Guten Morgen

Vor weni­gen Wochen lachte ich noch, als rauskam, dass man in den USA Kinder ab drei Jahren sich vor Immi­gra­tions­gericht­en vertei­di­gen lässt. Deutsch­land sagt “Hold my beer”:

Vor Gericht wurde eine “Frei­heit­sentziehungssache” ver­han­delt, die Rich­terin stellt fest: “Der Haf­tantrag ist zuläs­sig”, der Angolan­er muss bis zu sein­er geplanten Abschiebung an diesem Don­ner­stag in der Unterkun­ft bleiben, im Tran­sit­bere­ich. Wer hier fest­sitzt, ist for­mal nicht ein­gereist nach Deutsch­land. “Die Haft ist auch im Hin­blick darauf, dass der Betrof­fene min­der­jährig ist, ver­hält­nis­mäßig”, schreibt die Rich­terin. Der “Betrof­fene” ist zwei Jahre alt. Während der Anhörung vor dem Amts­gericht fragt Anwalt Peter Fahlbusch den Jun­gen, ob er ver­ste­he, worum es ger­ade gehe. Im Pro­tokoll ist ver­merkt: “Das Kind antwortet lediglich mit ‚Mama’”.

Nach­dem die Süd­deutsche Zeitung erneut wegen ein­er als anti­semi­tisch beze­ich­neter Karikatur kri­tisiert wurde, tren­nt man sich von Karika­tur­ist Dieter Han­itzsch.

Oma Rosie bere­it­et sich auf die königliche Hochzeit am Woch­enende vor.

Und während ich mir die Frage stelle: Wer­den Zwei­jährige bei der Anhörung wenig­stens von erfahre­nen Drei­jähri­gen rechtlich berat­en? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Brodern

Hen­ryk M. Broder sollte einen Preis ein­er Kle­in­stadt bekom­men, flankiert von Jour­nal­is­ten der Springer-Presse, lehnt diesen aber ab, weil es Wider­stand in der Stadt gegen den gewählten Preisträger gab. Das sei ihm zu viel Stress.

Es ist sein gutes Recht, die Reißleine zu ziehen, wenn es einem zu viel wird. Aber merk­würdig ist es doch schon, dass er diese Prov­inz­posse nicht mit­nimmt. Die SPD Land Hadeln schrieb:

Broders pro­vokante Aufze­ich­nun­gen und Verunglimp­fun­gen nationaler wie inter­na­tionaler Per­sön­lichkeit­en aus Poli­tik, Kirche, Medi­en etc., der beispiel­sweise die evan­ge­lis­che The­olo­gin Mar­got Käß­mann als Ras­sistin ver­leumdet, erweisen sich als ver­baler Sprengstoff und Spalt­pilz in der Gesellschaft.

Tat­säch­lich hat Broder wohl ein aus dem Zusam­men­hang geris­senes Zitat ver­schwurbelt und ver­weist darauf, dass andere nicht anders ver­fahren sind:

Wie die Mor­gen­post berichtet, erwägt Mar­got Käß­mann “rechtliche Schritte” gegen Net­zw­erke, die ihre Rede auf dem Evan­ge­lis­chen Kirchen­tag falsch wiedergegeben haben. Das ist eine pri­ma Idee. Sie sollte mit der Home­page der Evan­ge­lisch-Lutherische Lan­deskirche Han­novers anfan­gen.

Statt ein­er berechtigten Kri­tik sach­lich ent­ge­gen zu treten, set­zt er sich nur die Nar­renkappe auf: Ich bin doch nur ein­er unter vie­len Clowns. Schaut an Hand mein­er Beispiele, wie wirr die Welt ist, dage­gen bin ich ger­adezu ser­iös. Macht Broder sein polemis­ches Auftreten, bei dem Fehler bess­er nicht einge­s­tanden wer­den, zum gesellschaftlichen Spalt­pilz? In Broders Welt, dürfte dies der Fall sein:

Was trifft, trifft auch zu.

Nur stimmt der Satz genau genom­men natür­lich nicht. Man kann Men­schen auch durch ver­ach­t­en­des Mob­bing tre­f­fen.

Broder ste­ht als erster der Unterze­ich­n­er der Erk­lärung 2018 da und erläutert:

Okay, dachte ich, das Gelbe vom Ei ist es nicht, auch keine Anleitung zur Auflö­sung des Gordis­chen Knotens, aber vielle­icht doch der kle­in­ste gemein­same Nen­ner, auf den sich ein paar Leute ver­ständi­gen kön­nen, die sich Sor­gen wegen der Ero­sion rechtsstaatlich­er Regeln machen.

