Lesen, um zu ärgern

Ingrid Noll hat anfang des Monats der Süd­deut­schen Zei­tung ein Inter­view gege­ben, in dem sie sagte:

bis heu­te fin­de ich Schrei­ben pein­lich. Jeder kann lesen, was man so denkt. Schrecklich!

Ich will mal nicht umkrem­peln, was sie gesagt oder gemeint hat. Jeden­falls fin­de ich für mei­ne Wenig­keit das Gele­sen­wer­den an sich nicht schlimm. Im Gegen­teil. Je mehr das lesen, des­to bes­ser. Man liest eh immer allei­ne. Wann fin­den sich schon mal Grup­pen zusam­men und wet­tern als Gemein­we­sen gegen einen Text, den sie alle­samt gele­sen haben? Vor der blo­ßen Quan­ti­tät an Lesern schre­cke ich mich nicht, aber da bin ich gera­de sowie­so auf der siche­ren Seite.

Was ich im Inter­net schwie­ri­ger fin­de, ist die Erwar­tung der Atta­cke auf Geschrie­be­nes. Dass Leu­te sich belei­digt auf­füh­ren und mit Belei­di­gun­gen und Trotz­re­ak­tio­nen mei­nen, zu ihrem Recht zu kom­men. Leu­te, die sich als Leser eine Unfair­ness gestat­ten, die sie einem Schrei­ber im höchs­ten Maße mora­lisch ankrei­den. Im klei­nen Krei­se darf man reden, aber auf einer Inter­net­sei­te schrei­ben, das gehört sich nicht. Ich ver­stän­de es ganz gut, wenn Ingrid Noll sol­che Leu­te bei ihrer Bemer­kung auf dem Schirm hatte.

Sol­che Leu­te kön­nen ganz schön ner­ven. Weni­ger dadurch, dass sie recht haben, denn auf intel­li­gen­te Wei­se wider­legt zu wer­den ist eher berei­chernd als ver­stö­rend. Mehr dadurch, dass man es mit Unbe­lehr­ba­ren zu tun hat, die nur ihrer Ver­är­ge­rung Aus­druck ver­lei­hen wol­len. Das gip­fel­te mir gegen­über mal in der Äuße­rung, ich kön­ne ja sehr gut argu­men­tie­ren, aber sonst… Ich hät­te das böse gemein­te Kom­pli­ment ger­ne zurück­ge­ge­ben, aber nach dem sonst kam nichts mehr.

Ich habe Blogs immer gemocht, weil man Kom­men­ta­to­ren her­aus­for­dern oder eben abschre­cken konn­te. Weni­ge Kom­men­ta­re zu einem Bei­trag sind da nicht Aus­weis eines schlech­ten Tex­tes. Manch­mal ist dar­in Zustim­mung zu sehen, aber natür­lich nicht immer.

Und den­noch nagt es im eige­nen Hin­ter­stüb­chen, so dass man unkt, man sol­le den einen Gedan­ken, den man gera­de hat, viel­leicht doch nicht ver­öf­fent­li­chen, weil es eini­ge ärgert. Was ein dum­mer Gedan­ke: Die­je­ni­gen zu scho­nen, die Böses auf der Agen­da haben. Daher zöger­te ich auch lan­ge, Blog­bei­trä­ge kom­plett direkt auf Face­book zu stel­len. Soll­ten doch nur die­je­ni­gen die Sachen lesen, die in der Lage waren, sich durchzuklicken.

Ges­tern stell­te ich die hier­zu­ge­hö­ri­ge Facebook-Seite um, so dass hier geschrie­be­nes Wort für Wort auf die Facebook-Seite gelangt. War­um soll man dem geneig­ten Leser unnö­tig Stö­cker in den Weg legen? Gleich auf den ers­te neue Bei­trag wur­de viel öfter reagiert. Sol­len die, die sich unbe­dingt ärgern wol­len, doch ärgern.

