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Nonhoff, Sky – Don’t believe the hype! * Klolektüre (13)

Schmöker aus dem Grabbelkorb bei der Postenbörse in Schierloh. Mit 2€ für ein Mängelexemplar zwar nicht unheimlich günstig, die Lektüre lohnt sich allerdings.

Nonhoff gibt in Don’t believe the hype! einen Pop-Begriff vor, nach dem mittlerweile nicht mehr neu kreiert, sondern massentauglich gesamplet wird, über den er diverse, gerne mal als Klassiker bezeichnete Alben über die Klippe springen lässt: Neil Youngs Rust never sleeps, The White Stripes’ White Blood Cells, Never Mind the Bollocks von den Sex Pistols, Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band der Beatles, Blood Sugar Sex Magic von den Red Hot Chilli Peppers, Eric Claptons Unplugged und und und.

Zumindest als Debattenbeitrag funktioniert der Schmöker unheimlich gut. Zudem wird mein Geschmacksempfinden sehr oft getroffen. Andererseits ist man auch irgendwie froh, dass die eigenen Lieblinge der 80er Pop-Szene nicht unter den Verdammten zu finden sind. Und ab und an ist Pop auch gut, weil er gut klingt, auch wenn er Vorgänger hatte. Aber sei’s drum:

Der Schmöker ist dank vieler guter, kurzer Beiträge, einer schönen Einleitung, obwohl man schon die besprochenen Alben selbst besser kennen sollte, um die Kritik zu verstehen, ein idealer Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:

Süddeutsche Zeitung – Der große Jahresrückblick 2013 * Klolektüre (12)

Zum Jahresübergang habe ich mal diesen Schmöker angeschafft, auf dass einem nicht langweilig wird zwischen den Jahren. Wurde es aber eh nicht. Wenn ich es richtig sehe, ist dieser Jahresrückblick der zweite seiner Art seitens der Süddeutschen Zeitung. Er beinhaltet, so weit ich sehe, alle nennenswerten Ereignisse des angelaufenen Jahres bis Anfang Dezember 2013. Eine aktuelle Ausgabe findet sich als “Digital Zugang”, der eine App-Version online für Nutzer von Apple- oder Android-Geräten ist. Ich als Firefox-Nutzer schaue also in die Röhre.

Thematisch sind die Artikel von Johannes Boie über den NSA-Skandal und von Hans Leyendecker über Uli Hoeneß interessant, der Rest, so weit ich ihn gelesen oder überflogen habe, verliert sich in Beschreibungen – so auch Joschka Fischer über den Untergang der FDP. Die Beschreibungen der meisten Artikel kommen einem schon sehr geläufig vor. Es fehlen ein wenig gute Analysen und frischer Wind für Leute, denen eine Zeitung nicht Medium Nr. 1 ist und die sich online auskennen.

Restlos enttäuscht die optisch und inhaltlich zusammengewürfelt wirkende Rubrik Die besten CDs, Bücher, Filme und Apps des Jahres auf lediglich zwei grafisch breit ausgelegten Seiten. Before midnight ist ein Film des Jahres? EyeEm eine App des Jahres? Das Ungeheuer von Terézia Mora und F von Kehlmann sind Bücher des Jahres?

Der Schmöker ist trotz dank einiger guter Beiträge neben viel Überfliegbarem ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:

Mrozek, Bodo – Lexikon der bedrohten Wörter * Klolektüre (11)

Bodo Mrozek listet in seinem Buch Lexikon der bedrohten Wörter so einiges an Wörtern auf, die einem nicht mehr oder niemals geläufig sind oder war. Oder weiß jemand aus dem Kopf oder wie man heute sagt: Ohne zu googlen, was ein Bratkartoffelverhältnis ist? Oder eine Duttengretel? Oder eine Schneckenschleuder? Einige Wörter wie Exportbier, Konferenz oder Kavalier sind mir dann doch noch sehr geläufig und witzig sind einige Einträge dann auch nicht. Aber eine Fundkiste bleibt dieses Büchlein allemal.

Der Schmöker ist trotz vieler wenig inspirierender Einträge wegen ein paar Aufhorchen lassender Hervorhebungen ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:

Sauer, Joscha – Nichtlustig * Klolektüre (10)

Joscha Sauers Nichtlustig besticht allein schon durch die Grafiken. Allerdings sind die Comics nicht immer sonderlich witzig, aber das ist sicherlich Geschmackssache. Manche Gags kommen öfters vor, manche versteht man kaum. Unterm Strich bleibt aber das Interesse herauszufinden, worum es auf der nächsten Seite geht, bestehen. Und das ist dann auch der bleibende Eindruck des Schmökers.

Der Schmöker ist mit seiner beeindruckenden Optik, trotz der oftmaligen Nichtlustigkeit ein gut unterhaltender Begleiter auf unserem Donnerbalken, er verleitet zum Kauf des nächsten Bandes, und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:

Bauer, Patrick und Michael Ebert – Unnützes Wissen * Klolektüre (09)

“Wenn Kühe zu viele Karotten essen, wird die Milch rosa.”

“John Wayne hiess eigentlich Marion Morrison.”

“Das Verbot, im Parlament zu sterben, wurde 2007 zum lächerlichsten Gesetzt Grossbritanniens gewählt”.

Das sind nur drei skurrile Fakten aus dem 2008 erschienen Buch Unnützes Wissen: 1374 skurrile Fakten, die man nie mehr vergisst .

