Gute Nacht, Freunde! https://t.co/wtpCZoHLQi

Seconhandladeneskalation

Kundin Ich interessiere mich für das Kleid auf der Anziehpuppe dort drüben…
Verkäuferin Ach ja?
Kundin Würden Sie mir helfen, es abzuziehen?
Verkäuferin Ich weiß nicht, ob das geht.
Kundin Man muss einfach nur anheben, denke ich.
Verkäuferin Das passt Ihnen nie.
Kundin Woher wollen Sie das wissen?
Verkäuferin Das ist 38.
Kundin Was denken Sie, dass ich habe?
Verkäuferin Keine 38.
Kundin Aber nicht viel mehr.
Verkäuferin Das passt Ihnen nie.
Kundin Könnten Sie mir den Schrank mit den Gläsern aufschließen?
Verkäuferin Wollen Sie die angucken?
Kundin Kaufen.
Verkäuferin Ich hab jetzt Feierabend.

Sorry Konstanz

Dale Hansen and Michael Sam – Part of Mine

NRW-SPD bei „menschlicher“ Abschiebung umgefallen

Innenminister Jäger so:

Was wir in Nordrhein-Westfalen nicht tun werden, ist in den frühen Morgenstunden plötzlich bei irgendeiner Familie aufzutauchen, die Kinder aus dem Bett zu zerren und dann eine Abschiebung durchzuführen

Realität so: Ding dong

Isn’t it ironic?

Es geht doch

Francine Christophe: Le chocolat

Christian Steiffen – Ein Glück (live im Rosenhof)

Schopenhauer über too much information

Ich nehme selbstverständlich gleich zurück, dass sich Arthur Schopenhauer über too much information geäußert hat. Er forderte allerdings, dass sich ein denkender Geist mit guten, nicht mit bloß populären Büchern beschäftigen solle. Alles andere verderbe den Geist. Keine allzu leichte Position: Auch unterhaltende Literatur kann für den Geist erquickend und – wie man so schön sagt – geistreich sein, auch wenn die Lehrsamkeit hinten ansteht.

Ich habe too much information in diesem Blog immer so aufgefasst, als dass dem Internetsurfer online und über andere Medien immer wieder Informationen zugetragen werden, die streng genommen nicht sonderlich lehrreich sind, schlimmstenfalls böswillig irreführend. Und schon bin ich nahe am Schopenhauerschen Gedanken: Muss ich nicht flux den Blick abwenden, wenn ich auf schlechte Informationsquellen stoße? Habe ich nicht zu Filtern beim großen Informationsangebot, dass das Internet beinhaltet? Worauf ist zu achten? Lassen wir einmal den Philosophen selbst sprechen:

Daher ist, in Hinsicht auf unsere Lektüre, die Kunst, nicht zu lesen, höchst wichtig. Sie besteht darin, dass man Das, was zu jeder Zeit so eben das größere Publikum beschäftigt, nicht deshalb auch in die Hand nehme, wie etwa politische oder kirchliche Pamphlete, Romane, Poesien u. dgl. m., die gerade eben Lärm machen, wohl gar zu mehreren Auflagen in ihrem ersten und letzten Lebensjahre anfangen: vielmehr denke man alsdann, daß wer für Narren schreibt allezeit ein großes Publikum findet, und wende die stets knapp gemessene, dem Lesen bestimmte Zeit ausschließlich den Werken der großen, die übrige Menschheit überragenden Geister aller Zeiten und Völker zu, welche die Stimme des Ruhmes als solche bezeichnet. Nur diese bilden und belehren wirklich.

Vom Schlechten kann man nie zu wenig und das Gute nie zu oft lesen: schlechte Bücher sind intellektuelles Gift, sie verderben den Geist. – Weil die Leute, statt des Besten aller Zeiten, immer nur das Neueste lesen, bleiben die Schriftsteller im engen Kreise der cirkulirenden Ideen und das Zeitalter verschlammt immer tiefer in seinem eigenen Dreck.

Es ist ganz interessant, dass in englischen Übersetzungen frei weitergesponnen wird:

In order to read what is good one must make it a condition never to read what is bad; for life is short, and both time and strength limited.

Oder diese Übersetzung:

schopenhauergoodbooks

Ludwig Marcuse hat vor mehr als 50 Jahren aufgefordert, sich einmal mit diesen Gedanken in aktualisierter Form auseinander zu setzen. Die englischen Zitate sind dann auch eher als eine Interpretation des eigentlichen Gedankens zu sehen.

Schon am Anfang habe ich gegen Schopenhauer eingewendet, dass unterhaltsame, nicht lehrreiche Literatur für den Geist sinnvoll sein kann, ohne ihn zu verderben. Das widerspricht seinem Gedanken nicht vollkommen: Ich habe beispielsweise für ein Lokalblog im Münsterland einmal angefangen, Münsterlandkrimis zu lesen. Anfangs mit einem gewissen Ansporn, irgendwann mit starker Ablehnung. Und das aus ungefähr dem, was Schopenhauer gegen schlechte Literatur anführt: Nicht die Qualität des Textes steht bei der Veröffentlichung eines Buches im Vordergrund, sondern die Geldmacherei oder das Ego des Schreibers. Das ist Schriftstellern nicht grundsätzlich anzukreiden, nur für gebildete Leser eben ein Hindernis für eine weitere Lektüre.

Und dieses Hindernis wiederum besteht darin, dass die Lektüre für den Leser nicht geistreich ist, sie versetzt einem, psychologisch gesprochen, keine Kicks. Da Lesen oftmals sowieso keine leichte Angelegenheit ist, wird eine Lektüre so schnell zur Belastung.

Um nun aber bei Literatur zwischen guter und schlechter zu unterscheiden, braucht es Lektüre und eben auch Lektüre schlechter Bücher, um gute erkennen zu können. Nur die bodenlos schlechte, die man an Verkaufsform des Mediums, Titel, Thema, spätestens beim ersten Leseeindruck erkennt, fällt meines Erachtens genau in Schopenhauers zu ignorierende Literatur.

Wobei heutzutage das Paradoxon zu Tage tritt, dass es wohl kaum jemals mehr zu lesen gab und es doch so schwierig erscheint, an gute Literatur zu bekommen. Oder kennen noch jemand eine vertrauenswürdige Buchhandlung, die von einer bestimmten Lektüre abriete, wo man doch ein Geschäft machen könnte?

Botho Strauß‘ Deutschlandsorge

Wer hat Botho Strauß nur so ins Hirn geschissen?

„Die Sorge ist, dass die Flutung des Landes mit Fremden eine Mehrzahl solcher bringt, die ihr Fremdsein auf Dauer bewahren und beschützen. [..] Dank der Einwanderung der Entwurzelten wird endlich Schluss sein mit der Nation und einschließlich einer Nationalliteratur. Der sie liebt und ohne sie nicht leben kann, wird folglich seine Hoffnung allein auf ein wiedererstarktes, neu entstehendes „Geheimes Deutschland“ richten.“
                     Botho Strauß: Der letzte Deutsche

Da fällt mir immer das ein:

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