Guten Morgen

Boris John­son hat das Pro­blem mit dem Brex­it ver­stan­den:

Wenn am Ende Groß­bri­tan­ni­en wei­ter der EU unter­wor­fen bleibt, dann war der Brex­it eine tota­le Zeit­ver­schwen­dung

Sharon Stone wird gefragt, ob ihr jemals im Show­busi­ness Sexis­mus begeg­net wäre.

Mesa­le Tolu erzählt von ihrer Haft­zeit in der Tür­kei, und erklärt, war­um Deutsch­land wei­ter­hin Druck auf die Tür­kei aus­üben sol­le.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ärgert es kei­nen mehr, wie die Tür­kei Flücht­lin­ge instru­men­ta­li­siert? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Kul­tu­rel­le Umwäl­zun­gen in den USA sind gro­ßer Bestand­teil der Nach­rich­ten, kön­nen aber nicht 1:1 über­setzt wer­den.

Ist es jetzt für die Benut­zer gut, dass Face­book mit dem spielt, was in der Zeit­leis­te der Nut­zer ange­zeigt wird, oder nicht? Es geht wohl nur dar­um, dass kom­mer­zi­el­le Sei­ten­be­trei­ber mehr Koh­le für Wer­bung aus­ge­ben. Irgend­wie glau­be ich nicht, dass man ver­lo­ren gegan­ge­ne Benut­zer zurück­ho­len kann. Und bei mir sieht die Zeit­leis­te so wirr zusam­men­ge­wür­felt wie immer aus. Es ist euch merk­wür­dig, dass immer eine ein­zi­ge Stra­te­gie für in unter­schied­li­chen Län­dern unter­schied­lich genut­ze Diens­te funk­tio­nie­ren soll. Face­book ist bei mir jeden­falls nicht das Tele­fon­buch oder die ers­te Metho­de irgend­je­man­den zu kon­tak­tie­ren.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ist jetzt die ziem­lich unskan­da­lö­se Anschul­di­gung gegen einen ame­ri­ka­ni­schen Komi­ker der Tod von #MeToo oder war es der Moment, als Oprah die Füh­rer­schaft bean­sprucht hat? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Die Donots haben ein neu­es Album raus­ge­bracht, das bespre­che ich da.

Face­book hat ange­kün­digt die Bei­trä­ge von Sei­ten in den News­feeds der Benut­zer weni­ger auf­tau­chen zu las­sen. Der Grund hier­für soll sein, dass das Wohl­be­fin­den der Nut­zer gestei­gert wer­den soll.

Jeff Jar­vis bas­telt ob die­ser Ver­än­de­rung an sei­ner Defi­ni­ti­on von Jour­na­lis­mus (wobei das im Kern kei­ne Defi­ni­ti­on ist, son­dern eine Auf­ga­ben­be­schrei­bung):

