Gute Nacht, Freunde! https://t.co/wtpCZoHLQi

Archiv für Februar 2017

Guten Morgen

Morgenkaffee

Melo­dy Kra­mer meint, man sol­le Nach­rich­ten für Leu­te, die gera­de aus­ge­brannt sind, anders auf­be­rei­ten.

Eine fünf­tei­li­ge Pod­cast­se­rie erzählt die Geschich­te des Teen­agers Bil­al, der als Kind in Ham­burg ankommt und in die Fän­ge eines Ter­ror­netz­wer­kes gerät.

Beim Spie­gel denkt man, die Welt war­tet auf das Ange­bot, ein­mal am Tag kurz und kna­ckig über alles mit Vide­os und Tex­ten und so infor­miert zu wer­den — sowas wie eine Tagesschau. 

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Lei­den Jour­na­lis­ten unter einem Early-Adopter-Syndrom? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Die Top10-Tweets des Januars

mehr bei Anne Schüß­ler.

Ein Windows-Plugin gekauft, das gar nicht funk­tio­niert und ich auch – selbst hät­te es funk­tio­niert — eigent­lich gar nicht brauch­te. Das ist der Winterabendpluginblues.

Guten Morgen

Morgenkaffee

Medi­en zu kri­ti­sie­ren macht auch nicht immer Spaß. Neh­men wir mal das Lokal­blätt­chen mei­ner Hei­mat­stadt. Da ist ein gewis­ser Ton gewollt und danach rich­ten sich die, die für das Blatt schrei­ben. Und weil das so ist und weil sich in deren Arti­kel­schrei­be­rei so gese­hen auch nichts ändert und ver­mut­lich nichts ändern wird — wes­we­gen möch­te man das kri­ti­sie­ren? Ich hab’s heu­te mor­gen den­noch gemacht.

Nik Afa­nas­jew hat Hen­ning Riecke inter­viewt, inwie­weit die Repu­bli­ke­ner Trumps Poli­tik wohl mit­tra­gen.

Kevin Levi­ne irri­tiert, dass der Tod Mary Tyler Moo­res kaum Reso­nanz erzeugt hat. 

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Kommt eigent­lich noch eine Dschun­gel­sen­dung, die beleuch­tet, wer die Leu­te eigent­lich genau waren? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Belgium second

Lesezeichen vom 03.02.2017

  • Cumhu­riy­et Die Jour­na­lis­ten der tür­ki­sche Zei­tung “Cumhu­riy­et” arbei­ten unter star­kem psy­chi­schen Druck, seit ihre Zei­tung im Herbst vori­gen Jah­res Prä­si­dent Erdoğan ihre Füh­rungs­spit­ze ver­haf­ten ließ.
  • »Frei­tag«: Nicht mit Toden­hö­fer “26 Jah­re lang war ich Autor des »Frei­tag«: Leit­ar­ti­kel, Essays, Inter­views, Repor­ta­gen und über lan­ge Jah­re eine Sport­ko­lum­ne, ja, sogar für das Vor­läu­fer­blatt »Volks­zei­tung« habe ich schon geschrie­ben. Auf mei­nen Absa­ge­brief an Jakob Aug­stein habe ich kei­ne Ant­wort erhal­ten. Ihm scheint das alles egal zu sein. Und ich, ich will nicht mehr.”
  • Die Zei­tungs­land­schaf­ten des Potem­kin Julia­ne Wie­de­mei­er: “Falls Sie jemals in die Ver­le­gen­heit kom­men soll­ten, ein Potem­kin­sches Dorf bau­en zu müs­sen, fra­gen Sie bei deut­schen Regio­nal­zei­tungs­ver­la­gen. Die wis­sen, wie’s geht. ”

Melissa McCarthy as White House Press secretary Sean Spicer

Guten Morgen

Morgenkaffee

Der Man­ta aus Man­ta Man­ta steht jetzt im Haus der Geschich­te.

Hen­drik Zör­ner meint, Spie­gel darf Trump als Ent­haupter der Frei­heits­staa­tue brin­gen, weiß aber nicht, ob das lang­fris­tig eine gute Idee war.

Ulrich Horn wun­dert sich, dass Mar­tin Schulz’ Retro­po­li­tik so gut ankommt.

Und wäh­rend ich mir die Fra­ge stel­le: Was zau­bert die SPD wohl aus dem Hut, wenn die Wel­le wie­der abebbt? hole ich mir erst­mal noch einen Kaffee.

Alternative zu Fakten

Das Lokal­blätt­chen mei­ner Hei­mat­stadt hat eine son­der­ba­re Kam­pa­gne gestar­tet, deren Inhalt es ist, dass die Jour­na­lis­ten ihrer Zei­tung angeb­lich kei­ne Fake-News ver­brei­ten. Einen dazu gehö­ri­gen Aus­spruch, den man bei der Zei­tung offen­bar für rich­tig hält, habe ich etwas genau­er unter die Lupe genommen: 

Zu Fak­ten gibt es kei­ne Alternative.

Das ist schlicht falsch. Die Alter­na­ti­ven zu Fak­ten sind Mei­nun­gen. Und wenn man gera­de nichts ande­res zur Ver­fü­gung hat, sind der­ar­ti­ge Mei­nun­gen lebens­wich­tig. Das ist doch gera­de der Witz in Spiel­fil­men, bei denen eine Bom­be ent­schärft wer­den soll, der Held kein Fak­ten­wis­sen hat und über eine geschei­te Mei­nung ver­su­chen muss, das Pro­blem zu lösen.

