Lesezeichen vom 11.01.2018

  • Zown­ir, Miron und Anfu­so, Nico: Pom­merenke | SWR2 “Hein­rich war ein sym­pa­this­ches Unge­heuer, anmaßend wie der Teufel und gle­ichzeit­ig so bedauern­swert naiv in seinen grob­schnit­ti­gen Ver­suchen, seinen Ver­brechen bib­lis­che Dimen­sio­nen zu ver­lei­hen. Gott habe ihn dazu auser­wählt, noch mehr sinnlos­es Leid in die Welt zu streuen. Er habe ihn zu seinem willi­gen Werkzeug gemacht. Wer von Hein­rich die Gründe für seine Ver­brechen erfahren wollte, wurde an Gott ver­wiesen. Nur wer an Sünde und Verge­bung glaubte, durfte von Hein­rich eine wohlwol­lende Audienz erwarten, bei der der Besuch­er immer wie auf einem Beicht­stuhl saß. ”
  • RAF: Lust an Gewalt | ZEIT ONLINE Jan Philipp Reemts­ma: “Alle diese Leute meinen irgen­det­was, aber darauf kommt es nicht an, son­dern darauf, dass sie ins­ge­samt ein Kli­ma erzeu­gen, in dem alle nervös, reiz- und kränkbar auf das erlösende Wort »Schluss damit, jet­zt muss gehan­delt wer­den!« warten. ”
  • Vor­ermit­tlun­gen ges­tartet: Iranis­ch­er Ex-Richter ist aus­gereist | tagesschau.de “Der Gen­er­al­bun­de­san­walt hat Vor­ermit­tlun­gen gegen den ehe­ma­li­gen Ober­sten Richter des Iran ein­geleit­et. In sein­er Amt­szeit sollen Tausende Men­schen hin­gerichtet wor­den sein. Er war bis heute zur Behand­lung in Han­nover.”
  • Nach Reportage über Polen: Het­ze gegen ARD-Repor­terin | tagesschau.de
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R.i.p. France Gall (1947–2018)

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Lesezeichen vom 05.01.2018

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Warum wir keine bürgerliche Wende brauchen

Alexan­der Dobrindt hat in der Welt ein poli­tis­ches Mia-san-mia-Häu­flein hin­ter­lassen. So bange ist man schon in der CSU angesichts der Land­tagswahlen. Will man Dobrindt ver­ste­hen, sollte man zunächst ein­mal seinen Sinn für Logik wegsper­ren. Für Dobrindt

dominiert in vie­len Debat­ten eine linke Mei­n­ungsvorherrschaft eine dieses Schaus­piel ertra­gende bürg­er­liche Mehrheit. Der Ursprung dafür liegt vor genau 50 Jahren, im Jahr 1968. Damals haben linke Aktivis­ten und Denker den Marsch durch die Insti­tu­tio­nen aus­gerufen und sich schon bald Schlüs­sel­po­si­tio­nen gesichert in Kun­st, Kul­tur, Medi­en und Poli­tik. Sie wur­den zu Mei­n­ungsverkün­dern, selb­st ernan­nten Volk­serziehern und laut­starken Sprachrohren ein­er linken Min­der­heit.

Die 68er sind an allem schuld. Ich glaube, da ver­hebt sich der Dobrindt schon. Ein ganz großer Teil der Deutschen hat die 1968er damals so gut wie gar nicht wahrgenom­men. Dass das kon­ser­v­a­tive Ver­hal­ten nach dem Krieg, sprich: die Ver­gan­gen­heit ruhen zu lassen, keine Kri­tik zuzu­lassen, eine Gegen­reak­tion her­vor­ruft, das finde ich nur natür­lich. Und über­haupt: In intellek­tuellen Kreisen gibt es seit je her eine linke Mehrheit, das haben die 1968er wed­er erfun­den noch befördert.

Die 68er waren dabei immer eine Eliten­be­we­gung, eine Bürg­er-, Arbeit­er- oder Volks­be­we­gung waren sie nie.

Ob jemand in der Mehrheit ist oder nicht, ist  nicht entschei­dend dafür, ob Recht hat oder nicht. Und bei Bewe­gun­gen, sofern sie erfol­gre­ich sind, ist es eben auch immer so, dass es Führungs­fig­uren braucht, die einen und die Bewe­gung vorantreiben.