Man kann prima darin rumschmökern, indem man das Buch einfach irgendwo aufmacht und eine der 1374 Unsinnigkeiten liest, und es ist allemal unterhaltsamer als die Fernsehzeitschrift. Leider hat man irgendwann mal alle Fakten durch und es verliert komplett als Spannung. Also gehört es nicht zu den Schmökern, die man ewig auf dem stillen Örtchen liegen lassen kann. Nichtsdestotrotz ist es eine prima Unterhaltungslektüre für das Gäste WC. Daher von mir von fünf Rollen:

Koch, Anna und Axel Lilienblum – SMS von gestern Nacht * Klolektüre (08)

 Das Beste aus SMSvonGesternNacht.de ist eine laue Kopie von Texts from last night, mittlerweile in drei oder vier Buchausgaben als Reihe verfügbar. Man findet vielleicht auf den ersten Seiten eine ganz witzige Minigeschichte über Leute, die missverständliche und missverstandene SMS-Unterhaltungen führen, aber irgendwann zieht man bei der Lektüre nicht mehr mit. Erfunden oder real? Wen interessiert’s?

Der Schmöker ist mit seinen seltenst witzigen Mini-Geschichten ein mäßig unterhaltsamer Begleiter auf unserem Donnerbalken, mittlerweile dürften diejenigen, die sowas interessiert, ihn auch zur Genüge kennen, und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:

Schneider, Helge – Arschfahl klebte der Mond am Fenster * Klolektüre (07)

 Bei einer Bekannten entdeckt: Arschfahl klebte der Mond am Fenster…: Die Kommissar Schneider Romane 1 – 4 in einem Band als Klolektüre. Die Kürze der einzelnen Kapitel spricht schon für diesen Schmöker als Klolektüre, er ist aber nur etwas für diejenigen, die gedanklich stark auf die verschachtelte Geschichte einsteigen. Für Gelegenheitsleser, und damit als Gästeklolektüre, eignet sich das gute Stück eher weniger. Man braucht schlicht etwas Zeit, um überhaupt einsteigen zu können, und die Geschichten selbst sind auch nicht jedermanns Geschmack.
Der Schmöker ist mit seinen mitunter witzigen, aber umständlichen beschriebenen Geschichten ein mäßiger Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:

Schierach, Ferdinand von – Verbrechen * Klolektüre (06)

Zunächst habe ich die ZDF-Fernsehserie zum Buch Verbrechen: Stories gesehen. Die entnommenen Geschichten aus dem Buch wirken wie 1:1-Versionen der Verfilmungen. Was mich an beiden stört, ist die moralische Neutralität, die allen beschriebenen Verhalten beiwohnt. Im Buch gibt es noch eine interessante Geschichte um einen Museumswächter, der langsam, aber sicher durchdreht, die mir ganz gut gefällt, ansonsten muss niemand zum Buch greifen, der die Serie geschaut hat.

Der Schmöker wegen der Kürze der interessanten, wenn auch haltungslos beschriebenen Geschichten und dem guten Schreibstil ist passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:

Fröhlich, Axel und Oliver Kuhn – Die große Brocklaus * Klolektüre (05)

Klolektüren als Weihnachtsgeschenke – eine schwierige Angelegenheit. Woanders als Buch des Tages gewürdigt, sprang bei mir bei … Die große Brocklaus: Das komplett erfundene Lexikon von Oliver Kuhn, Alexandra Reinwarth und Axel Fröhlich der Funke oder, wenn man so mag, die Laus nicht über. 6 oder 7 mal habe ich schmökernd irgendwas angelesen und wegen zu gewollter Lustigkeit umgehend weggelegt. Vielleicht fällt die Begeisterung für diesen Schmöker anders aus, wenn man sich viel Zeit oder das Hörbuch zur Hand nimmt .

Was aber die Präsenttauglichkeit angeht, stimme ich dem zu, der schreibt: “Zum Verschenken nicht geeignet.” Das Risiko, zu enttäuschen und den Geschmack des Beschenken zu verfehlen, ist da einfach zu groß.

Der Schmöker ist trotz großem Umfangs, ein paar guten Einfällen, aber oftmals bloß bräsigem Humor nur ein mäßig interessanter Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich von fünf möglichen Klorollen:

Wischmeyer, Dietmar und Oliver Welke – Frank Bsirske macht Urlaub auf Krk * Klolektüre (04)

… Deutsche Helden privat , geschrieben teils von Oliver Welke, teils von Dietmar Wischmeyer, und daher teils langweilend uninspiriert und teils unterhaltsam bis höchstamüsant.

Wischmeyer hat diese Portraitform in der ARD mal vorgeführt, ungefähr so funktionieren die guten Portraits, wenn sich auch die Stilmittel ab und an wiederholen und somit dem Leser bekannt vorkommen.

Andererseits versteht es Wischmeyer, Prominente an ihrer Achillesverse, der Eitelkeit, zu treffen und sein Publikum mit einem einzigen Satz in schallendes Gelächter zu versetzen. Wie hier bei Gerhard Schröder:

Wenn Schröder morgens das Bad verlässt, dann ist er sicher, dass sein Bild im Spiegel noch minutenlang verharrt, ehe es erlischt.

Den meisten Spaß mit dem Schmöker hat man, wenn man sich eingelesen hat und die Beiträge von Welke erkennen und überspringen kann. So ist das Buch wegen halbwegs witzigem Inhalt ein passabler Begleiter auf unserem Donnerbalken und erhält folglich bei einer Wertung des einen Autors mit zwei und des anderen Autors mit vier von fünf möglichen Klorollen:

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