Blendle

Heu­te wur­de mein Blendle-Zugang frei­ge­schal­tet und ich habe ihn schon mal etwas getes­tet. Die Ober­flä­che sieht unge­fähr so aus:

blendle

Man kann Begrif­fe set­zen, nach denen Publi­ka­tio­nen durch­sucht wer­den, über die man sich dann auch benach­rich­ti­gen las­sen kann, man kann Rubri­ken abon­nie­ren oder in Zei­tun­gen stör­bern. Man kann sich mit Leu­ten ver­net­zen und deren Lese­zei­chen anschau­en. Mir gefällt beson­ders die Durch­such­bar­keit der kos­ten­pflich­ti­gen Arti­kel nach Stich­wor­ten, das stand mir so bis­lang noch nicht zur Verfügung.

Ich schaue aller­dings oft erst nach, ob inter­es­san­te Arti­kel nicht frei ver­füg­bar online ste­hen, denn das ist auch oft der Fall, aber mein ers­ter Ein­druck die­ses Ser­vices ist sehr gut.

Kurzzeitabonnent

Da bin ich erst vor 5 Tagen Abon­nent von DeCo­r­re­spon­dent gewor­den, dem nie­der­län­di­schen Ori­gi­nal zu den Kraut­re­por­tern und hab’s schon wie­der ent­abon­niert. War­um? Zunächst war ich doch hell­auf begeis­tert.

DeCo­r­re­spon­dent dreht sich, wie soll­te es auch anders sein, stark um das Gesche­hen in den Nie­der­lan­den. Das war zu erwar­ten. Und zwar auf nie­der­län­di­sche Wei­se, das heißt, auch simp­le oder anders­wo bekann­te Erkennt­nis­se wer­den als welt­be­we­gend dar­ge­stellt. Gut, auch das war zu erwar­ten. Nur inter­es­siert mich das nicht, und abseits davon gibt es wenig. Den­noch wäre ich nicht abge­neigt gewe­sen, wei­ter Abon­nent zu bleiben. 

Es stör­te mich dann nur, dass kein RSS-Feed direkt ange­bo­ten wur­de. Den hät­te ich schon ger­ne gehabt. Und dann bin ich auf die­se exter­ne Sei­te gesto­ßen. Eine Sei­te, die nahe­zu alle aktu­el­len Arti­kel direkt auf­ruf­bar und per RSS abon­nier­bar dar­stellt. Sie sind auch für Nicht­abon­nen­ten frei les­bar, weil es Per­so­nen gibt, die das finan­zie­ren. Soweit ich das jetzt rich­tig ver­stan­den habe.

Wenn jetzt aber das Abon­ne­ment als Mehr­wert nur bie­tet, sämt­li­che Arti­kel zu lesen und kom­men­tie­ren zu kön­nen, was auch nicht über­mä­ßig geschieht, tja, dann war­te ich erst­mal ab, ob es irgend­wann nichts mehr zur gänz­lich frei­en Ver­fü­gung gibt.

How to stand a shitstorm

Ich kri­ti­sie­re Sascha Lobo ab und an wegen der Logik­lö­cher in sei­nen vor­ge­tra­ge­nen Ansich­ten, das soll aber nicht hei­ßen, dass ich ihn als argu­men­tie­ren­de Per­son ver­wer­fe, ver­nich­ten möch­te oder igno­rie­re. Manch­mal muss man die guten Din­ge in einer Sache halt auch erst ein­mal finden.

Zum Bei­spiel hat er einen Vor­trag gehal­ten, der den Titel How to sur­vi­ve a shit­s­torm trägt, wobei er gleich ein­räumt, dass er die im Titel ange­deu­te­te Fra­ge weder behan­delt, noch beant­wor­tet. Was er aber den­noch tut, ist, zwei Din­ge herauszustellen:

  1. Bei The­ma­ti­ken, die von öffent­li­chem Inter­es­se sind, muss man heut­zu­ta­ge jeder­zeit mit der Mög­lich­keit eines Shit­s­torms rech­nen.
  2. Mit Leich­tig­keit kann man selbst Teil eines Shit­s­torms sein.

