Lesezeichen vom 30. Juli 2015

  • Deut­scher Journalisten-Verband Der Deut­sche Journalisten-Verband hat die lau­fen­den Ermitt­lun­gen gegen zwei Jour­na­lis­ten des Por­tals Netzpolitik.org als Jus­tiz­pos­se kri­ti­siert.
  • Fefes Blog Erin­nert ihr euch an den Gene­ral­bun­des­an­walt? Der Typ, der die NSA und die NASA nicht aus­ein­an­der­hal­ten kann. Der Typ, auch im Fol­ge­jahr NSA nicht buch­sta­biert krieg­te. Der Typ, der nicht fand, dass man GCHQ oder NSA was vor­wer­fen kann. Weil, äh, wir haben die aus­län­di­schen Regie­run­gen gefragt, die uns aus­ge­späht haben, und die woll­ten uns kei­ne sie inkri­mi­nie­ren­den Bewei­se vorlegen.<br><br>
    DER TYP ermit­telt jetzt wegen Lan­des­ver­rats gegen netzpolitik.org.
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Gottschalk, Thomas — Herbstblond

Auto­bio­gra­phi­en unter­lie­gen immer der Aus­gangs­schwie­rig­keit, dass der Autor die Sache gar nicht ganz oder gerecht erfasst hat, obwohl er doch selbst meist dabei war. So ist das lei­der auch mit Tho­mas Gott­schalk. Der Erfolgs­mo­de­ra­tor von Wet­ten, dass ..? hat kaum eine Erklä­rung für den Erfolg der Sen­dung, sei­nen Anteil dar­an, und kann die unpas­sen­den Ret­tungs­ver­su­che, mit dem man das Publi­kum ver­schreck­te, nicht pas­send ein­schät­zen. Was sei­ne Aus­füh­run­gen zu Jack­ass in die­sem Schmö­ker zu suchen haben — ein ein­zi­ges Rät­sel. Als zu lesen­des Buch ist die ers­te Hälf­te zudem von aus­ge­such­ter Lang­wei­lig­keit: Sein Publi­kum hat ihn immer geliebt. Der Kri­ti­ker­an­spruch an sei­ne Sofain­ter­views waren zu hoch. Dass ihm vor­ge­wor­fen wur­de, sich nicht für das Gesag­te zu inter­es­se­ren — bei Wet­ten, dass..? wie bei Gott­schalk live — das scheint er nicht erfasst zu haben.

Da ist das Hör­buch wesent­lich bes­ser, das legt man nicht so schnell weg. Tie­fe gewinnt das auch nicht, aber immer­hin hat man am Ende eine Kreisler-Interpretation Gott­schalks, die noch das bes­te am gan­zen Hör­buch ist. Das erin­ner­te mich dann auch an eine Epi­so­de in Gott­schalks Leben, die er unter den Tisch fal­len lässt: Das pein­li­che What hap­pen­ed to Rock ‘n’ Roll. Das war kein Rock ‘n’ Roll, das war unge­lenk, unro­ckig und unpas­send. Man merk­te damals, dass er kein Gespür hat­te, ob das, was er cool fand, in die­ser Form auch cool war. Und dass er damit auch nicht über­zeug­te, so sehr die Fern­seh­na­ti­on ihn lieb­te.

Im zwei­ten Teil des Buches kommt Gott­schalk bes­ser in Fahrt, wenn er Die­ter Boh­len kri­ti­siert. Das ist tref­fend und infor­ma­tiv. Dass er sei­ne Vor­abend­show bes­ser allei­ne hin­be­kom­men hät­te und dass das For­mat School’s out irgend­wie bemer­kens­wert wäre, das sind Gedan­ken, die man ihm las­sen kann, sie inter­es­sie­ren sonst kaum jeman­den.

Aber wenn man Gott­schalk vor­le­sen hört, ist er zwei­feil­soh­ne der sym­pa­thi­sche Thom­mie, da ist er nahe dran an dem Gott­schalk, den Fern­seh­deutsch­land so lieb­te: Der­je­ni­ge, der über­ra­schend in irgend­wel­che Situa­tio­nen gewor­fen wird, aus denen er sich mit Humor, dem rich­ti­gen Gespür für die Situa­ti­on, dem pas­sen­den Ton, einem Lächeln und guter Lau­ne her­aus­win­det. Ist es wirk­lich so schwer, dar­aus heut­zu­ta­ge eine Fern­seh­sen­dung zu machen?

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