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Wertung:

Covert Affairs

covertaffairs

Dies ist eine sei­fern­opern­ar­ti­ge erzähl­te Spio­na­ge­ge­schich­te ohne wirk­li­che Span­nung, so dass es dem Zuschau­er irgend­wann Lat­te ist, wor­um es genau geht und wer wes­we­gen gera­de bedrohnt wird. Die alber­nen Hin­ter­grund­ta­pe­ten bei Auto­fahr­ten und das nicht über­zeu­gen­de Spiel der Haupt­dar­stel­le­rin tun ihr übri­ges. Die Serie erin­nert etwas zu sehr an bekann­te Ide­en aus Chuck und Frin­ge und spielt in der­sel­ben Liga wie Agen­tin mit Herz, wobei Kate Jack­son deut­lich geer­de­ter rüberkommt. 

Jum­ping the shark Nach der ers­ten Fototapete.

von der Lippe, Jürgen — Beim Dehnen singe ich Balladen * Klolektüre (22)

Jür­gen von der Lip­pes Schmö­ker haben nicht sel­ten die Eigen­schaft, dass sie in der eige­nen Wie­der­ga­be nicht so lus­tig sind, als wenn der Autor selbst sein Werk wie­der­gibt. Dahin­ge­hend scheint auch der etwas brä­si­ge Titel die­ses Schin­kens zu ver­wei­sen. Aller­dings soll­te man sich in die­sem Fall nicht täu­schen las­sen: Der Enter­tai­ner unter­hält den geneig­ten Leser durch­aus gut mit absur­der Situa­ti­ons­ko­mik — wenn auch die Geschichts­en­den, von denen er anfangs schreibt, dass sie gut sein müs­sen, reih­nen­wei­se enttäuschen.

Auch wenn die Geschich­ten in vor­ge­tra­ge­ner Form erst ihren eigent­li­chen Reiz ent­fal­ten — das Hör­buch mit Caro­lin Kebe­kus und Jochen Malms­hei­mer sei an die­ser Stel­le wärms­tens empfohlen-, gibt es für die­sen gelun­ge­nen, kurz­wei­igen Schmö­ker von fünf mög­li­chen Klorollen:

Weihnachtsbuchgeschenktipps

Wer kurz vor Weih­nach­ten noch ein Geschenk braucht, nicht irgend­was schen­ken will und Büchern nicht abge­neigt ist, dem sei fol­gen­des empfohlen:

Lite­ra­tur / Thriller
Mei­ne Tan­te beschwert sich mal, dass sie seit­dem sie 80 ist nur noch Bücher übers Älter­wer­den und den Tod bekä­me. Des­we­gen bekommt sie nun Fumi­no­ri Naka­mu­ra — Der Dieb. Eine span­nen­de Geschich­te aus dem All­tags­le­ben eines Taschen­die­bes in Tokio, den sei­ne Ver­gan­gen­heit einholt.

Lite­ra­tur / Liebesgeschichte
Tho­mas Mey­er — Wol­ken­bruchs wun­der­li­che Rei­se in die Arme einer Schick­se. War in der Schweiz ein Best­sel­ler und beschreibt wit­zig das jüdi­sche All­tags­le­ben in der Schweiz.

Lite­ra­tur / Familiengeschichte
Ali­na Bron­sky — Baba Dun­jas letz­te Lie­be. Baba Dun­ja schreibt Brie­fe an ihre Toch­ter Iri­na, die Chir­ur­gin bei der deut­schen Bun­des­wehr ist, über das Leben in ihrem rus­si­schen Dorf: Was­ser gibt es aus dem Brun­nen, Elek­tri­zi­tät an guten Tagen und Gemü­se aus dem eige­nen Gar­ten. Doch dann kommt ein Frem­der ins Dorf und bedroht die Dorfgemeinschaft.

Kin­der­buch ab 4 Jahren
Ali­ce Mel­vin — Emma kauft ein. Sehr schön bebil­der­te Kurzgeschichte.

Kin­der­buch
Oren Lavie — Der Bär, der nicht da war. “Da ist er, der Bär, der gera­de noch nicht da war, und zieht aus sei­ner Tasche einen Zet­tel, auf dem steht: »Bist du ich?« Gute Fra­ge, denkt er sich, fin­den wir es her­aus! Sofort macht er sich auf und wan­dert in den wun­der­sa­men Wald.” Ein­falls­rei­che Geschich­te mit wun­der­vol­ler Bebil­de­rung — auch für Erwachsene.

Eng­li­scher Schmöker
Ein mys­te­riö­ser Mann gibt Zwil­lin­gen einen Con­trol­ler, der aber nicht für ihre bis­he­ri­gen Video­spie­le geeig­net ist. Als sie ver­ste­hen, was man über ihn beein­flusst, wäh­nen sie sich im Land ihrer Träu­me. David Bad­diel — The Per­son Con­trol­ler.