con­vening com­mu­nities into civil, infor­med, and pro­duc­tive con­ver­sa­ti­on, redu­cing pola­ri­za­ti­on and buil­ding trust through hel­ping citi­zens find com­mon ground in facts and under­stan­ding.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Wenn Face­book das Wohl­be­fin­den der Nut­zer stei­gern möch­te, wes­we­gen hören sie dann nicht ein­fach auf, ihre Nut­zer aus­zu­spio­nie­ren? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Eini­ge Jour­na­lis­tin­nen und Künst­le­rin­nen in Frank­reich, dar­un­ter Cathe­ri­ne Deneuve, haben sich gegen die #MeToo-Kampagne gestellt und krie­gen dafür jetzt Gegen­wind. Wobei es hier­bei im Grun­de nur um Miss­ver­ste­hen geht: Die #MeToo-Kampange wid­met sich gegen sexu­el­le Über­grif­fe, soweit ich sehe nicht um Rem­pe­lei­en oder sowas, über die man auf unge­schick­te Wei­se Auf­merk­sam­keit erhei­schen will. Wenn jemand am Tag 20 Mal ange­rem­pelt wird, ist das wider­um auch kei­ne Klei­nig­keit mehr. Es geht also um Han­dun­gen in unter­schied­li­chen Situa­tio­nen, die unter­schied­lich bewer­tet wer­den müs­sen, mög­lichst ohne unnö­ti­gen Flur­scha­den her­bei zu füh­ren, wenn die Sach­la­ge nicht ein­deu­tig ist. Die Fra­ge ist, zieht jemand mit bei einer inten­dier­ten Hand­lung oder drän­ge ich ihn oder sie dazu etwas zu tun, was sie nicht tun möch­te oder zu einer Hand­lung, von der ich weiß, dass mein Adres­sat sie nicht wol­len kann? Ani­mie­re ich einen Freund, die Sor­gen Sor­gen sein zu las­sen und einen zur Ent­span­nung mit­zu­trin­ken, oder drän­ge ich einen Alko­ho­li­ker mir beim Alko­hol­kon­sum bei zu ste­hen? Da gibt es Grau­zo­nen, in denen jeder selbst gefragt ist und objek­ti­ve Ent­schei­dun­gen nicht zu tref­fen sind. Es gibt aber auch ein­deu­ti­ge Situa­tio­nen und zwar nicht zu knapp. Wir müs­sen wohl damit leben, dass es Per­so­nen auf der einen wie auf der ande­ren Sei­te geben wird, die einen Scha­den ohne Wie­der­gut­ma­chung haben. Müs­sen wir jetzt Angst haben, dass sich Leu­te nicht mehr trau­en, ihren Schwarm anzu­spre­chen, weil das auch schon eine Grenz­über­schrei­tung ist? Nach Jah­ren zu star­ken Grenz­über­tre­tens, kann doch etwas Vor­sicht nicht scha­den. Und ein­fa­ches, nicht bloß sexu­ell inten­dier­tes Geschwätz kann einen auch weit brin­gen.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Brau­chen wir einen neu­en Flirt-Knigge? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Laut einer Umfra­ge wol­len 89% der Bri­ten eine zwei­te Staats­bür­ger­schaft. Dafür wür­den sie auch finan­zi­ell was in Kauf neh­men.

Bei der BBC fragt man sich, ob Donald Trump den Text der eige­nen Natio­nal­hym­ne über­haupt kann.

Es gibt einen offe­nen Brief gegen AMP.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Ist die­ses bri­ti­sche Rosi­nen­pi­cken eine Ent­spre­chung zum deut­schen Hand­tuch­aus­rol­len? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

Guten Morgen

Micha­el Spreng sieht gera­de nur Mar­ke­tings­prü­che kern­lo­ser Alt­par­tei­en.

Ste­phen Col­bert hat sei­ne ers­te Arbeits­wo­che auch schon hin­ter sich.
Der neue ARD-Chef möch­te den Rund­funk­bei­trag erhö­hen oder im Pro­gramm strei­chen, z.B. den Tatort-Wiederhol-Kanal One, der bei mir gar nicht auf dem Schirm ist.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um hat die Öffi-Mediathek noch kei­nen Fern­seh­ka­nal erüb­rigt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen

R.i.p. France Gall (1947–2018)

Weiterlesen

Warum wir keine bürgerliche Wende brauchen

Alex­an­der Dob­rindt hat in der Welt ein poli­ti­sches Mia-san-mia-Häuflein hin­ter­las­sen. So ban­ge ist man schon in der CSU ange­sichts der Land­tags­wah­len. Will man Dob­rindt ver­ste­hen, soll­te man zunächst ein­mal sei­nen Sinn für Logik weg­sper­ren. Für Dob­rindt

domi­niert in vie­len Debat­ten eine lin­ke Mei­nungs­vor­herr­schaft eine die­ses Schau­spiel ertra­gen­de bür­ger­li­che Mehr­heit. Der Ursprung dafür liegt vor genau 50 Jah­ren, im Jahr 1968. Damals haben lin­ke Akti­vis­ten und Den­ker den Marsch durch die Insti­tu­tio­nen aus­ge­ru­fen und sich schon bald Schlüs­sel­po­si­tio­nen gesi­chert in Kunst, Kul­tur, Medi­en und Poli­tik. Sie wur­den zu Mei­nungs­ver­kün­dern, selbst ernann­ten Volks­er­zie­hern und laut­star­ken Sprach­roh­ren einer lin­ken Min­der­heit.