Man kann sich dem­nach vor­be­rei­ten, inner­halb des mög­li­chen Punk­tes 1. nicht unter­zu­ge­hen, und zwei­tens nicht über Punkt 2 zu stolpern.

How to navigate

Der letz­te Shit­s­torm, den ich durch­ma­nö­ver­te, fand sich in Face­book statt. Face­book bie­tet eini­ge Mög­lich­kei­ten, den Sturm abzu­schwä­chen. Man kann Dis­kus­sio­nen löschen, Leu­te aus Grup­pen sper­ren, Mit­tei­lun­gen unsicht­bar machen etc. pp. Das wirk­lich Gute: Man kann mit ein wenig Übung sehr gut ana­ly­sie­ren, wer da genau aus wel­chen Grün­den was pos­tet. So lässt sich geschickt eine gan­ze Meu­te lenken.

In die­sem spe­zi­el­len Shit­s­torm gaben sich etwa 7 Leu­te einer sozia­len Grup­pe die Klin­ke in die Hand, hol­ten sich Bei­stand bei wei­te­ren Facebook-Nutzern und like­ten die eige­nen Bei­trä­ge voll­stän­dig durch.

Nun soll­te man auf Likes auf Face­book nichts geben: Sie bedeu­ten kaum etwas, meh­re­re Likes auf das­sel­be Pos­ting müs­sen nicht das­sel­be aus­drü­cken, ein Garant für ein gutes Argu­ment sind sie auch nicht — kurz­um: Man ver­passt nichts, wenn man sie ein­fach ignoriert.

Ich ging nun dar­an, eini­gen aus die­ser Meu­te Fra­gen zu Behaup­tun­gen zu stel­len, die nicht halt­bar waren. Und schon hier kann man dar­auf ach­ten, bestimm­ten Leu­ten nicht zu ant­wor­ten, so dass die­se sich ver­nach­läs­sigt füh­len. Denn so sehr man motzt, man möch­te schon wahr genom­men wer­den. Und so ist die Meu­te schon geteilt: In die­je­ni­gen, denen geant­wor­tet wird, und die­je­ni­gen, denen kei­ne Auf­merk­sam­keit geschenkt wird.

Nun war die­se Grup­pe nur der luna­tic frin­ge1. einer Per­son außer­halb die­ser Dis­kus­si­on, d.h. es brauch­te auf bestimm­te Aspek­te, die die­ser Grup­pe nicht geläu­fig sind, nicht ein­ge­gan­gen wer­den — dadurch wird das Spiel­feld ver­klei­nert. Ande­rer­seits weiß man so, dass der Hori­zont der Grup­pe beschränkt ist und spielt den Ball bes­ten­falls in die Regi­on, wo die Grup­pe nichts zuzu­set­zen hat.

Das funk­tio­nier­te im kon­kre­ten Fall auch wie am Schnür­chen: Auf die Hälf­te der Grup­pe wur­de ein­ge­gan­gen, deren Behaup­tun­gen angreif­bar dar­ge­stellt und vor­ge­führt. Bei aller Mob­haf­tig­keit: Sowas will man auch nicht. Es ende­te in der Kapi­tu­la­ti­on und unzu­frie­den und ver­är­gert wur­de das Feld geräumt. Mit­ge­nom­men wur­de nur, dass man die Grup­pe unter Beob­ach­tung nahm.

After the storm

Was ich mit­ge­nom­men habe: 

  1. Stür­me sind anstren­gend, aber es lohnt sich zu bestehen. 
  2. Man muss den­noch nicht jeden Sturm mitnehmen.
  3. Leu­te, die erregt etwas ins Inter­net pos­ten, kann man aus­brem­sen. Oft­mals mer­ken die­se gar nicht, dass sie sich in der Dis­kus­si­on ver­he­ben2.
  4. Man darf schrift­li­che Äuße­run­gen im Netz nicht gleich­wer­tig zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen von Ange­sicht zu Ange­sicht setzen.
  5. Das Ertra­gen eines Mobs soll­te nicht zu Mob­bing führen.

