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Emcke, Carolin – Gegen den Hass

Ich dachte erst, man müsste die Autorin eventuell gegen ihre Kritiker in Schutz nehmen, aber allzu schlimm fand ich die Kritik dann doch nicht.

Emcke befasst sich in ihrem aktuellen Buch mit den aufkeimenden und gediehenen nationalistischen Positionen in Deutschland und darüber hinaus, wobei sie einen Akzent setzen möchte für die Verteidigung von Minderheiten im Lichte des Populismus dieser Zeit. Sie brilliert an den Stellen, an denen sie Positionen als diskriminierend und polemisierend demaskiert, indem sie die Position unaufgeregt entschlüsselt. Weniger überzeugend ist Emcke allerdings in ihrer Einordnung von Positionen in einen historischen oder wissenschaftlichen Kontext. So bestimmt sie die „Parteilichkeit der Verstandeswaage“ aus einer Textstelle aus Kants „Träume eines Geistersehers“, d.i. ein Text vor dessen so genannter kritischen Phase, als „Voreingenommenheit durch die Hoffnung“, wobei es an der betreffenden Stelle im Kantischen Text überhaupt nicht um Hoffnung geht. Um Hoffnung geht es bei Kant in der Religionsphilosophie. So ein Namedropping ist so wenig überzeugend wie beeindruckend. Und auch wenn andere Stellen in ihrer gewollten Belehrung eher nerven als einnehmen, ist das Buch wegen der Analysefährigkeit der Autorin empfehlenswert.

Nörgelmöller: Karriereknick

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Petri heil, du Blödmann

Wir waren ja letzten Freitag bei einer Kabarettvorstellung von Henning Venske in Hamburg und da habe ich doch noch mal kurz auf YouTube nach Videos von ihm geschaut. So für Leute, denen der Name nichts sagt. Und, was soll ich sagen? Es gibt Sesamstraßen-Outtakes!

Belastung des historischen Gedächtnisses

Ab und zu lese ich ja mal nach, was im Feuilleton zu too much information steht, quasi hier so als Fachblog. Und da kam mir gerade dieses unter:

Ein Jahr später entgegnete eine Historikerin, die Gefahr bestehe gerade nicht im Gedächtnisverlust, sondern in der „Überlastung der Schaltkreise“ unseres historischen Gedächtnisses. Sie beschrieb damit jene Empfindung, die heute gerne als „too much information“ bezeichnet wird.

Also, äh, nein. Natürlich darf jeder jeden Begriff so verwenden, wie er es gerne mal, sofern er es zumindest einheitlich tut und undiskriminierend, geht das eigentlich in Ordnung. Insonfern kann too much information sicherlich für vieles stehen. aber für die Überlastung der Schaltkreise unseres historischen Gedächtnis? Was soll das denn überhaupt sein? Was ist ein historisches Gedächtnis und wie kann man es belasten? Habe ich es belastet, wenn ich ein Buch lese? Wenn ich historisch relevante Fakten vergesse, aber irrelevantere durchaus noch parat habe? Schmeißt es Infos raus, wenn irgendein Druck besteht?

Nein, nein, das ist schon konkreter Feuilletonunsinn.

Restaurantführer Düsseldorf

Essen zu gehen ist so eine Sache, da gibt es ganz unterschiedliche Herangehensweisen. Die einen wollen viel auf die Gabel, die anderen ein Erlebnis, die einen wollen preiswert essen, die anderen schauen nicht so auf’s Geld. Einige sprechen auf trendig aufgemachte Etablissements an, andere fragen sich, was unter der Verpackung sein soll.

Wir sammeln unsere eigenen Erfahrungen mit dem Essengehen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt auf dieser Seite. Dabei ist zu beachten: Wer großen Hunger hat, kann da überall hingehen, wir haben bislang keine Lokalität ausgemacht, deren Essen unter aller Sau war. Wir unterscheiden zwischen der Preislage und der Art des Essens, insofern hätte man noch eigene Ranglisten nach Essensart und Preis machen können, aber bisher ist es ja noch übersichtlich genug.

