Harlan, Thomas — Veit

Vor vier Jahren ent­deck­te ich Thomas Har­lan für mich. Schon merk­würdig, wer alles so am eige­nen Radar vor­bei geht. Wenn ich mich recht erin­nere, war das auch nur beim Durchzap­pen von YouTube, den genauen Anlass kenne ich nicht mehr. Nun kam mir auf dieselbe beiläu­fige Weise sein let­ztes Buch unter die Augen: Veit. Vom Ster­be­bett aus dik­tierte der Sohn von Veit Har­lan ein let­ztes Mal seinen Kampf gegen den Vater, von dem er auf dessen Ster­be­bett noch etwas Ein­sichtsver­mö­gen wahrgenom­men hat. Er rang auch zum Schluss noch mit dem an die Nation­al­sozial­is­ten verkauften kün­st­lerischen Erbe, mit dem Unver­mö­gen des Vaters, sich der eige­nen Schuld rechtzeit­ig zu stellen. Das mag man bedauer­lich find­en oder kon­se­quent. Das Buch ist nicht ohne Tück­en, aber ger­ade ob der Sprachge­walt Thomas Har­lans beein­druck­end.

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