Lesezeichen vom 30. März 2015

Lesezeichen von heute
  • AstroTV dro­ht das aus kann man ja auch nur hof­fen.
  • Wo es sie traf “Eka­te­ri­na Anokhi­na hat Orte in Moskau fotografiert, wo Oppo­si­tionelle ermordet wur­den ”
  • Frauen­quote? | Tatis Blog “Auf dem Weg zu ein­er grund­le­gen­de­ren Ver­bes­se­rung der Arbeits­si­tua­tion für Frauen und Arbeit­ge­ber im Sinne ein­er bedarfs­ge­rech­ten Fle­xi­bi­li­tät, bedeu­tet die­ser Schritt nichts.”
  • Ran­dale bei AfD-Ver­anstal­tung: Ulfkotte dro­ht auf Face­book “Der Jugendliche, der zu ein­er Gruppe Jung­sozial­is­ten (Jusos) aus Stadt und Kreis Offen­bach gehört, war an dem Vor­tragsabend von Ulfkotte am Kra­gen gepackt und gegen die Wand geschla­gen wor­den. Unter­stützt wurde der Autor dabei von den NPD-Funk­tionären Ste­fan Jagsch und Daniel Lach­mann, die ihn bei der Tat umringten.”
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Guten Morgen

Morgenkaffee

Mika Baumeis­ter schildert Schülerein­drücke aus Hal­tern nach dem Flugzeu­gunglück:

Wir fühlten uns, als würde die Presse nur auf unsere Reak­tion zur endgülti­gen Affir­ma­tion warten, um zer­störte Men­schen abzu­fil­men.

Hans Hoff ver­ab­schiedet sich vom Jour­nal­is­mus:

Jour­nal­is­mus ist nurmehr ein hohles Gefäß, in das jed­er füllt, was er mag oder was er meint, im Auf­trag sein­er Nutzer ein­füllen zu müssen. Das dadurch entste­hende Gemisch ist mir unerträglich gewor­den.

Der Gedanke find­et sich auch im Ste­fan Niggemeier-F.A.S.-Artikel, wozu ich bei wirres.net dies schrieb:

Mir scheint, dass Ste­fan Nigge­meier nicht ganz den Punkt trifft. Jed­er ist so Medi­enkri­tik­er, wie er es vorher auch schon war. Ich wohne im Grunde wenige Straße von dem Apparte­ment des Co-Piloten ent­fer­nt, aber so aufges­tachelt, wie die Sache online ver­han­delt wurde, war es offline nicht.

Nur kön­nen sich es die tra­di­tionellen Medi­en wohl nicht mehr leis­ten, so einen fahri­gen Empörungsjour­nal­is­mus anzuwen­den, ohne online deut­lich hör­bare Kri­tik zu bekom­men. Man muss sich ja auch nicht Medi­enkri­tik­er nen­nen, um Sätze wie “Montabaur weiß noch nicht, wie es mit den neuesten Infor­ma­tio­nen umge­hen soll” für blöd zu hal­ten. Oder wenn Reporter am Flughafen Düs­sel­dorf gefragt wer­den, wie die Stim­mung in Hal­tern ist.

Wer da Kri­tik anbringt, macht auf’s Leicht­este einen Punkt. Es ist nur wun­der­lich, wie leicht es die Medi­en ihren Kri­tik­ern machen.

Bei CNBC hat man raus­ge­fun­den: Bärte sind Aus­druck von Dom­i­nanz und Sex Appeal.

Und während ich mir die Frage stelle: Welche Män­ner­mode kommt nach den Bärten? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Lesezeichen vom 28. März 2015

Lesezeichen von heute
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Lesezeichen vom 27. März 2015