Nie­der­län­di­sche Biographie
Isa Hoes — Toen ik je zag. Die Lebens­ge­fähr­tin von Anto­nie Kamer­ling ali­as Hero beschreibt ihr Leben im Medi­en­zir­kus der 90er Jah­re und die Krank­heit von Kamer­ling, die in einer Tra­gö­die endete.

Klo­lek­tü­re
Es ist wahrschein­licher, irgen­deine Tele­fon­num­mer anzu­rufen, “Gesund­heit” zu sagen und der­jenige, der den Hörer abgenom­men hat, hat ger­ade tat­säch­lich genießt, als einen 6er im Lot­to zu krie­gen. Die­se und mehr merk­wür­di­ge Weis­hei­ten fin­den sich in: Rand­all Mun­roe — What if?

Für Reise­in­ter­es­sier­te / klei­ner Preis
Einen unge­mein unter­halt­samen Kennnlern­schmöker hat Mile­na Moser da geschrie­ben. Die gebür­tige Zür­che­rin beschreibt ihre Geburts­stadt Zürich anek­doten­re­ich und ohne Aus­las­sung der Macken ihrer Ein­wohner oder den Nach­tei­len der Stadt. Abgerun­det wird Gebrauchs­an­wei­sung für Zürich mit Krim­i­le­setipps und Heimatliebe­bekun­dun­gen einge­sessener Zür­cher. Unter­halt­sam, selbst wen man nicht in nächs­ter Zeit nach Zürich rei­sen möchte.

Für Reise­in­ter­es­sier­te / geho­be­ner Preis
Jud­tih Schalan­sky — Atlas der abge­le­ge­nen Inseln: Fünf­zig Inseln, auf denen ich nie war und nie­mals sein wer­de. Groß­ar­ti­ger Schmö­ker mit beein­dru­cken­den Gra­fi­ken der Auto­rin, in dem genau das ist, was der Titel verspricht.

Geschich­te
Mar­tin Kit­chen — Speer: Hilter’s Archi­tekt. Es ist so beein­dru­ckend wie merk­wür­dig, dass es nach der Bio­gra­phie von Joa­chim C. Fest, des­sen Ansich­ten getrübt sind, noch kei­ne bes­se­re Bio­gra­phie zu Albert Speer gege­ben hat. Bis zu dieser.

Kochen
Roland Trettl — Ser­viert – Die Wahr­heit über die bes­ten Köche der Welt. Kurz­wei­li­ge Abrech­nung des Star­kochs mit den bes­ten Köchen sei­ner Zunft, das am bes­ten ist, wenn er ein paar der bes­ten Rezep­te die­ser Meis­ter verrät.

Hör­buch
Pas­tew­ka & Kom­pli­zen — Paul Temp­le und der Fall Gre­go­ry. Bas­ti­an Pas­tew­ka kla­mü­sert sich einen fast ver­lo­ren gegan­ge­nen Fall von Fran­cis Durbridge zusam­men und ver­setzt ihn mit etwas Humor. Sehr lustig.

[ Die Links zu den Büchern sind Werbelinks. ]

Vegas, Rob — Ich, Harald Schmidt

buchleser

Schlicht ver­ho­ben hat sich Rob Vegas mit die­ser Pseudo-Biographie des ehe­ma­li­gen Late-Night-Talkers Harald Schmidt. Dem inspi­ra­ti­ons­lo­sen Anek­do­ten­mix aus Inter­views und eige­nen Ide­en fehlt genau der Esprit, die Gif­tig­keit, die Mis­an­thro­pie, die Harald Schmidt einst aus­mach­ten. Es hät­te mehr Mut gebraucht, dem Alt­meis­ter nahe zu kom­men. Statt­des­sen plau­dert sich Vegas in bana­ler, dem Sub­jekt des Buches gar nicht ent­spre­chen­der Spra­che durchs Buch und lässt Schmidts Achil­les­ver­se, sei­ne intel­lek­tu­el­le Eitel­keit, kom­plett aus. Es ist eine Come­dy, die ange­lacht wer­den muss, und in Buch­form gänz­lich versagt.