Dieter Stein, Eva Her­man und Thi­lo Sar­razin sind für Broder Leute, die sich nur etwas Ero­sion­ssor­gen machen. Schnöff, tätäää. Schnöff, tätäää. Ist er dadurch jet­zt spalt­pilzend? Schauen wir uns an, wie erfol­gre­ich solche Peti­tio­nen so sind:

Laut einem Mitar­beit­er des Peti­tion­sauss­chuss­es sei seit Beginn der Online-Peti­tio­nen nur ein einziges Gesetz verän­dert wor­den. Die Eingabe des Bürg­ers war hier­bei, die Ausstat­tung von Kraft­fahrzeu­gen mit ein­er zusät­zlichen Stoßs­tange (soge­nan­nten „Kuh­fänger“) zu ver­bi­eten. Diese Frontschutzbügel sind als Reak­tion auf diese Peti­tion per Gesetz ver­boten wor­den.

Der Clown gegen den Kuh­fänger, mal sehen, wer den Kürz­eren zieht.

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Guten Morgen

Twit­ter würgt den Twit­ter-Apps ander­er Her­steller rein, dass sie ab August keine Live-Tweets mehr anzeigen wer­den, und ob die Direk­t­mit­teilun­gen noch funk­tion­ieren wer­den, ist auch ungewiss.

Der US-Amerikanis­che Präsi­dent gewährt Ein­blick in seine Finan­zlage.

Der Bun­des­gericht­shof entschei­det darüber, ob man Bier bekömm­lich nen­nen darf.

Und während ich mir die Frage stelle: Schreibt Twit­ter irgend­wann auch vor, was man sagen darf? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Das ultimative Ziel von Twitter

Vor ein­er Woche schrieb Mike Mac­Girvin, Erfind­er von Frien­di­ca und Hubzil­la:

The big prob­lem is in the train­ing data and “goals” of the deep learn­ing process­es. The algo­rithms have been cre­at­ed by humans work­ing for cor­po­ra­tions with a goal to dom­i­nate the mar­ket, max­imise prof­its and share-hold­er returns, to pry into the per­son­al moti­va­tions of the observers in order to manip­u­late them more effec­tive­ly, and vio­late all known laws and stan­dards of eth­i­cal behav­iour to do this. The algo­rithms are judged by their abil­i­ty to do these things and infe­ri­or algo­rithms dis­card­ed or repro­grammed.

Heute bestätigt Twit­ter:

Our ulti­mate goal is to encour­age more free and open con­ver­sa­tion. To do that we need to sig­nif­i­cant­ly reduce the abil­i­ty to game and skew our sys­tems. Look­ing at behav­ior, not con­tent, is the best way to do that.

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Lesezeichen vom 16.05.2018

  • Sebas­t­ian Leber: Mit voller Wucht “Ein bren­nen­des Auto auf der Stad­tau­to­bahn, Sire­nen, Verzwei­flung. Sta­tis­tisch gese­hen verän­dert jed­er Unfall mit Todes­folge das Leben von 113 Men­schen. Manche für immer.”
  • Leis­tungss­chutzrecht: Kostet Mil­lio­nen – bringt nichts › Tabea Rößn­er, MdB “Dem­nach hat man im ver­gan­genen Jahr durch das Leis­tungss­chutzrecht lediglich Ein­nah­men in Höhe von 30.000 Euro erzielt – allerd­ings ganze 2.250.099,06 Euro für die Rechts­durch­set­zung aus­gegeben. Auch hier dro­ht Übel: Wenn der EuGH das Gesetz für unzuläs­sig erk­lärt, kön­nten die Ver­lage am Ende fast 10 Mil­lio­nen Euro Aus­gaben für das Leis­tungss­chutzrecht in den Sand geset­zt haben.”
  • Chris­t­ian Kracht spricht an der Uni Frank­furt über seinen Miss­brauch — SPIEGEL ONLINE “Chris­t­ian Kracht will sich im Hör­saal zu sein­er lit­er­arischen Arbeit äußern, dabei hat der umstrit­tene Autor genau das immer ver­mieden. Doch nun spricht er. Und offen­bart, als Junge sex­uell miss­braucht wor­den zu sein.”
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Guten Morgen

In let­zter Zeit war ich dann doch eher am Basteln und hochzeit­stech­nisch ver­plant, da kommt man dann nicht mehr dazu, für den Mor­gen die Beiträge abzuk­lap­pern. Dieses Blog wurde z.B. von MYSQL auf SQlite umgestellt und was hat das Zeit gekostet, unglaublich.

