Der singende Einstein

In den let­zten Posts habe ich einen kleinen, musikalis­chen Blick nach Rus­s­land und nach Hol­land gewor­fen. Dies­mal werfe ich ihn nach Posen in Tschechien. Dort ist mit­tler­weile Luboš Motl gelandet, den ich ken­nen­lernte, als er noch Dozent in Har­vard und fern­er Spezial­ist für die String-The­o­rie gewe­sen ist. Man braucht etwas Zeit für Luboš und vielle­icht muss man auch etwas schmerzfrei sein. Tas­ten wir uns also langsam her­an. In diesem Video “covert” Luboš Motl die Titelmelodie der tschechis­chen Ver­sion von Tom & Jer­ry:

So weit, so gut? Fein. Bere­it für den näch­sten Schritt? Luboš Motl hat dem Karaoke-Sin­gen seine eigene Note beige­fügt. Es braucht seine Zeit, aber irgend­wann erfasst den Zuhör­er diese Kun­st­form.
Luboš Motl — Always [~5MB]
[flash]http://motl.bplaced.net/always.mp3[/flash]
Luboš Motl — Gimme gimme gimme (a man after mid­night) [~4MB]
[flash]http://motl.bplaced.net/abba-gimme.mp3[/flash]
Luboš Motl — Bohemi­an rhap­sody [~5MB]
[flash]http://motl.bplaced.net/queen-bohemian-rhapsody.mp3[/flash]
Luboš Motl — Babitsch­ka (Pferde stählen ???) [~3,2MB]
[flash]http://motl.bplaced.net/gott-babitschka.mp3[/flash]
Luboš Motl — Los­ing my reli­gion [~3,9MB]
[flash]http://motl.bplaced.net/rem-religion.mp3[/flash]
Man beachte auch, wie man beim Titel “Los­ing my reli­gion” den Reli­gionsver­lust ger­adezu miter­leben kann. Heutzu­tage scheint er unter die Videokün­stler gegan­gen zu sein, was es aber auch nicht ger­ade leichter macht, ihn zu ver­ste­hen:

Luboš Motl bei Wikipedia
Und in die F.A.Z. hat Motl es auch schon gebracht.

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Du musst besoffen bestellen

Von den Schweiz­ern höre ich abge­se­hen von Züri West und Lunik in musikalis­ch­er Hin­sicht wenig. Vielle­icht haben sie mit allem, was an Tex­tauf­saggeschwindigkeit die Songs von DJ Bobo über­steigt, so ihre Prob­leme. Zumin­d­est im Radio scheinen sie die Musik­texte kaum zu ver­ste­hen:
Cut­ting Crew: I’d just died in your arms tonight (Du musst…)
[flash]http://media.energyzueri.com/web/morgenshow/anneliesebraun/080205ab.mp3[/flash]
Rox­ette: Lis­ten to your heart (Dorum bist du so ene Schießuhr heut?)
[flash]http://media.energyzueri.com/web/morgenshow/anneliesebraun/080206ab.MP3[/flash]
NeK: Lau­ra non c’e
[flash]http://media.energyzueri.com/web/morgenshow/anneliesebraun/080129ab.mp3[/flash]
Cindy Lau­per: Girls just wan­na have fun
[flash]http://media.energyzueri.com/web/morgenshow/anneliesebraun/080201ab.mp3[/flash]

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Donots — Coma chameleon (Album)