  • Many, many Face­book users still don’t know that their news feeds are fil­tered by an algo­rithm
  • In eigen­er Sache: Kor­rek­turen — heute-Nachricht­en “Das ZDF zeigte in den Sendun­gen heute um 19 Uhr, heute jour­nal und heute nacht vom 26. März und in den Aus­gaben von volle kanne und heute um 9 Uhr vom 27. März ein Foto von einem Mann vor ein­er Bergkulisse — ange­blich der Co-Pilot der verunglück­ten Ger­man­wings-Mas­chine. Das Gesicht war dabei voll­ständig unken­ntlich gemacht. Hier­bei han­delte es sich jedoch nicht um ein Bild des Co-Piloten, son­dern um das ein­er anderen, völ­lig unbeteiligten Per­son.”
  • Fre­und­schaft 3.0 “jet­zt bin ich auf­grund ein­er fie­sen Krank­heit seit ein­er Woche ans Bett gefes­selt und klar habe ich Lan­ge­weile und wollte bei Face­book guck­en was die Leute über­haupt so machen, also bin ich meine Freund­schafts­liste bei Face­book durch­ge­gan­gen und mir ist auf­ge­fal­len, dass eine alte Schul­freun­din ihren Account gelöscht hat. Ich habe seit über einem Jahr kei­nen Kon­takt mehr zu ihr gehabt und auf­grund der Tat­sa­che dass sie ihr Pro­fil gelöscht hat, haben wir heute tele­fo­niert und in den 20 Minu­ten in denen wir tele­fo­niert haben, habe ich viel mehr über sie erfah­ren, als in dem ver­gan­ge­nem Jahr. Wir haben auch dar­über nach gedacht uns zu tref­fen. Ver­rückt. ”
  • Face­book Wants To Own Every­thing You Do On The Inter­netAOL want­ed to own every sin­gle thing you saw in the 1990’s, but ulti­mate­ly failed. I believe Face­book could suc­ceed at that failed vision of 20 years ago, and it’s ter­ri­fy­ing.” Naja, für mich hat Face­book nichts, worauf ich nicht verzicht­en kön­nte und so direkt, wie immer unter­stellt wird, erre­iche ich Ziel­grup­pen eben auch nicht.
  • Ger­man­wings-Unglück — Die Medi­en und der Absturz “Abgestürzt ist nicht nur ein Flugzeug mit 150 Men­schen an Bord, son­dern lei­der auch der Jour­nal­is­mus.”
  • Wieviel Aldi steckt in dm? Ich habe auch eine Bekan­nte, die wegen der Bezahlung von einem Fachgeschäft zu dm gewech­selt ist.
  • Maut-Gesetz der CSU: Eine ego­is­tis­che Region­al­partei “Diese aufge­plus­terte, pop­ulis­tis­che Region­al­partei schafft es immer wieder, dem ganzen Land ihre unsin­ni­gen Ideen aufzuzwin­gen. ”
  • Verkehr: Pri­vatun­ternehmen erheben Maut­ge­bühr „Der Ter­min 2018 für die Lkw-Maut auf Bun­desstraßen ist nur noch zu hal­ten, wenn man den Auf­trag direkt an Toll Col­lect vergibt – und dage­gen nie­mand klagt“
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Guten Morgen

Morgenkaffee

San­dra Schink berichtet darüber, wie mal Reporter anlässlich ein­er Tragödie in ihre Woh­nung ein­drangen. Sowas wird nicht vergessen, das soll­ten Jour­nal­is­ten im Hin­terkopf behal­ten. Der Pas­tor mein­er Heimat­stadt ist auch heute noch bekan­nt dafür, dass er mal Reporter der Blödzeitung mit den Worten “Schämt euch!” vom Hof gejagt hat.

Mein ehe­ma­liger Biele­feld­blog­gerkol­lege Herm hat einen sehr schö­nen Artikel zur Nicht­tan­genz katas­trophaler Ereignisse geschrieben. Mir ist ähn­lich­es passiert: Ich habe von den ersten Nachricht­en­fitzeln gehört, bin Zug gefahren, bin dann auf Leute gestoßen, die die ARD-Berichter­stat­tung sahen und habe Witze gemacht. Warum auch nicht? Die Berichter­stat­tung an sich war der­maßen unpro­fes­sionell und lach­haft pietät­los in sein­er vorgegebe­nen, aber nie erre­icht­en Speku­la­tion­slosigkeit, dass dies in der Berichter­stat­tung alles über­strahlte. So wurde ein Reporter am Düs­sel­dor­fer Flughafen gefragt, wie es den Leuten in Hal­tern gin­ge. Wie will man so ein Gesabbel ernst nehmen? Den­noch war gestern die Mit­teilung, das Flugzeug sei absichtsvoll durch einen Piloten zum Absturz gebracht wor­den, erschüt­ternd.

Stel­lvertre­tend für all die Fehltritte der Medi­en: Die Chefredak­teurin der taz.

Und während ich mir die Frage stelle: Müssen die Print-Medi­en neu ler­nen, was eine Nachricht ist? hole ich mir erst­mal noch einen Kaf­fee.

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Bierherbestellen

Es ist doch schon ver­wun­der­lich, welche schö­nen Worte aus dem uner­schöpflichen Sprach­wortschatz Dos­to­jew­ski­js außer Mode gekom­men sind. Z.B. aus seinem Werk “Böse Geis­ter” (Über­set­zung von Swet­lana Geier, Taschen­buchaus­gabe, S. 230) das schöne Wort bier­herbestellen:

bierherbestellen

Ich würde zwar eher sagen: Wer hat Ihnen bier­herbestellt?, aber wir wollen mal nicht so klein­lich sein. Ich bier­herbestelle, du bier­herbestellst, ersiees bier­herbestellt…

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