Es war allerd­ings zu vernehmen, dass die PGP-Ver­schlüs­selung von E-Mails bei HTML-Mails knack­bar ist, weswe­gen seit­ens der Bun­desregierung gle­ich gemeint wurde, gan­zlich darauf verzicht­en zu sollen ohne den Gedanken aufkom­men zu lassen, ein­fach keine HTML-Mails zu versenden oder direkt anzeigen zu lassen.

Trau­rige Mit­teilung für viele Twit­ter-Geilo­mat­en: Favs­tar haut in den Sack.

Nieder mit der Frei­heit: Bay­erns Land­tag beschließt das Polizeiauf­gabenge­setz.

Bernie Sanders appe­liert, eine glob­ale Rev­o­lu­tion gegen bloß wirtschaftliche Einzelin­ter­essen anzuge­hen.

Der ger­ade in der Türkei investierende İlkay Gün­doğan und Mesut Özil beanspruchen Fußballer­naiv­ität für sich und lassen sich mit Recep Tayyip Erdoğan fotogradieren als hät­ten sie von den anhal­tenden Men­schen­rechtsver­let­zun­gen in der Türkei nichts mit­bekom­men.

Und während ich mir die Frage stelle: Wie doof dür­fen Fußballer sein? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Lesezeichen vom 15.05.2018

  • In Düs­sel­dorf bin ich immer angepö­belt wor­den“ — WZ.de “Riegel: (…)Kopf und wohl auch Geldge­ber der deutschen Grun­deinkom­men-Bewe­gung ist Götz Wern­er, Inhab­er der DM-Drogeriemärk­te. Wern­er ist beken­nen­der Anthro­posoph. Googlen Sie ein­mal Götz Wern­er in Verbindung mit Johannes Stüttgen, dem Assis­ten­ten von Beuys, dann haben Sie den Zusam­men­hang. Dass die inzwis­chen Parteien infil­tri­eren, ist Teil ihrer Strate­gie. Die Grü­nen waren anfangs auch ein Auf­fang­beck­en für Anthro­posophen.”
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Lesezeichen vom 14.05.2018

  • Mit Soft­ware gegen Oppo­si­tion: Türkische Spähangriffe mit deutsch­er Hil­fe | tagesschau.de
  • Lind­ners Bäck­er-Geschichte: Er hat es versem­melt | tagesschau.de ” Ger­ade als Chef der ange­blich Lib­eralen Partei in Deutsch­land, ist das ein Armut­szeug­nis. Lind­ner zeigt mit sein­er Anek­dote, dass er lei­der keine Ahnung hat, wie Ras­sis­mus funk­tion­iert. Er scheint zu glauben, dass Ras­sis­mus schon wegge­ht, wenn sich kein Aus­län­der mehr ille­gal in Deutsch­land aufhält. Aber die Zahl der aus­reisepflichti­gen Asyl­be­wer­ber ist jet­zt schon extrem klein. Rechtliche Klarheit alleine hil­ft da offen­bar nicht.”
  • Strafanzeige gegen Mün­sters Ober­bürg­er­meis­ter | hpd “Max­i­m­il­ian Stein­haus, Press­esprech­er der Aktion, ergänzt: “Es war von vorn­here­in ein abgekartetes Spiel: Lewe hat­te nie vor, den Katho­liken­tag tat­säch­lich bei der Suche nach pri­vat­en Spon­soren zu unter­stützen. Er wollte diesem »Fest des Glaubens« öffentliche Gelder zukom­men lassen. Da er im Stad­trat keine Mehrheit erhielt, ver­suchte er es über die Sparkasse. Da die Kirche aber reich genug und somit gar nicht förder­würdig ist, hat das Kura­to­ri­um mit seinem Beschluss der Stiftung Gelder ent­zo­gen, die für echte Stiftungszwecke hät­ten einge­set­zt wer­den kön­nen. Somit verkommt die Stiftung zur Pri­vatschat­ulle des OBM.””
  • Dor­fen stellt sich der AfD ent­ge­gen “Bis die Ord­ner der AfD bemerk­ten was vor sich ging war es schon zu spät. 75 bis 80 Prozent der Plätze waren von Ein­heimis­chen beset­zt, die nichts mit der AfD am Hut hat­ten. Sie orderten Schnitzel und Getränke, pack­ten die Schafkopfkarten aus und macht­en es sich gemütlich.”
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