Auf eige­nen Füßen präsen­tieren sich die Ibben­büren­er Donots im Jahre 2008, und das ist schon mal eine Bemerkung wert. Nach Pech mit den alten Labels sind sie nun auf dem Label ihres Front­mann Ingo behei­matet. Die Donots waren bis­lang als Gara­gen­punkband bekan­nt. Das bedeutet, dass sich ihre Texte sehr oft nach deutschen Punkim­i­ta­toren anhörten, die vok­ab­u­larbeschränkt ver­suchen, sim­ple The­men in noch sim­plere Texte zu fassen. Dabei wird des öfteren Schreien mit Sin­gen ver­wech­selt. Auf Konz­erten ist das weniger auf­fal­l­end, da dort laut­stärkenbe­d­ingt eh kaum eine Möglichkeit beste­ht, Texte zu ver­ste­hen. Und das ist genau der Ein­druck, den die Donots auf diesem Album bestäti­gen, zumin­d­est mit den ersten 6 Songs.
Danach entste­ht ein doch merk­würdi­ger Wech­sel. In “Stop the clocks” erin­nern sie ein wenig an Fury in the Slaugh­ter­house. “The right kind of wrong” ist eine dur­chaus gute Rock­num­mer. Und dieser eher rock­ige, ver­gle­ich­sweise ruhige Touch zieht sich durch den Rest des Albums. Ingo singt sog­ar, anstatt zu schreien. Guu­u­u­u­ut, die Texte sind immer noch nicht pub­litzer­prizeverdächtig und Ingos Stimme reicht für diese Lieder ger­ade so aus. Aber musikalisch machen die Donots einen fast gereiften Ein­druck. Ich kenne ger­ade keine andere deutsche Band, die ein der­art gemis­cht­es Album hinkriegen würde. Klein­er Kauftipp mein­er­seits.
erste Auskop­plung: Break my stride

Und für alle, die sie noch gar nicht ken­nen: Sac­cher­ine smile

Donots im Inter­net

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Geschichte des politischen Denkens

Man­fred Brock­er — Geschichte des poli­tis­chen Denkens, Ein Hand­buch, Suhrkamp 2007
Dieses Hand­buch beansprucht, eine Lücke etwas schließen zu kön­nen, die trotz viel­er Büch­er zu klas­sis­chen philosophis­chen Denkern bestünde. Es gäbe keine knack­i­gen Dar­legun­gen von den Hauptwerken, man finde immer nur eher Biographis­ches. Der große Umfang des Buch­es ent­täuscht dann auch nicht auf den ersten Blick. Man find­et 53 Artikel zu wichti­gen Werken von u.a. Pla­ton, Aris­tote­les, Cicero, Hume, Kant, Mon­tesquieue, Niet­zsche, Hegel, Luther, Rawks, Haber­mas und und und. Will man einen der besproch­enen Autoren grundle­gen­der ken­nen­ler­nen, so erset­zt dieses Buch natür­lich nicht die Lek­türe der einzel­nen Autoren. Aber für Erläuterun­gen der einzel­nen Werke ist dies ein sehr anre­gen­des Buch, dass sich jed­er Stu­dent, der in diese Rich­tung arbeit­et, ein­mal genauer anschauen sollte.

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Baddiel, David – Whatever love means

Man darf sich vom Titel dieses Buch­es nicht abschreck­en lassen. Der Titel ist genau­so wie der Autor für dei meis­ten Men­schen ausser­halb Eng­lands zunächst ein­mal nichtssagend. Es lohnt sich, bei­dem hin­ter­her zu gehen. Kurz vor ihrer Hochzeit führten Lady Di und Prince Charles ein Inter­view mit der BBC. In diesem Inter­view wur­den bei­de gefragt, ob Liebe der Grund für ihre Hochzeit sei. Lady Di antwortete “Nat­u­ral­ly.”, natür­lich. Prince Charles antwortete: “What­ev­er love means.” Und diese doch irgend­wie trau­rige Hal­tung, durch das Leben zu gehen, und irri­tiert davon zu sein, das man nicht genau weiss, was für einen selb­st Liebe nur bedeuten mag, trägt Bad­diels Buch in sich. David Bad­diel ist in Eng­land als Come­di­an bekan­nt gewor­den. Zusam­men mit Rob New­man füllte er als erster Come­di­an die Wem­b­ley Are­na in Lon­don mit 12000 Zuschauern. Sein erstes Buch ist ein lustiger Roman über einen Jungspunt, der sich in seine Schwägerin verk­nallt und dann auf deren inter­es­sante Schwest­er trifft. Mit viel All­t­agshu­mor gespickt ist dies eine sehr lustige Kumpelgeschichte. Sein zweites Buch ist da schon erster, vol­lkom­men humor­frei, aber noch viel bess­er ist das dritte Buch. Es beschreibt Vic, der ein Ver­hält­nis mit der Frau seines besten Fre­un­des hat. Was zunächst noch als unbeschw­ertes Vor­sich­hin­leben geschildert wird, ändert sich für die beteiligten Per­so­n­en in ein nichtvorherge­se­henes Fiasko. Das muss jet­zt als Inhalts­beschrei­bung reichen, auch wenn es nicht ein­er Analyse gerecht wird, ob und warum, dies hier große Lit­er­atur ist. Das Ding ist nur fol­gen­des: Dieses Buch lebt von der Wen­dung, die es beschreibt. Und es wäre unfair, inhaltlich weit­erzuerzählen, da dann das Lesev­ergnü­gen doch stark gemindert wird. Und da ich in vol­lkommen­er Über­schätzung davon aus­ge­hen, dass dieses Buch wegen mein­er Für­spraqche gelsesen wird, lasse ich es hier­bei. Meines Eracht­ens ein MUSTREAD, wie man auf englisch sagt, bei dem man erst am Ende das Vor­wort zu ver­ste­hen weiss.