Was man bei der Zei­tung wohl eigent­lich mein­te — und das ist auch nur eine Ver­mu­tung — ist, dass es kei­ne alter­na­ti­ven Fak­ten gibt. Das bedeu­tet, dass es zu dar­stell­ba­ren Tat­sa­chen kei­ne alter­na­ti­ven Erklä­run­gen gibt, die vom sel­ben Gegen­stand han­deln, und etwas bezo­gen auf eine Tat­sa­che gegen­sätz­li­ches in rich­ti­ger Wei­se dar­stel­len. Es ist ent­we­der die eine oder die ande­re Erklä­rung rich­tig. Bei Ver­schie­den­heits­be­haup­tun­gen kommt es oft vor, dass schlicht nicht vom sel­ben Gegen­stand in glei­cher­wei­se die Rede ist.

An die­ser Stel­le besteht eine Schwie­rig­keit, mit der Per­so­nen, die poli­ti­schen Wil­len trotz Fak­ten­la­ge durch­set­zen wol­len, nut­zen kön­nen: Es ist erklä­rungs­be­dürf­tig, wie­so eine Tat­sa­chen­dar­le­gung nur als Sin­gu­la­ri­tät gül­tig sein kann. Ohne eine lan­ge phi­lo­so­phi­sche Dar­le­gung hier zu erör­tern: Es hat mit der geis­ti­gen Ver­an­la­gung des Men­schen zu tun. Es folgt die nächs­te Schwie­rig­keit: Erklä­run­gen dau­ern mit­un­ter etwas län­ger. Da schal­ten vie­le ab, mei­nen, was nicht ein­fach erklär­bar sei, wäre des­we­gen schon falsch. Wenn Sie schon bis­her gele­sen haben, wis­sen sie um den Auf­wand, den so ein Lesen mit sich bringt — und wie vie­le gehen da schon nicht mit.

Wer nun unter­stellt, es gäbe die­se Beschaf­fen­heit von Tat­sa­chen nicht, der erklärt alle Tat­sa­chen zu Mei­nun­gen. Inso­fern ist auch ger­ne von der herr­schen­den Mei­nung die Rede. Hier kommt hin­zu, dass es inzwi­schen unter den Men­schen so vie­le Fach­ge­bie­te gibt, dass nie­mand mehr wie frü­her in allen Fach­ge­bie­ten kom­pe­tent ist. Das bedeu­tet auch Exper­ten haben sich in für sie fach­frem­den Gebie­ten mit Mei­nun­gen zu behelfen.

Und nach so viel Vor­lauf sind wir beim eigent­li­chen gesell­schaft­li­chen Pro­blem: Es gibt wirk­lich vie­le Men­schen, die den­ken, es gäbe nur Mei­nun­gen und dem­entspre­chend herr­schen­de Meinungen. 

Einer­seits ist es per­sön­lich eine sehr unan­ge­neh­me Posi­ti­on, so etwas wirk­lich zu den­ken, denn das Erklä­ren der Welt anhand von Tat­sa­chen hat doch noch etwas stark Befrie­di­gen­des. Wenn Kin­der in der Schu­le eine Mathe­auf­ga­be rich­tig lösen und sie das erken­nen, krie­gen sie eben einen Kick, aber lös­brül­len wer­den die Wenigs­ten. Dem kommt ein bloß mei­nungs­ba­sie­ren­des Recht­ha­be­ge­fühl schon nahe, aber wäh­rend ers­te­res meist geräusch­los abgeht, muss z.B. bei den popu­lis­ti­schen Par­tei­en immer unheim­lich gebrüllt wer­den. Es muss mit Emo­ti­on auf­ge­la­den wer­den, weil ein Rest­zwei­fel, ein skep­ti­sches Unsi­cher­heits­ge­fühl bleibt: Was ist, wenn mei­ne Mei­nung falsch ist? Wer­de ich dann als Idi­ot ver­pot­tet? Vor sol­chen Zwei­feln wird auch schnell weg gerannt, indem man schleu­nigst das The­ma wech­selt — dann kos­tet es Kri­ti­ker ja wie­der etwas Zeit, um das neu­er­li­che The­ma sach­lich rich­tig aus­ein­an­der zu neh­men. Wer gegen so eine Posi­ti­on hält, muss eben­so damit rech­nen, ange­pö­belt zu werden.

Ande­rer­seits sind Tat­sa­chen dar­stell­bar, eben­so die Metho­den und Grund­an­nah­men, auf denen sie beru­hen. Nicht alles, was als Tat­sa­che dar­ge­stellt wird, ist eine, das ändert nichts dar­an, dass es Tat­sa­chen und rich­ti­ge Tat­sa­chen­dar­stel­lun­gen gibt. Um das Mei­nun­gen von Tat­sa­chen tren­nen zu kön­nen braucht man Ruhe und eine grund­le­gen­de Bildung.

Ich hal­te die durch­gän­gi­ge Ein­stel­lung, es gäbe nur Mei­nun­gen und kei­ne Tat­sa­chen, für kaum annehm­bar, wenn wir es nicht mit psy­chisch stark beein­träch­tig­ten Per­so­nen zu tun haben. Der Mensch kann ein­fach sei­ne geis­ti­ge Beschaf­fen­heit nicht abschüt­teln. So wenig, wie er sich den­ken kann, er sein nicht Initia­tor von Hand­lun­gen sei­nes Kör­pers. Das ist auch nicht das eigent­li­che Problem. 

Das Pro­blem ist eine Macht­po­li­tik, die mit Hil­fe von Popu­lis­mus Ent­schei­dun­gen trotz Tat­sa­chen, aus denen Hand­lungs­ma­xi­men erwach­sen, die gegen eben die­se Ent­schei­dun­gen spre­chen, durch­set­zen will.

Lesezeichen vom 09.02.2017

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