__________________
1. Dan­ke für die For­mu­lie­rung an Fluss­kie­sel.
2. John Clee­se on Stupidity

Wie Facebook unliebsame Spotted-Seiten löscht

Etwas merk­wür­di­ges geht da von stat­ten: In mei­ner Hei­mat­stadt gibt es Leu­te, die anonym auf Face­book eine die­ser Spotted-Seiten betrei­ben. Das sind Sei­ten wo jemand anonym nach jeman­dem suchen kann, der ihm gefällt, oder der ihm die Vor­fahrt geraubt hat oder sowas eben. Die Mit­glie­der iden­ti­fi­zie­ren oft­mals die gesuch­ten Personen.

Die ers­te Ver­si­on hat­te an die 5000 Mit­glie­der, dann ver­lor man angeb­lich das Pass­wort, was immer das hei­ßen mag. Die zwei­te Ver­si­on hat­te auch schon wie­der an die 4000 Fans, dann ver­schwand sie von einem auf den ande­ren Tag. Jemand, der sich als Betrei­ber aus­gab, schrieb, dass Face­book die Sei­te gelöscht habe und die Mit­glie­der zu einer App-Seite namens Spot­ted trans­fe­riert habe.

Dies ist heu­te noch ein­mal pas­siert, nach­dem die Sei­te ein drit­tes Mal instal­liert wur­de und an die 3000 Fans gehabt hat. Und in der Tat, die Sei­te mit der ich die­se Spotted-Seite gelik­ed habe, ist auf ein­mal Fan die­ser App-Seite namens Spot­ted. Ich habe die Betrei­ber der Sei­te dar­auf­hin mal ange­schrie­ben und war­te mal, ob es zu einer Ant­wort kommt.

Element of Crime, Palladium, Köln, 03.03.2015

Die­ses Jahr wird wohl das per­sön­li­che Kon­zert­jahr der Lan­ge­nicht­mehr­ge­sehns. Ele­ment of Crime habe ich in den 90ern das letz­te Mal live gese­hen. Die­ses Mal zusam­men mit 4000 Leu­te in Köln. Die stan­den aller­dings ein­fach nur als Mas­se so rum, man­che san­gen schräg mit, hin­ter uns gackern­de Irgend­was­se, die zu klein waren, um irgend­was zu sehen, was sie dann wohl durch Reden kom­pen­sie­ren woll­ten. Ich mag die eng­li­schen Sachen von EoC nicht, die letz­te­ren fin­de ich oft­mals fad, die ers­ten zwei deut­schen Schei­ben sind mein Fall. Und daher war ich ab und an “raus” aus dem Kon­zert (auch weil mei­ne Freun­din die so gar nicht moch­te). Im Taxi hin­ter­her hör­ten wir im Radio, dass sei ein­zig­ar­tig in Deutsch­land gewe­sen, wie irgend­wann alle Leu­te in Ruhe ver­setzt waren. Naja. 1995 im Jovel mit 800 Mann war es viel atmosphärischer.

Die Schwierigkeit von Blogartikelüberschriften

Wie ich gera­de noch so rum­zap­pe, tref­fe ich in Ser­vusTV auf ein Inter­view mit August Diehl. Und das gibt es bis­lang wohl nicht online, sonst hät­te ich es ver­linkt. Aber man kann es ja auch ein­fach anspre­chen und nach Bedarf suche sich der Leser die­ser Zei­len das ein­fach sel­ber raus.

Jeden­falls rede­te er dar­über, dass er es ver­wun­der­lich fin­det, wie Men­schen ihr Leben als zu erzäh­len­de Geschich­te begrif­fen, und ob das nicht eine schö­ne Lüge sei, wo es doch meis­tens nur aus Momen­ten besteht. Und so könn­te man sei­nem Leben auch nur am Schluss für eine Bio­gra­phie einen Titel geben. Schön kurz sol­le er sein.