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dolores o’riordan — are you listening? (album)

Ich habe die Cran­ber­ries Anfang der 90er mal in Eng­land gehört, seit­dem ver­fol­gt mich die Stimme der Sän­gerin. Ihr Debu­tal­bum ist etwas der all­ge­meinen Betra­ch­tung ent­gan­gen, was ein großer, großer Fehler ist. O’Riordan hört sich natür­lich wie ihre frühere Band The Cran­ber­ries an, wobei deren Musik zum Schluss etwas in ein met­allern klin­gen­des Geschep­per abdriftete. Nur ab und an ragten einzelne Songs her­aus. Ihr Debut-Album knüpft naht­los an alte Song­writer-Qual­itäten an. Es gibt ruhige, ver­störte, san­fte, aber auch rock­ige Stücke zu hören. Da müsste für jeden was dabei sein.

Dolores O’Riordan bei Myspace

Bei Ama­zon kann man in das ganze Album rein­hören. Anspieltipps: Ordi­nary day, When we were young, Los­er.

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Ina Müller – Liebe macht taub

Ja, deutschsprachige Musik, da machte man jahre­lang einen größeren Bogen drum­rum als der Papst um einen Beate-Uhse-Laden. Da hiess es “Ich kämpf mich durch die Nacht”, “Einen Stern, der deinen Namen trägt”, “Du bist vom sel­ben Stern”, “Du bist mein großer Brud­er, du bist immer da” und weiss der Schin­der, was son­st noch. Hat jed­er Ver­such, aktuell Lieder in deutsch­er Sprache zu pro­duzieren den Makel, in Kitsch zu ertrinken? Nein, nicht jed­er. Ina Müller kämpft dage­gen, und das tut sie erfol­gre­ich­er als Car­olin Forten­bach­er, der man dies gewün­scht hätte. Gemessen am let­zten Album ist das neue Liebe macht taub tat­säch­lich sowohl inhaltlich als auch musikalisch bess­er gewor­den. Abwech­slungsre­ich und mit Schmiss, so dass unsere­ins sich wün­scht, Fräulein Müller wär 10 Jahre jünger und an Typen wir mir inter­essiert. Gut, da bleibt wohl nur ihre Musik. Aber die kommt langsam, aber gewaltig. Sie besingt die taffe End­dreißigerin von heute, die schon über etwas Lebenser­fahrung ver­fügt und mit dieser klarkom­men muss. Qua­si eine sin­gende Ildikó von Kürthy, die plattdeutsch kann. Man muss nicht jede Zeile auf die Gold­waage leg­en und kri­tisch abschätzen, ein­fach mal abends aufle­gen und neben­bei hören, eine angenehme Wirkung wird sich ein­stellen — ver­sprochen.
Ina Müller zum Rein­hören bei Myspace

