketch wur­de Trump so dar­ge­stellt, als ob er alle Vor­ha­ben, die er so land­läu­fig im Wahl­kampf ange­kün­digt hat­te, zurück­nimmt. Sieht zumin­dest aber stark danach aus, als soll­ten sol­che For­de­run­gen wie die Rück­nah­me von Oba­ma­ca­re, das Erstel­len einer Mau­er zu Mexi­ko, die Mexi­ko bezah­len soll, die Depor­ta­ti­on von nicht­re­gis­trier­ten Immi­gran­ten, die Ankla­ge gegen Hil­la­ry Clin­ton und der Ein­rei­sestopp von mus­li­mi­schen Gäs­ten nicht durch­ge­setzt werden.

Oba­ma hat zum Abschluss sei­ner Prä­si­dent­schaft noch­mal kräf­tig Hollywood-Stars geehrt. For­rest Gump hat auch end­lich sei­ne Medail­le bekom­men oder so.

Will man in Ber­lin eine Heb­am­me haben, muss man sich wohl erst so 49 absa­gen einholen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wird es wohl knal­li­ge Rock­songs gegen Trump geben? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Lichter, Horst — Keine Zeit für Arschlöcher

Nach der Lek­tü­re die­ses Buches wür­de ich sagen: Horst Lich­ter ist ein her­zens­gu­ter Rhein­län­der, der im Fern­se­hen einer der letz­ten sym­pa­thi­schen Fernseh-Moderatoren der leich­ten Unter­hal­tung dar­stellt und der über­flüs­si­ge Bücher schreibt. Die­ser Bio­gra­phie geht lei­der kom­plett das Ana­ly­ti­sche ab, sie ist zwar auf­rich­tig, aber kratzt nur an Ober­flä­chen. Es wird gelit­ten, es wird geweint, es wird gefei­ert, es wird was erreicht. Aber wie man aus Tälern her­aus­kommt, wie man Erfolg ver­kraf­tet, ein­ord­net, wie man zuhört, wie man Arsch­lö­cher erkennt und umgeht, wie es der Titel doch irgend­wie anvi­siert wird — das alles fehlt in die­sem Buch. Alles schwimmt im Unge­fäh­ren. Für Fans eine ein­fühl­sa­me Unter­hal­tung, das war’s aber auch.

Guten Morgen

Morgenkaffee

SPD, die ken­nen sie noch oder? Das ist die­se Par­tei, die nicht ver­ste­hen kann, wes­we­gen Sozi­al­de­mo­kra­ten die nicht mehr wäh­len wol­len. Von denen kann man wohl die eine oder ande­re Papp­na­se für 7000€ kau­fen, berich­tet das ZDF unter dem Hash­tag #Ren­taSo­zi.

Was wir wohl nach­fol­gen­den Gene­ra­tio­nen auch noch erklä­ren müs­sen: Reichs­bür­ger, Krea­tio­nis­ten und “Volks­ver­rä­ter”. Eine Erklä­rung ver­sucht man bei der Zeit: Der Unter­gang der Fak­ten.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wie schmerz­be­freit muss man sein, um noch in der SPD zu sein? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

  • US-Soldat bit­tet um Asyl “André She­pherd woll­te sich 2007 einem Ein­satz im Irak-Krieg ent­zie­hen, um kei­ne Kriegs­ver­bre­chen zu bege­hen. Aber Deutsch­land kann dem als Deser­teur ver­folg­ten kein poli­ti­sches Asyl gewäh­ren. Das ent­schied nun ein Gericht.”
  • Donald Trump wütet gegen Musi­cal­ensem­ble “Dass sein desi­gnier­ter Vize Mike Pence beim Musi­cal­be­such aus­ge­buht und belehrt wird, wurmt Donald Trump.” Zivil­cou­ra­ge ist gefragt in der kom­men­den Zeit.

Emcke, Carolin — Gegen den Hass

Ich dach­te erst, man müss­te die Auto­rin even­tu­ell gegen ihre Kri­ti­ker in Schutz neh­men, aber all­zu schlimm fand ich die Kri­tik dann doch nicht.

Emcke befasst sich in ihrem aktu­el­len Buch mit den auf­kei­men­den und gedie­he­nen natio­na­lis­ti­schen Posi­tio­nen in Deutsch­land und dar­über hin­aus, wobei sie einen Akzent set­zen möch­te für die Ver­tei­di­gung von Min­der­hei­ten im Lich­te des Popu­lis­mus die­ser Zeit. Sie bril­liert an den Stel­len, an denen sie Posi­tio­nen als dis­kri­mi­nie­rend und pole­mi­sie­rend demas­kiert, indem sie die Posi­ti­on unauf­ge­regt ent­schlüs­selt. Weni­ger über­zeu­gend ist Emcke aller­dings in ihrer Ein­ord­nung von Posi­tio­nen in einen his­to­ri­schen oder wis­sen­schaft­li­chen Kon­text. So bestimmt sie die “Par­tei­lich­keit der Ver­stan­des­waa­ge” aus einer Text­stel­le aus Kants “Träu­me eines Geis­ter­se­hers”, d.i. ein Text vor des­sen so genann­ter kri­ti­schen Pha­se, als “Vor­ein­ge­nom­men­heit durch die Hoff­nung”, wobei es an der betref­fen­den Stel­le im Kan­ti­schen Text über­haupt nicht um Hoff­nung geht. Um Hoff­nung geht es bei Kant in der Reli­gi­ons­phi­lo­so­phie. So ein Name­drop­ping ist so wenig über­zeu­gend wie beein­dru­ckend. Und auch wenn ande­re Stel­len in ihrer gewoll­ten Beleh­rung eher ner­ven als ein­neh­men, ist das Buch wegen der Ana­ly­se­fäh­rig­keit der Auto­rin empfehlenswert.

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