Die Wertung ist sicherlich noch stark subjektiv, aber im Bemühen, gerecht zu sein und nur eine kleine Orientierung geben zu wollen. Man kann sicherlich einen sehr schönen Abend in einem Lokal zubringen, dass kulinarisch nicht der Rede wert ist. Wenn eine Rangliste aber gerade nach dem Kulinarischen geht, fällt eine gute Stimmung nur bedingt ins Gewicht. Und letzten Endes weiß man immer selbst am besten, wo es einem gefällt.

Proimas, James – 12 things to do before you crash and burn *Klokeltüre (23)

Dieser Schmöker ist eigentlich ein Jugendbuch, aber wegen seines Witzes und der Kürze seiner Einzelepisoden durchaus auch für Erwachsene Broiler interessant: Hercs Vater ist gestorben. Un weil er auf der Beerdigung als einziger den Mumm hat, zu sagen, das sein Vater ein Arschloch war, wird Herc zur Strafe zu seinem Onkel geschickt, der ihm wie seinem Namensgeber für die Zeit seines Aufenthalts 12 Tag für Tag abzuarbeitende Aufgaben stellt:

  1. Such dir eine Aufgabe.
  2. Finde den besten Pizzaladen der Stadt.
  3. Räum die Garage auf.
  4. Miste die Ställe auf der Riverbend Farm aus.
  5. Setz dich unter einen Baum und lies ein kompettes Buch.
  6. Begib dich an einen Ort der Huldigung und des Gebets.
  7. Geh zu sieben Bewerbungsgesprächen.
  8. Verbring den Tag mit großen Gedanken, Schreib sie auf.
  9. Iss eine Mahlzeit mit einem Unebkannten.
  10. Mach etwas für mich.
  11. Trag auf der Mitternachtslyriklesung im Blake’s Coffee Shop ein Gedicht vor.
  12. Beende deine Aufgabe.

Die Geschichten behalten dank guter Übersetzung von Uwe-Michael Gutzschhahn den mitunter schroffen Stil des Originals und erheitern durch wiederholte Aushebelung der Erwartungen des Lesers. Der aufheiternde Schmöker bekommt von fünf möglichen Klorollen:

Sünder, Thomas: Wer Ja sagt, darf auch Tante Käthe ausladen

Wer zu heiraten beabsichtigt, darf auch mal ein Buch zur Hand nehmen, wie eine Hochzeitsfeier denn ablaufen soll. Und da griff ich zu diesem Schmöker von Thomas Sünder, einem Hamburger DJ.

Der Autor beschreibt ganz treffend, dass man sich klarmachen sollte, dass es sich bei dieser Feier wohl um die teuerste Veranstaltung handeln wird, die man privat in seinem Leben ausrichten wird. Und zur Untermauerung, dass man es sich allein aus diesem Grunde bei den diversen Einzelentscheidungen nicht zu leicht machen soll, fügt er diverse unterhaltende Beispiele an.

Diese Beispiele wirken zwar auf den ersten Blick etwas weit weg, weil nicht jeder Vorfall so bei einem selbst eintreten wird, aber dafür treten andere ein, die die Heiratswilligen vor vergleichbare Probleme stellen.

Als DJ ist er bei der Frage nach der Musik auf einer Hochzeit natürlich ganz in seinem Metier: Man sollte gerade auf die Musikdarbietung achten, da sie einen ganz großen Teil der Hochzeit ausmacht. Sünder spricht in der Folge von überteuerten und zu billigen DJs, von typischen Anmachsprüchen an DJs und von untauglichen Bewerbungssprüchen der Musikanten.

Uns hat die Lektüre nach Durchschauen des Internet und Informationen über das Können lokaler DJs dazu bewogen, eine Band zu engagieren. So ungefähr funktioniert der Schmöker und insofern ist er nützlich.

R.i.p. Götz George (1938-2016)

Scheiße.

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