Seconhandladeneskalation

Kun­din Ich inter­es­sie­re mich für das Kleid auf der Anzieh­pup­pe dort drüben…
Ver­käu­fe­rin Ach ja?
Kun­din Wür­den Sie mir hel­fen, es abzuziehen?
Ver­käu­fe­rin Ich weiß nicht, ob das geht.
Kun­din Man muss ein­fach nur anhe­ben, den­ke ich.
Ver­käu­fe­rin Das passt Ihnen nie.
Kun­din Woher wol­len Sie das wissen?
Ver­käu­fe­rin Das ist 38.
Kun­din Was den­ken Sie, dass ich habe?
Ver­käu­fe­rin Kei­ne 38.
Kun­din Aber nicht viel mehr.
Ver­käu­fe­rin Das passt Ihnen nie.
Kun­din Könn­ten Sie mir den Schrank mit den Glä­sern aufschließen?
Ver­käu­fe­rin Wol­len Sie die angucken?
Kun­din Kaufen.
Ver­käu­fe­rin Ich hab jetzt Feierabend.

Homering-Elsner, Jörg und Ralf Heimann — Lepra-Gruppe hat sich aufgelöst: Perlen des Lokaljournalismus * Klolektüre (21)

Die Facebook-Seite Per­len des Lokal­jour­na­lis­mus hat mitt­ler­wei­le über 190.000 Fans, jetzt gibt es den Schmö­ker zur Sei­te. Aber wer die Sei­te schon kennt, wird nicht son­der­lich begeis­tert sein: Das Buch beinhal­tet nur Alt­be­kann­tes und die Kom­men­ta­re zu den Zei­tungs­schnip­seln sind doch sehr kurz.

Die­ser Schmö­ker ist wohl nur was für Leu­te ohne Inter­net­an­schluss, aber wegen der guten Aus­gangs­idee gibt es von fünf mög­li­chen Klorollen:

Munroe, Randall — What if? * Klolektüre (20)

Dies ist die zwei­te Webcomic-Reihe von Rand­all Mun­roe nach xkcd in Buch­form. Es wer­den diver­se außer­ge­wöhn­li­che Fra­gen so ernst wie mög­lich behan­delt. Jetzt weiß ich also, dass es wahr­schein­li­cher ist, irgend­ei­ne Tele­fon­num­mer anzu­ru­fen, “Gesund­heit” zu sagen und der­je­ni­ge, der den Hörer abge­nom­men hat, hat gera­de tat­säch­lich genießt, als einen 6er im Lot­to zu krie­gen. Und dass 2060 Face­book wahr­schein­lich mehr Pro­fi­le Toter als Leben­di­ger hat. Und dass ich durch Tee­um­rüh­ren das Tee­was­ser nicht zum Kochen brin­gen kann. Wie wundervoll!

Die­ser Schmö­ker ist ein erhel­len­der, nicht ganz anspruchs­lo­ser Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält, da er wohl für jeden etwas Inter­es­san­tes birgt, von fünf mög­li­chen Klorollen:

Gottwald, Caroline — Ist der Hahn tot, wenn man ihn zudreht? * Klolektüre (19)

Wit­zi­ger als im Buch­ti­tel wird die­ser Schmö­ker nicht. Die Auto­rin greift irgend­wann nach jedem Stroh­halm, um Fra­gen stel­len zu kön­nen. Das ist bemüht, aber eben völ­lig geistlos.

Die­ser Schmö­ker ist zwar kein erhel­len­der, schnell ner­ven­der Beglei­ter auf unse­rem Don­ner­bal­ken und erhält folg­lich von fünf mög­li­chen Klorollen:

Reinhold Galls angebliche Freiheitsrechte

Tja, die SPD ist wohl inhalt­lich schon so tot, dass die eige­nen Leu­te auf ihrem Sarg zu tan­zen beginnen:

Ich weiß nicht, was “ver­meint­li­che Frei­heits­rech­te” sind oder wie man auf ver­meint­li­che Rech­te ver­zich­ten kann. Das klingt unge­fähr so sinn­voll, als wol­le man als Mensch auf sein ver­meint­li­ches Recht zu flie­gen ver­zich­ten. Das Inter­es­san­te ist, dass in die­sem Satz ein “dadurch” fehlt. So wie er geschrie­ben wur­de, ist nur von einem zeit­li­chen Auf­ei­an­der­fol­ge die Rede, wenn dies pas­siert, pas­siert das. 

Sprich: Wenn die­ses Wir einen Kin­der­schän­der schnappt, gibt Rein­hold Gall sei­ne ver­meint­li­chen Frei­heits­rech­te auf. Die Blö­den haben eine neue Hei­mat. Oder um es den Hernn sel­ber sagen zu lassen :

Retrogerade DNA-Erfassung

Sol­che Begrif­fe soll­te man in einer Demo­kra­tie wohl auch ken­nen: Die retro­ge­ra­de DNA-Erfassung ist ein Mit­tel in der Kri­mi­na­lis­tik, zu dem Leu­te ab und an ein­fach so oder bei Straf­tä­tern, bei denen ein Rich­ter meint, sie wären wei­ter­hin gefähr­lich, mit Gewalt auf­ge­for­dert werden.

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