Und ja da dach­te ich, liegt was drin. Ich mag Blog­ar­ti­kel­über­schrif­ten oft­mals nicht, weil ich mich gezwun­gen sehe, etwas run­ter­ge­schrie­ben zu haben, was dann auch der Über­schrift ent­spricht. Und das wider­spricht sich für mich eigent­lich dem Blog­gen, das ja oft­mals nur aus dem Raus­po­sau­nen von unab­ge­schlos­se­nen Gedan­ken besteht.

Wit­zi­ger­wei­se habe ich für die­sen Arti­kel eine Überschrift.

Demobefindlichkeit

In Düs­sel­dorf sol­len wöchent­lich Dügida-Demonstrationen statt­fin­den, also Düsseldorfer-gegen-die-Islamisierung-des-Abendlandes. Mein Auf­re­gungs­zen­trum springt dar­auf nicht an, auch wenn ich vor Ort woh­ne. Viel­leicht einer­seits, weil unter den Demons­tra­ten vor allem Nicht­düs­sel­dor­fer mit­ren­nen, viel­leicht auch, weil es die Welt nicht inter­es­siert, wofür eine Hand­voll Düs­sel­dor­fer nun sich aus­spricht oder nicht. Aber wesent­lich wohl auch, weil Demos in Düs­sel­dorf selbst meis­tens unter dem Lokal­ra­dar herspatzieren.

Das haben die Initia­to­ren nun auch mal geschnallt und wol­len nicht mehr am Land­tag demons­trie­ren, wo sich abends nicht mal Fuchs und Igel Gute Nacht sagen. Aber ein ande­rer Platz wird da auch nichts ändern. Dügi­da zählt zu den Demos, die sich nach einem Mal des Auf­tre­tens über­lebt haben. Dass sie es in die heute-show geschafft haben, wenn auch nur als Bespot­tungs­ob­jekt, war mehr als man erwar­ten konn­te. Überm Radar wäre man ab 5000 Mit­mar­schie­rern, dazu müss­te man zehn­mal mehr Leu­te bewe­gen als bis­lang. Das traue ich die­sen Torf­na­sen ein­fach nicht zu.

Und so wer­den sie auch wei­ter­hin Lügen­pres­se brül­len, aber nicht erken­nen, dass es eben die­se Pres­se gewe­sen ist, die die­se Demo, die ohne Pres­se und Gegen­de­mons­tra­ten nicht der Rede wert gewe­sen wäre, Dügi­da mit bekannt gemacht hat — und genau­so fal­len las­sen kann.

Die fehlende Stimme

In Deutsch­land star­tet ein neu­er Nach­rich­ten­sen­der, der den Anspruch erhebt, das bis­he­ri­ge jour­na­lis­ti­sche Feld um eine feh­len­de Stim­me zu erwei­tern. Dem vom rus­si­schen Staat haupt­säch­lich finan­zier­ten Sen­der Kri­ti­sches Russ­land (kRud) wird durch­aus zuge­traut, bestimm­te Ziel­grup­pen zu errei­chen. Unser Repor­ter Harald Tri­bü­ne sprach mit dem Chef­re­dak­teur von kRud, Herrn Wada Iknow.

Harald Tribüne

Herr Iknow, Kri­ti­sches Russ­land soll die deut­sche Pres­se­land­schaft erwei­tern, was fehlt ihr denn?

Wir haben fest­ge­stellt, dass die Bereit­schaft für Infor­ma­ti­ons­über­mitt­lung von Staat­lichs­nach­rich­ten nicht so gut funk­tio­niert wie bei uns. Wir haben beim Duis­bur­ger Zoo nach­ge­fragt, ob Genos­se Putin ein­mal kurz vor­bei schau­en könn­te, um im Affen­kä­fig als inter­na­tio­na­lem Fit­ness­be­weis an Lia­nen sei­ne muti­gen Klet­ter­küns­te vor­zu­zei­gen, aber das woll­te man den Affen nicht zumu­ten. Aber gut, machen wir Infor­ma­ti­ons­sen­dung ohne Tiere.