Die 68er sind an allem schuld. Ich glau­be, da ver­hebt sich der Dob­rindt schon. Ein ganz gro­ßer Teil der Deut­schen hat die 1968er damals so gut wie gar nicht wahr­ge­nom­men. Dass das kon­ser­va­ti­ve Ver­hal­ten nach dem Krieg, sprich: die Ver­gan­gen­heit ruhen zu las­sen, kei­ne Kri­tik zuzu­las­sen, eine Gegen­re­ak­ti­on her­vor­ruft, das fin­de ich nur natür­lich. Und über­haupt: In intel­lek­tu­el­len Krei­sen gibt es seit je her eine lin­ke Mehr­heit, das haben die 1968er weder erfun­den noch beför­dert.

Die 68er waren dabei immer eine Eli­ten­be­we­gung, eine Bürger-, Arbeiter- oder Volks­be­we­gung waren sie nie.

Ob jemand in der Mehr­heit ist oder nicht, ist  nicht ent­schei­dend dafür, ob Recht hat oder nicht. Und bei Bewe­gun­gen, sofern sie erfolg­reich sind, ist es eben auch immer so, dass es Füh­rungs­fi­gu­ren braucht, die einen und die Bewe­gung vor­an­trei­ben.

Wo Lin­ke seit 1968 ver­su­chen, den Patrio­tis­mus als etwas Böses zu dif­fa­mie­ren, ste­hen wir zu Vater­land wie Mut­ter­spra­che.

Ja, dolegs­di­ni­da.

Wir brau­chen den Auf­bruch einer neu­en Bür­ger­lich­keit, die sich ihrer Wer­te und Frei­heit bewusst ist. Wir brau­chen den Auf­bruch in eine neue, kon­ser­va­ti­ve Bür­ger­lich­keit, die unser Land zusam­men­führt, unse­re Wer­te­ge­mein­schaft stärkt und unse­re Frei­heit ver­tei­digt.

Und nicht die der ande­ren, oder was. Und wozu über­haupt? Und was ist mit den Ver­tre­tern lin­ker Bür­ger­lich­keit, die im Kli­ma von Pegi­da Flücht­lin­ge bei der Ein­rei­se freund­lich begrüßt haben, inso­fern unser Land zusam­men­führ­ten, unse­re Wer­te­ge­mein­schaft stärk­ten und unse­re Frei­heit ver­tei­dig­ten? Deren Ver­hal­ten hat Wel­len geschla­gen. Mir fällt da gera­de nicht mal ein aktu­el­les Bei­spiel von kon­ser­va­ti­ver Sei­te ein.

Auf die lin­ke Revo­lu­ti­on der Eli­ten soll­te unbe­dingt eine kon­ser­va­ti­ve Revo­lu­ti­on der Bür­ger fol­gen

Eine Revo­lu­ti­on wen­det sich aller­dings immer gegen ein bestehen­des Macht­sys­tem. Und Dob­rindt meint, das sei in Deutsch­land gera­de nicht links. Wir brau­chen also eine kon­ser­va­ti­ve Revo­lu­ti­on gegen eine kon­ser­va­ti­ve Regie­rung?

Was dem Dob­rindt vor­schwebt, wird es schlicht nicht geben. Kon­ser­va­ti­ve Ide­en schla­gen in Deutsch­land bis auf Wei­te­res kei­ne volks­be­we­gen­den Wel­len, dazu ist die Zuge­hö­rig­keit der Leu­te zur Auf­klä­rung nicht gebro­chen genug. Egal, wie sehr Dob­rindt ihr an den Kra­gen will.

Weiterlesen

Guten Morgen

Die von der CSU aus­ge­ru­fe­ne, ersehn­te Konservativ-bürgerliche Wen­de ist nach Kirs­ten Gir­schick nur ein Über­spie­len des eige­nen Wäh­ler­schwun­des.

Wei­te­re unfass­ba­re Pein­lich­keit im Fall des angeb­lich selbst ange­zün­det haben­den Oury Jal­loh: Ein Zeu­ge möch­te bei der Poli­zei eine Aus­sa­ge machen und erhält statt­des­sen einen Ver­weis.

Das wird Sie jetzt sicher so über­ra­schen wie mich: Die Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­tet der Arbeits­agen­tu­ren hel­fen nicht den Arbeits­lo­sen, son­dern den Anbie­tern der Maß­nah­men.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: War­um gehen Skan­da­le in der Pres­se­land­schaft gegen­über Pop­kul­turs­tuss so unter? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

Weiterlesen