Wo Linke seit 1968 ver­suchen, den Patri­o­tismus als etwas Bös­es zu dif­famieren, ste­hen wir zu Vater­land wie Mut­ter­sprache.

Ja, dolegs­dini­da.

Wir brauchen den Auf­bruch ein­er neuen Bürg­er­lichkeit, die sich ihrer Werte und Frei­heit bewusst ist. Wir brauchen den Auf­bruch in eine neue, kon­ser­v­a­tive Bürg­er­lichkeit, die unser Land zusam­men­führt, unsere Wertege­mein­schaft stärkt und unsere Frei­heit vertei­digt.

Und nicht die der anderen, oder was. Und wozu über­haupt? Und was ist mit den Vertretern link­er Bürg­er­lichkeit, die im Kli­ma von Pegi­da Flüchtlinge bei der Ein­reise fre­undlich begrüßt haben, insofern unser Land zusam­men­führten, unsere Wertege­mein­schaft stärk­ten und unsere Frei­heit vertei­digten? Deren Ver­hal­ten hat Wellen geschla­gen. Mir fällt da ger­ade nicht mal ein aktuelles Beispiel von kon­ser­v­a­tiv­er Seite ein.

Auf die linke Rev­o­lu­tion der Eliten sollte unbe­d­ingt eine kon­ser­v­a­tive Rev­o­lu­tion der Bürg­er fol­gen

Eine Rev­o­lu­tion wen­det sich allerd­ings immer gegen ein beste­hen­des Macht­sys­tem. Und Dobrindt meint, das sei in Deutsch­land ger­ade nicht links. Wir brauchen also eine kon­ser­v­a­tive Rev­o­lu­tion gegen eine kon­ser­v­a­tive Regierung?

Was dem Dobrindt vorschwebt, wird es schlicht nicht geben. Kon­ser­v­a­tive Ideen schla­gen in Deutsch­land bis auf Weit­eres keine volks­be­we­gen­den Wellen, dazu ist die Zuge­hörigkeit der Leute zur Aufk­lärung nicht gebrochen genug. Egal, wie sehr Dobrindt ihr an den Kra­gen will.

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Lesezeichen vom 03.01.2018

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Jennifer — Sehnsucht nach was Besseres

Har­ald Wehmeier und Andreas Altenburgs NDR-Fernsehserie Jen­nifer — Sehn­sucht nach was Besseres gehen ger­ade mit eben dieser in die zweite Staffel. Und zur Freude der Zuschauer ist dies kein lauer Auf­guss der ersten: Mit Con­tain­er-Ingo, gespielt von Klaas Heufer-Umlauf, wird erfol­gre­ich eine in die Geschichte passende Fig­ur präsen­tiert.

Man­fred Schweers (großar­tig fies-schmierig dargestellt von Ulrich Bähnk) übern­immt hal­ble­gal den Friseur-Salon, in dem Jen­nifer arbeit­et, und stellt den abge­halfterten C-Pro­mi Con­tain­er-Ingo ein, der den Laden zum Laufen brin­gen soll.

Ging die erste Staffel noch darum, dass der Kap­i­tal­is­mus genau die Träume unerr­e­ich­bar macht, die er anpreist, haben wir nun eine Fig­ur, die an genau dieser Stelle gescheit­ert ist und zurück­kommt. Das alles ver­lei­ht der Com­e­dy-Serie eine gewisse bit­tere Note und ist insofern von den bei­den Autoren Wehmeier und Altenburg ein gelun­gener Sprung ins Unbekan­nte, waren doch bish­er ihre Radio-Fig­uren bloß lustige Vertreter des Präkari­ats.

Trotz dieser Wen­dung wer­den die Rand­fig­uren liebevoll dargestellt: Jen­nifers Oma (herz­er­wär­mend lebenser­fahren gespielt von Doris Kun­st­mann), deren Fre­und, ihr Ex-Chef, ihr Ex-Fre­und, sog­ar sich selb­st als Fans von Con­tain­er-Ingo leg­en sie ein an ihr Fanob­jekt gerichtetes ent­lar­ven­des “Du kennst auch keine Leute mehr” in den Mund, weil es auch den Fans nicht um die ange­him­melten Per­so­n­en selb­st geht. Zwei Fol­gen ist die Haupt­fig­ur fast nur Staffage, wäre sie nicht von der zauber­haften Katrin Ingen­doh gespielt. Ein Serien-Juwel, lei­der ver­steckt. Die Fol­gen sind in der Mediathek anse­hbar.

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