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A fine frenzy – One cell in the sea (Album)

Für manche ist A fine fren­zy noch ein Insid­er, was der einzige Grund ist, das Album hier aufzuführen. Es ist DAS Album der let­zten Monate. Das liegt sich­er irgend­wo daran, dass neue Musik sel­ten gut ist. A fine fren­zy, ein Pseu­do­nym der 22jährigen amerikanis­chen Sän­gerin Ali­son Sydol, macht eigen­ständi­gen Singsang, bei dem man nicht genötigt ist, sofort den Weit­er-Knopf am CD-Spiel­er zu drangsalieren. Wer öfters die eine oder ander amerikanis­che Serie gese­hen hat, dem wer­den einige Songs aus bspw. Dr. House oder CSI: NY bekan­nt vorkom­men. Der beste Song ist der Schmacht­fet­zen Almost lover, aber auch den Rest kann man sich anhören. Kein Jahrhun­der­tal­bum, aber es reicht für ein Paar Run­den im CD-Spiel­er, die Abwech­slung bedeuten. In den amerikanis­chen Bill­board-Charts ist das Album nicht eingeschla­gen, aber ich bin mir sich­er, dass sich das für die junge Dame grundle­gend ändernd wird.
A fine fren­zy bei MySpace

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Goldberg, Lee — Mr Monk goes to Hawaii

Mr Monk goes to Hawaii ist das zweite Buch der Rei­he zur Fernsehserie “Monk”. Die Inhalte der Büch­er sind eigen­ständig, d.h. keine in Buch­form gepresste Monk-TV-Folge. Wer ist Monk? Monk ist ein seit dem Mord an sein­er Frau gestörter und ent­lassen­er Polizist, der Kim­i­nalfälle löst, in dem er kle­in­ste, betra­chtete Details auswertet. Während dieses genaue Betra­cht­en ein Tick ist, der dur­chaus hil­fre­ich ist, sind sämtliche anderen Ticks meschugge. Er hat vor diversen Din­gen Angst, rückt unun­ter­brochen schein­bar unge­ord­nete Dinge in die richtige Ord­nung und ist anson­sten ein liebevoller Soziopath. In Mr. Monk goes to Hawaii fol­gt Monk unter Dro­gene­in­fluss sein­er Assis­tentin, die die Erzäh­lerin des Buch­es ist, in einem Flieger nach Hawaii. Dort ver­hin­dert er zunächst die Hochzeit ihrer besten Fre­undin und inter­essiert sich für einen Todes­fall auf der Insel. Ich ver­rate kein über­großes Geheim­nis, wenn ich sage, dass er diesen Todes­fall lösen wird. Dies ist ja auch kein Kri­mi, in dem das fraglich wäre. Das Wie?, Wer? und etwas unbe­deu­ten­der das Wer? ste­ht bei der Auflö­sung im Vorder­grund. Und neben der Auflö­sung nimmt die Welt Monks, geord­net durch das Ausleben sein­er Ticks, einen Großteil der Geschichte ein. Und die ist min­destens eben­so span­nend. Dies ist sicher­lich keine Weltlit­er­atur, aber wer den Hauptcharak­ter mag, wird dieses Buch mögen, sobald er sich ein­ge­le­sen hat. Die Geschichte ist ver­ständlich geschildert, die englis­che Sprache angemessen leicht, somit ide­al für Krim­i­fans und Englis­chan­fänger.

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Fleischhauer, Wolfram — Das Buch, in dem die Welt verschwand

Dieser 500-Seit­er ist eine Art Ver­schwörungskri­mi zu Zeit­en Immanuel Kants, in dem diesem eine entschei­dende Rolle zukommt. Mehr über Kant erfährt man nicht, er und sein Werk dienen eh nur als eine Art Mys­tery­fak­tor dieses Geschicht­skrim­is. Der Kri­mi haut einen dann auch nicht aus den Latschen, aber der Autor kann schon recht gut schreiben. Das lässt einen bis zum Ende des Buch­es aushal­ten.

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