In ihrer Pres­se­mit­te­lung sagen Sie, dass dem Jour­na­lis­mus eine feh­len­de Stim­me zuge­ord­net wer­den soll, befin­det sich der kri­ti­sche Jour­na­lis­mus in Deutsch­land so in der Krise?

Ja, sehen Sie: Auch Kri­tik braucht eine Gegen­stim­me. Das ist unser Anspruch.

Dem Sie aber nur inso­fern nach­kom­men, als dass Sie alles auf Mei­nungs­ni­veau nievellieren.

Wir hal­ten unse­re Ziel­grup­pe für stark genug, um sich aus dem Port­fo­lio selbst eine Mei­nung zu bilden.

Wobei Sie selbst kein gesamt­heit­li­ches Bild anvi­sie­ren, son­dern Sie berich­ten nur über angeb­li­che Sach­ver­hal­ten, die feh­len. Wie wol­len sie die aus­ma­chen, wenn sie kein gesamt­heit­li­ches Bild zu Grun­de legen?

Wir lesen ande­re Zei­tun­gen und die wer­den ja wenigs­tens etwas rich­tig machen kön­nen oder den­ken Sie nicht?

In die­sen Zei­tun­gen wer­den die Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker, deren Sie sich bedie­nen, ja wohl des­we­gen kaum in sach­li­chen Ana­ly­sen dar­ge­stellt, weil sie einer kri­ti­schen Dar­stel­lung eines Sach­ver­halts nicht dienen.

Auch das gehört zur Wahr­heit, fin­den Sie nicht?

Aber das ist doch schon bekannt. Fin­den Sie nicht, sie die­nen unterm Strich nur der Unter­wan­de­rung des west­li­chen Jour­na­lis­mus’ durch plum­pe rus­si­sche Propaganda?

Ja, sehen Sie: Sol­che Ver­hält­nis­se gibt es doch längst. Der Öffent­li­che Rund­funk in Deutsch­land ist von der Poli­tik gesteu­ert und der Nach­rich­ten­spre­cher der Bun­des­re­gie­rung hat auch kein Pro­blem damit, Jour­na­lis­mus mit Pro­pa­gan­da zu tau­schen und sich auf 140 Zei­chen zu begren­zen. Wir sind inso­fern auch eine Art Spie­gel. Aber eher der von frü­her, nicht die­ses Life­sty­le­heft unse­rer Tage.

Herr Iknow, bis hier­her: Vie­len Dank für das Gespräch.

Christian Steiffen vom NDR geschnitten?

Chris­ti­an Steif­fen ist bei der November-Ausgabe von Ham­burg Sounds auf­ge­tre­ten. Zusam­men mit Vale­rie Saj­dik sang er erst­mals das Lied “Du und ich” live. Aber so recht passt das dem NDR nichts ins Bild:

Drei Frau­en, drei star­ke Stim­men — drei Stun­den tol­le Musik, so lässt sich der Mon­tag­abend in der Alto­na­er Fabrik zusammenfassen.

Ja, äh, unter der Prä­mis­se, dass man unter den Tisch fal­len lässt, dass auf der Büh­ne auch ein Mann gesun­gen hat, lässt sich das so zusam­men fas­sen. Das soll­te man sich mal in umge­kehr­ter Kon­stel­la­ti­on trau­en. Oder hat das Publi­kum den Sän­ger nicht wahr­ge­nom­men:

Drei Sän­ge­rin­nen haben am Mon­tag­abend das Publi­kum von Ham­burg Sounds ver­zau­bert — mit sanf­ten Tönen, star­ken Stim­men und Tex­ten, die unter die Haut gingen.

Natür­lich gehen auch die Tex­te von Chris­ti­an Steif­fen irgend­wie unter die Haut, aber das hät­te ich so auch nicht in den Text geschrie­ben. Jeden­falls kur­siert das Gerücht, als sol­le sein Auf­tritt in der Hör­funk­nach­be­schal­lung am Sams­tag dem Schnitt zum Opfer fallen.

Da fra­gen wir doch mal nach.

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